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Bayern sagt NEIN ! zu neuen Mega-Gehältern


Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 29/2021 vom 21.07.2021

BUNDESLIGA

Artikelbild für den Artikel "Bayern sagt NEIN ! zu neuen Mega-Gehältern" aus der Ausgabe 29/2021 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 29/2021

Der EM-Sommer verschaffte den neuen Bayern-Bossen Oliver Kahn (52), Vorstandsvorsitzender, und Hasan Salihamidzic (44), Sportvorstand, eine Verhandlungspause. Mit der Saisonvorbereitung müssen sie nun die Gespräche wieder aufnehmen, welche die sportliche Zukunft des FC Bayern bestimmen werden – und im Klub für große Diskussionen sorgen.

Die Forderungen der neuen Leistungsträger wie Leon Goretzka (26), Joshua Kimmich (26) und Kingsley Coman (25) drohen das Gehaltsgefüge der Mannschaft zu sprengen. Die nächste Generation drängt in die Lohn-Dimension, in der zurzeit die Kapitäne Manuel Neuer (35), Thomas Müller (31) und Robert Lewandowski (32) sind. Das Problem der Bayern-Bosse: All diese Verträge laufen innerhalb der nächsten 23 Monate aus.

Für die Verhandlungen hat Bayern eine Linie vorgegeben, die Vorstandschef Kahn so formuliert: „Das sind absolute Topspieler, die auch entsprechend ...

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... bezahlt werden wollen.

Wir haben hier aber ganz klar unsere Grenzen definiert.“

SPORT BILD weiß: Kahn hat die volle Rückendeckung aus dem Aufsichtsrat. Im höchsten Klub- Gremium, das Investitionen mit einem Gesamtvolumen über 25 Millionen Euro zustimmen muss, wurde diese Gehaltsgrenze definiert. Am Ende der Diskussion stand zwar kein Betrag X, dafür aber die klare Vorgabe: Die 20-Millionen- Grenze soll nicht überschritten werden und nur wenigen Führungsspielern vorbehalten sein. Derzeit soll sie angeblich allein Weltfußballer Lewandowski übertreffen.

Vertragsangebote wie für David Alaba (29), der eine Verlängerung trotz eines angeblichen Salärs von 19,5 Millionen ausgeschlagen haben soll, müssen die absolute Ausnahme bleiben.

Die Vorgabe, der Aufsichts-rat erlaube nicht mehr als diese Gehaltsgrenze, bekommen nun die Berater zu hören, die sich mit Sportvorstand Salihamidzic zu Vertragsgesprächen an den Tisch setzen. Immer mit dem Verweis auf die angespannte Finanzsituation des Klubs in Corona-Zeiten. Tenor: Bayern habe demnach kein Geld für teure Investitionen, ob neue Stars oder riesige Gehaltssprünge.

Um ihre Verträge geht es

2022

Leon Goretzka (26) Niklas Süle (25)

Corentin Tolisso (26) Eric Maxim Choupo-Moting (32) Sven Ulreich (32)

Christian Früchtl (21)

Ron-Thorben Hoffmann (22)

2023

Joshua Kimmich (26) Manuel Neuer (35)

Robert Lewandowski (32) Thomas Müller (31)

Serge Gnabry (26)

Kingsley Coman (25)

Chris Richards (21)

Druck ist allen voran auf den Gesprächen bei Goretzka. Der Vertrag des Nationalspielers läuft am Saisonende aus. Nach den Auftaktgesprächen, die noch Goretzkas altes Management um Jörg Neubauer führte, der sich aus gesundheitlichen Gründen von seiner Frau vertreten lässt, ist das Berater-Team des Profis mittlerweile mit Thomas Kroth breiter aufgestellt.

Im Goretzka-Lager ist ist man derzeit irritiert, dass die Gespräche nach dem Sommer noch immer nicht – so wie in Aussicht gestellt – wieder aufgenommen wurden. Zumal andere Klubs im Poker Ernst machen. So soll Manchester United bereits konkrete Gehaltszahlen für einen Wechsel 2022 vorgelegt haben, welche das aktuelle Angebot der Bayern im Falle einer Verlängerung übertreffen.

Das Zögern der Bayern-Bosse hat aber einen Grund: Der Agent, der auch Manuel Neuer vertritt, hatte die Bayern-Führung bei der Vertragsverlängerung des Torhüters 2020 bereits vor den Kopf gestoßen. Anfangs soll Kroth angeblich ein Jahresgehalt von 23,5 Millionen für Neuer gegenüber Salihamidzic aufgerufen haben. Bayern zog schon damals die Gehaltsgrenze bei 20 Millionen.

Nach SPORT BILD-Informationen sollen auch die Vorstellungen des Goretzka-Managements für den Mittelfeldmann für einen neuen Vertrag bei bis zu 20 Millionen liegen. Bayern hingegen offeriert demnach geschätzte 10 bis 12 Millionen. Beim Klub sieht man die sportliche und perspektivische Bedeu tung von Goretzka, aber auch seine Verletzungsanfälligkeit. Neben Manchester United, das den Münchner im Fall eines Abgangs von Paul Pogba (28) gern nach England locken will, signalisieren inzwischen auch Real Madrid und der FC Barcelona, dass sie an einem ablösefreien Goretzka 2022 interessiert sind.

Bei Bayern gibt es Gehaltsstufen von 1 (15 Mio. Euro + X) bis 4 (bis 5 Mio.)

Goretzka ist nur der Auftakt der 1995er-Generation, die ihre Gehalts-Vorstellungen untereinander austauschen!

Auch Goretzka-Kumpel Kimmich führte bereits sein erstes Gespräch mit Salihamidzic. Der Mittelfeldspieler trennte sich unlängst von seinem Berater und verhandelt seinen Vertrag jetzt selbst. Auch bei diesem Vorgespräch soll die Gehaltsvorstellung bei 20 Millionen gelegen haben. Anders als bei Goretzka läuft Kimmichs Vertrag bis 2023. Es bleibt also noch mehr Zeit.

Im Gehaltsgefüge der Bayern gibt es vier Ebenen, welche die Profis in finanzielle Hierarchie- Schubladen einordnen.

In der Topverdiener-Gruppe mit einem Jahresgehalt von 15 Millionen plus X liegen die Leistungsträger Lewandowski, Neuer und Müller. Hinzugekommen ist 2020 Leroy Sané (25), der als Stareinkauf von Manchester City für 49 Millionen geholt wurde. Damit hat der Klub eine Tür geöffnet, durch die andere Jungstars spazieren wollen und die die Bayern-Bosse nun schwer wieder schließen können.

In der Gehaltsgruppe 2 (10 bis 15 Millionen Euro pro Jahr) sind neben Kimmich auch Kingsley Coman und Serge Gnabry (26). Beide Flügelspieler haben den Anspruch, nicht weniger zu verdienen als Sané. Schließlich sehen sie sich sportlich mindestens auf Augenhöhe, sind zudem schon länger im Klub. Bei beiden enden die Verträge 2023.

Coman hat sich mit Lewandowski-Agent Pini Zahavi (77) ähnlich wie Goretzka einen Zusatz-Berater geholt, um seine Forderungen durchzusetzen. Seinen geschätzten Verdienst von 12 Millionen brutto möchte der Franzose künftig netto haben. An-sonsten, signalisiert Zahavi, würde man den Vertrag auslaufen lassen. So hatte er es zuletzt bei seinem Klienten Alaba gemacht. Der Ex-Bayer soll nun bei Real Madrid rund 12 Millionen netto verdienen.

In Gehaltsgruppe 3 (5 bis 10 Millionen Euro) befindet sich Goretzka, was das Grundgehalt betrifft. Für seine Unterschrift 2018 als ablösefreier Spieler hat der Ex-Schalker zusätzlich ein sogenanntes „Signing Fee“ erhalten (geschätzte 20 Millionen). Auf der Verdienstebene 3 liegt auch Niklas Süle (25), dessen Vertrag wie der von Goretzka nach dieser Saison ausläuft. Vor Weihnachten soll über seine Zukunft in München entschieden werden. Es sei denn, der Innenverteidiger präsentiert noch in diesem Transferfenster einen Klub, der eine zweistellige Millionen-Ablöse für ihn zahlt. Vom FC Chelsea, der angeblich Interesse hatte, ist bis heute keine Anfrage für Süle eingetroffen.

Kahn und Salihamidzic setzen in den Verhandlungen vor allem auf Erfolgswerte

In der Gehaltsgruppe 4 (bis 5 Millionen Euro) sind Spieler, von denen sich Bayern eine Entwicklung verspricht oder einst bei der Verpflichtung erhofft hatte. Was bei Alphonso Davies (20) gut ging und mit einer Gehaltserhöhung belohnt wurde, lief bei Jann-Fiete Arp (21) gewaltig schief. Sein Jahresgehalt soll bei fünf Mio. Euro liegen. Obwohl Arp aktuell an Holstein Kiel verliehen ist, müssen die Bayern weiterhin einen Großteil seiner Bezüge bezahlen. Bei Tanguy Nianzou (19), für den Bayern beim Gehalt sogar Paris Saint-Germain überboten hat, hofft man in dieser Saison auf einen deutlichen Entwicklungssprung.

Der FC Bayern will bei seinem Gehaltsgefüge hart bleiben, um den Klub langfristig finanziell und damit auch sportlich stabil zu halten. In den Gesprächen mit Beratern und Profis verweisen Kahn und Salihamidzic daher immer auf die Erfolgskultur des FC Bayern. In München wären nicht nur die Gehälter garantiert, sondern auch Titel und die dauerhafte Champions-League-Teilnahme. Die Stars können sich dafür entscheiden, beim Rekordmeister die nächste erfolgreiche Ära zu prägen – oder für mehr Geld bei einem anderen Klub zu spielen.

Nicht nur die Bayern-Bosse blicken auf die Entscheidungen mit einer gewissen Unruhe. Leistungsträger wie Lewandowski und Neuer, die bereits bei ihren Verlängerungen zuletzt mehr Qualität im Kader eingefordert hatten, verfolgen die Verhandlungen genau. Einen Verlust von Leistungsträgern wie Kimmich oder Goretzka würden auch sie in ihre Überlegungen miteinbeziehen. Es ist kein Zufall, dass die Gerüchte um einen Wechsel von Lewandowski nach England gerade wieder an Fahrt aufnehmen.

SPORT BILD weiß: Es gab bereits Kontakt zwischen Pini Zahavi und dem FC Chelsea. Der Champions-League-Sieger will Lewandowski, falls Wunschkandidat Erling Haaland (21) in diesem Sommer nicht doch noch die Freigabe von Borussia Dortmund erhält. Die Zahlen, die Chelsea offeriert, sollen für die Lewandowski-Seite sehr interessant sein. Eine Absage gab es daher noch nicht.

Die Topstars wie Lewandowski wollen eine Garantie, dass der FC Bayern auch in Zukunft bei der Vergabe des Champions-League-Titels eine wichtige Rolle spielen kann – genau das zu schaffen, ist die größte Herausforderung des Klubs.