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Beetpflanzen und Orchideen


GB Gärtnerbörse - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 24.04.2018
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Bildquelle: GB Gärtnerbörse, Ausgabe 5/2018

MNP flowers: Petunia ‘Surfinia Trailing Red’ mit früher Blüte


Heller Schlund: Petunia ‘Surfinia Coral Morn’ verzweigt gut


Insgesamt zehn Züchter und Jungpflanzenanbieter waren zu den Flower Trials 2017 in den Gewächshäusern von MNP flowers (vormals Moerheim New Plant) in Leimuiderbrug/NL versammelt. In diesem Beitrag geht es um dort gezeigte Neuheiten von MNP flowers, Hishtil, Dalina Genetics, Cultivaris und Hassinger.Heinrich Dreßler besuchte außerdem den Orchideenspezialisten Floricultura in Heemskerk an der nordwestlichen Peripherie der Flower Trials-Region Aalsmeer.

MNP flowers

In der Schau des ...

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... Gastgebers MNP flowers konnte Geschäftsführer Jeroen F. Egtberts neue Sorten bei den Surfinia-Petunien aus dem Hause Suntory vorstellen. ‘Surfinia Trailing Red’ gehöre einer neuen Surfinien-Generation mit früherer Blüte an, so Egtberts. Bei einem Stecktermin in Woche 5 und einem Topftermin in Woche 10 sollen die dicht verzweigenden Pflanzen in Woche 16 blühen.

Bei gleicher Kulturführung blüht die ebenfalls neue ‘Surfinia Blue Ocean’ in Woche 17, sie zeigt blaue Blüten mit hellem Zentrum. Einen ausgeprägten hellen Schlund bildet die sehr dicht verzweigende ‘Surfinia Coral Morn’, sie blüht ab Woche 16.

BeiMandevilla hatte MNP flowers 2016 ‘Sundaville Apricot’ mit der besonderen Blütenfarbe Orange vorgestellt. Jetzt gesellt sich ‘Sundaville Soft Peach’ mit etwas helleren und kleineren Blüten hinzu, beide sind für 2018 angekündigt. Für ‘Apricot’ empfiehlt der Züchter 15er- bis 17er-Töpfe mit Rankhilfe, ‘Soft Peach’ eigne sich für Ampeln ebenso wie für 10er- bis 27er-Töpfe mit Rankhilfe.

Mit seinen sternförmigen Blüten bilde ‘Sundaville Mini Scarlet’ einen neuenMandevilla -Typ, erklärte Egtberts. Die sehr frühe Sorte verzweigt gut und wächst aufrecht. Im 12er-Topf braucht sie nur eine leichte Stütze, kann aber auch in einem größeren Gefäß mit Rankhilfe spiralig gezogen werden. ‘Sundaville Mini Scarlet’ war im Neuheitenschaufenster der IPM 2017 zum Sieger in der Kategorie Kübelpflanzen gekürt worden.

Unter den Exponaten bei MNP flowers waren auch die 2016 eingeführte großblütigeArgyranthemum -Serie Grandaisy mit vier weiteren Farben,Pericallis Senetti (neu: ‘Pink’, ‘Red Bicolor’, ‘Ruby Red’) undNemesia Sunpeddle mit der Farbergänzung ‘White Perfume’.

Hishtil

Zu den israelischen Ausstellern bei MNP flowers gehörte wieder Hishtil, in Deutschland durch Rüdiger Walz vertreten. Das Unternehmen befasst sich mit Kräutern, Zierpflanzen und veredeltem Gemüse sowie Knollengemüse. Eine Besonderheit sind veredelte Stämmchen. Der Jungpflanzenanbieter startete mit Basilikum, weitet das Angebot aber aufCapsi-cum undCalibrachoa („Funtastick“) in verschiedenen Sorten aus. Entsprechende Pflanzen waren bei den Flower Trials zu begutachten.

Mandevilla ‘Sundaville Mini Scarlet’


Hishtil: Veredelte Stämmchen


Walz wies im Zierpflanzenbereich auf eine Auswahl von Topfnelken hin, zum Beispiel die etwas höhere Patio-Serie mit starkem Duft und sehr guter Kälteresistenz. Unter den kompakt bis mittelstark wachsenden, uniformen Colori-Nelken sind auch zweifarbige Sorten. Im Programm sind unter anderem noch die frühen, kompakten, uniformen Roselly-Nelken mit gesundem Laub sowie die Disco-Nelken für größere Töpfe.

Sehr kompakt wächst eine experimentelleGaura , die mit „Hishtil Baby“ bezeichnet war. Zwei weitere experimentelleGaura blühten rosa über dunklem Laub oder weiß über grünem Laub.Scabiosa ‘Kudo White’ ergänzt die Sorte ‘Kudo Pink’, beide blühen im ersten Jahr. Walz stellte zudem verschiedene Lavendel-Sorten vor, darunter experimentelle wie einen kompakten und einen höher wachsenden Stoechas-Lavendel.

Aus dem Kräuterbereich hatte Hishtil unter anderem eineHesperozygis satureja -Sorte namens ‘Fragrant Beauty’ / ‘Sunrise Mojito’ als Neuheit mitgebracht, dazu als ExperimentalMertensia maritima , deren Blätter leicht nach Austern schmecken sollen. Neu oder noch experimentell waren auch verschiedene Minzen.

Dalina Genetics

Bei Dalina Genetics (siehe Kasten zum Verkauf der Dahlien- undOsteospermum -Genetik auf Seite 41) stellte Geschäftsführer Hans Henrik Kampmann drei neue reich gefüllte Dalina-Midi-Dahlien mit mittellangen Blütenstielen vor: die weiße ‘Santorini’, ‘Malta’ in Pink mit innen gelblichen Petalen sowie ‘Ibiza’ in Lila.

‘Merida’ ist neu im großblütigen Dalina-Maxi-Sortiment, sie bildet rote Petalen mit weißen Spitzen. Die ebenfalls neue Maxi-Dahlie ‘Chiapas’ blüht weiß, beide sind reich gefüllt. Die Midi-Sorten eignen sich für den 10er- bis 12er-Topf, für die Maxi-Sorten empfiehlt der Züchter Töpfe ab 15 cm.

Hishtil: Experimentelle Gaura – links ein kompakter Typ


Scabiosa ‘Kudo White’ (links) ergänzt ‘Kudo Pink’ (rechts)


Neues bei Osteospermum

DasOsteospermum -Programm ergänzt Dalina um die Standardsorten ‘Felipa’ (weiße Blüten mit dunkler Mitte), ‘Dorita’ in Gelb sowie ‘Irene’ in dunklem Pink, neu ist zudem die gefüllte Sorte ‘Sergio’. Besondere Farben zeigen die dunkelrote ‘Renata’ und die hellrote ‘Roberta’ aus dem Standardsortiment.

Dalina Genetics: Gefüllte Dahlie ‘Dalina Maxi Merida’


Dalina-Osteospermum ‘Renata’ (links) und ‘Roberta’


Primula ‘Ooh La La! Snow White’


Lamium maculatum ‘Hanky Panky’


Agastache ‘Mango Tango’ (Cultivaris)


Neben der im Vorjahr erstmals gezeigten Topftomate ‘Siam’ für Töpfe bis 12 cm stellte Kampmann Nummernsorten mit braunroten beziehungsweise gelben Tomatenfrüchten vor, außerdem Nummernsorten von samenlosem Topfpaprika mit kleinen orangefarbenen oder roten Früchten. Von ‘Siam’ liefert Dalina Genetics Saatgut, Plugs sowie Fertigpflanzen.

Cultivaris

Cultivaris, repräsentiert durch Garry Grüber, war einer der Erstaussteller bei den Flower Trials 2017. Zu den Exponaten gehörte die interspezifische Primel ‘Ooh La La! Pastel Pink’ mit ihrer neuen weißen Schwestersorte ‘Ooh La La! Snow White’ ebenso wieGaura lindheimeri ‘Lillipop Supreme’ mit Blüten in einem kräftigen Pink.

Lamium und Rehmannia

Silbrig gezeichnetes Laub bildetLamium maculatum ‘Hanky Panky’, sie stammt aus der Arbeit von Lüder Nobbmann. Eine besondere Topfpflanze dieses Züchters istRehmannia ‘Crouching Tiger’. Zu den höher wachsenden Pflanzen, die Grüber vorstellte, gehörtenPerovskia ‘Denim ’n Lace’ sowieAgastache ‘Mango Tango’ mit orangefarbenen Blüten.

Zu sehen waren auchHeuchera aus der Züchtung von Walters Gardens aus den USA, aus der Baby Bells-Serie waren es die kupferfarbene Sorte ‘Amberous’, ‘Chartreuse Charmer’ mit hellgrünem Laub sowie ‘Cinnamon Glaze’. DiePhlox -Serie On&On! stellte Grüber mit den Farbsorten ‘Magenta’ und ‘White’ vor.

Hassinger

Der Orchideenzüchter Hassinger aus Wiesbaden hatte seine Schau bei MNP flowers nachPhalaenopsis und sonstigen Orchideen unterteilt. Blickfang in der Mitte waren die „Sunrise Varieties“, eine Kollektion vonPhalaenopsis -Sorten unterschiedlicher Wuchsform und Größe mit Blüten in Gelb-, Rot- und Brauntönen, darunter ungestäbte Exemplare mit kompakten, hängenden Rispen. Roland Hassinger wies auf den zarten Duft mancher Sorten aus dieser Kollektion hin.

Floricultura

Der Orchideenzüchter Floricultura lud zu den Flower Trials in seinen Stammbetrieb in Heemskerk ein, der der Region Aalsmeer zugeordnet ist, von deren Zentrum aber entfernt liegt. Der Schwerpunkt lag auf denPhalaenopsis , die nach der Schätzung von Verkaufsmanager Joop de Boer einen Anteil von 90 bis 95 Prozent am Umsatz haben. Die anderen Orchideengattungen seien aber auch wichtig, da sie den Markt interessant halten. Bei Dendrobien sei die Kultur durch den Züchtungsfortschritt jetzt besser planbar. Auch beiMiltonia gebe es Verbesserungen im Hinblick auf Kultursteuerung und Haltbarkeit.

Ein Blickfang bei Hassinger war die Phalaenopsis-Kollektion „Sunrise Varieties“


Züchtungen im Kulturtest

De Boer erklärte, dass Floricultura seine Züchtungen in Kulturtests prüfe, sowohl im Eigenanbau als auch bei Kunden. NeuePhalaenopsis stehen zunächst mit beispielsweise 500 Stück in Heemskerk, wo sie unter anderem auf Uniformität der Blüte sowie Zahl und Höhe der Rispen geprüft werden. Etwa ein bis drei Prozent der Zuchtlinien werden dabei für gut befunden.

Floricultura bietet sowohl Multiflora-Sorten als auch großblumigePhalaenopsis an, wobei der Markt für die großblumigen Sorten größer ist. Die Züchtungen, die einen Namen tragen, sind mit einem Jahr Labor-Vorlauf verfügbar, einige Sorten, die auf Vorrat gehalten werden, auch sofort.

Bei Nummernsorten ist die Menge klein, nach zwei Jahren sind eventuell Tests in Betrieben möglich. Bis zur Blüte dauere es dann noch ein Jahr, sagte de Boer. Erfahrungsgemäß komme nicht jeder Betrieb mit jeder Sorte gleich gut zurecht, daher seien die Praxistests wichtig. Das Sortiment soll nicht zu breit werden, wenig bestellte Sorten fallen deshalb weg. Sie können aber bei bestimmten Abnahmemengen auf Kundenwunsch individuell weiter geliefert werden.

PANAMERICAN SEED ÜBERNIMMT DALINA-SERIEN

Der Züchter PanAmerican Seed hat die Dahlien- undOsteospermum -Serien von Dalina Genetics aus Dänemark übernommen. Wie das zur Ball-Gruppe gehörende Unternehmen PanAmerican Seed mit Sitz in den USA im März dieses Jahres mitteilte, umfasst der Kauf die Dalina-Dahlien mit den Größenklassen Maxi, Midi und Mini sowie die einfach und gefüllt (PasoDoble) blühenden Dalina-Osteospermum -Serien, die sich unter anderem durch Kältetoleranz auszeichnen. Die Dahlien-Stecklinge und -Jungpflanzen sollen in Europa von Jungpflanzenbetrieben in Lizenz produziert und ab der Saison 2019 vermarktet werden – PanAmerican Seed nennt Florensis, Ball Colegrave, Graines Voltz und Selecta one. In anderen Regionen der Welt suche man noch nach Partnern. In Nordamerika werden die Dahlien bis 2019 wie bisher exklusiv unter dem Namen Dalina Grande über die Proven Winners-Gruppe vermarktet. Für dieOsteospermum -Produkte erhalten Florensis in Europa und Ball FloraPlant in Nordamerika eine Lizenz. PanAmerican Seed will die übernommene Genetik in sein Züchtungsprogramm integrieren, um das Sortiment weiter zu verbessern.
dre

KSM-AWARD FÜR DIE ORCHIDEEN-BRANCHE

Am zweiten Tag der Flower Trials 2017, dem Mittwoch, lud der Orchideenzüchter Floricultura zu einem Seminar nach Heemskerk ein. An diesem Tag wurde auch der „KSM-Award“ (Klaas Schoone Memorial Award) verliehen, nach 2013 (Gewinner: Yung-Yu Lin, Brother Orchid, Taiwan) und 2015 (Gewinner: Burkhard Holm, Bedburg-Hau) zum dritten Mal. Bekommen haben ihn diesmal die Orchideenproduzenten Marco und René Hendriks mit ihrem Unternehmen Opti-flor in Monster/NL. Einreichungen für den KSM-Award 2019 sind bis Ende 2018 möglich. Weitere Informationen im Internet unter www.ksmaward.com.
dre

Farbanteile im Mix

Zum Markt sagte de Boer, dass sich in den üblichen Mischungen zu etwa 30 Prozent weißePhalaenopsis befinden, zu 35 bis 40 Prozent Sorten in Rosa oder Pink, zu 15 bis 20 Prozent gestreifte oder gesprenkelte Typen – laut de Boer ein unverzichtbarer Bestandteil einer Mischung –, zu zehn Prozent Sorten in Gelb oder Orange sowie zu fünf Prozent Sorten mit weißen Blüten und roter Lippe. Bei den Einzelfarben liegt Weiß mit 30 bis 40 Prozent vorn, der Anteil könnte nach de Boers Einschätzung jedoch kleiner werden. Auch könnte der Preis für weißePhalaenopsis sinken. Mischungen seien vor allem bei Discountern gefragt, während der Fachhandel eher auf Einzelfarben setze. Orchideen im 9er-Topf würden viel in Supermärkten verkauft.

Als Flower Trials-Highlight stellte de Boer eine weißePhalaenopsis mit der Nummer 244910 vor, bei der die Innovation in der Form liegt. Die Sorte bildet trotz der großen Blumen mit 9,0 bis 9,5 Zentimeter Durchmesser kurze Rispen mit einer Länge von 30 bis 35 Zentimeter. Dies liege an den relativ kurzen Internodien, erklärte de Boer. Bei üblichen großblumigen Sorten seien die Rispen deutlich länger.

Die neue Sorte könnte für Märkte wie Deutschland, Österreich oder die Schweiz interessant sein, zum Beispiel als Tischdekoration, während in Italien und Osteuropa großblütige höhere Pflanzen beliebt seien. Die Produktion der weißen Nummernsorte 244910 startete 2017, sodass etwa ab 2019 größere Mengen verfügbar sind. Floricultura arbeite an weiteren Farben dieses Typs, sagte de Boer.

Bei der Nummernsorte 334999 zeigt die Lippe eine andere Form, sie ist größer als üblich. Die entsprechende Mutation war vor etwa zehn Jahren gefunden und als potenziell interessant eingestuft worden, berichtete de Boer. Darüber hinaus waren weitere Nummernsorten zu sehen, aber auch zahlreiche benanntePhalaenopsis -Züchtungen in diversen Farben.

Floricultura: 244910 bildet große Blumen an kurzen Rispen


Bei Phalaenopsis 334999 hat die Lippe eine andere Form