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BESSER FOTOGRAFIEREN: MANNSBILDER


fotoMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 120/2018 vom 16.11.2018

Männer überzeugend in Szene zu setzen ist deutlich schwieriger als das Fotografieren von Frauen. Eine wichtige Rolle bei Männern spielt das Licht. Wir zeigen, wie Sie beeindruckende Männerportraits anfertigen.


Artikelbild für den Artikel "BESSER FOTOGRAFIEREN: MANNSBILDER" aus der Ausgabe 120/2018 von fotoMAGAZIN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: fotoMAGAZIN, Ausgabe 120/2018

DER MANN ALS SPORTLER

Viele Sportler lassen sich gerne fotografieren. Schließlich zeigt das Bild den Mann bei etwas, was er gut kann – womöglich besser als andere. Wichtig sind das Sportgerät und eine nicht all zu weit geöffnete Blende, damit die Landschaft, in der der Sport stattfindet, erkennbar bleibt. Achtung: Die Lücke zwischen Arm und Körper (siehe Text) ist entscheidend.

KAMERA: Canon EOS 5D Mark IV

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OBJEKTIV: Sigma 1,4/35 mm
BLENDE: f/2,8

FOTO: © PERRY WUNDERLICH

KAMERA: Nikon D7100
OBJEKTIV: Nikkor 3,5-5,6/ 16-85 mm
BLENDE: f/5,6

OUTDOOR-PORTRAIT

Das Outdoor-Portrait wirkt sehr gut bei Schnee oder Regen. Wichtiger Bestandteil sind die Eis- oder Wasserbestandteile, die sich auf der Haut oder im Bart ansammeln und etwas „Wildheit“ vermitteln. Die Blende nur so weit öffnen, dass die Landschaft noch erkennbar bleibt. Möglichst ohne Blitz fotografieren, da das Foto sonst zu inszeniert wirken könnte.

KAMERA: Canon EOS 5D Mark III
OBJEKTIV: EF 2,8/24-70 mm
BLENDE: f/11

MANN UND ARBEIT

Maschinen und Fahrzeuge sind männlich konnotiert und oft Bestandteil einer Reportage. Damit die Fotos nicht zu nüchtern wirken, können Sie Männer im Gegenlicht inszenieren. Hier als Teil einer Serie über Lastkraftfahrer. Der Fotograf hat einen akkubetriebenen Profoto-Blitzkopf für die Gegenlichtinszenierung eingesetzt.

Natürlich können Sie Männer genauso fotografieren wie Frauen – selbes Licht, ähnliche Pose, gleicher Hintergrund. Allerdings verliert man dabei aus dem Blick, dass die Portraitfotografie meist eine Überhöhung der Geschlechtsidentität betreibt. So wie Frauen oft stark geschminkt sowie mit möglichst glatter Haut portraitiert werden, stellen Fotografen bei Männern gerne die Attribute heraus, die als typisch maskulin gelten.

Hartes Licht, weiches Licht

Einen großen Einfluss auf die „männliche Bildwirkung“ hat das verwendete Licht. In der Tendenz lässt sich sagen: Hartes Licht arbeitet Konturen heraus. Zu denen gehören nicht nur die Ge- sichtszüge, sondern auch Falten, Hautunreinheiten, Unebenheiten, aber auch die Wangenknochen, Bärte oder die Tiefe der Augenhöhlen.

In der Männerfotografie ist ein gewisses Maß an „Rauheit“ gewünscht, daher darf das Licht durchaus härter sein. In der Regel werden Sie es aber nicht übertreiben und statt mit einem Reflektor eher mit einem Striplight oder einer kleinen Softbox als Hauptlicht arbeiten.

Lichtrichtung

Einen vielleicht noch größeren Einfluss auf die Bildwirkung hat die Richtung des Hauptlichts: Seitenlicht betont die Konturen, ein Gegenlicht dagegen sorgt für richtige Dramatik. Letzteres kann besonders bei eigentlich „banalen“ Settings für den Kick sorgen. Außenaufnahmen kommen daher im Gegenlicht (untergehende Sonne, aber auch Fahrzeuglichter und ähnliches) besonders gut. Wichtig dabei ist ein Aufheller. Profifotografen nutzen Portys zum Blitzen, ein Systemblitz kann aber, nah genug positioniert, ebenfalls ausreichen.

Haltung!

Während sich der Blick bei Frauen oft auf Beine und Unterleib konzentriert, steht bei Männern tendenziell der Oberkörper im Vordergrund. Breite Schultern werden als „männlich“ wahrgenommen, der Bauch darf nicht dominieren. Kleiner Tipp: Die Arme sollten bei einem Halboder Ganzkörperportrait höchstens bei athletischen Männern angelegt sein. Denn tendenziell macht eine Lücke zwischen Armen und Bauch diesen etwas flacher – zumindest optisch. Generell wirken Posen, bei denen der Mann etwas mit seinen Armen tut, männlicher. Deshalb sind Werkzeuge, Sportgeräte oder Musikinstrumente wichtige Accessoires in der Männerfotografie.

KÜNSTLERPORTRAIT

Auch Männer können mit knalligen Farben oder sogar mit Rosa inszeniert werden. Allerdings wirken die Farben extravagant und transportieren so ein eher künstlerisches Klischee. Daher sind solche Farben besonders für Musikerportraits geeignet.

KAMERA: Canon EOS 5D Mark II
OBJEKTIV: EF 2,8/70-200 mm
BLENDE: f/11

FOTO: © STEPHAN ORTMANNS

FOTO: © ALEXANDER SCHMITT

KAMERA: Pentax 645Z
OBJEKTIV: SMC 4/120 mm
BLENDE: f/8

SEITENLICHT

Das klassische Portraitlicht mit einem Hauptlicht von der – der Kamera abgewandten – Seite wirkt bei Männern oft sehr vorteilhaft. Es betont jedoch Tränensäcke oder andere Hautprobleme – selbst bei diesem eher jungen Mann werden die Falten an der Stirn sichtbar. Daher sollte bei älteren Männern die zugewandte Seite zusätzlich aufgehellt werden. Am besten mit weichem Licht, z. B. einem großen Reflektor.

KAMERA: Canon EOS 5D Mark II
OBJEKTIV: EF 4/24-105 mm
BLENDE: f/4

FOTO: © STEPHAN ORTMANNS

AKT OHNE PENIS

FOTO: © ALEXANDER SCHMITT

Bei Männerakten wird man in der Regel den Penis aus dem Bild heraus halten – alles andere wirkt sonst schnell unharmonisch oder pornografisch. In den meisten Fällen reicht eine geschickte Pose aus. Im Stehen ist es das vordere Bein, bei liegenden Akten kann die Hand wie zufällig den Schritt verdecken. Andernfalls behelfen Sie sich mit selektiv gesetzter Schärfe oder auch Tüchern.

KAMERA: Canon EOS-1D X Mark II
OBJEKTIV: EF 1,2/85 mm
BLENDE: f/9

Geht es eher um Business-Portraits, so kann der Mann dennoch mit den Armen eine „erklärende“ Pose einnehmen. Ansonsten helfen natürlich klassische Kleidungsstücke wie Anzug oder Hemd mit Weste, um die Taille dünner und die Schultern breiter wirken zu lassen. Bei kräftigeren Männern sollte das Sakko tendenziell geschlossen werden, um die Mitte des Körpers für das Foto etwas schmaler zu machen. Fällt dem Fotografen oder der Fotografin gar nichts mehr ein, dann beschränken Sie sich am besten auf ein Brustportrait.

Der nackte Mann

Die Zeiten, in denen der männliche Fotograf Kamera und Blick auf das nackte weibliche Model richtet, sind zwar nicht vorbei – aber immer öfter werden auch Männer nackt portraitiert. Von Frauen wie von Männern. Auch beim Akt gilt: Seitenlicht oder Zangenlicht arbeitet Konturen heraus und lässt so – wichtig bei Männern – Muskeln sichtbar werden. Das funktioniert zwar nicht ohne weiteres bei jedem Mann, aber es hilft auf jeden Fall, wenn das Model seine Muskeln anspannt. Das erfordert etwas Übung und darf nicht verkrampft wirken. Das Abstützen an Möbeln oder anderen Gegenständen kann dabei helfen.

Während sich bei weiblichen Models die primären Geschlechtsteile nur bei wenigen Posen in das Bild drängen, steht der Fotograf bei einem nackten Mann vor der Entscheidung, den Penis in das Bild einzubeziehen oder nicht. Hier verläuft eine wichtige Trennlinie: Ohne sichtbaren Penis sind Männerakte weitgehend akzeptiert, mit Penis wirken sie – trotz der 500 Jahre andauernden Popularität von Michelangelos David – schnell pornografisch. Daher sind Sie in der überwiegenden Anzahl der Fälle gut beraten, das Bild ohne Geschlechtsteile zu komponieren. Eine entsprechende Pose (siehe links) reicht.

DIE BUSINESS-INSZENIERUNG

FOTO: © STEPHAN ORTMANNS

Die Business-Inszenierung kann mit ein paar Accessoires „gepusht“ werden: Anzug, Uhr, Hotelzimmer oder Bürogebäude. In den meisten Fällen reicht das aus. Tipp: Für die Dramatik das Licht gezielt auf das Gesicht setzen (hier mit Wabe vor der Softbox). Eine weitere Lichtquelle (hier Stehlampe) in das Bild einzuschließen transportiert die besondere Innenraumathmosphäre.

KAMERA: Canon EOS 5DS
OBJEKTIV: EF 2,8/24-70 mm
BLENDE: f/3,5

DOPPELPORTRAIT

FOTO: © ALEXANDER SCHMITT

Zwei Männer, gemeinsam vor der Kamera agierend, vermitteln immer den Eindruck von Handlung und Aktion. Dabei kann es sich um gemeinsame Arbeit oder auch Sport handeln. Wollen Sie – wie bei diesem Foto zweier Kampfsportler – die Muskeln herausarbeiten, so ist ein Streifoder Zangenlicht sinnvoll, möglichst mit Striplights. Wichtig: Die Models müssen die Muskeln anspannen können; hier durch die Pose, in der gegenseitig Körperspannung aufgebaut wird.

KAMERA: Canon EOS-1D X Mark II
OBJEKTIV: EF 1,2/85 mm
BLENDE: f/7,1


FOTO: © STEPHAN ORTMANNS

FOTO: © STEPHAN ORTMANNS