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Besser leben: Wie gut sind Kassen-Hörgeräte?


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Bildwoche - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 09.01.2020

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@@WICHTIG Nur wer gut hört, kann aktiv am Leben teilnehmen


Fotos: AdobeStock, audibene/Signia GmbH, djd/Phonak, EORA/Bernafon Hörgeräte GmbH/ Fräulein Fotograf, Getty Images, HdO, NovaSense, obs/Siemens Healthcare Sector, Unitron

Bei Maria begann es schleichend: Zunächst schien ihr der Lärm der Straße erträglicher, der alte Trockner gedämpfter, die Stimme ihres Mannes sanfter. „Doch dann habe ich irgendwann das Ticken der Wanduhr nicht mehr gehört und gemerkt: Hier stimmt was nicht“, erzählt die 57-jährige ...

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... Hessin. Der Ohrenarzt bestätigt ihren Verdacht: Maria leidet unter Altersschwerhörigkeit.

Auch zum Basispreis gibt es modernste Technik

Damit ist die Arzthelferin nicht allein: Rund 15 Millionen Deutsche haben Hörprobleme. Allerdings benutzt nur ein Zehntel davon ein Hörgerät. Zum einen denken viele dabei an wenig attraktive fleischfarbene, pfeifende Plastikbolzen im Ohr. Zum anderen scheuen einige die oftmals hohen Kosten, die man für die neuesten Modelle zuzahlen muss. Immerhin steuern laut einer Umfrage rund zwei Drittel der gesetzlich Versicherten im Schnitt 1.169 Euro für zwei Hörgeräte aus der eigenen Tasche bei. Doch das ist in vielen Fällen gar nicht nötig, erklärt der GKV-Spitzenverband der gesetzlichen Krankenund Pflegekassen. Es gibt nämlich auch schon zum Basispreis, den die Krankenkassen übernehmen, viele gute Modelle mit moderner Technik. Sie sind klein gebaut, haben eine Bluetooth- Schnittstelle, um das Smartphone direkt mit dem Gerät zu verbinden und es damit sogar zu steuern. Und Störgeräusche wie Wind, Rauschen oder Rückkopplungen werden bei Kassengeräten ebenfalls sehr gut unterdrückt.

Vor dem Kauf unbedingt einige Modelle ausprobieren

Doch mehr als jedem fünften Patienten werden die Kassenmodelle gar nicht erst angeboten, so die Kritik. Dabei sind Hörgeräte-Akustiker verpflichtet, den Versicherten mindestens ein zuzahlungsfreies Gerät vorzuführen. Denn immerhin übernehmen die Kassen gut 1.500 Euro für zwei der Mini- Apparate! Experten raten daher: Fragen Sie Ihren Akustiker gezielt nach Produkten zum Nulltarif! Und bevor Sie sich entscheiden: Probieren Sie zwei bis drei Geräte mindestens eine Woche in Ihrem normalen Alltag aus. Wie fühlt es sich an? Wie kommen Sie beim Hören klar? Wenn nachweislich nur ein teureres Modell gutes Hören ermöglicht, müssen gesetzliche Kassen die Mehrkosten auf Antrag übernehmen. Auch Maria ist momentan noch in der Testphase. Die lebenslustige Frau hat sich jetzt das zweite Kassen-Modell zur Probe mit nach Hause genommen – und ist begeistert. „Ich nehme wieder richtig am Leben teil“, freut sie sich. Und noch einen weiteren Vorteil haben die Hörhilfen: „Wenn mir andere Leute zu laut werden, drehe ich einfach die Lautstärke runter.“

Wenn der Ohrring mithört

Schmuck und Hörgerät in einem ist das Konzept von EORA (www.hoerschmuck.de). So fällt die Hilfe kaum auf

Welche Geräte die Kasse bezahlt – und welche nicht

Werden bezahlt:

KINDinicio Der Lautsprecher liegt am Ende einer dünnen Kabelleitung. Gibt’s zum Nulltarif bei Hörgeräte Kind.

Unitron Stride 500 Sorgt für guten Klang, sitzt komfortabel und bequem im Ohr – erhältlich z. B. bei Fielmann Hörakustik.

NovaSense Elite 50 Isoliert und reduziert automatisch unangenehme Hintergrundgeräusche. Gibt’s z. B. bei Geers Hörakustik.

Werden nicht bezahlt:

Siemens Ace Es ist das derzeit kleinste Hinter-dem- Ohr-Hörgerät, das auf dem Markt ist. Preis: ab 2.000 €

Signia Styletto Ultradünnes Design, mit der modernen Li- Ionen-Akkutechnologie. Preis: ab 2.700 € (nur im 2er-Pack)

Phonak Audéo M Unterstützt binaurales Streaming (in beide Ohren) von Smartphones. Ab 2.200 €