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bb-Rückblende: VFF-Fachtagung Statistik und Markt: Der Markt bleibt stabil!


Bauelemente Bau - epaper ⋅ Ausgabe 11/2020 vom 05.11.2020
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Als Hybrid-Kongress fand die Fachtagung Statistik und Markt an altbekannter Stelle und mit genügend Abstand statt.


Foto: bauelemente bau

Erstmals fand die Fachtagung Statistik und Markt des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) als Hybrid-Kongress statt. Am altbekannten Ort – dem InterCity Hotel am Frankfurter Flughafen – trafen sich 23 Teilnehmer und daneben online rund 65 Gäste, um die neuen Erkenntnisse hinsichtlich Tendenzen und Zahlen der Fenster-, Türen- und Fassadenbranche zu erfahren. Als Gastredner waren Holger Koch, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie e.V. (FVSB) und Jochen Grönegräs, Geschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas e.V. (BF) anwesend, um die Partnerverbände zu repräsentieren, die an der Studie mitgewirkt hatten. Abseits von Tendenzen und Zahlen rundeten zwei Vorträge mit den Themen „Gelingt mit dem Klimapaket die Energiewende im Gebäudesektor“ und „Die Auswirkung von Covid-19 auf die europäische Wettbewerbslandschaft“ die Vortragsreihe ab.

Dass die Baubranche durch die Corona-Pandemie in den letzten Monaten nicht ganz so hart getroffen wurde wie andere Branchen ist bekannt. Mittlerweile wurden die einzelnen Teil-Märkte über die letzten Monate neu bewertet und die nahe Zukunft der Baubranche im Vergleich zum Zeitraum April/Mai positiver gesehen. Auch die Absatzzahlen in Deutschland für Fenster- und Türeinheiten wurden noch im Frühjahr 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie deutlich pessimistischer eingeschätzt. Christian Blanke von der Heinze GmbH aus Celle präsentierte im Rahmen der Fachtagung die neuen und aktuellen Hochrechnungen.

Kurz und knapp: Der Fenstermarkt

Demnach bleibt der deutsche Fenstermarkt 2020 stabil mit gerundet 14,8 Millionen Einheiten. Das entspricht sogar einer leichten Steigerung von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das kommende Jahr prognostizierte Blanke auf Grundlage des heutigen Wissensstandes einen leichten Rückgang von 0,6 Prozent. Gerundet bleibe es 2021 bei 14,8 Millionen Fenstereinheiten.

Für das Jahr 2020 teilen sich Wohnbau und Nichtwohnbau mit 66 Prozent beziehungsweise 34 Prozent auf; für 2021 soll es eine Veränderung von zwei Prozent auf das Verhältnis 68/32 geben. Auch in der Aufteilung Neubau/Modernisierung gibt es Veränderungen. Der Zahlen im Neubau fallen erstmals seit langer Zeit wieder und gehen in dieser Rechnung um 0,9 Prozent zurück. Die Modernisierung hingegen bleibt bei einem stabilen Wachstum von 1,6 Prozent. Die 14,8 Millionen Fenstereinheiten teilen sich im Jahr 2020 mit 42 Prozent auf den Neubau und 58 Prozent auf die Modernisierung auf. Im Jahr 2021 soll sich dieses Verhältnis leicht auf 41/59 verschieben.

Der Markt der Außentüren

Glücklicherweise können die Zahlen des Außentürenmarktes im Vergleich zur Einschätzung im Frühjahr ebenfalls nach oben korrigiert werden. Stand heute rechnen der Verband sowie die Marktforscher der Heinze GmbH mit einem Marktvolumen für das Jahr 2020 von 1,481 Millionen Außentür-Einheiten; gegenüber 2019 eine Steigerung von rund 1,3 Prozent. Deutlich pessimistischer im Frühjahr: Hier wurde noch mit einer Absatzzahl von 1,4 Millionen Einheiten gerechnet. Auch für das kommende Jahr ist Potenzial nach oben gegeben. Auf 1,498 Millionen Einheiten soll der Markt anwachsen und damit nur knapp unter der 1,5-Millionen-Marke bleiben.

Wie bei den Fenstern auch ist der Treiber dieser Entwicklung der Wohnbau, während der Nichtwohnbau weiter verliert. Bei den Außentüren fällt lediglich auf, dass beim Wohnbau sowohl der Neubau als auch die Modernisierung steigende Tendenz besitzen, während beide Bereiche im Nichtwohnbau nachlassen.

Verschiebungen in den Segmenten

Der Gesamtmarkt ist und bleibt zwar stabil, allerdings sei mit deutlichen Verschiebungen in den einzelnen Marktsegmenten zu rechnen. Dies wurde bereits in der Frühjahrsprognose angesprochen.

Der Fenstermarkt im Wohnbau wächst 2020 um 2,2 Prozent, während der Fenstermarkt im Nichtwohnbau im gleichen Jahr um 2,6 Prozent zurückgeht. Die Diskrepanz ist für 2021 noch deutlicher mit einem erwarteten Zuwachs von 3,3, Prozent im Wohnbau und einem voraussichtlichen Rückgang um 8,1 Prozent im Nichtwohnbau. Differenziert nach Neubau und Sanierung, wächst 2020 der Fenstermarkt Wohnbau im Neubau mit 2,0 Prozent und in der Sanierung mit 2,3 Prozent, während der Fenstermarkt Nichtwohnbau im Neubau mit 4,2 Prozent deutlich nachlässt. Der Nichtwohnbau in der Sanierung bleibt dagegen mit 0,5 Prozent minus stabil.

Das starke Minus im Nichtwohnbau wirke sich auch im Rückgang beim Rahmenmaterial Metall im Vergleich zu den anderen Rahmenmaterialien wie Kunststoff, Holz und Holz-Aluminium aus. Gründe für die Gesamtmarktentwicklung sind die niedrigen Zinsen, die fehlende gewerbliche Investitionsbereitschaft aufgrund der Pandemie, der hohe Bedarf an Wohnraum, der historisch große Baugenehmigungsüberhang im Wohnbau und vor allem die Sanierungsbereitschaft durch die Anforderungen aus dem Klimaschutz mit den unterstützenden Förderprogrammen.

Überhang auf hohem Niveau

Die Konjunkturdaten sowie die Baumarktentwicklung in Deutschland stellte wie immer der Obmann des Statistischen Ausschusses Holger Lipp von der Weru GmbH vor. In Übereinstimmung mit den Fenstermarktzahlen verdeutlichte er, dass der Wohnungsbau im Gegensatz zum Nichtwohnbau praktisch nicht von der gesamtwirtschaftlichen Rezession betroffen sei. „Die Nachfrage nach Wohnraum ist nach wie vor da, nicht nur in Ballungsgebieten“, so Lipp. Dies verdeutlichte er unter anderem mit dem Überhang von genehmigten, noch nicht fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2019, der sich mit 740.400 Wohnungen auf dem höchsten Stand seit 1998 befunden hat. „Zum größten Teil werden diese Wohnungen auch gebaut werden“, ist sich Lipp sicher.

Auch 2020 werden die Genehmigungen im Wohnbau weiter mit 1,8 Prozent sowie 2021 mit 8,9 Prozent steigen. Der Einbruch bei den Baugenehmigungen im Nichtwohnbau verschiebt sich entgegen der Prognose aus dem Frühjahr 2020 nunmehr nach 2021 mit einem Einbruch von 19,2 Prozent.

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Der Gesamtüberblick des deutschen Fenstermarktes …


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… sowie des deutschen Außentürenmarktes.


Grafiken: VFF / Heinze

Ergebnisse der Konjunkturumfrage

Am Ende seiner Präsentation verwies Lipp auf eine Konjunkturumfrage des VFF, die der Verband kurz vor der Fachtagung online durchgeführt hatte. Rund 50 Unternehmen hatten sich an der Umfrage beteiligt. Demnach würden 83 Prozent ihre derzeitige gesamte Geschäftslage als gut bezeichnen. Fast 72 Prozent sind für dieselbe Kategorie für das kommende Jahr optimistisch. Auch die Umfrage spiegelt die Prognosen für den Wohnund Nichtwohnbau wider. Sowohl für den Bereich Neubau und Sanierung schätzt ein Großteil der beteiligten Unternehmen ihre Lage derzeit als gut ein, während im Nichtwohnbau lediglich rund die Hälfte dieser Ansicht ist.

Partnerverbände komplettieren Gesamtbild

Ergänzt wurden die Fenster- und Baumarktzahlen bei der diesjährigen Fachtagung durch die aktuellen Glasmarktdaten sowie die aktuellen Marktdaten der Zulieferindustrie Schloss und Beschlag. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Erhebungszeiträume, der nicht immer eindeutigen Abgrenzung der Anwendungsbereiche und der schwierigen Vergleichbarkeit von Absatz und Produktionszahlen (Schloss- und Beschlag) komplettierten die beiden Präsentationen die zuvor vorgestellten Zahlen zu einem stimmigen Gesamtbild aller für die Fensterbranche relevanten Teilmärkte.

„Wir wissen, dass gerade in den unsicheren Zeiten der Pandemie solch ein breites Marktzahlenangebot großen Nutzen für die Branchenunternehmen hat“, betonte Frank Lange im Nachgang zur Veranstaltung. „Aber natürlich stehen alle diese Zahlen unter dem Vorbehalt, dass sie durch unvorhergesehene Entwicklungen, wie wir sie derzeit regelmäßig erleben, wieder fraglich werden können.“

www.window.de

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