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Bausatztest Omnes Audio Monolith: Open Baffle-FAST mit 18”-Bass: Mit Macht


Klang & Ton - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 04.10.2019

In Sachen Kreativität bei der Erschaffung neuer offener Schallwandkonzepte herrscht bei Blue Planet Acoustic kein Mangel: Beim Modell „Monolith“ bediente man sich erstens externer Entwicklerkapazitäten und zweitens eines richtig großen Tieftöners


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Bildquelle: Klang & Ton, Ausgabe 6/2019

Zugegeben, ja: Eigentlich haben wir schon so ziemlich alle möglichen Kombinationen von „Breitbänder plus ein bis zwei Basschassis in einer offenen Schallwand“ von Blue Planet Acousticc gesehen und gehört, und doch schaffen es die Oberurseler immer wieder, dem Thema noch ein paar neue Facetten abzugewinnen. So auch bei dieser Schallwand: Sie heißt zu Recht ...

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... „Monolith“, hier sorgt nämlich ein ausgewachsener Achtzehnzöller für die Bereitstellung der unteren Oktaven. Den in Kombination mit einem bewährten Sechszöller, das könnte spannend sein. Bei der Entwicklung vertraute man in diesem Falle auf externe Kompetenz: Die Entwicklung legte man in die Hände von Andreas Mandaglio von Milan Audio, der über die Jahre bei uns auch schon das eine oder andere Mal mit eigenen Konzepten in Erscheinung getreten ist. Und, so viel sei schon verraten, der Mann hat hier einen ausgezeichneten Job abgeliefert.

Treiber

Den Tieftonbereich der Monolith bedient ein Achtzehnzöller, der „OBW18“ getauft wurde. Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich den Ursprung des Treibers beim USHersteller Eminence verorte. Die Zutaten sind klassisch: gepresster Stahlblechkorb, Ferritantrieb moderater Größe, recht tiefe, eher hart eingespannte Pappmembran mit Riffelsicke. Das gibt ordentlich Wirkungsgrad, eine nicht allzu tiefe Freiluftresonanz und eine eher hohe Gesamtgüte – genau das, was man für so eine Anwendung braucht. Ihm zur Seite steht ein alter Bekannter aus dem Haus Tang Band, der Hightech-Breitbänder W6-2144. Er zeichnet sich durch eine ganze Reihe technischer Besonderheiten aus. Da wären zum Beispiel der Unterhang-Antrieb, der mit der leichten bambusfaserverstärkten Papiermembran für eine schön niedrige anzutreibende Masse sorgt, eine gut funktionierende Kombination aus Phaseplug und Schwirrkonus, die bei hohen Frequenzen hilft und eine profilierte, sehr verlustarme Gummisicke. Das alles sorgt für einen breiten Übertragungsbereich, wenig Verzerrungen und brauchbaren Wirkungsgrad – das sollte gut an den Achtzehner passen.

In diesem Zusammenhang sei auch die erfreuliche Preisgestaltung des Bausatzes erwähnt: Das Komplettpaket (ohne Holz) kostet pro Seite 300 Euro, und dafür gibt‘s wirklich eine Menge Lautsprecher.

Gehäuse

„Gehäuse“ ist natürlich ein relativer Begriff, bei einer Open-Baffle-Konstruktion haben wir‘s ja eher mit einem „Brett mit Extras“ zu tun. Die Schallwand selbst besteht in diesem Falle aus knapp einem halben Quadratmeter Birkenmultiplex mit satten 52 Millimetern Stärke, zusammengesetzt aus zwei 26 Millimeter starken Platten. Man beachte die profi- lierten Treiberausschnitte, die sind bei einer so dicken Platte kein überflüssiger Luxus. Die Frequenzweiche wird unterhalb der Fußplatte des Lautsprechers untergebracht, die hier abgebildete Variante ist etwas einfacher gehalten als die unseres Prototypenpärchens. In der Praxis gerät das Ganze ordentlich schwer und entsprechend schwer zu erschüttern – so soll‘s sein.

Frequenzweiche

Das Weichenschaltbild vermeldet die Möglichkeit einer Impedanzlinearisierung, das dürfte Besitzer von Röhrenverstärkern freuen. Die Tiefpassfilterung des Basstreibers übernimmt ein Filter dritter Ordnung aus L1, L2 und C1. Der Widerstand R1 in Reihe mit dem Kondensator nach Masse reduziert die Steilheit der abfallenden Flanke etwas.
Der Breitbänder wird mit einem Hochpass zweiter Ordnung (C2, L3) eingekoppelt. Vorgeschaltet ist der Widerstand R2, er dient der Pegelreduktion. Ein Sperrkreis aus L5, C4 und R4 beseitigt eine Störstelle im Frequenzgang des Breitbänders. Beide Treiber sind in Phase angeschlossen.

Messungen

Der Amplitudenschrieb der Monolith offenbart gleich eine ganze Reihe von interessanten Details. Zum einen den Wirkungsgrad: Der liegt mit im Mittel 86 Dezibel nämlich merklich unterhalb dessen, was wir von dieser Art Lautsprecher gewöhnt sind – ein zu „niedlicher“ Antrieb ist also nicht zu empfehlen. Es gibt echten Tiefbass: Der Lautsprecher reißt die 30-Hertz-Marke locker. Nach einem kleinen Buckel um 40 Hertz geht‘s langsam, aber stetig hinauf bis zum Nennpegel, der ist im unteren Grundtonbereich erreicht. Bis in den Hochtonbereich benimmt sich das Ganze dann halbwegs linear, oberhalb von zwei Kilohertz fordert die große Membran des Breitbänders dann ihren Tribut und quittiert das mit deutlichem Pegelabfall außerhalb der Achse – das allerdings gut kontrolliert. Ab rund 15 Kilohertz ist‘s mit der Schalldruckherrlichkeit ein wenig vorbei, auch das geht in Ordnung. Der Impedanzschrieb offenbart recht hochohmiges Verhalten, hier gibt‘s in der Tat noch genügend „Luft“ für die erwähnte Impedanzlinearisierung. Das Klirrverhalten sieht ziemlich anständig aus. Bei moderaten Pegeln (85 Dezibel) ist das Verzerrungsniveau zumindest an zwei Kilohertz extrem niedrig, bei 95 Dezibel meldet sich ein wenig k2 zwischen 500 Hertz und 2,5 Kilohertz. Wasserfall? Ein bisschen Nachschwingen bei einem Kilohertz, sonst alles ruhig.

Die graue Front mit dem umlaufenden Rahmen ist optisch eine sehr gelungene Angelegenheit


Die dünne Multiplex-Kante taucht in der Zeichnung nicht auf, sieht aber gut aus


Klang

Ach. Da staunt der Hörtester aber. Eigentlich hatte ich ob der schieren Membranfläche der Monolith damit gerechnet, dass es mich gleich ins Sofapolster drückt, aber weit gefehlt: Das Großkaliber benimmt sich ausgesprochen gesittet, gerade im Bass. Da hat man sich gerade ein bisschen an den in Oberbassregionen etwas „aufgefrischten“ Tieftonbereich üblicher Kleinboxenabstimmungen gewöhnt, dann kommt das hier: Die Monolith überrascht mit einem eher unspektakulär korrekten, aber auffällig weit hinunter reichenden und dezenten Bassbereich. Damit meine ich so richtig Bass, nicht das darüber, was gerne damit verwechselt wird. Ich staune durchaus, was auf Tom Jones‘ „Did Trouble Me“ davon vorhanden ist, war mir bislang gar nicht so aufgefallen.
Die Monolith verlangt nach korrekter Aufstellung, und damit sollte man sich ein bisschen Mühe geben. Direkt aufs Ohr zielend isses in den Präsenzlagen mitunter ein bisschen heftig. Etwas mehr Parallelität löst das zuverlässig, dabei muss man aber aufpassen, dass die akustische Mitte nicht verloren geht. Bei uns ist ein Kompromiss zu finden, der fast perfekt auf den Punkt ist: Letztlich tausche ich das letzte bisschen Messerschärfe beim Fokus gegen Frieden bei der tonalen Ausrichtung – damit kann ich prima leben. Ganz wichtig ist das zum Beispiel bei dem großartigen Elektrofunk-Album „Future Flora“ der belgischen Band „Black Flower“. Die Bläser können wunderbar warm und voll tönen – wenn man sie lässt. Die Monolith ist zudem bei den kernigen Betas voll in ihrem Element: Kernig, zackig, aber mit einem Schuss Wärme reproduziert sie das Spektakel. Zumindest im Bass ist diese Inkarnation der offenen Schallwände „vom blauen Planeten“ diejenige, die mir klar am besten gefällt – und ich hab mittlerweile ziemlich viele davon gehört. Der Breitbänder ist nach wie vor kein Hochtonwunder, er macht seine Sache am oberen Ende des Spektrums aber ordentlich und integriert sich gut in den stimmigen Gesamtcharakter des Konzeptes. Raum gibt‘s jede Menge, mit den oben angesprochenen Einschränkungen. Und was lernen wir daraus? Membranfläche. Je mehr, desto besser. War doch klar, oder?

Die Frequenzweiche ist im Fuß der Angelegenheit untergebracht


Omnes Audio Monolith

Der 46-Zentimeter-Bass entpuppt sich als ausgezeichnete Wahl für diese Anwendung


Ein dickes Brett und ein paar Maßnahmen, damit‘s nicht umfällt: So ist dieser Lautsprecher aufgebaut


Aufbauanleitung

Zunachst wird die Schallwand aus zwei Platten zusammengeleimt, die dann mit den entsprechenden Ausschnitten und Profilierungen versehen wird. Die Fuskonstruktion wird separat anhand der Zeichnung aufgebaut und im Anschluss mit der Schallwand verschraubt.

Zubehör pro Box

• 1 x Terminal
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• Frequenzweiche
• Weichen-/Bau-/Dammplan