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BESSER ALS GOPRO?


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 06.05.2022

Action-und 360-Grad-Kamera

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Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 10/2022

Die ?Twin Edition? enthält drei Aufsätze: Basis-, Actioncam-und 360-Grad-Modul.

Beim Thema Actioncams denken die meisten Menschen sofort an GoPro. Kein Wunder: Kameras wie die GoPro Hero10 Black sind richtig gut, und das US-Unternehmen ist auf quasi jedem Sportevent vertreten. Der Hersteller glänzt aber auch bei den 360-Grad-Kameras – mit der GoPro Max.Was der Kameraspezialist nicht kann: beides gleichzeitig! Und genau hier setzt die Insta360 One RS an. Dank modularer Bauweise wechseln Nutzerinnen und Nutzer kurzerhand vom 360-Grad-Würfel in den Actionmodus. COMPUTER BILD hat die Kamera zum Zusammenstecken getestet.

AUFNAHMEMODI IM DETAIL

Die Insta360 One RS bietet mit ihren Modulen viele verschiedene Videomodi für diverse Aufgaben. COMPUTER BILD erklärt, welche Möglichkeiten es gibt.

Active HDR: Sorgt durch Mehrfachbelichtung für besonders kontrastreiche Bilder. Durch den speziellen 48-Megapixel-Sensor klappt das auch in Videos und ohne ...

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... Nebenwirkungen wie Farbsäume. Allerdings sind maximal 30 Bilder pro Sekunde möglich.

Timelapse: Der Zeitraffer schrumpft längere Zeiträume zu einer kürzeren Sequenz zusammen. So sieht man beispielsweise einen Sonnenaufgang innerhalb von wenigen Sekunden.

Zeitlupe: Verlangsamt Aufnahmen bis zu einem Viertel der Originalgeschwindigkeit. In Full-HD-Auflösung sind 200 Bilder pro Sekunde möglich.

Loop-Aufnahmen: Zeitschleifen, die eine Szene durchgehend wiederholen.

Bullet-Time: Die Kamera kreist an einer speziellen Selfie-Stange (45 Euro) über dem Filmer und nimmt dabei ein Rundum-Video auf.

TimeShift: Der Zeitversatz ermöglicht verschiedene Geschwindigkeiten innerhalb der Wiedergabe. So lassen sich etwa langweilige Passagen beschleunigen, interessante Momente bleiben im normalen Tempo zu sehen oder erscheinen in Zeitlupe. Diese Tempowechsel machen Videos interessanter.

Würfel für unterwegs

Trotz Baukasten-Prinzip wirkt die Insta360 One RS nicht etwa wie ein billiges Spielzeug, sondern richtig wertig. Neben der Grundplatte mit Akku bietet die getestete „Twin Edition“ drei Module:

Das Basismodul ist ein Würfel mit winzigem Touchscreen (3,1-Zentimeter-Bilddiagonale) sowie zwei Bedienknöpfen (Einschalter und Auslöser) und gehört immer zum Aufbau. Das Actioncam-Modul ermöglicht hochauflösende 4K-Aufnahmen mit bis zu 60 Bildern in der Sekunde (frames per second, fps), einen Breitbildmodus im Kinoformat 21:9 bei wahlweise 24 oder 25 fps und sogar HDR (High Dynamic Range) für kontrastreichere Fotos und Videos. Das dritte Modul nimmt 360-Grad-Clips auf. Dazu ist es mit zwei gegenüberliegenden Objektiven ausgestattet, die zusammen mit bis zu 5,7K bei 30 fps filmen.

Der Wechsel der Module ist denkbar einfach: Dank einem Stecksystem lässt sich das gewünschte Objektiv mit einem Handgriff auf der Basis befestigen. Beide Teile zusammen werden dann auf die Grundplatte geklemmt, fertig ist die Kamera.

Angst, dass zwischen den Modulen Feuchtigkeit eindringt, müssen Filmer nicht haben: Laut Hersteller ist die Kamera bis zu 5 Meter Tiefe wasserdicht – ein Bad in der Test-Wassersäule überlebte die Technik ohne Probleme.

Mit alten Schwächen

Die Insta360 One RS ist der direkte Nachfolger der Insta360 One R und technisch verwandt. Das ist einerseits gut, weil sich laut Hersteller mit der neuen Version auch vorhandene Module problemlos nutzen lassen, etwa das Leica-Kameramodul mit großem 1-Zoll-Bildsensor.

Andererseits hätten die Chinesen die Akkuplatte aber gern mal überarbeiten dürfen: Das Modul hat weiterhin keinen eigenen Ladeanschluss, stattdessen muss zum Aufladen das Basismodul mit seinem USB-C-Anschluss aufgesteckt sein. Dadurch lässt sich die Kamera während eines Ladevorgangs nur begrenzt nutzen – selbst wenn mehrere Ersatzakkus vorhanden sind. Abhilfe schafft ein zusätzlicher Lade-Hub für 50 Euro extra.

Mäßige Akkulaufzeit

Ein zusätzlicher Akku ist je nach gewünschter Aufnahmedauer empfehlenswert. Gerade Extremsportler, die für ihre abenteuerlichen Videos teilweise mehrere Stunden in der Natur unterwegs sind, benötigen entsprechend viel Power – oder eine ausdauernde Powerbank als Plan B. Immerhin: Bei Full HD (1920 x 1080 Pixel) mit 60 fps kommt die Insta360 One RS auf rund 90 Minuten. Je höher die Auflösung, desto schneller geht dem Akku aber die Puste aus.

DIE BESTEN ACTION-KAMERAS

GoPro Hero10 Black

Spitzenreiter bei den Actioncams ist aktuell die GoPro Hero10 Black mit knackiger Bildqualität, überragender Stabilisierung und zahlreichen Aufnahmemodi. Los geht’s ab 460 Euro.

TESTERGEBNIS gut 1,5

DJI Action 2

Ebenfalls modular gebaut ist die DJI Action 2, Magnete und Klammern halten die Elemente zusammen. Die Videos gefielen mit natürlichen Farben und guter Stabilisierung. Kostenpunkt: ab 320 Euro.

TESTERGEBNIS gut 1,8

GoXtreme Black Hawk+

Die GoXtreme Black Hawk+ liefert ordentliche 4K-Videos, jedoch ohne ausgefeilte Bildstabilisierung. Gut: Die Kamera mit jeder Menge Zubehör kostet nur 150 Euro.

TESTERGEBNIS gut 2,2

DIE BESTEN 360-GRAD-KAMERAS

GoPro Max

Einfache Bedienung, tolle Aufnahmen, ein guter Bildstabilisator und sechs Mikrofone – die GoPro Max bietet ein prima Gesamtpaket für knapp 500 Euro.

TESTERGEBNIS gut 2,2

Insta360 One X2

Die Insta360 One X2 setzt ebenfalls auf 360-Grad-Aufnahmen mit 5,7K-Auflösung bei 30 fps. Die starke App ist die gleiche wie bei der getesteten One RS. Preis: ab 425 Euro.

TESTERGEBNIS gut 2,3

Samsung Gear 360

360-Grad-Aufnahmen mit der 360-Grad-Kugel. Die recht ansehnlichen Clips lassen sich auf Wunsch sogar via Virtual-Reality-Brille ansehen. Toll: mit 130 Euro sehr günstig.

TESTERGEBNIS befried. 2,6

Bei 4K-Videos mit 60 fps hielt der Akku gut 70 Minuten durch, im 360-Grad-Modus reichte es für knapp über eine Stunde. So langes Dauerfilmen klappt aber nur, wenn die Kamera etwas Fahrtwind, Wasser oder Schnee zur Kühlung abkriegt.

Denn bei 4K und 360 Grad erhitzt sich das Basismodul spürbar. Bei Zimmertemperatur ohne Kühlung schaltete sie sich im Test nach 30 bis 45 Minuten wegen Überhitzung ab.

Stabilisierung und Active HDR

Die Aufnahmen mit 4K-Modul sind angenehm scharf und kontrastreich. Mit dunklen Situationen und schattigen Orten hat die Kamera aber etwas Mühe, da rauschen die Bilder. Farben kommen gut zur Geltung und wirken etwas dezenter als beim Konkurrenten GoPro. Der erlaubt dafür auch Zeitlupenaufnahmen in voller Auflösung (4K bei 120 fps). Die Breitbild-Videos der Insta360 haben mit 6016 x 2560 Bildpunkten eine nochmals höhere Auflösung und bieten damit Reserven für Ausschnittkorrekturen.

Für wackelfreie Videos soll die FlowState-Stabilisierung sorgen. Das Vorgängermodell kam beim Entwackeln nicht an die überragende GoPro-Stabilisierung Hypersmooth 4.0 ran, die neue Insta macht das schon besser: Fordernde Fahrten auf den Pflastersteinen der Hamburger Speicherstadt bügelte die Kamera sehr gut glatt, nur ein leicht zitternder Horizont zeugte vom heftigen Straßenbelag. Konkurrent GoPro wirkte im direkten Vergleich etwas ruhiger, kam aber zuweilen um so heftiger aus dem Tritt.

Bei der Insta360 ist außerdem als neuer Videomodus „Active HDR“ an Bord. Ist der aktiviert, nimmt die Kamera jedes Einzelbild mit unterschiedlichen Belichtungszeiten gleichzeitig auf – der 48-Megapixel-Sensor bietet dafür genügend Reserven. Das klappt aber nur mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde, schnelle Bewegungen sehen damit also weniger ruhig und flüssig aus.

Im Gegenzug gibt es eine gewaltige Bilddynamik mit gut durchgezeichneten Schatten und ohne ausgefressene Lichter selbst im direkten Gegenlicht. Für Fotos steht der HDR-Modus ebenfalls zur Verfügung.

Top Rundumsicht

Bei 360-Grad-Aufnahmen lässt die Insta360 die Muskeln spielen. Die Kamera filmt einen Rundumblick mit 5760 x 2880 Pixeln und 30 Bildern pro Sekunde, Fotos schießt sie mit einer Auflösung von 6080 x 3040 Pixeln. Für Aufnahmen sitzen am 360-Grad-Modul zwei Objektive, die jeweils einen Blickwinkel von 180 Grad abdecken. Die One RS fügt das Bildmaterial dann zusammen. Bei der Wiedergabe ist aus dem Rundumblick die gewünschte Perspektive wählbar – mit der Maus oder per Fingerwisch am Touchscreen.

Auch im Filmschnitt lässt sich die Blickrichtung festlegen, perfekt für die Wiedergabe beim Familienabend am heimischen Fernseher. Mit der vielseitigen und einfach bedienbaren Insta-360-App klappt das sehr einfach. Die 360-Grad-Bilder lassen sich sogar live ins Internet übertragen und auf YouTube & Co. präsentieren.

Die Kamera hört zu

Zu Bewegtbildern gehört in der Regel auch Sound. Klar: Man will beim Sprung aus einem Flugzeug ja nicht nur den freien Fall sehen, sondern auch den zugehörigen Schrei hören. Die Insta360 One RS nimmt den Klang aus der Umgebung passabel auf und filtert gut Windgeräusche. Für dialoglastige Filme reicht die Qualität aber nicht, der Ton wirkt etwas hohl verfälscht. Auf Wunsch hört die Kamera übrigens sogar aktiv zu und reagiert auf Sprachbefehle für eine rudimentäre Steuerung.

Lieber App als Touchscreen

Das Kameramodul bietet ein ganzes Füllhorn unterschiedlicher Modi. Sämtliche Einstellungen lassen sich direkt am reaktionsfreudigen Touchscreen des Moduls vornehmen. Da der allerdings nur briefmarkengroß ist, erfordert die Bedienung ruhige wie spitze Finger. Besser klappt’s über die App „Insta360“.

Per Smartphone ist die Auswahl der Modi einfacher, außerdem gibt die App einen besseren Überblick über die Einstellungen.Auch Fernauslösen ist möglich.

Zusätzlich bietet die App viele Möglichkeiten zur Bearbeitung von Fotos und Videos: Änderungen an Helligkeit, Kontrast, Farbfilter, Wiedergabegeschwindigkeit sowie das Zuschneiden von Videos sind möglich.

Für 360-Grad-Aufnahmen wichtig: der passende Bildausschnitt. Dieser lässt sich nicht nur per Fingerzeig während der Wiedergabe festlegen, sondern sogar per Gesichtstracking. Die App bleibt dann selbst in voller Bewegung fest auf die ausgewählte Person fixiert und wählt den passenden Ausschnitt. Top! Auch Firmware-Updates gibt es über die App.

Verschiedene Ausführungen

 Die Insta360 One RS ist in verschiedenen Ausführungen und Sets verfügbar. Die hier getestete „Twin Edition“ kostet im „Auf Geht’s“-Kit mit Selfie-Stange, microSD-Speicherkarte und Linsenschutz knapp über 600 Euro – genauso viel wie die GoPro Hero10 im Starterkit mit Stativ und Speicherkarte. Die günstigste Variante ist die 4K-Edition in der Standardausführung. Für erschwingliche 320 Euro bekommt der Käufer die Grundplatte, eine Halterung und Basis-sowie Actioncam-Modul. Die teuerste Option mit allen drei Kameraobjektiven (Actioncam, 360-Grad-und Leica-Modul) kostet knapp 890 Euro.

[jm]

FAZIT

Die Insta360 One RS in der „Twin Edition“ tanzt mit Actioncam-und 360-Grad-Modul auf allen Hochzeiten. Der Touchscreen ist zwar fummelig und die Akkulaufzeit etwas knapp. Dafür stimmt die Aufnahmequalität, sogar dem Vergleich mit GoPro hält die Insta locker stand. Insbesondere Bildstabilisator und HDR-Modus machen eine gute Figur. Die App überzeugt mit vielen Funktionen und Bearbeitungsmöglichkeiten sowie mit einfacher Bedienung. Die Bedienung des Basismoduls per Touch-Bildschirm ist leider etwas fummelig.