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Bausteine für ein gesundes Gehirn


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Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 46/2022 vom 09.11.2022
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Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 46/2022

EMOTIONALE ERINNERUNG Wegen ihrer verstorbenen Mutter brach die Geschäftsfrau vor der Kamera in Tränen aus

Dagmar Wöhrl, 68

Erkrankte Mutter

„Das tat schon sehr weh“

Die UnternehmerinverlorimSeptemberihreanDemenzleidendeMama.Bei der Aufzeichnung der TV-Show „Höhle der Löwen“ kam sie deswegen etwas aus der Fassung. Hunde-Profi Martin Rütter, der ebenfalls eine an Demenz erkrankte Mutter hat, stellte dort den Investoren einen Spezialball vor, der Erkrankten helfen soll. Bei der Präsentation zeigte er die Wirkung auch anhand eines Videos mit Betroffenen. Dabei stiegen Dagmar Wöhrl die Tränen in die Augen – und sie verließ kurz das Studio.

50Zahl derWoche

Prozent der Deutschen haben Angst, im Alter eine Demenz zu entwickeln

Wann haben Sie zuletzt Memory gespielt? Kramen Sie die bunten Kärtchen doch beim nächsten Spieleabend wieder mal raus – Ihr Gehirn wird es Ihnen dreifach danken. Denn erstens schärft man bei diesem Spiel das visuelle Erinnerungsvermögen und fördert die Konzentrationsfähigkeit. ...

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... Zweitens macht der Spaß dabei das Training besonders effektiv. Und drittens lässt die gemeinsame Aktivität den Stresshormonpegel sinken – und beugt damit auch Gehirnschwund vor. Aber wie fit sind die eigenen grauen Zellen überhaupt noch aktuell? Diese Frage stellen sich wohl viele, wenn plötzlich der Name von Bekannten entfällt oder die Suche nach der Lesebrille ewig dauert, obwohl sie auf dem Kopf sitzt. Nehmen Sie solch kleinere Vergesslichkeiten einfach als Motivation, dem Gehirn jeden Tag etwas Gutes zu tun. Diese fünf Grundsätze helfen dabei:

Neugierig auf Neues sein:Mit 40 oder 50 Jahren noch ein Studium beginnen? Warum denn nicht? Fürs Lernen sind wir auch mit 100 noch nicht zu alt, wissen Hirnforscher. Das Lerntempo nimmt zwar ab, aber dafür steigen die Konzentrationsfähigkeit und die Ausdauer. Wichtig dabei ist: Wie beim Muskel gilt auch für das Gehirn, dass sich Erfolg erst einstellt, wenn uns das Training etwas anstrengt. Dabei ist Begeisterung ein echter Dünger fürs Oberstübchen. Denn dann sind die emotionalen Zentren beim Lernen in unserem Gehirn aktiviert. Dadurch werden vermehrt Botenstoffe gebildet und freigesetzt, die die Verknüpfung zwischen den Nervenzellen fördern. Sie müssen sich übrigens nicht gleich an Großprojekte wie das Erlernen einer Sprache machen. Alles, was von der täglichen Routine abweicht, hält unseren Geist fit – beispielsweise das Navi im Auto abschalten und sich den Weg mal wieder auf der Karte suchen oder die Bedienungsanleitung für den neuen Fernseher lesen und das Gerät selbst einstellen.

Regelmäßig Stresshormone abbauen:In hektischen Zeiten wird unser Gedächtnis zum Sieb – da bleibt schon mal der Schirm im Restaurant zurück oder man steht im Supermarkt und weiß nicht mehr, was zu Hause fehlt. Schuld an diesen Aussetzern ist das Hormon Kortisol, das bei chronischer Stressbelastung sogar Nervenzellen absterben lässt. Eine schwedische Studie zeigte, dass dauerhafte Anspannung das Risiko für Demenz bei Frauen mittleren Alters um 65 Prozent erhöht. Nur wie soll man sich in solchen Power-Phasen noch erholen? Das Stressmanagement braucht gar nicht so viel Zeit, wie man glaubt. Wer nach etwa 90 Minuten Arbeit eine kurze Abschaltpause macht, hat schon viel gewonnen. Auch ein paar Minuten Tagträumen oder eine Runde um den Block bringen viel. Optimal ist, wenn man Spaß am Meditieren findet. Denn nur 10 Minuten täglich verbessern nachweislich die Aktivität des Gehirns – und erhöht zudem noch die Anzahl der Verschaltungen zwischen den Nervenzellen.

In Bewegung bleiben:Dass körperliche Aktivität auch wichtig für einen fitten Kopf ist, wies der Mediziner Cyrus Raji von der University of Pittsburgh nach. In seiner Studie erfasste er das Gehirnvolumen – und wie viele Kilometer jeder der 426 Probenden pro Woche zurücklegte. Nach zehn Jahren wurde das Gehirn der Teilnehmer erneut mit einem MRT überprüft. Das Ergebnis überzeugte: Je mehr sich die Menschen bewegten, desto größer war ihr Hirnvolumen. Auf den Alltag umgerechnet kam Cyrus Raji zu der Erkenntnis: Wir sollten rund 10 Kilometer pro Woche spazieren gehen. Das sind ungefähr 15 Minuten täglich – am besten mit zügigem Schritt. l

Natalie Portman, 41

Sprachtalent

„Ich bin lieber klug als ein Filmstar“

Die Schauspielerin trainiert ihr Gehirn optimal. So spricht die Tochter einer Amerikanerin und eines Israelis nicht nurEnglishundHebräisch,sondern hat auch Kenntnisse in Deutsch,Französisch,Arabisch,Japanisch,SpanischundGebärdensprache.Ihr Risiko für Demenz? Wohl eher gering!

FITNESS FÜR DAS OBERSTÜBCHEN

Erinnerungsprobleme sind normal mit zunehmendem Alter. Doch schon mit ein paar simplen Aufgaben können Sie Ihre kleinen grauen Zellen täglich trainieren.

Erinnern üben:Das gelingt auch ganz nebenbei im Alltag – einfach beim Einkaufen an alles denken, ohne auf die Liste zu sehen. Und dann erst vor der Kasse gegenchecken, ob etwas fehlt. Spielendvernetzen:Koordinative Übungen, die von unseren alltäglichen Bewegungsabläufen abweichen, legen ganz neue Verbindungen zwischen den

Nervenzellen im Gehirn an. Zum Beispiel: Zwei Minuten lang mit der linken Hand ein Tuch über dem Kopf kreisen lassen, während die rechte einen Ball nach oben wirft und wieder fängt. Danach seitenverkehrt wiederholen.Besserkonzentrieren:Holen Sie sich einen Textmarker und streichen Sie jetzt gleich beim Lesen Ihrer „Frau im Spiegel“ alle „ch“ oder „ung“ an.

Gesellig sein:Mit ein paar Freunden l PFLANZENKRAFTSTÄRKTDAS GEDÄCHTNISeine Ausstellung zu besuchen oder bei einem Glas guten Wein über Gott und die Welt zu diskutieren, sich zu zweit bei einem romantischen Dinner angeregt unterhalten und Pläne zu schmieden – so angenehm kann Training für die grauen Zellen sein. Denn auch soziale Interaktion fördert unsere kognitive Leistung. Das konnte eine Studie des Psychologen Prof. Oscar Ybarra und seines Teams an der Universität Michigan belegen. Untersucht wurden dafür etwa 3600 Personen verschiedenen Alters. Das Resultat: Diejenigen mit regen und erfüllten Beziehungen hatten auch die bessere Hirnleistung. Die Erklärung dafür ist einfach: Im zwischenmenschlichen Austausch wird das Gehirn auf sehr vielen Ebenen gefordert: Wir sind aufmerksam, erfassen ein Thema, versuchen den Standpunkt des anderen zu verstehen, denken dann darüber nach, formulieren eine Antwort – und gleichzeitig analysieren wir auch noch Mimik und Körpersprache unseres Gegenübers.

Klangvoll leben: Gutes Hören ist ebenfalls enorm wichtig für unsere geistige Gesundheit. Eine US-Studie der John Hopkins University zeigte sehr eindrucksvoll, dass Personen mit einem unbehandelten leichten Hörverlust ein fast doppelt so hohes Risiko haben, an Demenz zu erkranken wie Normalhörende. Deshalb ist bei Bedarf ein Hörgerät zu tragen aktiver Gedächtnis-Schutz. Und für alle Menschen gilt: Selbst Musik zu machen oder auch nur zu hören stimuliert gleich mehrere Hirnareale und macht die grauen Zellen sehr viel leistungsfähiger. Welche Stücke dafür geeignet sind? Egal ob Beethoven, Bernstein, Beatles oder Bieber – wichtig ist nur, dass uns auch gefällt, was wir hören.

DANIELA WITTMANN

Eine aktuelle Studie zeigt:JehäufigerwirGinkgoeinnehmen,destobesserfürunserGehirn!Dies gilt auch, wenn sich schon leichte Einschränkungen bei den kognitiven Fähigkeiten zeigen – etwa große Vergesslichkeit, aber ohne, dass Demenz dahintersteckt. Laut der Untersuchung von Leipziger Forschenden zusammen mit Experten der Berliner Charité leiden erkrankte Patienten und Patientinnen seltener an Demenz, wenn sie über lange Zeit häufig Ginkgo-Präparate (z. B. Gingium, rezeptfrei, Apotheke) geschluckt hatten. Bei mehr als vier Verordnungen über 20 Jahre trat Demenz sogar um 42 Prozent seltener auf als bei Patienten, die solch ein Mittel nicht genommen hatten. Ginkgo scheint laut Forschern nicht nur die Symptome einer Demenz zu lindern, sondern auch den Verlauf der Krankheit zu beeinflussen.

Sebastian Jacoby, 44

Spitzname „Quizgott“

„Meine Passionen: Curling und Quizzen“

Der Jäger aus der ARD-Show „Gefragt – Gejagt“ trainiert seine geistige Fitness schon sehr lange – und war unter anderem bereits zweimal Deutscher Quiz-Champion im Einzel. Der gebürtige Allgäuer ist aber nicht nur Superhirn, sondern auch Sportprofi: So holte er im Eissport Curling mit seinem Team 2008 den EM-Titel.