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BEREIT FÜR DEN DURCHBRUCH


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connect - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 05.08.2022

VIVO X80 PRO

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Bildquelle: connect, Ausgabe 9/2022

Aktuelle Zahlen der Marktforscher von Counterpoint weisen Vivo als den fünftgrößten Smartphone-Hersteller der Welt aus, nach Samsung, Apple, Xiaomi und Oppo. Darum ist es umso überraschender, dass Vivo in Deutschland bisher kaum präsent ist. In den letzten zwei Jahren hat man immer mal wieder ein Smartphone präsentiert, jedoch nie über die gehobene Mittelklasse hinausgehend und nie von einer großen Marketing-Kampagne begleitet. Vor diesem Hintergrund erhält die Entscheidung, mit dem X80 Pro ein High-End-Smartphone für 1300 Euro in Deutschland zu verkaufen, besonderes Gewicht. Es könnte der Auftakt zu einer Aufholjagd sein. Vielleicht will man bei Vivo nicht länger zuschauen, wie Xiaomi und Co. in die Lücke drängen, die der Niedergang von Huawei gerissen hat? In jedem Fall ist das X80 Pro ein beeindruckendes Zeugnis von Vivos technischer Expertise. Das Unternehmen gehört zu den ...

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Gelungenes Schaufenster

Vivo baut ein Kamerasystem mit vier Optiken ein, und allein das genügt um zu wissen, dass das X80 Pro kein kompakt gebautes Leichtgewicht sein kann. Die Designer haben gar nicht erst versucht, die Kameraeinheit unauffällig auf der Rückseite zu platzieren, stattdessen stellen sie sie wie in einem Schaufenster aus. Das „Ceramic Cloud Window“ nimmt fast das gesamte obere Drittel der Rückseite ein und steht etwa zwei Millimeter heraus – an dieser Stelle ist das X80 Pro mehr als 11 Millimeter dick. Mit seinem blauen Zeiss-Schriftzug, dem breiten Blitzlichtstreifen (3x LED) und der glänzenden Oberfläche schindet das Kamerafenster ordentlich Eindruck.

Funtouch macht Spaß

Vivos Funtouch OS gelingt das Kunststück, eine moderne, zurückhaltende Optik mit einer Vielzahl von Anpassungsmöglichkeiten und Funktionen zu kombinieren. Das Look-and-Feel mit klaren Schriften und schlichten Symbolen ist reduziert wie bei Googles Pixel-Phones, trotzdem bietet es die von chinesischen Benutzeroberflächen bekannten Extras wie App-Cloning (zwei parallele WhatsApp-Accounts) und einen Systemoptimierer (iManager) mit Virenscanner und der Option, den Speicher zu bereinigen. Mit Hilfe des iManager kann man festlegen, ob sich eine App mit dem Internet verbinden darf und wenn ja, ob via Wi-Fi oder Mobilfunknetz. Die Anpassungsmöglichkeiten der Benutzeroberfläche sind sehr umfangreich. Allein für das Always-on-Display stehen unzählige Farben, Hintergründe und Uhrendesigns zur Wahl. Sogar die Darstellung der Fläche des Fingerabdrucksensors auf dem Sperrbildschirm lässt sich verändern. Auch im Spielemodus geht es auf Wunsch tief hinunter in den Kaninchenbau: Neben schlichten Anpassungen wie der Deaktivierung von Benachrichtigungen während des Spielens gibt es den „eSport-Modus“, der diverse von professionellen Gamern verwendete Voreinstellungen aktiviert. Als wichtiger Sponsor von eSport-Teams und -Veranstaltungen kann Vivo auf deren Know-how zurückgreifen. Funtouch OS setzt auf Android 12 auf, die Systembasis ist also aktuell. Für sein Flaggschiff garantiert der Hersteller drei neue Android-Versionen und drei Jahre Sicherheitspatches, was dem aktuellen Standard in der Oberklasse entspricht.

Vivo X80 Pro im Kameratest

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Die Weitwinkelkamera fotografiert mit zwei Auflösungen: mit 50 und 12 Megapixeln. Unter guten Lichtbedienungen liefert die höhere Auflösung eine feinere Detailwiedergabe, was den größeren Speicherverbrauch rechtfertigt. Schon die Aufnahmen mit 12 Megapixeln (3) zeichnen die Motive sehr gut durch, die 50-Megapixel-Bilder legen noch etwas drauf und reproduzieren feine Strukturen besser (1). Zudem gefiel uns bei der höheren Auflösung die natürlichere Signalabstimmung besser. Die Verluste bei nachlassendem Licht (2) sind im direkten Vergleich beider 50-MP-Fotos (1 und 2) sichtbar, dennoch bleibt die Qualität auf sehr hohem Niveau. Bei Dunkelheit sollte man lieber mit reduzierter Auflösung fotografieren. Dann wirken die Bilder wegen der Signaloptimierung zwar recht plakativ und künstlich, ihr Detailniveau ist für Nachtaufnahmen jedoch sehr hoch.

Das Vivo X80 Pro ist mit einem Kameraquartett aus einer Superweitwinkelkamera mit 48 Megapixeln, einem 50-MP-Weitwinkelmodul, einem optischen Zweifachzoom mit 12 Megapixeln und einem optischen Fünffachzoom mit 8 Megapixeln bestückt.

Die Weitwinkelkamera

Die Hauptkamera hat einen QUAD-Sensor, dessen Auflösung zwischen 50 und 12 Megapixel wechseln kann. In der Gesamtwertung liegen beide gleichauf: sie sind „sehr gut“ auf hohem Niveau. Bei viel und bei wenig Licht sind 50 Megapixel die bessere Wahl, im Dunkeln sind dagegen 12 Megapixel empfehlenswert.

Unter besten Lichtbedingungen schießt die Weitwinkelkamera mit 12 Megapixeln sehr detailreiche Fotos, doch noch mehr Zeichnung zeigt sich in Bildern mit 50 Megapixeln, sie sind „überragend“. Sie lösen die Strukturen feiner auf und wirken natürlicher. Selbst bei wenig Licht kann das Vivo-Smartphone das Qualitätsniveau recht konstant halten. Prinzipiell liefern beide Auflösungen eine sehr gute Qualität, aber die hohe geht knapp in Führung. Erst bei Dunkelheit zahlt sich das Pixel-Binning aus. Während die Kameraelektronik Strukturen auf 50-MP-Aufnahmen teilweise durch wolkige Schleier ersetzt, ist die Zeichnung auf 12-MP-Fotos sichtbar. Allerdings wird nun kräftig mit Kontrastanhebung und Kantenaufstellung nachgeholfen. Trotz dieses Makels und dem plakativen Aussehen liegen die 12MP-Bilder vorn.

Das Zweifachzoom

Das kurze Tele ist wegen des Zweifachzooms in erster Linie eine Porträtoptik. Es verfehlt die Gesamtnote „gut“ nur um einen Punkt und sichert sich diese Wertung bei viel Licht: Die Bilder wirken trotz der Kantenbetonung weicher als die Weitwinkelaufnahmen, sehr feine Strukturen gehen verloren. Doch das Niveau ist noch gut, und die Kamera lässt sich ohne Einschränkungen verwenden. Bei wenig Licht kommt jedoch ein deutlicher Leistungsknick. Diese Aufnahmen sind stärker „weichgezeichnet“ und zeigen weniger Details. Die Bildqualität sinkt in der Dunkelheit weiter – dann ist der Wechsel zur Weitwinkelkamera angeraten.

Langes Tele

Das liegend eingebaute Tele mit Blende 3,4 und einem 1/4,4-Zoll-Sensor mit 8 Megapixeln arbeitet insgesamt und selbst bei viel Licht nur „ausreichend“. Der Sensor hat einfach zu wenig Auflösung. Bei wenig Licht baut die Qualität sichtlich ab, in der Dunkelheit haben die Fotos keine Zeichnung mehr. Das Modul kann bei gutem Licht dennoch ein Gewinn sein – immer, wenn man Detailausschnitte festhält, ohne sich dem Motiv zu nähern.

Das Superweitwinkelmodul

Von beiden Auflösungen 48 und 12 Megapixel ist die niedrigere die bessere Wahl: Gesamtnote „gut“. Bei viel Licht fehlt es den 12-MP-Fotos etwas an Schärfe, aber die Detailwiedergabe ist gut, und die Signalverarbeitung übertreibt nicht mit Optimierungen, sodass die Aufnahmen sehr natürlich wirken. Bei wenig Licht geht die Zeichnung etwas zurück, und die Elektronik zieht die Kanten kräftiger nach, um Verlusten entgegenzuwirken. Rauschen wird nicht sichtbar, und am Ende reicht es noch knapp für ein gutes Ergebnis. Fürs Fotografieren bei Dunkelheit ist das Modul weniger zu empfehlen, denn gerade die kontrastarmen Bildbereiche verlieren viele Details. Infolge der Rauschunterdrückung wirken die „Rest-Details“ verfremdet.

Fazit

Die Hauptkamera erarbeitet sich in Summe ein solides „sehr gut“ als Gesamtwertung – und die gilt für die Fotos mit 12 und für die mit 50 Megapixeln. Allerdings ist der Vorteil der hohen Auflösung nur bei viel Licht nennenswert, dann ist die Qualität „überragend“. Im Dunkeln sind 12 Megapixel die bessere Wahl. Das Zweifachtele ist insgesamt ordentlich und überzeugt bei viel Licht mit guten Bildern. Bei wenig Licht lässt die Leistung sichtbar nach. Das lange Tele ist nur im Hellen als Spezialist für weit entfernte Motive zu empfehlen. Sonst ist seine Auflösung zu gering, gerade wenn es dunkler wird. Das Superweitwinkelmodul ist gut, wenn man mit 12 MP arbeitet. Für Dunkelheit ist es nicht die beste Wahl, liefert aber sonst viel Zeichnung, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau des Weitwinkelmoduls.

Wadim Herdt

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Das Superweitwinkelmodul bietet die beiden Auflösungen 12 und 48 Megapixel. Die niedrige ist insgesamt die bessere Wahl. Bei viel Licht speichert das Modul die Bilder in guter Qualität (4), aber einen Hauch zu weich ab. Auch das Zweifachzoom liefert bei viel Licht gute Aufnahmen (1). Diese Optik eignet sich bestens für Porträts. Die Qualität beider Kameras sinkt stärker, sobald das Licht nachlässt (2 – Zweifachtele). Vivo kontert mit kräftigeren Eingriffen in Kontrast und Schärfe, was aber zum Teil in Artefakten und überzeichneten Strukturen mündet. Das lange Tele (3) kann mit den anderen Modulen qualitativ nicht mithalten, wenn die Motive gleich groß abgebildet werden. Aber zumindest bei viel Licht ist diese Kamera das richtige Instrument, wenn man entfernte Details „heranholen“ will – dann stimmt die Qualität.

Ein Vorteil der protzigen Bauweise: Das Smartphone liegt plan auf und kippelt nicht, wenn man es auf den Tisch legt. Die übrige Rückseite besteht aus Gorilla Glass 6 mit einer matt-rauen Oberfläche, die Fingerabdrücken keine Chance lässt und in einem angenehmen Kontrast zum glänzenden Kamerafenster steht. Vorne schützt Glas von der Zeiss-Schwester Schott (beide Unternehmen gehören der Carl Zeiss Stiftung) das gebogene OLED-Display; aufgrund der Krümmung an den langen Seiten verjüngt sich der matt schimmernde Aluminiumrahmen dort auf fünf Millimeter. Design und Haptik gehören zur absoluten Spitzenklasse, genau wie die Verarbeitung. Die IP68-Zertifizierung ist da schon eine Selbstverständlichkeit. Mit 219 Gramm hat das X80 Pro zwar noch kein Übergewicht, aber es liegt doch schwer in der Hand. Erschwerend im wahrsten Sinne des Wortes kommt noch hinzu, dass diees Gewicht nicht ausbalanciert ist, sondern sich wegen der Objektive im oberen Drittel konzentriert.

Elegant gekrümmtes XXL-OLED

Das 6,8 Zoll große OLED-Display ist an den langen Seiten gekrümmt, sodass ein randloser Eindruck entsteht, wenn man frontal draufsieht. Auch oben und unten sind die Ränder schmal, die Screen-to-Body-Ratio ist mit 92 Prozent entsprechend hoch, höher als beim Galaxy S22 Ultra (90 Prozent). Die Auflösung von 3200 x 1440 Pixeln liefert ein knackscharfes Bild, Leuchtkraft und Kontrastausbeute liegen im gehobenen Mittelfeld. Vivo verwendet ein von Samsung Display produziertes LTPO (Low-Temperature Polycrystalline Oxide) der neuesten Generation.

Das bedeutet, dass die Bildwiederholrate dynamisch zwischen 1 und bis zu 120 Hertz wechseln kann, was für eine besonders flüssige, zugleich aber auch eine energiesparende Darstellung sorgt. Unterm Display macht Qualcomms Snapdragon 8 Gen 1 ordentlich Dampf. Das SoC ist die erste Wahl für alle High-End-Androiden 2022, auch der Arbeitsspeicher erfüllt mit 12 GB den Oberklasse-Standard. Vivo verkauft das X80 Pro in nur einer Speicherkonfiguration, mit 256 GB, die Erweiterung per microSD ist nicht möglich. Auch die Connectivity ist mit 5G, Bluetooth 5.2 und Wi-Fi 6 nicht ganz vollständig, wir haben hier Wi-Fi 6E vermisst. Mit Blick auf die SIM-Unterstützung bietet Vivo ebenfalls weniger als Samsung: Es gibt zwar zwei Einschübe für Nano-SIM, die Option eSIM fehlt allerdings.

Über 20 Jahre: Vivo war von Anfang an dabei

Vivo gehört mit Oppo, OnePlus und Realme zum BBK-Netzwerk, das in der Summe mehr Smartphones verkauft als Samsung.

Die Marke wurde (wie auch BBK) im Jahr 1995 gegründet und hat ein für einen chinesischen Tech-Konzern ein geradezu biblisches Alter – Firmen wie Xiaomi oder Realme sind nicht älter als eine Dekade. Man war von Anfang an im Telekommunikationssektor unterwegs, nicht als Mitläufer, sondern als Innovationstreiber, etwa mit dem X1, das 2012 das erste Smartphone mit einem Audiochip für Hi-Fi-Sound war. Einen guten Eindruck von der Größe des Unternehmens vermittelt der neue R&D-Hauptsitz in Dongguan, der oben rechts zu sehen ist. An diesem Standort sollen ab 2025 die weltweiten Forschungskapazitäten zusammenlaufen. In Europa hat man in den vergangenen Jahren stark expandiert und ist nun in fast allen Ländern vertreten. Mit Zeiss arbeitet Vivo seit 2020 eng zusammen, nicht nur bei Kameras: Das Glas der Zeiss-Schwester Schott schützt das Display des X80 Pro.

Im Gegenzug hat Vivo einen IR-Blaster eingebaut, sodass sich das X80 Pro als Universalfernbedienung einsetzen lässt. Auch beim Fingerabdrucksensor hat China die Nase vorn. Er basiert wie in der S22-Serie auf Ultraschall statt auf Licht, was Zuverlässigkeit und Erkennungsrate verbessert. Während Samsung die Vorteile der Technologie bei seinen Phones bisher nicht überzeugend ausspielen konnte, schafft Vivo es, die Bedienung spürbar zu verbessern. Das beginnt bei der Registrierung des Fingerabdrucks: Wo man bei anderen Phones den Daumen mindestens zehnmal auflegen muss, genügt beim X80 Pro ein einziges Mal. Die im Display integrierte Sensorfläche ist rechteckig und deutlich größer als bei jedem anderen Smartphone, laut Vivo mehr als elfmal so groß. Die Erkennungsrate ist außerordentlich hoch. Es reicht schon aus, den Daumen am Rand des Erfassungsbereiches aufzulegen, und das X80 Pro ist blitzschnell entsperrt. Es gibt zahlreiche Einstellungen für den Sensor, man kann etwa Schnellzugriffe für Facebook und Youtube aktivieren: Auf der Sensorfläche werden die App-Symbole eingeblendet, und wenn man zum Entsperren den Daumen dort auflegt, starten die jeweiligen Apps. Ein besserer Fingerabdrucksensor ist uns bisher nicht begegnet.

Zeiss und ein eigener Chip

Das Kamerasystem mit vier Optiken, das in Kooperation mit Zeiss entwickelt wurde, kann qualitativ mit den Flaggschiffen von Honor (Magic 4 Pro) und Samsung (Galaxy S22 Ultra) mithalten. Dafür sorgt auch der Vivo V1+, ein Co-Prozessor, den Vivo extra für die Bildsignalverarbeitung entwickelt hat. Im Zusammenspiel mit der dezidierten Porträtoptik liefert er exzellente Porträts mit feinem Bokeh. In den Einstellungen sind diverse Zeiss-Filter hinterlegt, die eine Hintergrundunschärfe im Stil von bekannten Zeiss-Objektivserien wie dem Biotar oder dem Distagon simulieren. Die Möglichkeiten sind vielfältig und einzigartig, Vivo bietet hier ein starkes Alleinstellungsmerkmal. Neben dem bereits erwähnten Porträtmodus gibt es diverse Modi für Nacht, Sport- und Dokumentenaufnahmen, zudem kann man im Pro-Modus gewöhnliche RAWs und Multiframe-RAWs („Super RAW“) aufnehmen. Bei Videos gefällt vor allem die exzellente Stabilisierung, neben 4K mit 60 Bildern pro Sekunde ist auch 8K möglich. Kurz und gut: Viel mehr Kamera als im Vivo X80 Pro geht momentan nicht.

Akku, Funk und Akustik

Bei Oberklasse-Smartphones mit Topausstattung hat sich mittlerweile eine Akkukapazität von 5000 mAh durchgesetzt, das Vivo X80 Pro bleibt mit 4700 mAh etwas darunter. Trotzdem erreicht das Phone mit 11:22 Stunden in unserem genormten Testverfahren eine überragende Laufzeit. Selbst bei intensiver Nutzung muss man sich keine Sorgen darüber machen, ob es bis zum Abend reicht. Samsungs S22 Ultra hält mit 12:28 Stunden zwar länger durch, lässt sich im Gegenzug aber nicht so schnell wieder aufladen: Bei Vivo sind 80 Watt per Netzteil möglich. Die bringen den Akku in nur 36 Minuten von 0 auf 100 Prozent. „Netzteil“ ist ein gutes Stichwort: In Zeiten, in denen Apple, Samsung und jetzt auch Sony praktisch nur noch die Geräte verkaufen, geht Vivo den entgegengesetzten Weg und liefert mit 80-Watt-Stecker, Schutzhülle, Kopfhörern und aufgeklebter Displayschutzfolie ein prall gefülltes Paket. Doch es wird noch besser: Die Schutzhülle besteht nicht aus transparentem Kunststoff, wie es bei vielen Herstellern üblich ist, sondern aus einem hochwertigen Polycarbonat in Lederoptik. Selten hat ein Smartphone-Hersteller seine Kunden so verwöhnt wie Vivo. Da verwundert es fast, dass die kabellose Ladestation „50W Flash Charge“ nicht dabei ist. Sie wird separat für knapp 90 Euro verkauft und schafft einen Durchsatz von 50 Watt, was eine gute Leistung ist.

Im WLAN ist das Vivo X80 Pro schnell unterwegs, in der Spitze haben wir fast 1000 Mbit/s gemessen. Selbst wenn man sich weiter vom Router weg bewegt, bleibt die Verbindung stabil mit hohen Durchsätzen. Die Mobilfunkantennen hat Vivo ebenfalls gut eingestellt, die Strahlungsleistung und die Empfindlichkeit der Antenne bewegen sich im gehobenen Mittelfeld. Die Akustik beim Telefonieren ist nur durchschnittlich, hier hätten wir uns mehr von Vivo erwartet. Schuld daran ist zum einen die relativ niedrige Maximallautstärke, zum anderen die Geräuschunterdrückung, die in einer lauten Umgebung nicht so effizient filtert wie die anderer Smartphones. Beim Musikhören greift man mangels Klinkenbuchse entweder zum mitgelieferten USB-C-Headset oder koppelt kabellos via Bluetooth, das X80 Pro beherrscht den energieschonenden 5.2-Standard und mit AptX Adaptive, LDAC und AAC praktisch alle gängigen Codecs inklusive HiRes-Audio. Der Sound über die Lautsprecher enttäuscht ebenfalls nicht: Mit maximal 77 dB ist die Lautstärke im oberen Drittel angesiedelt und, was noch wichtiger

Displaymessung

Im Boost-Modus regelt das Display kurzzeitig bis auf 896 Candela hoch. Die normale Leuchtkraft und die Kontrastausbeute liegen ebenfalls im gehobenen Mittelfeld. Das Panel ist etwas blickwinkelstabiler als das des S22 Ultra, sonst aber gut mit dem Samsung-Flaggschiff vergleichbar. ist, sehr ausgewogen, denn im Bassbereich sacken die Töne nur moderat ab, das Volumen bleibt erhalten.

Fazit: Vielfalt in der Oberklasse

Vivo zeigt, was es kann. Die chinesische Topmarke bringt ein Flaggschiff nach Deutschland, das kaum Schwächen hat und in fast allen Bereichen überzeugen kann. Mit dem Zeiss-Kamerasystem, einem innovativen Fingerabdrucksensor und seinem üppigen Lieferumfang ist das X80 Pro eine Bereicherung für den deutschen Smartphone-Markt.

Andreas Seeger