Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 4 Min.

Bayerischer Marketingtag für Gärtner und Floristen: „Zielgruppen, Trends, Best Practice“ zum Bayerischen Marketingtag


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 35/2018 vom 01.09.2018

Wie sich die Digitalisierung und neue Handelsmodelle auf Gärtner und Floristen auswirken. VonVanessa Zenker undNikolai Kendzia


Artikelbild für den Artikel "Bayerischer Marketingtag für Gärtner und Floristen: „Zielgruppen, Trends, Best Practice“ zum Bayerischen Marketingtag" aus der Ausgabe 35/2018 von TASPO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO, Ausgabe 35/2018

Dr. Thomas Vogler, Vanessa Zenker, Nikolai Kendzia, Dr. Andreas Becker.


Kundentypen, Digitalisierung im Handel und Verbraucherverhalten, soziale Medien und neueste Trends für Weihnachten beschäftigen auch Einzelhandelsgärtnereien und Floristikbetriebe. Am 11. Juli beleuchtete der 24. Bayerischen Marketingtag Gärtnern und Floristen auf der Festung Marienberg in Würzburg diese Themen mit dem Fokus auf den Aspekt „Zielgruppen“. Zusätzlich gab es für die 95 Teilnehmer ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von TASPO. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 35/2018 von 2019: BAMS hält an 50-Tage-Regelung fest. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
2019: BAMS hält an 50-Tage-Regelung fest
Titelbild der Ausgabe 35/2018 von VGB: Heißer Sommer verbrennt NL-Exporte. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
VGB: Heißer Sommer verbrennt NL-Exporte
Titelbild der Ausgabe 35/2018 von „Be real“: eine schöne reale analoge Welt als Thema für das Finale. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
„Be real“: eine schöne reale analoge Welt als Thema für das Finale
Titelbild der Ausgabe 35/2018 von Ausbildung: „stabil“, „erfreulich“, „beliebt“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ausbildung: „stabil“, „erfreulich“, „beliebt“
Titelbild der Ausgabe 35/2018 von Betriebe in Existenznot: Dürre: Hilfe zur Selbsthilfe. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Betriebe in Existenznot: Dürre: Hilfe zur Selbsthilfe
Titelbild der Ausgabe 35/2018 von Instagram, Youtube oder Blogs: Kunden binden mit Influencer-Marketing. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Instagram, Youtube oder Blogs: Kunden binden mit Influencer-Marketing
Vorheriger Artikel
Bloggen, vloggen, influencen: Nützlich für den Gartenba…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel +++ Unternehmen +++ Personen +++ Veranstaltungen +++
aus dieser Ausgabe

... Gestaltungstipps für das Weihnachtsgeschäft.

Digitalisierung – Treiber des Fortschritts oft Bequemlichkeit

Wie kaufen unsere Kunden in Zukunft ein? Können wir die Digitalisierung und Mega-Trends im Handel ignorieren? Dazu referierte Prof. Dr. Thomas Vogler, der die Fächer Handelscontrolling und Handelsmanagement an der Technischen Hochschule Ingolstadt vertritt. Er hat 2006 ein Team von Handelspraktikern zusammengeführt und die Firma Mercator Consulting (www.mercatorconsulting.eu ) gegründet.

Treiber des Fortschritts ist vielfach die Bequemlichkeit der Menschen. Heute bietet die Digitalisierung mit den Online-Angeboten attraktive Möglichkeiten für den Kunden, sich nicht mehr an Öffnungszeiten halten zu müssen. Der Zugriff auf gewünschte Produkte ist bequem von überall und egal zu welcher Zeit möglich. Von der Anregungsphase, Suchphase, Bewertungs- und Auswahlphase über die Kaufaktphase hin zur Nachkaufphase findet vieles bereits online statt. Nun drängen digitale Geräte in den stationären Handel vor, um Vor-Ort die Kaufentscheidungen für den Kunden weiter zu erleichtern.

Dr. Thomas Vogler nannte als Beispiele, wie digital Einfluss auf die Kaufentscheidung genommen wird, die neue Restaurant-Variante Eatsa, bei der man übers iPad bestellt und dann aus einer Automatenbox im Geschäft sein gewähltes Essen frisch zubereitet bekommt. Der Bestellprozess sieht hier ähnlich dem Online-Bestellvorgang aus. Sehen so Filialen der Zukunft aus?

Beim Future Retail dienen digitale Erlebniswelten dazu, eine individuelle und qualitativ hochwertige Beratung zu ermöglichen. Die Shopping Experience liegt hier in der Kombination von Technologie und Design. Oder die Multichannel-Strategie „Bricks & Clicks“. Click entspricht dem Einkauf im Netz und Bricks vor Ort im Geschäft.

Volles Haus beim Bayerischen Marketingtag.


Fotos: AELF Kitzingen

Beim Einkaufen im Netz wird dem Kunden ein personalisiertes Angebot aufgrund seiner im Internet verfügbaren Daten gemacht, so eine weitere Entwicklung. Sein Profil kann etwa aus früheren Einkäufen, Ortsangaben (Kaufkraft), Alter und Geschlecht bestehen. Das geht so weit, dass vermeintlich wohlsituierten Kunden digital ein höherer Preis angezeigt wird oder dass nach Abgleich mit allen online verfügbaren Angeboten ständig ein günstigerer Preis festgesetzt wird.

Über Google Analytics lassen sich Suchanfragen kombinieren und für das eigene Produktangebot auswerten. Welche Produkte werden gesucht und welche wurden zusätzlich gekauft? Dr. Thomas Vogler rät: Geben Sie doch einmal Ihre Top-Verkaufsartikel bei Amazon ein und nutzen Sie dessen Vorschlagssystem. Die Kunden informieren sich in der Regel im „Netz“ vor anstehenden Einkäufen. Ebenso werden Anregungen etwa über die bildreiche Plattform Pinterest eingeholt.

Dr. Vogler wagte einen Blick in die Zukunft und meinte: Es wird Zeit aufzuwachen, denn die Digitalisierung kommt und ein Überprüfen der Unternehmensplanung ist unabdingbar für den Fortbestand des eigenen Betriebes.

Wie könnten zukünftige Betriebstypen aussehen? Lässt sich etwa wie beim Eatsa-Restaurant eine automatisierte Filiale betrieben? Das Bezahlen per Handy wird sich durchsetzen. Viele Händler werden durch den 3D-Druck wegfallen, wenn sich Kunden etwa Vasen in Copy-Shops ausdrucken lassen können. Was passiert dann mit den Immobilien in den Innenstädten und was, wenn viele Menschen ihre Arbeitsplätze im Einzelhandel in Deutschland verlieren?

Wo finde ich meine Kunden? … im World Wide Web?

In ihrem Vortrag zum Nutzen von Keywords und Social Media Marketing brachte es Lin Scherer, Floristin und Webmasterin (floristweb.de ) auf den Punkt: „Sind Sie nicht online, gibt es Sie einfach nicht. Planen sie eine Strategie für ihre Internet-Aktivitäten, um die „beste mögliche Wahl“ für den Kunden zu werden, der im Internet nach gärtnerischen Produkten und Dienstleistungen sucht.

Google Maps hob sie als einen wichtiger Kanal hervor, um Kunden den Weg ins Geschäft zu weisen. Hier müssen die Betriebe mit korrekten Öffnungszeiten und Beschreibungen gefunden werden.

Wichtig ist auch eine professionelle Website, am besten mit Service-Zentrale. Sie als Fachgeschäft sind besonders servicestark. Tun Sie sich als Betrieb schwer, ihre Stärken klar hervorzuheben und haben gleichzeitig mit Gartencentern und Supermärkten zu kämpfen? Gehen Sie es an!, meinte sie. Wenn Sie Ihre Stärken entdeckt haben, können diese online optimal beworben werden etwa über soziale Netzwerke bei Facebook und Instagram in einem möglichst persönlich gehaltenen Kommunikationsstil.

Für das Online-Marketing hat Lin Scherer eine Checkliste entwickelt, die über die mobile Website des Betriebes (www.floristweb.de ) bis in die Sozialen Netzwerke führt.

Carola-Bianca Forster, leitende Floristin bei „Reuß – die Gärtner & Floristen“ (Neusäß/Westheim) und verantwortlich für den Facebook-Auftritt (https://dede. facebook.com/manfred.reuss.gaer tner.floristen.de ), ergänzte: Mit gezielten Postings bei Facebook wird eine größere Reichweite erlangt und neue Kunden angesprochen. Dabei sollte der Betrieb authentisch rüberkommen.

Die Firmen-Facebook-Seite muss laut Forster professionell sein. Auch hier gilt es, individuelle Besonderheiten hervorzuheben. Berichte über Events, Konzerte im Glashaus, Pflanzentaufen und Ausstellungen sollten über die Veranstaltungsoption aufzufinden sein. Das Dienstleistungsangebot und weiterführende Tipps entdeckt der Kunde auf der Seite und wird in der Entscheidung zum Kauf und Treuehalten bestärkt.

Ganz wichtig ist gutes Bildmaterial. Programme (Apps) wie etwa Pixlr, Photo Director, Photo Editor oder Quick-GoPro Video Editor helfen, schnell spektakuläre Bilder zu veröffentlichen. Auch Wasserzeichen sind empfehlenswert, da Zeit in die Erstellung passender Bilder fließt und diese ein Copyright enthalten sollten. Klar sein muss auf jeden Fall, dass eine firmeneigenen Facebook-Seite zeitintensiv ist. Auch wenn der Chef sie in Obhut eines Mitarbeiters abgibt, kann und sollte während der Arbeitszeit nicht ausschließlich daran gearbeitet werden! Das Tagesgeschäft geht vor. Hier gilt es klare Absprachen zu treffen und gemeinsam eine passende Lösung zu finden.

Die Autoren

Vanessa Zenker , Marketingberaterin, Dipl-Ing. Gartenbau, gelernte Zierpflanzengärtnerin


Nikolai Kendzia Leiter der Abteilung Gartenbau am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kitzingen