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Berge, Meer & grüne Hügel


Reisemobil International - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 02.11.2021

Toskana, Dolce-Vita-Tour

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Bildquelle: Reisemobil International, Ausgabe 12/2021

Ist das Ihr Fahrzeug?“, fragt der Mann in Shorts und weißem T-Shirt freundlich, aber bestimmt. „Hier können Sie nicht bleiben. Das ist Privatgelände, der Chef will keine Camper.“

Es ist kurz vor neun Uhr abends, bestimmt fünf Campingplätze an der ligurischen Küste südlich von Genua haben wir bereits abgeklappert – keiner hat noch Platz für uns. Der freie Schotterplatz in Deiva Marina schien das Ende der Odyssee, doch nun werden wir auch hier vertrieben. Vielleicht war es doch keine so gute Idee, im Hochsommer ohne Reservierung mit dem Wohnmobil nach Italien zu fahren?

Das Problem: Viele Campingplätze können für Urlauber nur reservieren, wenn sie mindestens eine Woche bleiben. Das lässt sich nicht mit unserem Vorhaben – einmal übernachten und weiterziehen – in Einklang bringen.

Drei Tage zuvor: Unsere Reise nach Italien beginnt in der Ortenau in Südbaden. Wir –Simon Ribnitzky ...

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... und Christian Walter, zwei Freunde aus Studienzeiten – sind mit einem neuen Integrierten des italienischen Herstellers Laika unterwegs, ein Ecovip H 3512 DS.

Ziel: der Firmensitz des Unternehmens in der Toskana südlich von Florenz. Rund eine Woche haben wir Zeit, den Prototypen auf dieser Tour zu testen (zum Fahrzeug siehe auch Praxistest in RMI 11/21). Laika bewirbt das – so viel Klischee muss sein – als Dolce-Vita-Tour, um den neuen Ecovip bekannt zu machen.

An Lebensfreude und süßem Nichtstun mangelt es bereits zum Auftakt in der Ortenau nicht. Die Gegend ist – wie auch unsere Zielregion Toskana – bekannt für gute Weine, also quartieren wir uns zum Auftakt gleich bei einem Winzer in Durbach ein. Auf dem kleinen Parkplatz unterhalb des Weinguts verbringen wir die erste Nacht im Laika, davor wandern wir steile Weinberge hinauf und genießen abends Weißburgunder, Chardonnay und Schnitzel mit Kartoffelsalat auf der schönen Terrasse des Winzers.

Nach einer Stippvisite in Freiburg (kulinarisches Highlight: badisches Dreierlei aus Wurstsalat, Bratkartoffeln und Kräuterquark) und einer Nacht auf dem eher zweckmäßigen Wohnmobilstellplatz nahe der Messe steht dann der Sprung nach Italien auf dem Programm, einmal quer durch die Schweiz.

Nächstes Ziel: Lago Maggiore.

Unterwegs wird unsere Geduld durch mehrere Staus und rund zweieinhalb Stunden prognostizierter Wartezeit vor dem Gotthard- Tunnel auf eine harte Probe gestellt. Wir weichen über den Bernardino-Tunnel aus, erreichen Belinzona zwei Stunden später als geplant – und stehen kurz nach der Abfahrt von der Autobahn und nur wenige Kilometer, bevor bei Locarno der See beginnt, schon wieder im Stau. Dazu regnet es in Strömen. Diesen Teil der Dolce-Vita-Tour haben wir uns definitiv anders vorgestellt.

So erreichen wir erst gegen 19.30 Uhr den kleinen Ort Cannobio am Westufer des Lago Maggiore. Die Anfahrt zum Stellplatz über enge Straßen ist mit dem mehr als sieben Meter langen Integrierten Ecovip durchaus eine

Herausforderung, doch das Areal liegt ruhig unter Bäumen an einem Bach – und zur ersten italienischen Pizzeria ist es auch nicht weit.

Der rote Hauswein dazu wird allerdings eiskalt serviert, da gibt’s dann doch noch erheblichen Steigerungsbedarf, finden wir.

Nach der anstrengenden Fahrt rollen wir tags drauf gemütlich am Ufer des Lago Maggiore entlang. Zu schnell wagen wir uns angesichts der Leitplanke zur linken und der steilen Felswand zur rechten Seite der schmalen Straße ohnehin nicht voran – einmal mehr kein ideales Terrain für ein breites Wohnmobil.

In Verbania setzen wir das Dolce Vita mit leckeren cremegefüllten Windbeuteln und dem ersten italienischen Cappuccino fort. Zudem nutzen wir die Gelegenheit, uns im Supermarkt mit lokalen Köstlichkeiten – Büffelmozzarella und Mandarinenmarmelade – einzudecken.

Da das Wetter weiterhin nicht mitspielt, wollen wir nachmittags noch die rund 300 Kilometer an die Küste in Ligurien hinter uns bringen – so lange wird das schon nicht dauern, und auch wenn Stellplätze dort Mangelware sind, ein Campingplatz wird uns schon aufnehmen.

Naja, sechs Stunden später werden wir spätestens nach unserer Vertreibung in Deiva Marina eines Besseren belehrt und verbringen die Nacht schließlich für 30 Euro auf dem Abstellplatz eines Camps im Hinterland. Zumindest hat es zuvor noch mit dem ersten Bad im Mittelmeer geklappt – wenigstens eine kleine Entschädigung.

Derart gewarnt ändern wir unsere Taktik: Entweder früh ankommen und Platz sichern oder vorher anrufen und auf diese Weise versuchen, einen Platz zu reservieren. Also steuern wir schon am Mittag den Stellplatz von Portovenere bei La Spezia an. Der liegt hoch oben über dem schmucken Städtchen, gleicht aber eher einem Parkplatz. Was soll’s, für eine Nacht wird das schon passen, und den Rest des Tages wollen wir ohnehin unten in der Stadt verbringen. Explosionen vom nahen Militärgelände, die das ganze Wohnmobil erschüttern und einem jedes Mal den Schreck in die Glieder jagen, beschleunigen unseren Aufbruch.

Portovenere entschädigt dafür mit herrlich entspannter italienischer Lebensart und endlich auch richtigem Sommerwetter. In den engen Altstadtgassen kommen wir richtig ins Schwitzen, ein Bad an einem typisch ligurischen Felsstrand tut gut. Neben dem lokaltypischen Focaccia, einem gewürzten Fladenbrot aus Hefeteig, und unserem ersten italienischen Eis genießen wir am Abend ein leckeres Fischgericht und die entspannte Stimmung, bevor wir uns für ein letztes Bier vor unseren Camper zurückziehen – in zugegebenermaßen etwas eigenartiger Parkplatz-Atmosphäre. Aber immerhin übt das Militär spät abends nicht mehr.

Am folgenden Tag lassen wir endlich die engen Straßen Liguriens hinter uns und stoßen in die Toskana vor. Unserem neuen Vorsatz folgend, haben wir eine kleine biologische Farm im Hinterland von Lucca ausgemacht und uns telefonisch für den Nachmittag angekündigt.

Nach einem kurzen Badestopp in Viareggio steuern wir Nicos Organic Farm an.

Hätten wir nicht vorher angerufen, wir hätten auf halbem Weg sicherlich umgedreht – sofern das auf dem schmalen Feldweg durch den Wald überhaupt möglich gewesen wäre. Doch das Wagnis lohnt sich: Der liebevoll mit Tisch und Sonnensegel angelegte Stellplatz erstreckt sich traumhaft zwischen Olivenbäumen und Weinreben. Von Landwirt Federico bekommen wir am Abend noch eine Flasche leckeren toskanischen Bio-Rotwein – damit schmecken sogar unsere im Ecovip gekochten Spaghetti mit frischer Pesto-Soße wie ein Festmahl. Hier lässt es sich wahrlich aushalten.

Trotzdem zieht es uns am nächsten Morgen weiter. Wir statten der Stadt Lucca einen Besuch ab (das Wohnmobil wartet auf einem gebührenfreien Großparkplatz vor der Stadtmauer auf uns) und fahren dann ins Hinterland bei Pistoia, nur noch wenige Kilometer vor Florenz. Hier verbringen wir die Nacht auf einem ruhig gelegenen und sehr gut ausgestatteten Bauerncamping – allerdings nicht ganz so idyllisch wie bei Federico.

Als absoluter Glücksgriff erweist sich der Anruf bei der Fattoria Aglioni, einem Weingut etwas südlich bei San Miniato. Der Stellplatz ist zwar nur der Parkplatz des Weinguts mit Blick über die Hügel der Toskana, aber das Anwesen verzaubert mit einem riesigen Garten, einem Pool (willkommene Erfrischung bei inzwischen deutlich über 30 Grad) und einem sensationellen und dazu noch recht preiswerten Vier-Gänge-Menü am Abend auf der Terrasse beim Sonnenuntergang.

Die Fattoria ist fest in deutscher Hand, selbst die Betreiber stammen ursprünglich aus Deutschland. So kommt es, dass wir diesen Abend mit drei Studenten aus Göttingen verbringen, die mit Zelt und Hochdachkombi unterwegs sind. Ihr Nachtlager schlagen Mara,

Alina und Tim direkt unter den Olivenbäumen auf – ein Privileg des Reisens im kompakten Fahrzeug, das uns mit dem Laika-Integrierten verwehrt bleibt.

Zum Abschluss unserer Reise chauffiert uns unser rollendes Ferienhaus nach Florenz, wohlweislich auf einen Stellplatz außerhalb des Zentrums. Am Ufer des Arnos und in den Altstadtgassen klingt eine Tour aus, die uns eine enorme Vielfalt an Landschaften und Eindrücken beschert hat – auch wenn die Suche nach dem richtigen Platz für die Nacht nicht immer ganz einfach war.

MOBIL IN DER TOSKANA

Die Toskana ist eine beliebte Urlaubsregion in Mittelitalien. Sie ist 23.000 Quadratkilometer groß und zählt etwa 3,7 Millionen Einwohner. Hauptstadt der Toskana ist Florenz, das ebenso einen Touristenmagnet darstellt wie andere schöne Städte, zum Beispiel Pisa, Lucca oder Siena. Im Hinterland hügelig und von Olivenbäumen und Weinreben geprägt, finden sich an der toskanischen Küste kilometerlange Sandstrände wie etwa in Viareggio. Auf dem Weg von Deutschland kommend lohnen – wie auf der hier beschriebenen Tour – Stopps an den oberitalienischen Seen rund um den Lago Maggiore sowie in Ligurien ab Genua die (Steil-)Küste entlang. Vorsicht: Mit großen Mobilen wird es schnell eng.

Region Toskana, Piazza Duomo 10, 50122 Florenz, www.visittuscany.com

Durbach, Weingut Freiherr von Neveu, Hespengrund 11, Tel.: 0781/93225050, www.weingut-neveu.de Freiburg, Wohnmobilstellplatz, Suwonallee 1, Tel.: 0761/2025139, www.stellplatz-freiburg.de Cannobio, Area Camper, Via San Rocco, Tel.: 0039/032371212, www.cannobio.net, siehe Bordatlas Europa von Reisemobil International, Seite 278

Verbania, Area Sosta Camper, Tel.: 0039/03466/ 978254, www.itinerantivcoverbania.it, Seite 333 Deiva Marina, Camping Arenella, Tel.: 0039/ 0187825259, www.campingarenella.it Portovenere, Parcheggio Il Golfo, Via Olivo 551, Tel.: 0039/0187790691, www.portoveneresviluppo. it, Seite 314

Orbicciano (bei Lucca), Organic Farm Nico, Via Pradalino 518, Tel.: 0039/03465958179, www.nicobio.it Pistoia, Agricamper Podere Campofossato, Angolo Via San Felice e Piteccio 81, Tel.: 0039/ 0573416780, www.campofossato.it, Seite 313

San Miniato, Fattoria Aglioni, Via Gello 12, Tel.: 0039/0571408041, www.aglioni.it, Seite 320

Florenz, Social Camper Firenze, Via dei Scandicci 241, Tel.: 0039/03276910094, info@socialcamperfirenze.it, Seite 291