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„Bei den Gründächern ist noch Luft nach oben“


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 26.01.2019

Im Zuge von Klimaanpassungsstrategien gewinnt die Dachbegrünung im städtischen Raum an Bedeutung.


Von insgesamt 80 Millionen Quadratmetern Dachflächen pro Jahr werden zehn bis 14 Millionen Quadratmeter begrünt, Tendenz steigend. Den Löwenanteil bei der Dachbegrünung macht mit 81 Prozent nach wie vor die Extensivbegrünung aus, nur 19 Prozent sind intensiv begrünt. Allerdings gewinnt die Dachbegrünung durch den Klimawandel und seine Folgen zunehmend an Bedeutung. Die Klimawandelanpassung war daher auch ein zentrales Thema des Gründach-Forums 2018, das der Bundesverband Gebäudegrün (BuGG,www.gebaeudegruen ...

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Bildquelle: TASPO, Ausgabe 4/2019

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... ) in Kooperation mit der Stadt Braunschweig im November durchführte. Dabei bot die Veranstaltung auch einen Einblick in die Maßnahmen und Möglichkeiten einer Großstadt wie Braunschweig mit rund 248.000 Einwohnern.

Nach Sanierung des Keller- und Tiefgaragendaches entstand zwischen dem historischen Bahnhofsgebäude, Hochhaus und Flachbau der Nord LB eine grüne Dachlandschaft. Für die gebäudenahen Beete wurden die Staudenmischung „Silbersommer“ und Diabassplitt verwendet.


Fotos: Marion Sippel-Boland

Grüne vor technischen Lösungen
Die Leistungen von Grün in der Stadt sind vielfältig, in Hinblick auf die Klimawandelfolgen sind aber in erster Linie die regulierende Wirkung auf das lokale Klima und die Abschwächung von Extremereignissen gefragt. Da es kaum Platz für Grün und eine hohe Nachfrage nach Wohnraum gibt, gewinnen Fassaden- und Dachbegrünung zunehmend an Bedeutung.

So ist laut einer Untersuchung in Berlin eine begrünte Fassade nachmittags um 15 Grad Celsius kühler als eine unbegrünte, nachts beträgt die Differenz noch drei Grad. Dr. Jänicke plädiert denn auch für mehr Gebäudegrün in den Innenstädten und gibt ihm aufgrund seiner multifunktionalen Ökosystemleistungen den Vorzug vor rein technischen Lösungen. Allerdings sind die Leistungen von Dach- und Fassadenbegrünungen von diversen Faktoren wie beispielsweise Wind, Sonne, Substrat, Wasser, Gebäudehöhe, Pflanzenart oder Gestaltung abhängig, können aber durch geeignete und fachgerechte Pflege optimiert werden, wie sie betont.

Gründächer sind CO2-Senken
Inwieweit Gründächer zur CO2-Speicherung beitragen können und über ihre naturschutzfachliche Bewertung, referierte Professor Dr. Stephan Weber von der Technischen Universität Braunschweig. So besitzen Gründächer ein hohes mikroklimatisches Potenzial und stehen nicht in Konkurrenz zu ebenerdigen Nutzungen.

Wie Untersuchungen im Rahmen eines Forschungsprojektes ergaben, sind extensive Gründächer CO2-Senken. Allerdings reduziert sich die CO2-Aufnahme je trockener das Substrat ist. Der Wassergehalt des Substrates ist ein wichtiger Faktor, weshalb sich Professor Dr. Weber für eine nachhaltige Bewässerung von Dachbegrünungen ausspricht. Hinsichtlich des Potenzials von Gründächern als naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahme besteht aus seiner Sicht noch weiterer Forschungsbedarf.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Führung über eine Dachbegrünung der Nord LB in Braunschweig.

Die Hainbuchenhecken trennen die Terrassen vom öffentlich nutzbaren Bereich ab.


Die Autorin

Marion Sippel-Boland ,
war für die TASPO auf dem Gründach-Forum des Bundesverbandes Gebäudegrün


Abflussfreies Quartier

Welche Möglichkeiten die Dachbegrünung in Bezug auf die Klimaanpassung bietet, präsentierten Hersteller auf dem Gründach-Forum. ZinCo will mit seinem Systemaufbau „Klima-Gründach“ und wassersparenden Pflanzen die Verdunstung steigern und dadurch für mehr Abkühlung sorgen. Das benötigte Wasser wird über Regenwasser- beziehungsweise Grauwasserbewirtschaftung gewonnen. Die potenzielle Verdunstungsleistung eines Klima-Gründachs gibt Zin- Co mit 700 bis 1.000 Litern pro 100 Quadratmetern pro Tag an, im Vergleich zu einem Stadtbaum mit 300 bis 500 Litern pro Tag oder 20 bis 50 Litern pro Tag bei 100 Quadratmetern extensiver Dachbegrünung.

Mit dem Goethequartier in Offenbach präsentierte Optigrün eine gelungene Kombination von Dachbegrünung und Regenwasserbewirtschaftung. Das abflusslose Stadtquartier gilt als Vorzeigeprojekt. Einen Blick in die Zukunft gewährte Optigrün mit dem Smart Flow Control. Das Ziel: das intelligent gesteuerte Stadtquartier. Dabei wird die Drossel des Retentionsdachs in Abhängigkeit von der Niederschlagsprognose über EDV gesteuert.

(sibo)

Braunschweig: 2,4 Millionen für Klimaschutz

Wie Judith Büchele vom Fachbereich Stadtgrün & Sport berichtete, investiert die Stadt Braunschweig bis April 2021 im Rahmen des Projektes „Klimaschutz mit urbanem Grün“ 2,4 Millionen Euro (zu 80 Prozent vom Bund gefördert im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative). Zu den Maßnahmen gehört das Aufstellen von zwei Mooswänden in der Innenstadt zur Luftverbesserung, die Anlage von Kurzumtriebsplantagen (15 Hektar) in städtischen Außenbereichen sowie die Pflanzung von 300 Klimabäumen in einem Gewerbegebiet (Quercus cerris, Fraxinus ornus, Ulmus, Tilia tomentosa ). Darüber hinaus ist geplant, 7.500 Quadratmeter Fassaden zu begrünen und 7.000 Quadratmeter Dachfläche. Die Dachbegrünung (intensiv und extensiv) soll vorwiegend auf Schulen realisiert werden. Außerdem wird noch in diesem Jahr ein Programm für die private Begrünung von Dächern und Fassaden ins Leben gerufen. Dabei will die Stadt den Bauherren beratend zur Seite stehen, aber auch finanzielle Unterstützung gewähren.
(sibo)