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Bern Foster: Faszination in Chrom


Airbrush Step by Step - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 28.11.2019

Es ist schon besonders, wenn ein 9-jähriger Junge seine Liebe zu metallischen Sexy Robots entdeckt und diese ihn auch im Erwachsenenalter nicht mehr los lässt. So erging es dem Spanier Bern Foster, der seine frühen Inspirationen immer wieder in neue Werke umsetzt.


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Bildquelle: Airbrush Step by Step, Ausgabe 1/2020

Hallo Bern, wie bist du zu deiner speziellen Kunst gekommen?

Bern: Seit ich ein Kind war, fühlte ich mich besonders angezogen von den Buch- und Magazin-Titeln der 70er und 80er Jahre, besonders von Science Fiction und Fantasy Buch-Covern. Illustratoren wie Boris Vallejo, Drew Struzan oder Hajime Sorayama waren von großem Einfl uss in meiner ...

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Bern: Seit ich ein Kind war, fühlte ich mich besonders angezogen von den Buch- und Magazin-Titeln der 70er und 80er Jahre, besonders von Science Fiction und Fantasy Buch-Covern. Illustratoren wie Boris Vallejo, Drew Struzan oder Hajime Sorayama waren von großem Einfl uss in meiner Kindheit. Als ich 9 Jahre alt war, habe ich eine spanische Zeitschrift mit dem Titel „Conocer“ gelesen und da war ein wunderschöner weiblicher Roboter in einem Artikel über künstliche Intelligenz und Roboter abgebildet. Es war ein Bild von Sorayama’s Sexy Robot, wahrscheinlich der stärkste Einfl uss auf meine Kunst.

Nachdem ich jahrelang studiert und als Ingenieur gearbeitet hatte, begann ich 2013 meine Künstlerkarriere, indem ich digitale Illustrationen und 3D-Charaktere gestaltete. Als ich fi nanziell in der Lage dazu war, begann ich, in Künstlermaterialien zu investieren, und kaufte Acrylfarben, Bleistifte etc. Zu diesem Zeitpunkt war ich in der Lage, die Techniken zu lernen und anzuwenden, um meine Illustrationen zu kreieren.

Was gefällt dir an deiner Kunstrichtung?

Bern: Ich versuche, Charaktere oder Posen zu kreieren, die wir in der realen Welt normalerweise nicht fi nden. Ich mag Frauen; sie sind die Grundlage meiner Inspiration. Ich fi nde außerdem, dass metallisch glänzendes Chrom sehr sexy ist. Menschliche Körper sind uns sehr vertraut, aber sie mit glänzendem Metall zu kombinieren, kann wirklich sehr exo tisch und interessant sein.

Illustrationen der 80er Jahre waren wie ein Traum für mich, als ich ein Kind war, und manchmal fühlte ich mich machtlos, weil ich nichts mit dieser Kunst machen konnte als sie anzuschauen. Aber die Fähigkeit zu besitzen, den Stil selber zu entwickeln, der meine Kunst seit meiner Kindheit inspirierte, ist wie ein Geschenk und das, was ich daran am meisten mag.

Was, glaubst du, macht deine Kunst so besonders?

Bern: Viele Künstler malen hyperrealistisch, benutzen sogar Referenzbilder, um genau das Gleiche zu malen. Aber es ist kein Talent, eine Illustration zu machen, die genauso aussieht wie ein Foto. Dabei geht es nur um Technik. Wenn ich meine Kunst anschaue, weiß ich, wieviel Arbeit ich da reingesteckt habe, um eine einzigartige Idee zu entwickeln, die innovativ sein kann. Heute gibt es nicht viele Künstler, die meinen Stil und meine Technik verwenden, und es ist nicht digital. Das ist es, was es besonders macht.

Wie lange arbeitest du schon in Kombination mit der Airbrush-Technik?

Bern: Ich habe erst vor 4 Jahren begonnen, mit einer sehr billigen Airbrush zu arbeiten. Bald darauf kaufte ich ein Set mit einer Iwata Airbrush und Kompressor, um sie mit anderen Techniken zu kombinieren.

Hast du mal einen Airbrush-Kurs besucht oder hast du dir die Technik selbst beigebracht?

Bern: Ich habe nie ein Airbrush-oder Kunstseminar besucht. Ich habe es mir selbst beigebracht, indem ich Bücher gelesen und Videos angeschaut habe von Künstlern wie Drew Struzan, Boris Vallejo und Hajime Sorayama. Jeder von ihnen benutzt andere Techniken, aber sie bieten ein riesiges Repertoire an Wissen. Ich habe immer und immer wieder Fehler gemacht, zum Beispiel die Airbrush falsch benutzt, und habe diverse Illustrationen zerstört, weil ich nicht den richtigen Druck eingestellt oder nicht das richtige Mischverhältnis bei den Farben berücksichtigt hatte. Aber man lernt bei der Arbeit, es gibt keinen anderen Weg.

Was schätzt du an der Arbeit mit der Airbrush?

Bern: Ich benutze die Airbrush nicht sehr viel. Es macht mich nervös und ich muss sie sehr vorsichtig einsetzen. Aber die Airbrush in den richtigen Momenten einzusetzen, in Kombination mit anderen Techniken, ist meiner Meinung nach der Schlüssel zu einem guten Ergebnis. Mit der Airbrush er reiche ich sehr schnell perfekte Farbübergänge in großen Bereichen und es gibt einen schönen, weichen Look.

Welche Farben und Geräte benutzt du?

Bern: Ich arbeite ausschließlich mit Liquitex Acrylfarben. Die funktionieren perfekt in der Airbrush und lassen sich einfach nur mit Wasser verdünnen. Ich benutze keinen Verdünner. Um eine Acryl-Lasur und kleine Details aufzutragen, bevorzuge ich, mit japanischen Menso-Pinseln zu arbeiten. Die sind perfekt für Acryl-Lasuren und um feine Details zu malen.

Auf welchen Untergründen gestaltest du deine Motive?

Bern: Am meisten benutze ich Crescent Board. Es hat eine perfekte glatte Oberfl äche für Acryl-Lasuren und ist auch perfekt zum Airbrushen. Abhängig von der Illustration, die ich gerade mache, oder der Größe der Figur benutze ich 50 x 76 oder 38 x 50 cm Kartons. Vor Jahren habe ich MDFPlatten verwendet, die ich mit Gesso grundiert habe, um kleine Bilder mit verschiedenen Techniken zu erstellen, die ich heute aber nicht mehr anwende.

Wie kommst du auf deine Motive?

Bern: Manchmal habe ich eine bestimmte Idee in meinem Kopf oder fi nde einfach ein großartiges Bild, dass mich dazu inspiriert, etwas anderes zu kreieren. Ich versuche immer wieder, eine andere Kunst außer Pin-up zu schaffen, aber früher oder später komme ich zu den Frauenkörpern zurück. Das kommt ganz natürlich.

Arbeitest du mit Modellen?

Bern: Ich habe früher mit Vorlagen aus Magazinen gearbeitet, mit verschiedenen Bildern. Es ist unmöglich, das perfekte Referenzbild im Internet oder in einer Zeitschrift zu fi nden, und es kann ewig dauern, genau das zu fi nden, was du brauchst, um deine Idee zu entwickeln. In diesen Fällen habe ich also mich selbst oder meine Frau als Vorlage benutzt. Einmal hatte ich eine sehr schöne Fotovorlage aus einer Modezeitschrift, aber die Beine des Models fehlten auf dem Bild. Also habe ich ein Foto von meiner Frau in der gleichen Pose benutzt, um die Beine und die Füße hinzukriegen. Mit einer Lampe habe ich die gleiche Lichtrichtung auf den Körper konstruiert. Manchmal sind meine Vorlagen keine Körper, sondern nur Metallobjekte wie ein Auto-Emblem, ein Duschkopf oder ähnliches, um die metallischen Texturen zu malen.

Hast du mal einen Kurs bei Sorayama besucht?

Bern: Nein, habe ich nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob er jemals einen Workshop gegeben hat, während er ein erfolgreicher Künstler war. Ich habe mir meine Fähigkeiten aus seinen Tutorials in seinen Kunstbüchern angeeignet. Meiner Meinung nach ist der beste Weg für Herrn Sorayama, Kurse zu geben, durch seine Kunstprodukte. Ich schätze, das ist der Preis, den ich an Sorayama für sein Training bezahlt habe. Nachdem ich Sorayamas Techniken für lange Zeit benutze, verstehe ich, wie er die meisten seiner Illustrationen entwickelt hat, nur indem ich sie anschaue. Wenn du erstmal weißt, wie die Technik funktioniert, ist es dein Talent, das die Qualität beim Entwickeln deiner eigenen Kunstwerke bestimmt.

Gibst du selber Seminare?

Bern: Nicht wirklich. Ich arbeite 9-10 Stunden am Tag als Design-Ingenieur, danach gehe ich schnell in mein Studio und starte meine 3-4-stündige Kunstsession jeden Tag. Ich habe also nicht viel Zeit für andere Dinge.

Was sind deine nächsten Projekte?

Bern: Ich kann nicht zu sehr ins Detail gehen über meine nächsten Illustrationen, aber ich will mich mehr und mehr auf Retro-Futuristisches Modedesign konzentrieren, und auf Bodybuilding-Kunst. Ich habe außerdem ein paar Ausstellungen in London.