Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 8 Min.

Bessere Qualität und kompakter mit Effektiven Mikroorganismen?


GB Gärtnerbörse - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 02.06.2018

In jüngster Zeit häufen sich Berichte über gärtnerische Betriebe, die mit dem Einsatz von Effektiven Mikroorganismen (EM) bei der Pflanzenproduktion sehr gute Erfolge erzielen. Krankheiten und Schädlinge würden zurückgedrängt, die Pflanzenqualität werde verbessert und Pflanzenschutzmittel-Rückstände würden stark verringert. Diese Aussagen wecken weiteres Interesse von Gärtnern, die Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz suchen.


Artikelbild für den Artikel "Bessere Qualität und kompakter mit Effektiven Mikroorganismen?" aus der Ausgabe 6/2018 von GB Gärtnerbörse. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

‘Ice Punch’: li. ohne EM – re. EM Substrat + spritzen (11. 8.)


‘Ice Punch’: li. ohne EM – re. EM Substrat + spritzen (6. 12.)


Fotos: Hubert Hanke

Die Firma Multikraft (Pichl, ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 13,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von GB Gärtnerbörse. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 6/2018 von Klipp & Klar: Der richtige Umgang. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Klipp & Klar: Der richtige Umgang
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von Neuseeland: Branche schrumpft. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Neuseeland: Branche schrumpft
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von Aleia Roses setzt auf Nützlinge. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Aleia Roses setzt auf Nützlinge
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von Zwischenruf: Lust auf Ausbildung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Zwischenruf: Lust auf Ausbildung
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von Unternehmen: Tom Canders, Straelen: Zukunftsorientierte Entwicklung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Unternehmen: Tom Canders, Straelen: Zukunftsorientierte Entwicklung
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von Unternehmen: Regional und umweltfreundlich. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Unternehmen: Regional und umweltfreundlich
Vorheriger Artikel
Praxistipps für den Kulturerfolg
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Weniger Hemmstoffe: Rezept zur Streckungshemmung mit Hellrot
aus dieser Ausgabe

... Österreich) empfiehlt Mixturen von EM aus den Produktgruppen Pflanzenstärkungsmittel, Pflanzenhilfsmittel oder Bodenhilfsstoffe für verschiedene Einsatzbereiche und Kulturstadien. Im Folgenden wird über Untersuchungen an der LWG Veitshöchheim berichtet, bei denen es um die Frage ging, ob sich durch den Einsatz von EM bei Poinsettien eine Wuchshemmung und Qualitätsverbesserung erzielen lässt.

Es wurden parallel zwei Versuche durchgeführt:
►ein Exaktversuch mit vier Sorten und vier Wiederholungen
►ein Tastversuch mit 16 Sorten-Neuheiten in einer Wiederholung Die Kulturdaten und Behandlungen waren in beiden Untersuchungen gleich (siehe Kasten „Zum Versuch“).

Ergebnisse des Exaktversuchs

Wie wirkten die EM-Cocktails bei den einzelnen Sorten? Die Ergebnisse werden im Folgenden dargestellt.

‘Ice Punch’ (Dümmen Orange)

Die Sorte ‘Ice Punch’ reagierte ab zwei Wochen nach dem Topfen in allen drei EM-Behandlungen mit Laubvergilbungen, Verkrüppelungen und Blattfall. Dieser Zustand hielt über den gesamten Kulturbeziehungsweise Behandlungszeitraum an. Zum Kulturende waren die Pflanzen stark geschädigt, sehr klein und unverkäuflich. Die etwas geringeren Schäden waren an der Variante „EM gießen + EM spritzen“ zu sehen (siehe linkes Foto auf Seite 43).

Die restlichen drei Poinsettien-Sorten zeigten keine Schäden durch die EM-Behandlungen, reagierten aber unterschiedlich, was sich in den Messwerten und Boniturnoten zum Kulturende zeigte. Die nachfolgenden Aussagen zu den Messwerten sind statistisch abgesichert.

‘Futura Brilliant Red’ (Lazzeri)

Bei der Höhe und dem Durchmesser der Pflanzen sowie der Anzahl der Brakteen gab es in allen vier Behandlungsvarianten keine Unterschiede. Der Brakteendurchmesser war bei „EM spritzen“ kleiner als bei „EM im Substrat + EM spritzen“ und „ohne EM“. Cyathien fanden sich mit 4,4 am wenigsten bei „EM spritzen“ und mit 7,0 beziehungsweise 6,7 am meisten bei „EM im Substrat + EM spritzen“ und „ohne EM“.

Wurzelmenge und Wurzelgesundheit waren in allen Behandlungsvarianten ähnlich. Der Gesamteindruck beziehungsweise die Verkaufsqualität war mit der Note 7,1 bei „EM im Substrat + EM spritzen“ etwas besser als bei den restlichen Varianten mit Note 6,4.

‘Christmas Beauty’ (Selecta one)

Bei dieser Sorte gab es bei der Anzahl und dem Durchmesser der Brakteen und der Anzahl der Cyathien keine gesicherten Unterschiede zwischen den Behandlungen. Die Pflanzen der Variante „EM im Substrat + EM spritzen“ blieben fünf Zentimeter niedriger als die 29 Zentimeter hohen Pflanzen der Variante „EM gießen + EM spritzen“. Die Pflanzen von „EM im Substrat + EM spritzen“ blieben zudem vier Zentimeter schmaler als die von „EM gießen + EM spritzen“ und „ohne EM“.

Auch hier waren Wurzelmenge und Wurzelgesundheit in allen Varianten ähnlich. Die Note für den Gesamteindruck lag zwischen 6,2 („ohne EM“) und 6,8 („EM gießen + EM spritzen“).

‘Sonora Early White Glitter’ (Syngenta / FloriPro Services)

Hier gab es keine gesicherten Unterschiede bei den drei Merkmalen Pflanzendurchmesser, Durchmesser der Brakteen und Anzahl der Cyathien. Die Pflanzen aus den Varianten „ohne EM“ und „EM gießen + EM spritzen“ waren höher (26 cm) als die Pflanzen von „EM im Substrat + EM spritzen“ und „EM spritzen“ (23 cm). Die meisten Brakteen fanden sich mit 5,3 bei „EM im Substrat + EM spritzen“, die wenigsten mit 4,6 bei „EM gießen + EM spritzen“.

Abbildung 1: Einfluss unterschiedlicher EM-Behandlungen auf die Pflanzenhöhe ab Topfrand bei Poinsettien


Abbildung 2: Einfluss unterschiedlicher EM-Behandlungen auf den Gesamteindruck von Poinsettien (Boniturnoten von 1 = sehr schlecht bis 9 = sehr gut)


Wurzelmenge und Wurzelgesundheit waren auch bei dieser Sorte in allen vier Behandlungsvarianten ähnlich. Der Gesamteindruck wurde bei der uneinheitlich und locker aufgebauten ‘Sonora Early White Glitter’ zum Kulturende um zwei Boniturstufen nied - riger bewertet als bei den beiden vorgenannten Sorten (Note 4,6 gegenüber 6,6). Unbehandelte und mit EM behandelte Pflanzen unterschieden sich fast nicht.

ZUM VERSUCH

Behandlung mit Effektiven Mikroorganismen (EM):
Praxismischungen nach Empfehlung des Anbieters Multikraft
► Standardsubstrat ohne EM
► EM eingemischt in Substrat + EM spritzen
► Standardsubstrat, EM spritzen
► Standardsubstrat, EM gießen + EM spritzen

Bausteine der EM-Ausbringung:
► Ausspritzen der Tischflächen mit 10 % BB Boden
► „Willkommenscocktail“ (nur in Variante EM gießen): Angießen der Jungpflanzenkisten und der Töpfe unmittelbar nach dem Topfen mit 0,4 % BB Boden + 0,4 % Terrafert Boden + 0,1 % EM Keramikpulver
► „Wöchentliche Gießbehandlungen“ bis Kulturende: ab acht Tage nach dem Topfen 0,05 % BB Boden + 0,005 % Terrafert Boden, wöchentlich in das Gießwasserbecken
► „Wöchentliche Spritzbehandlungen“ bis Kulturende: ab acht Tage nach dem Topfen 0,5 % FPE (Fermentierter Pflanzenextrakt) + 2 % BB Blatt + 3 % Terrafert Blatt (ab Kalenderwoche [KW] 36 2 % wegen Blattschäden, ab KW 42 0,2 %) + 0,1 % mOlnasa Sprühmolkepulver + 0,5 % MK 5
► „Ohne EM“: jeweils nur mit Wasser behandelt

Sorten im Exaktversuch:
► Ice Punch’ (Dümmen Orange): starkwüchsig, Blätter eichenblattförmig, Brakteen pinkrot, Blattmitte leicht aufgehellt
► Futura Brilliant Red’ (Lazzeri): Wuchs mittelstark, rot
► ‘Christmas Beauty’ (Selecta one): Wuchs mittelstark, leuchtend rot
► ‘Sonora Early White Glitter’ (Syngenta / FloriPro Services): Wuchs mittelstark, breit, Blätter stark eichenblattförmig, Brakteen rot, creme-gesprenkelt, teils Brakteenblätter in marble (creme-pink

Sorten im Tastversuch: 16 (siehe Tabelle 2)
Wiederholungen: Exaktversuch vier, Tastversuch eine

Kulturdaten:
Topfen: Kalenderwoche (KW) 30/2017 in 12-cm-Töpfe
Substrat: SP T Perl modifiziert (Patzer Einheitserde) (zehn Prozent Naturton, 30 Prozent Eurohum Holzfaser, 15 Prozent Perlite, 45 Prozent Weißtorf mittlere Struktur, 1 kg Nährsalz 14-16-18 + Spurennährstoffe, Eisenchelat EDDHA 50 g/m³, 1 kg Gepac Langzeitdünger [Plantosan], pH 5,8)
Stutzen: KW 32/33 auf acht Nodien, alle Blätter belassen
Düngung: ab KW 33 Fertiplant Acid (15-10-15 + 8 CaO) 0,08 % vorbeugend gegen einen pH-Wert-Abfall während der Kultur, ab KW 37 Fertiplant Acid 0,1 %, ab KW 37 zweimal Calcinit (15,5 % N, 26 % CaO) 0,1 %
Gießwasser: verschnittenes Regenwasser, 8 °dKH
Hemmstoffe: keine, um die Wirkung der EM-Cocktails zu sehen
Pflanzenschutz: nur biologisch, KW 31 gießen vonSteinernema (500.000/m²), alle zwei WochenEncarsia formosa (fünf Tiere/m²)
Standweite: Anfangsstandweite 64 Pflanzen/m², in KW 35 Rücken auf 24 Pflanzen/m², Endstandweite KW 40 neun Pflanzen/m²
Temperatur, Lüftung, Schattierung: siehe Tabelle 1
Cool Morning: ab zwei Wochen nach dem Stutzen (KW 35 bis 38, 28. 8. bis 24. 9.), Heiztemperatur 10 °C für vier Stunden von einer Stunde vor Sonnenaufgang (SA) bis drei Stunden nach SA, Lüftungstemperatur 12 °C für zwei Stunden von SA bis zwei Stunden nach SA
Langtagbehandlung: Tagverlängerung auf 15 h (6 Uhr bis Sonnenaufgang sowie Sonnenuntergang bis 21 Uhr) KW 37 bis 39 (12. 9. bis 1. 10.), mindestens 150 bis 200 Lux beziehungsweise 2 bis 3 μmol/m²s

‘Ice Punch’: (von links): ohne EM – EM im Substrat + EM spritzen – EM spritzen – EM gießen + EM spritzen (6. 12. 17)


‘Christmas Beauty’: (v. li.): ohne EM – EM im Substrat + EM spritzen – EM spritzen – EM gießen + EM spritzen (6. 12. 17)


Haltbarkeitstest

Nach Erreichen der Verkaufsreife beziehungsweise nach der Schlussmessung wurden am 14. Dezember 2017 von jeder Parzelle zwei Pflanzen in einem Kunstlichtraum bei 20 °C und täglich 500 Lux für zwölf Stunden aufgestellt und acht Wochen lang beobachtet. Hierbei wurden die abgefallenen Blätter und die Entwicklung der Cyathien festgehalten.

Beim Anteil der abgefallenen Laubund Brakteenblätter von den anfangs vorhandenen Blättern gab es keine statistisch gesicherten Unterschiede zwischen den Behandlungen. Folgender Trend war zu sehen: Die meisten Laubblätter waren mit 28 Prozent bei „ohne EM“, die wenigsten mit 26 Prozent bei der Variante „EM spritzen“ abgefallen. Die meisten Brakteenblätter waren ebenfalls bei „ohne EM“ abgefallen (acht Prozent), die wenigsten bei der Variante „EM gießen + EM spritzen“ (fünf Prozent) (Abbildung 3).

Der Zustand der Cyathien wurde wöchentlich mit Boniturnoten von 1 bis 9 bewertet. Bei der Note 9 waren alle Cyathien vorhanden und grün (wie bei Prüfungsbeginn), bei der Note 1 waren alle Cyathien abgefallen oder braun. Auch hier gab es praktisch keine Unterschiede zwischen den Behandlungen. In Prüfungswoche zwei waren mit einer Note von etwa 8 noch fast alle Cyathien vorhanden. In Prüfungswoche fünf war dies mit etwa der Note 3 nur rund ein Viertel. Zum Prüfungsende in Woche acht war es mit einer durchschnittlichen Note von 2,5 noch etwas weniger (Abbildung 4).

Fazit des Exaktversuchs

In einem Kulturversuch an der LWG Veitshöchheim mit vier Poinsettiensorten konnte mit dem Einsatz Effektiver Mikroorganismen keine gezielte Wuchshemmung erreicht werden.

Unterschiedliche Applikationen der EM wirkten sich bei jeder der vier Sorten anders aus, wobei die Auswirkungen auf die gemessenen Parameter und die Boniturwerte bei drei Sorten nur relativ schwach waren. Bei einer der geprüften Sorten traten durch die EM-Behandlungen starke Schäden auf. Eventuell könnten mit einem Anpassen der Cocktails an die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Poinsettien-Sorten bessere Ergebnisse erzielt werden.

Alle mit EM behandelten Pflanzen (= alle gespritzt) hatten oft leichte helle Flecken auf den Laubblättern, was aber nicht als negativ für die Verkaufsqualität angesehen wurde. Die Haltbarkeit der fertigen Pflanzen wurde durch die EM-Behandlungen in der Anzucht nicht beeinflusst.

Abbildung 3: Einfluss unterschiedlicher EM-Behandlungen auf den Blattfall bei Poinsettien nach einer achtwöchigen Haltbarkeitsprüfung (Mittelwerte aus drei Sorten)


Abbildung 4: Einfluss unterschiedlicher EM-Behandlungen auf den Zustand der Cyathien von Poinsettien im Verlauf einer achtwöchigen Haltbarkeitsprüfung (Mittelwerte aus drei Sorten; Boniturnoten von 1 = alle Cyathien sind abgefallen, braun über 5 = die Hälfte der Cyathien ist vorhanden bis 9 = alle Cyathien sind vorhanden)


Ergebnisse des Tastversuchs

Die Behandlungen der 16 Poinsettien-Neuheiten oder neueren Sorten und die Kulturdaten entsprachen denen des oben beschriebenen Exaktversuchs (siehe Kasten „Zum Versuch“).

Die Sorten ‘Alaska’ (Lazzeri) und ‘Leona Red’ (Beekenkamp) reagierten ab zwei Wochen nach dem Topfen in allen drei EM-Behandlungen mit Laubvergilbungen, Verkrüppelungen und Blattfall. Dieser Zustand hielt über den gesamten Kulturbeziehungsweise Behandlungszeitraum an. Zum Kulturende waren die Pflanzen stark geschädigt, sehr klein und unverkäuflich. Bei diesen zwei Sorten waren die geringeren Schäden an der Variante „EM gießen + EM spritzen“ zu sehen (‘Alaska’ siehe linkes unteres Foto auf der rechten Seite).

Die restlichen 14 Poinsettien-Neuheiten zeigten keine Schäden durch die EM-Behandlungen, reagierten aber unterschiedlich im Hinblick auf Pflanzengröße und Boniturwerte. Einzelne Sorten wuchsen mit EM-Behandlung sogar etwas kräftiger.

Da es sich bei der Untersuchung um einen Tastversuch mit nur einer Wiederholung handelte, sollen im Folgenden nicht die Werte der Einzelsorten, sondern nur die Mittelwerte der Sorten als Trend betrachtet werden.

Messwerte

Die Pflanzen blieben nach einer EM-Behandlung einige Zentimeter niedriger als ohne EM-Behandlung. Nur „EM spritzen“ zeigte die niedrigsten Pflanzen (Abbildung 5). Im Durchmesser waren die Pflanzen mit und ohne EM-Behandlung ähnlich groß. Bei einzelnen Sorten wie ‘Alpina’ (siehe rechtes unteres Foto oben) gab es auch abweichende Reaktionen mit deutlich schmaleren Pflanzen in der Variante „EM spritzen“. Die Brakteen blieben bei „EM spritzen“ zwei bis drei Zentimeter kleiner als in den anderen EM-Varianten und in der unbehandelten Variante.

Flecken auf den Laubblättern in der Variante „EM spritzen“


‘Alaska’: (von links): ohne EM – EM im Substrat + EM spritzen – EM spritzen – EM gießen + EM spritzen (6. 12. 17)


Blick auf den Tastversuch mit 16 neuen und neueren Sorten


‘Alpina’: (von links): ohne EM – EM im Substrat + EM spritzen – EM spritzen – EM gießen + EM spritzen (6. 12.


Boniturwerte

Bei allen drei erfassten Boniturkriterien gab es keinen eindeutigen Trend gegen oder für die EM-Behandlungen. Die Bewurzelung (äußerlich sichtbare Wurzelmenge) war bei allen Varianten ähnlich schwach. Die Wurzelqualität (Wurzelgesundheit) war überall gut und lag ohne EM zwischen den Noten der EM-Varianten.

Der Gesamteindruck (Verkaufsqualität) war mit und ohne EM mittel (Note 5). Nur bei der Variante „EM gießen + EM spritzen“ war er gut (Note 7).

In allen vier Kulturvarianten wurden die Sorten im Durchschnitt innerhalb von zwei Tagen (10. bis 12. Dezember) verkaufsreif. Eine Parzelle galt als verkaufsreif, wenn die Hälfte der Pflanzen mindestens eine voll ausgereifte Cyathie besaß.

Bei der Neuheitensichtung fielen ‘Alpina’ und ‘Alaska’ von Lazzeri mit ihrer reinweißen Brakteenfarbe auf.

Abbildung 5: Messwerte von Poinsettien bei der Schlussauswertung nach unterschiedlicher EM-Behandlung (Mittelwerte aus 14 Sorten)


Fazit des Tastversuchs

In einem Tastversuch wurden 16 überwiegend neue Poinsettien-Sorten mit unterschiedlichen Strategien des Einsatzes von Effektiven Mikroorganismen (EM) behandelt. Bei einer weißen und einer roten Sorte verschiedener Herkunft traten ab einigen Tagen nach Behandlungsbeginn starke Schäden auf. Die übrigen Sorten reagierten teils nicht oder unterschiedlich schwach auf die EM-Behandlungen. Im Sortendurchschnitt war ein Trend hin zu kompakteren Pflanzen bei der Variante „EM spritzen“ und ein Trend hin zur Verbesserung des Gesamteindrucks bei der Variante „EM gießen + EM spritzen“ zu sehen. Eventuell ließen sich auch hier mit einem Anpassen der Cocktails an die Bedürfnisse der einzelnen Sorten bessere Ergebnisse erzielen.