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Bekleidung: Weiche Stiefel für harte Törns


Segler-Zeitung - epaper ⋅ Ausgabe 40/2020 vom 23.03.2020

Sechs Seestiefel aus Leder, Nylon und Gummi haben wir auf Wasserdichtigkeit, Schmutzaufnahme und Haftung getestet. In der Badewanne, auf dem Schotterplatz und den Testflächen gab es viele positive Überraschungen!


Artikelbild für den Artikel "Bekleidung: Weiche Stiefel für harte Törns" aus der Ausgabe 40/2020 von Segler-Zeitung. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Segler-Zeitung, Ausgabe 40/2020

Die verschiedenen Seestiefel mussten sich im Test vielfältigen Herausforderungen stellen.


Auf dem kühlen Frühjahres- oder Herbsttörn gehören Seestiefel unbedingt zur Garderobe an Bord und auch an nassen Sommersegeltagen mit viel überkommendem Wasser oder der ein oder anderen Regendusche sind sie die richtige Wahl. Selbst wenn manch ein Segler auf die guten alten Boots-Halbschuhe in klassischer ...

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... oder sportlicher Optik schwört und sie fast bei jedem Wind und Wetter trägt. Seestiefel bieten ein Plus an Komfort: mehr Halt, meistens bessere Sohlendämpfung, trockene Füße über viele Stunden. Im Idealfall. Grund für die Segler-Zeitung, sich auf dem Markt umzusehen und insgesamt sechs Stiefel von Dubarry, AWN, SVB, Compass, Marinepool und Lizard zu testen. Das Spektrum reicht vom einfachen Modell bis zum Ausstattungskönig mit Riegeln und diversen Schnürungen. Vom altbekannten Lederstiefel mit semipermeabler Funktionsmembran, die warm-feuchte Luft von innen nach außen diffundieren lässt, Regen jedoch draußen hält bis zur modernen Misch-Konstruktionen aus Nylon und Leder mit Membran.

Jeder Fuß ist verschieden. Manch ein Stiefel soll aber in der Standardausführung jedem Träger gleich gut passen. Das kann kaum möglich sein. Genauso wenig möglich ist es aber für die Hersteller, x-verschiedene Ausführungen ein und desselben Modells in die Regale zu bringen. Hier sollte man bei der Auswahl und dem Kauf also darauf achten, dass der Stiefel eine gewisse Anpassungsfähigkeit an individuelle Gegebenheiten mit sich bringt. Auch die Größen fallen je nach Hersteller zum Teil sehr unterschiedlich aus: Wo an den gut 28 Zentimeter langen Fuß des Autors hier die Größe 44 perfekt passte, war dort schon 45 erforderlich.

Ob man sich materialseitig für Leder, eine Mischform oder Gummi entscheidet, hat natürlich mit individuellen Vorlieben zu tun, wobei jedes Material seine spezifischen Merkmale hat. Wenn die Nähte gründlich gestochen, und die Verbindung zur Sohle mit einem guten Klebstoff ausgeführt oder sogar zusätzlich vernäht sind, gelten Lederstiefel als sehr haltbar. Von durchgewetzten Stiefeln dieser Machart haben wir jedenfalls noch nicht gehört. Andererseits ist eine dicke und womöglich noch durchgefettete Lederschicht sicher weniger atmungsaktiv, als ein Modell aus vergleichsweise luftigem Kunststoffgewebe mit nur kleinen Lederbesätzen. Derartige Stiefel sind zudem oft leichter als ihre Pendants aus Leder. Außerdem lässt sich das weiche und weniger störrische Material bis zu einem gewissen Grad schnüren.

Anfälliger als das Außenmaterial scheint hingegen nicht selten die eingebrachte Funktionsmembran zu sein. Wenn hier beim Nähen, Kleben, Verschweißen und sonstigem Abdichten auch nur ein Bereich zu sehr unter Spannung steht oder nachlässig gearbeitet wurde, ist der Stiefel im Prinzip hin. Direkt nach dem Kauf sollte man sich also einen großen Eimer oder die Badewanne einlaufen lassen und die Neuerwerbungen gründlich prüfen. So lassen sich gegebenenfalls durch einen Umtausch noch vor dem nächsten Törn Ärger und Enttäuschung ersparen.

Über verschiedene Kunststoffmischungen bis hin zur bekannten, braunen Echtgummisohle reicht die Materialvielfalt bei den Sohlen. Noch größer ist der Variantenreichtum bei der Gestaltung der Unterseite, die dem Segler sicheren Stand auf allen Belägen gewähren soll: Große Profilblöcke finden sich hier ebenso wie nahezu feine Messerschnittbereiche, tiefe Profile ebenso wie flache. Allen gemein sind Drainagekanäle, durch die das Wasser, wie bei einem Autoreifen, seitlich abgeleitet werden kann damit die Sohle wieder möglichst schnell direkte Haftung zum Untergrund bekommt. Eine eher dicke und weiche, gut dämpfende Sohle ist auf Dauer um Längen bequemer, als ein dünnes, hartes Trittbrett. Das lässt sich als Ausstattungsplus durch eine herausnehmbare (so trocknet der Schuh im Fall der Fälle schneller) eher dicke und ausgeformte Einlegesohle unter- stützen. Weitere Komfortmerkmale sind Anziehhilfen in Form kleiner Schlaufen am oberen Ende, insbesondere dann, wenn der Schaft eng ausfällt. Hier finden sich zum Teil auch Kordeln mit denen sich ein weiter Schaft enger stellen lässt, um den Träger so vor Wassereinbruch zu schützen. Einen weitergehenden Schutz bieten Stulpen am Schaft: Die lassen sich außen über die Segelhose ziehen, Wind und Wasser finden so nicht mehr ungehindert den Weg in den Stiefel. Ganz oben auf der Komfortliste stehen Schnürungen wie am hinteren Ende des Schaftes mit denen sich der Wadenbereich justieren lässt. Oder sogar Kordelsysteme in einem separaten Innenschuh, die den Fußbereich von einer schwammigen Zone in einen Seestiefel verwandeln, der wie maßgeschneidert sitzt.

Auch Kordelzüge am Schaftende, hier bei Marinepool, sorgen für Komfort und verhindern allzu viel Wasser- und Kälteeinbruch.


Die beiden Schlaufen am Schaftende des Dubarrys helfen beim Anziehen des eher engen Stiefels.


Eine lange Kordelschnürung hinten am Schaft, wie hier bei dem Stiefel Ocean Pro+ von AWN, sorgt für strammen Sitz und guten Halt an der Wade.


So haben wir getestet

In unserem Test mussten sich die Stiefel bis etwa zur halben Schafthöhe in 15 cm hohem Wasser (was einer sehr niedrigen Wassersäule von 150 mm entspricht) für fünf Minuten beweisen. Während des Wasserbades in der Wanne wurden die Füße bewegt und ein paar Schritte getan. Für wichtig erachten wir auch die Eigenschaften hinsichtlich der Schmutzaufnahme der Sohlen. Denn vor dem Schritt zurück an Bord nach dem Besuch des Hafenmeisters oder der Sanitäranlagen werden die Stiefel längst nicht immer ausgezogen. Und was sich dann unter Umständen in den Profilvertiefungen der Sohlen an Steinchen gesammelt und verklemmt hat, kann an Deck zu tiefen Kratzern führen.

Doch was nützt ein wasserdichter Stiefel, der beim Landgang kaum Steinchen sammelt, wenn die Sohle tendenziell rutschig ist und bei Lage und nasser Oberfläche dem Träger keinen sicheren Stand gewährleistet? Deshalb haben wir alle Stiefel auf drei verschiedenen Oberflächen bei unterschiedlicher Neigung (0°/15°/30°) nass und trocken ausprobiert. Bei Ausfallschritten unterschiedlicher Stärke, sowie langsamem Aufund Absteigen an der größten Neigung konnten wir deutliche Unterschiede feststellen.

Wo alle Kandidaten bis auf einen bei Teakstreifen mit Fuge weder trocken noch nass Probleme hatten, konnten sich auf Treadmaster mit beiden Oberflächenzuständen sogar alle überdurchschnittlich gut halten. Als Härtetest ließen wir uns zudem eine rund sechs Millimeter dick laminierte, spiegelglatte Gelcoat-/ GFK-Platte anfertigen (Dank an die Werft Sirius vom Plöner See!). Eine derartige Oberfläche ist zwar in unstrukturierter Version eher nur an den Rundungen von Decksaufbauten zu finden, aber auch in solchen Bereichen kann der gestiefelte Fuß mal zum Stehen kommen. Bei trockener Oberfläche hafteten hier alle Stiefel erstaunlich gut, bei Nässe gab es jedoch kräftige Ausrutscher, die ohne eine gute Tauwerkabsicherung nach oben zu schmerzhaften Stürzen geführt hätten.

01: SVB: Seatec Unisex Lederstiefel

Am unteren Ende der Preisskala steht der Lederstiefel von SVB aus Glatt- und Nubukleder. Der vergleichsweise weite Schaft fällt mit ca. 30 cm eher niedrig aus. Das Futter ist mit Bambusfasern hergestellt, die Feuchtigkeit gut transportieren und zugleich warmhalten sollen. Die Passform des Fußteils ist gut und nicht zu weit, die dünne Innensohle aus Leder und aufgeschäumtem Kunststoff ist herausnehmbar. Recht dünn und hart fällt die kombinierte Außensohle aus Kunststoff und Naturkautschuk aus, eine Dämpfung ist kaum zu spüren. Über breite und tiefe Längs- und Querabläufe im Profil soll Wasser möglichst schnell verdrängt werden, deutlich flachere Profilbereiche für gute Haftung an Deck sind schon fast messerschnittartig aufgebaut. Besondere Ausstattungsmerkmale wie etwa verstärkte Kappen an Zehen und Ferse finden sich nicht.

Im Test hat der Stiefel ein durchwachsenes Bild gezeigt: Links auf dem Spann drang Wasser ein, eine vollständige Wasserdichtigkeit war also bei diesem Modell nicht gegeben. Besser sah es nach dem Schottergang aus: Zwar hatten sich drei relativ große Steine im Profil verkeilt, die restlichen zwei Dutzend waren hingegen winzig und ragten kaum aus den Profilrillen hervor. Auf den Testoberflächen zeigte sich die Gummisohle beinahe souverän. Im Extremfall bei 30° Neigung auf nassem GFK gewährte sie noch einen Hauch mehr Haftung als andere Modelle.

Fazit: Wenn man ein wasserdichtes Modell erwischt und für vielleicht 25 Euro eine komfortablere Innensohle nachrüstet, geht der Stiefel in Ordnung.

Infos: SVB
www.svb.de
Größe: 37-45
Preis: 129,95 Euro

Puristen oder Gelegenheitsseglern genügt ein schlichter Lederstiefel wie der Seatec ohne Schnickschnack und besondere Komfortausstattung.


02: Compass: Compatex Segelstiefel

Mit 160 Euro ist der Seestiefel von Compass ebenfalls sehr günstig. Glatt- und Nubukleder bilden Fußteil und Schaft, das Leder ist laut Hersteller wasserdicht ausgerüstet, zusätzlich zur hauseigenen Compatex-Membran. Im gefütterten Stiefel steckt eine herausnehmbare Sohle, die im Fersenbereich über eine dämpfende Materialstärke und -beschaffenheit verfügt. Der Schaft ist mit gut 35 cm hoch und weit geschnitten, am hinteren Rand findet sich eine kleine Lasche, die mit gutem Willen als Anziehhilfe durchgeht. Weitere Ausstattungsdetails gibt es nicht. Im Fußteil hat der Stiefel eine gute Passform. Vergleichsweise komfortabel ist der Aufbau der Sohle, Dämpfungseigenschaften sind merklich vorhanden. Für die Wasserdrainage besitzt die Sohle breite und tiefe Abläufe im Vorderfuß- wie im Fersenbereich, sehr viel feinere Wellenschnitte sollen auf der restlichen Fläche für Halt sorgen.

Im Test kann sich der Stiefel sehen lassen: Wasserdicht sind beide Teile. Auch nach dem Schotterspaziergang gibt es am Profil nicht ernsthaft etwas zu beanstanden. Ein größeres Steinchen hat sich eingeklemmt sowie vielleicht acht kleine, die kaum hervorstehen. Auf den Testflächen war das Bild weitgehend gut. Mit Treadmaster gab es trocken wie nass bei allen Lagen kein Problem. Auf nassem Teak aller Winkel zeigte der Stiefel eine durchschnittliche Leistung. Lediglich auf dem nassen und sehr rutschigen GFK stieß er an seine Grenzen und zeigte mehr Rutscher als andere Kandidaten.

Fazit: Zu diesem Preis zeigt der Compatex Seestiefel aus Leder eine durchweg gute Leistung und wird von der Redaktion empfohlen.

Infos: Compass Yachtzubehör,
www.compass24.de
Größe: 36-47,
Preis: 159,95 Euro

Mit hohem Schaft, gut dämpfender Sohle und wasserdicht ausgestattet gefällt der Compatex wenn auch die Ausstattung in dieser Preiskategorie recht mager ist


03. AWN: Ocean Pro + Premiumfunktionsstiefel

Knapp unter 200 Euro ruft AWN für den Seestiefel mit Sympatex-Membran auf, der im Fußbereich aus Leder besteht, dessen Schaft aber größtenteils aus einem Nylon-Material gefertigt ist. Das bringt Flexibilität und Gewichtsersparnis. Der eher weite und mit 41 Zentimeter sehr hohe Schaft lässt sich durch eine Schnürung hinten etwas variieren. Eine Kordel im Schaftende begrenzt allzu starken Wassereinbruch von oben. Straffe Passform und fester Sitz geben dem Fuß guten Halt, eine herausnehmbare Innensohle dämpft spürbar. Die Vibram-Stiefelsohle ist nicht zu hart und zudem an Ferse und Zehen leicht hochgezogen. Das schützt bei unbedachten Bewegungen. Das Profil weist eine tiefe Längsrille auf, die von insgesamt fünf Querrillen ergänzt wird. Diese sollen Wasser schnell nach außen leiten. Das restliche Profil ist vergleichsweise fein mit unterschiedlich großen Blöcken und verschieden tiefen Einschnitten.

Auf der Schotterbahn ist das Ergebnis vergleichsweise unterdurchschnittlich. Beide Sohlen mit den feinen Rillen sammeln je rund 30 bis 40 Steinchen. Vor dem An-Land-gehen sollte dieser Stiefel besser ausgezogen werden. Bei den verschiedenen Testoberflächen zeigt sich dagegen ein gutes Bild: Die verschiedenen Durchgänge stellen kein Problem dar und sogar auf nassem GFK bei 0° haftet die Sohle besser als manch andere.

Fazit: Die Stiefel sind dicht und nicht nur wegen der guten Ausstattung und den durchdachten Details eine Empfehlung. Auch das gute Rutschverhalten macht den AWN-Stiefel zu einem zuverlässigen Ausrüstungsstück auf See.

Infos: AWN
www.awn.de
Größe: 39-47
Preis: 179,99 Euro

Der Ocean Pro + punktet mit einer Reihe gut durchdachter und komfortabler Ausstattungsmerkmale wie der Schnürung und dem Fersenund Zehenschutz.


04: Marinepool: Element

In der gleichen Preisgruppe von knapp 200 Euro liegt der Stiefel von Marinepool. Augenscheinlich gut verarbeitet und mit praktischen Details wie der Kordel im Schaftende, den Anziehhilfe-Schlaufen und sogar einem Klettriemen über dem Spann ausgestattet, macht der Element einen sehr guten Eindruck. Auch wenn der Klettriemen für bessere Effektivität vielleicht über eine härtere Schnalle als das verwendetet flexible Modell umgelenkt werden sollte. Der 36 cm hohe Schaft ist aus einem festen Polyamid, der Fußbereich hingegen aus stabilem und an Ferse und Zehen gedoppeltem Nubukleder gefertigt. Die ohnehin gute Passform lässt sich durch den Klettriegel etwas variieren. Im Fersenbereich bringt die herausnehmbare Innensohle etwas Dämpfung, der Vorderfuß ist sehr dünn gehalten. Die dicke Außensohle hingegen bringt spürbar Dämpfung. Das Profil der Standfläche aus synthetischem Gummi ist zweigeteilt und mit zahlreichen Drainagekanälen ausgestattet. Unterschiedlich große Profilblöcke sollen der eher weichen Sohle Haftung verschaffen.

Im Test sind beide Stiefel dicht. Auf Schotter zeigen sich jedoch die Tücken der nicht ganz feinen Profilrillen: Gut 20 Steinchen sammelt jeder Stiefel ein, da muss vor dem Schritt an Bord ordentlich abgestreift werden. Überdurchschnittlich ist das Ergebnis auf den Testflächen. Sogar auf nassem GFK bei 0° und 15° hält der Stiefel gut.

Fazit: Von der Steinchensammelei abgesehen zeigt der Stiefel durchdachte Ausstattungsdetails und gute Performance in der wichtigsten Kategorie „Haftung“.

Info: Marinepool, www.marinepool.de
Größe: 37-46,
Preis: 199,90 Euro

Mit guten Ausstattungsdetails, die teilweise noch etwas überdacht werden sollten, und aufwändiger Verarbeitung punktet der Element in vielerlei Hinsicht.


Die recht weiche Sohle bietet viel Grip auf allen Testflächen.


05: Dubarry: Fastnet

Ohne Lederanteil ist der Dubarry-Stiefel gefertigt, dafür aus diversen Schichten und Materialien verschiedener Kunststoffe. Der eher enge und gut anliegende Schaft mit 33 cm Höhe schließt nach oben mit einer neoprenartigen Manschette ab, um Wasserund Kälteeinbruch zu minimieren. Außerdem befinden sich am Schaftende je zwei Schlaufen als Anziehhilfe. Zwischen Futter und Außenmaterial besitzt eine wasserdichte Membran. Der Schaft besteht aus Ripstop, der Fuß mit guter Passform aus verschiedenen überlappenden und angenehm festen PU-Anteilen. Zehen und Ferse sind besonders verstärkt. Eine herausnehmbare Innensohle fällt sehr dünn aus, und auch die eher harte Außensohle hat kaum dämpfende Eigenschaften. Die synthetische Gummisohle zeigt das bekannte Profil mit vergleichsweise wenigen Drainagekanälen und eher wenig Negativanteil.

Im Test zeigt sich der Stiefel dicht, die Sohle sammelt allerdings mit je ca. 30 - 40 Stück recht viele Steinchen der kleinen Kategorie auf. Auf trockenem Teak, GFK und Treadmaster hält der Stiefel überdurchschnittlich gut, lediglich das nasse GFK stellt in allen Lagen eine zu große Herausforderung dar.

Fazit: Gute Haftung, schickes Design, durchdachte Ausstattungsdetails - der Fastnet überzeugt fast auf ganzer Linie. Dem entgegen stehen eine vergleichsweise harte Sohle und die hohe Steinchenaufnahme.

Info: Dubarry
www.dubarry.de
Größe: 37-47
Preis: 229 Euro

Optisch und mit diversen Ausstattungsmerkmalen ist der aufwändig und sauber gebaute Stiefel weit vorn, und auch die Haftungseigenschaften sind gut.


Die flächige, eher feste Sohle kapituliert nur vor nassem, glattem GFK.


06: Lizard: Spin

Eines von zwei Stulpenmodellen, könnte man auf den ersten Blick meinen. Der doppelte und mit 41 cm hohe Schaft ist allerdings nicht in erster Linie dafür gedacht, das Ende der Segelhose zu verstecken (das ginge mit etwas Fummelei), sondern einem besonderen Konstruktions-Feature geschuldet: Der innere Schaft geht in den Fußbereich über und lässt sich dort mit einer Schnürung perfekt an den Fuß anpassen, optimaler Sitz ist so gewährleistet, der äußere Schaft dient als Schutz. Eine Schlaufe als Anziehhilfe komplettiert die Ausstattung in diesem Bereich. Über den Spann führt ein Klettverschluss, der sich mit einer harten Kunststoffschnalle gut bedienen lässt. Der Fußbereich ist mit besonders festem Material gedoppelt, dann folgt die Vibram-Sohle. Wo sich die innere Einlegesohle sparsam präsentiert, übernimmt die Außensohle merklich Dämpfungsaufgaben. Außerdem ist die aus synthetischem Gummi geformte Sohle mit besonders weichen Anteilen und großen Drainagebereichen gestaltet.

Im Test sind beide Stiefel dicht, auf dem Schotterplatz sammelt die Sohle allerdings reichlich ein. Zwischen 30 und 40 Steinchen finden sich an jedem Stiefel. Das macht der Spin mit überdurchschnittlicher Haftung wett: Nasses Teak und Treadmaster sind kein Problem, sogar auf nassem GFK bis 15° Neigung haftet er besser als andere.

Fazit: Die Haftung ist top, die Ausstattung ist konkurrenzlos und auch wenn die Anzieh-Prozedur etwas aufwändig ist, gefällt der Lizard Spin sehr gut. Die große Preisspanne auf dem Markt macht ihn besonders interessant.

Infos: Lizard/Blue Ocean
www.blueocean.berlin
Größe: 35-46,
Preis: 200 -240 Euro

Der Lizard ist ein wahrer Ausstattungsriese mit Alleinstellungsmerkmal. Mehr geht kaum, wir vermissen nichts. Dabei sieht der technische Stiefel auch noch gut aus.


Die ausgeklügelte Vibramsohle bietet viel Haftung auf den Flächen.