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bb-TITELGESCHICHTE: Vollsortiment „made in Germany“: Familienunternehmen auf Expansionskurs


Bauelemente Bau - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 04.10.2019
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1984 gründete Geschäftsführer Manfred Frechen sein erfolgreiches Fensterbauunternehmen. An der Firmenzentrale von German Windows in Südlohn-Oeding arbeiten 210 der rund 400 Mitarbeiter.


Fotos: GW German Windows, Südlohn-Oeding

Partner für den Fachhandel: Mit regelmäßigen Schulungen hält German Windows seine Kunden auf dem neuesten Stand. Die räumliche Nähe durch bundesweit verteilte Standorte ist hier ein klarer Vorteil.


Sechs Standorte im ganzen Bundesgebiet, über 400 Mitarbeiter, rund 1.400 Fenstereinheiten täglich: Das sind die beeindruckenden Eckdaten von German Windows (Südlohn-Oeding). Der jüngste ...

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... Produktionsstandort im sächsischen Rammenau ist erst in diesem Juni hinzugekommen, als das Münsterländer Familienunternehmen den insolventen Holzspezialisten Sachsenfenster übernommen hat. Liegt dort der Fokus auch künftig auf Bauelementen aus Holz, widmen sich die Mitarbeiter der übrigen fünf Produktionsstätten weiterhin der Fertigung von Kunststoff- beziehungsweise Aluminiumelementen. So positioniert sich German Windows als Vollsortimenter mit Qualität „made in Germany“ – und stellt sich für eine erfolgreiche Zukunft auf.

Im Jahr 1984 kam im Münsterländischen Südlohn-Oeding der Kaufmann Manfred Frechen auf die Idee, sich mit einem eigenen Fensterbauunternehmen selbstständig zu machen. Die Produkte sollten sich am Puls der Zeit orientieren, die Strukturen dynamisch sein. So wurde der damalige Name „Athleticos“ geboren: „Wir waren jung, sportlich und haben das Potenzial der Fensterbranche gesehen“, erklärt Frechen die ungewöhnliche Wahl. „Fortan waren wir die ‚Athleten‘.“ 35 Jahre später ist die Vision von damals noch immer spürbar, auch wenn sich in der Zwischenzeit viel getan hat. So fand 2016 eine strategische Umfirmierung statt, im Zuge derer sich auch der Unternehmensname änderte – German Windows war geboren. „Tatsächlich hatten wir den Namen bereits seit gut 16 Jahren gesichert in der Schublade liegen“, erinnert sich Frechen. „Als er dann endlich seine Verwendung fand, war das für uns genau der richtige Zeitpunkt.“

Partnerschaftliches Handeln – intern wie extern
Besagter Zeitpunkt meint vor allem den Wettbewerbsdruck durch ausländische Anbieter, mit dem das Unternehmen konfrontiert war. Hier fühlte man sich von Fachverbänden und Systemhäusern allein gelassen und entschloss sich daher zum Aufrüsten im Kampf um deutsche Marktanteile. Der Name German Windows attestiert nun „Qualität made in Germany“, eröffnet zugleich aber auch Möglichkeiten für eine internationale Expansion. „Möglichkeiten eröffnen“ will German Windows jedoch insbesondere für die eigenen Kunden. Daher ebenfalls auf der Agenda: Partner für den Fachhandel sein und diesen durch Schulungen sowie verkaufsunterstützende Maßnahmen stärken. Hier setzt das Unternehmen auf einen stetigen Ausbau seines mittlerweile rund 1.700 Fachhandelspartner umfassenden Netzwerkes. „Seit der strategischen Neuausrichtung steht der Fachhändler noch stärker im Zentrum unseres unternehmerischen Handelns. Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, ihm seinen täglichen Job leichter zu machen“, betont Prokurist Helmut Paß. Dazu gehöre etwa die individuelle Beratung und persönliche Betreuung durch den Außendienst, aber auch der Wissenstransfer bei Fortbildungsveranstaltungen wie den jährlich stattfindenden TEC-Tagungen. German Windows geht jedoch noch einen Schritt weiter: „Unser Service am Kunden startet bei verbindlichen Aussagen und Termintreue. Darüber hinaus setzen wir seit jeher auf eigene LKW mit Kran und Transportgestellen, sodass der Kunde nicht selbst abpacken oder gar eigene Gabelstapler und Fahrer bereit halten müssen. Auch eine direkte Baustellenanlieferung machen wir gerne möglich. Wenn unsere Partner zufrieden sind, sind wir es auch“, so Paß.

Um es seinen Kunden möglichst einfach zu machen, hat das Unternehmen schon immer auf eigene LKW mit Kran und Transportgestellen gesetzt.


Echtes Familienunternehmen
Wenn der Prokurist Pronomen im Plural nutzt, wird deutlich, wie sehr sich German Windows als Familienunternehmen identifiziert. Auch das Organigramm des Mittelständlers spricht hier für sich: Helmut Paß ist der Schwager von Geschäftsführer Manfred Frechen, Frechens Kinder David und Denise sind auf Leitungsebene in den Bereichen Technik beziehungsweise Personalwesen und Marketing tätig. Schwiegersohn Marc Schiffer hat zudem den Posten des Gesamtvertriebsleiters für das bundesweit tätige Unternehmen inne, Neffe Tobias Schnelting verantwortet die Montageabteilung. Im Rahmen einer neuen Personalkampagne will das Unternehmen nun genau dieses familiäre Gefühl rüberbringen. „Dabei ist uns natürlich völlig klar und auch wichtig, dass die Mitarbeiter ein Leben außerhalb ihres Arbeitsplatzes haben. Trotzdem sind wir überzeugt, dass Kollegen, die sich wirklich wohlfühlen und als wertvoller Teil eines großen Ganzen verstehen, deutlich bessere Arbeit leisten“, erklärt Personalchefin Denise Schiffer die Idee hinter dem Konzept. Durch den Gewinn neuer Fachkräfte sollen die eigenen Kapazitäten in allen Bereichen ausgebaut und das stete Wachstum der Unternehmensgruppe weiter gesichert werden. „Derzeit sind wir insbesondere im süddeutschen Raum auf der Suche nach Außendienstmitarbeitern“, so Schiffer. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt German Windows auf die Ansprache über verschiedene Kanäle, unter anderem auch via Social Media. „Wer Menschen für sich gewinnen will, muss sie in ihrer Lebenswelt abholen können. Wir sind schließlich auf der Suche nach Mitarbeitern, die unsere Vision teilen und mit uns gemeinsam wachsen wollen!“

Westfälische Wurzeln, bundesweites Wachstum
Strategisches Wachstum ist auch das Stichwort, unter dem der jüngste Coup verbucht werden kann: Mit Wirkung zum 1. Juni hat German Windows den insolventen Holzspezialisten Sachsenfenster aus Rammenau übernommen. Dort fertigt das Unternehmen ab sofort hochwertige Bauelemente aus Holz sowie Holz-Alu-Kombinationen – und präsentiert sich damit erstmals als Vollsortimenter. Lange waren die Marktanteile von Holzfenstern eher rückläufig. Inzwischen erfreuen sich insbesonders Holz-Alu-Elemente einer steigenden Nachfrage. Mit der eigenen Produktion will man seinen Fachhandelspartnern daher nun ermöglichen, alles aus einer Hand zu erhalten. Auch hier setzt das Unternehmen auf höchste Ansprüche an Material und Verarbeitung: Sorgfältig ausgewählte und schichtverleimte Qualitätshölzer sorgen für eine hohe Stabilität des Rahmens, computergesteuerte Produktionsmaschinen für eine millimetergenaue Verarbeitung. Bei der Eingliederung in die German Windows-Firmengruppe wurde jedoch nicht nur das Rammenauer Werk, sondern auch alle dortigen Mitarbeiter übernommen. So möchte man – wie schon bei Übernahme des Standortes in Ottendorf-Okrilla im Jahr 2011 – weiter regionale Verantwortung wahrnehmen, aber auch Erfahrung und Synergien nutzen. Starten will German Windows mit einem Liefergebiet rund um Sachsen und die angrenzenden Bundesländer, danach soll der Lieferradius schrittweise erweitert werden. „Wo die Reise dann hingeht, wird sich zeigen. In jedem Fall sind wir sicher, mit der Portfolioerweiterung einen Schritt in die richtige Richtung gemacht zu haben, da Werkstoffe aus nachwachsenden Ressourcen absolut den Zeitgeist treffen“, so Paß.

Vollsortimenter: Mit der Produktion eigener Holz- und Holz-Alu-Elemente will das Unternehmen seinen Fachhandelspartnern ermöglichen, alles aus einer Hand zu erhalten.


Dafür, dass auch die übrigen Produkte des Fensterherstellers den Zeitgeist treffen, spricht auch der Jahresumsatz von 52 Millionen Euro. Den eigenen Erfolg betrachtet man beim Unternehmen ganzheitlich: „Natürlich setzen wir auf Produkte, die durch ihre Qualität am Markt überzeugen. Besonderen Mehrwert sehen wir aber im Service und der persönlichen Nähe zum Kunden“, erklärt Paß. Diese Nähe gewährleistet German Windows durch seine sechs Standorte im gesamten Bundesgebiet. Die Bearbeitung von Aufträgen erfolgt je nach Spezialisierung beziehungsweise logistisch sinnvoll: Am Unternehmenssitz in Südlohn-Oeding liegt der Produktionsfokus auf Kunststoff. Unweit der Firmenzentrale am zweiten Oedinger Standort widmen sich dieMitarbeiter der Fertigung von Aluminium-Bauelementen. Hinzu kommen drei weitere auf Kunststoff spezialisierte Standorte in Berlin (seit 1996), dem bayerischen Hohenkammer (seit 2007), Ottendorf-Okrilla nahe Dresden (seit 2011). Und nun eben noch ein sechster Standort in Rammenau mit Fokus auf dem Werkstoff Holz. „Wachstum durch Übernahme hat sich für uns als strategisch überaus sinnvoll erwiesen. Man übernimmt eine bereits funktionierende Infrastruktur, kann aber Synergien nutzen, um Prozesse zu optimieren. Die wahre Kunst besteht dann darin, aus vielen Teilen eine Einheit zu formen. Aber da uns das bisher immer gut gelungen ist, stehen wir auch neuen Gesprächen durchaus offen gegenüber“, gibt Frechen zu Protokoll.

Vor einiger Zeit schon wurde das Produktprogramm um Rollläden und Raffstoren ergänzt.


Auch der Bereich der Aluminium-Objektelemente befindet sich bei German Windows auf Wachstumskurs. Erst kürzlich veröffentlichte das Unternehmen eine Broschüre, die die Übersicht erleichtern soll.


Seine Produktionen hält German Windows durch stetige Investitionen auf einem hohen Stand der Technik: Mit modernen EDV-gestützten Anlagen erfolgt die Fertigung so effizient wie zielgerichtet. Darüber hinaus stellt das Unternehmen auch spezielle Produkte im sogenannten Sonderbau her und setzt somit auf das harmonische Zusammenspiel zwischen industrieller- und Einzelfertigung. „Quasi eine teamübergreifende Arbeit zwischen Mensch und Maschine“, so Paß mit einem Augenzwinkern. Anders als der Unternehmensname vermuten lassen könnte, geht das German Windows-Sortiment dabei jedoch deutlich über Fenster hinaus: Haus- und Schiebetüren sind ebenso Teil des Produktprogrammes wie Rollläden, Raffstoren und Objektelemente.

Objektbereich nimmt Fahrt auf
Auch beim Objektbereich – in welchem German Windows seine Marktaktivitäten ebenfalls sukzessive ausbaut – liegt der Fokus auf besonderem Service für die Kunden. So erfolgt hier die konkrete Objektberatung durch einen technischen Außendienst vor Ort. Erst kürzlich wurde eine neue Broschüre veröffentlicht, die Händlern und Bauprofis den Überblick im weiten Feld der sicherheitsrelevanten Aluminium-Bauelemente erleichtern soll. Vorgestellt werden hier zum Beispiel die Notausgang- und Fluchttüren „GW 2500“ nach DIN EN 179 und DIN EN 1125. Deren Aufbau und Ausführung als ein- oder zweiflügelige Tür – in der eigenen Fertigung den Kundenwünschen entsprechend hergestellt – qualifizieren sie für unterschiedliche Einsatzgebiete: Türen nach DIN EN 179 eignen sich insbesondere für Objekte, in denen ein Panikausbruch eher unwahrscheinlich ist. Die Bedienung erfolgt über einen Türdrücker. Die Fluchttüren nach DIN EN 1125 sind für Gebäude oder -abschnitte konzipiert, bei denen die Entstehung einer Panik als „zumindest wahrscheinlich“ gilt. Daher öffnen die Fluchttüren über eine waagerechte Griff- oder Druckstange und grundsätzlich nur nach außen. Zusätzlich bietet das Unternehmen alle gängigen Schlossfunktionen an, sodass die Flügel individuell einstellbar ausgelöst oder entriegelt werden können. Notausgangstüren nach DIN EN 179 sind bei German Windows auch in Kunststoff in „Funktion E“ und „B“ erhältlich. Prüfungen, die für die Fremdüberwachung von Türen mit der „Fähigkeit zur Freigabe“ erforderlich sind, hat das Unternehmen beim ift Rosenheim durchführen lassen. „Wir werben mit Qualität ‚made in Germany‘. Daher ist uns deren Sicherstellung besonders wichtig“, so Frechen. „Neben zahlreichen Zertifikaten und hausinternen Kontrollen lassen wir uns zusätzlich von diversen Instituten fremdüberwachen. So genügen wir mindestens den aktuellen Standards beziehungsweise können diese noch übertreffen.“ Mit diesem Qualitätsversprechen und der Positionierung als Vollsortimenter sieht sich German Windows auch in einem zunehmend preisgetriebenen Markt gut gewappnet für die Zukunft. „Wir sind ganz klar auf Wachstum ausgelegt. Auch ein Auf- und Ausbau internationaler Aktivitäten ist hier durchaus denkbar“, erklärt Frechen und fügt hinzu: „Mit dem Schritt zum Vollsortimenter haben wir eine weitere Hürde genommen.“

www.germanwindows.de