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Best of Tattva: Erweitern Sie Ihr Bewusstsein!


Tattva Viveka - epaper ⋅ Ausgabe 78/2019 vom 01.03.2019

Außersinnliche Fähigkeiten von Menschen und Tieren


Der durch seine Theorie der morphogenetischen Felder weltweit bekannt gewordene Biologe Rupert Sheldrake untersucht hier die außersinnlichen Fähigkeiten von Menschen und Tieren. Viele Menschen kennen das Phänomen, dass sie merken, wenn sie von hinten angestarrt werden, oder wissen, wer am Telefon ist, bevor sie abheben. Für Sheldrake ist das Bewusstsein (the mind) ein Feld, dass weit über das Gehirn hinausgeht und morphogenetisch mit allem verbunden ist.

Wie wurden in der Annahme erzogen, dass sich unser Bewusstein in unseren Köpfen befindet, dass ...

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... geistige Aktivität nichts weiter ist als Hirnaktivität. Stattdessen schlage ich vor, dass sich unser Geist weit außerhalb unserer Gehirne erstreckt, er erstreckt sich über Felder, die uns mit unserer Umgebung und untereinander verbindet.

Mentale Felder haben ihren Ursprung im Gehirn, wie auch magnetische Felder ihren Ursprung im Magneten selber haben, oder auch wie Übertragungsfelder, die Mobiltelefone umgeben, ihren Ursprung im Handy und dessen internen elektrischen Vorgängen haben. Genau wie sich magnetische Felder um einen Magneten herum ausdehnen, und wie elektromagnetische Felder Mobiltelefone umgeben, so umgeben mentale Felder unser Gehirn.

Mentale Felder helfen, Phänomene wie Telepathie, das Gefühl, angestarrt zu werden und andere weit verbreitete, aber unerklärliche Fähigkeiten zu erklären. Mentale Felder unterliegen vor allem auch der normalen Wahrnehmung.

Sie sind ein essentieller Teil des Sehens.

Bilder außerhalb unserer Köpfe

Schauen Sie sich um! Befinden sich die Bilder, die Sie sehen, innerhalb Ihres Gehirns? Oder befinden sie sich außerhalb von Ihnen – dort, wo sie zu sein scheinen? Gemäß der konventionellen Theorie findet hier ein Ein-Wege-Prozess statt: Das Licht dringt ein, aber nichts wird nach außen projiziert.

Der Weg des Lichts von außen nach innen ist hinlänglich bekannt. Während Sie diese Seite betrachten, dringt reflektiertes Licht von der Seite über das elektromagnetische Feld in Ihre Augen ein.

Unser Geist greift über mentale Felder nach dem, was wir aktuell sehen.

Die Linse des Auges bündelt das Licht und bildet das Bild – auf den Kopf gestellt - auf Ihrer Retina ab. Das Licht, das auf die in der Retina befindlichen Rezeptoren (Stäbchen und Zäpfchen) fällt, verursacht in diesen Rezeptoren elektrische Veränderungen, die wiederum strukturierte Veränderungen in den Nerven der Retina auslösen. Diese Nervenimpulse werden über den Sehnerv in das Gehirn weitergeleitet, wo sie komplexe Muster elektrischer und chemischer Aktivität hervorrufen. So weit, so gut. All diese Vorgänge können sehr detailliert beobachtet werden. Neurophysiologen und andere Experten auf dem Gebiet der visuellen Wahrnehmung und der Hirnaktivität haben diese Vorgänge bereits ausführlich untersucht.

Aber dann passiert etwas sehr Mysteriöses. Sie erfahren bewusst, was Sie sehen (nämlich diese Seite vor Ihnen). Sie werden sich auch der gedruckten Worte und ihrer Bedeutung bewusst. Aus Sicht der zur Zeit aktuellen Theorie gibt es keinen Grund, weshalb Sie sich überhaupt irgendetwas bewusst sein sollten.

Die Mechanismen im Gehirn sollten genau so gut ohne Bewusstsein ablaufen.

Die herkömmliche Theorie des Sehens bezieht sich auf alle Tierarten mit bilderzeugenden Augen. Sie erklärt nicht, warum es bewusstes Sehen bei irgendwelchen Tieren, oder bei Menschen, gibt. Das Nervensystem arbeitet nach dieser Theorie nur unbewusst, verarbeitet Daten wie ein Computer.

Dann tritt ein weiteres Problem auf. Wenn Sie diese Seite betrachten, haben Sie nicht das Gefühl, dass sich das Bild innerhalb Ihres Gehirns befindet. Stattdessen nehmen Sie das Bild ca. 60 cm vor Ihnen wahr. Das Bild befindet sich außerhalb Ihres Körpers.

Trotz all ihrer hoch entwickelten physiologischen Erkenntnisse kann die herkömmliche Theorie diese unmittelbare und direkte Erfahrung nicht erklären.

Sie postuliert vielmehr, dass sich all Ihre Erfahrungen und Wahrnehmungen in Ihrem Gehirn befinden – nicht dort, wo sie sich zu befinden scheinen.

Die grundlegende Annahme, die ich vorschlage, ist so einfach, dass es schwierig ist, sie zu erfassen. Das Bild, das Sie sich von dieser Seite machen, ist genau dort, wo es auch zu sein scheint: Vor Ihren Augen, nicht dahinter. Es befindet sich nicht innerhalb Ihres Gehirns, sondern außerhalb.


Parapsychologische Laboruntersuchungen haben bereits statistisch signifikante Hinweise für Telepathie ergeben.


So gesehen umfasst das Sehen sowohl das Eindringen des Lichts als auch die nach außen gerichtete Projektion von Bildern. Unser Geist greift über mentale Felder nach dem, was wir aktuell sehen.

Wenn wir uns einen 15 km entfernten Berg angucken, erstreckt sich unser Geist über 15 km. Wenn wir einen weit entfernten Stern betrachten, reicht unser Geist bis in den Himmel hinaus, über wortwörtlich astromomische Entfernungen hinweg.

Das Gefühl, angestarrt zu werden

Wenn ich jemanden von hinten betrachte, passiert es manchmal, dass er oder sie sich umdreht und mich direkt anschaut.

Und manchmal drehe ich mich aus einem Implus heraus um und stelle fest, dass jemand anderes mich anstarrt.

Umfragen zeigen, dass über 90% der Leute Erfahrungen wie diese kennen.

Das Gefühl, angestarrt zu werden, sollte eigentlich nicht auftreten, wenn die Aufmerksamkeit sich komplett innerhalb des Kopfes befindet. Aber wenn sie weiter ausgedehnt ist und uns mit dem, was wir sehen, verbindet, dann könnte unser Sehen das Objekt, das wir sehen, beeinflussen. Ist es nur Einbildung, oder existiert das Gefühl, angestarrt zu werden, wirklich? Diese Frage kann durch ein einfaches und preiswertes Experiment überprüft werden. Leute arbeiten dabei paarweise.

Eine Person, das Subjekt, sitzt mit dem Rücken zur zweiten Person, dem Beobachter, der die Augen verbunden hat. Der Beobachter sitzt hinter dem Subjekt, und schaut in zufälliger Abfolge entweder auf den Nacken des Subjekts oder woanders hin, wobei er auch an etwas anderes denkt. Der Anfang jedes Durchgangs wird durch einen mechanischen Klick oder Piepton signalisiert. Jeder Durchgang dauert ungefähr zehn Sekunden und das Subjekt gibt laut vernehmbar kund, ob es angeguckt wurde oder nicht.

Genauere Anleitungen finden Sie auf meiner Website: .

Über 100.000 Durchgänge wurden bisher bereits durchgeführt, und die Ergebnisse sind überwältigend positiv und statistisch hoch signifikant, und das bei einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu mehreren Billarden gegen den Zufall.

Das Gefühl, angestarrt zu werden, tritt sogar bei Personen auf, die über eine Fernsehüberwachungsanlage beobachtet werden. Auch Tiere spüren, wenn sie von Menschen – und Menschen, wenn sie von Tieren - angestarrt werden. Dieses Gespür, diese Sensibilität auf Blicke scheint im Tierreich weit verbreitet zu sein und könnte sich durch die Raubtier-Beutetier-Konstellation entwickelt haben: Ein Tier, das spüren könnte, wenn es von einem versteckten Raubtier angeschaut wird, hätte höhere Überlebenschancen als ein Tier ohne diese Fähigkeit.

Telepathie

Gebildete Menschen wurden in der Annahme erzogen, dass es Telepathie nicht gibt. Wie andere sogenannte psychischen Phänomene wird sie als Einbildung abgetan.


Manchmal dachte ich aus keinem erkennbaren Grund an Leute, die mich prompt kurz darauf anriefen.


Die meisten Leute, die dieser Meinung sind - was ich selber auch war -, tun das nicht, weil sie das Phänomen eingehend untersucht haben. Sie tun es, weil es tabu ist, sich ernsthaft mit Telepathie zu beschäftigen.

Dieses Tabu hängt mit dem in der akademischen Wissenschaft vorherrschenden Paradigma (oder Realitäts konstrukt) zusammen, namentlich mit der «Der-Geist-sitzt-im-Gehirn”-Theorie.

Nach dieser Theorie können Telepathie und andere psychische Phänomene, die eine mysteriöse «Fernwirkung« (action at a distance) zu implizieren scheinen, unmöglich existieren.

Das Tabu reicht mindestens bis in die Zeit der Aufklärung am Ende des 18.

Jahrhunderts zurück. Aber hier soll nicht die Geschichte dieses Tabus untersucht werden (die diskutiere ich in The Sense of Being Stared At). Vielmehr will ich einige kürzlich durchgeführte Versuche zusammenfassen, die darauf hinweisen, dass es Telepathie nicht nur gibt, sondern dass sie einen normalen Teil der «tierischen« Kommunikation darstellt.

Haustiere mit übersinnlichen Fähigkeiten

Ich fing vor etwa 15 Jahren an, mich für Telepathie zu interessieren, und begann, Hinweise auf telepathische Fähigkeiten an den Tieren zu untersuchen, die uns am besten bekannt sind, nämlich Haustiere.

Ich stieß schnell auf zahlreiche Geschichten von Hunde-, Katzen-, Papageien-, und Pferdebesitzern (und Besitzern anderer Tiere), die darauf hindeuteten, dass diese Tiere anscheinend fähig sind, die Gedanken und Absichten ihrer Besitzer zu «lesen«.


Telepathie und auch das Gefühl, angestarrt zu werden, sind nur dann paranormal, wenn wir «Normalität« gemäß der Theorie definieren, dass der Geist auf das Gehirn beschränkt ist.


Über öffentliche Aufrufe habe ich eine große Sammlung solcher Geschichten erstellt, die zur Zeit über 3.500 Fallgeschichten umfasst. Diese Geschichten fallen in mehrere Kategoriern. Zum Beispiel berichten viele Katzenbesitzer, dass ihre Tiere ein Gespür dafür zu haben scheinen, wenn sie vorhaben, die Tiere zum Tierarzt zu bringen, sogar bevor sie den Katzenkorb hervorgeholt oder ihnen sonst irgendeinen Hinweis auf ihren Plan gegeben haben. Einige Leute sagen, dass ihre Hunde wissen, wenn sie vorhaben, mit ihnen Gassi zu gehen, sogar wenn sie sich in einem anderen Raum außerhalb der Hör- und Sichtweite des Hundes aufhalten, und auch wenn sie bloß darüber nachdenken, mit dem Hund vor die Tür zu gehen. Natürlich findet keiner dieses Verhalten überraschend, wenn die Gassi-Geh-Zeiten regelmäßig sind, oder wenn die Hunde sehen, wie sich ihr Herrchen auf den Spaziergang vorbereitet, oder wenn das Wort «Gassi« fällt. Sie glauben, dass es sich um Telepathie handelt, weil das Verhalten auch dann aufzutreten scheint, wenn es solche Hinweise nicht gibt.

Eine der verbreitetsten und am besten überprüfbaren Behauptungen über Hunde und Katzen ist, dass sie wissen, wann ihr Besitzer nach Hause kommt, in einigen Fällen bereits 10 Minuten oder mehr vor der tatsächlichen Ankunft. Bei einer Umfrage in zufällig ausgewählten Haushalten in Großbritannien und Amerika fanden meine Kollegen und ich heraus, dass etwa 50% der Hunde- und 30% der Katzenbesitzer glauben, dass ihre Tiere vorhersehen können, wann einer der Familienmitglieder nach Hause kommen.

In hunderten auf Video dokumentierten Versuchen konnten meine Kollegen und ich zeigen, dass Hunde auf die Absicht ihres Herrchens, nach Hause zu kommen, reagieren, sogar wenn diese viele Kilometer entfernt sind, wenn sie zu einer zufällig gewählten Zeit nach Hause kommen, und sogar wenn sie mit für sie außergewöhnlichen Transportmitteln wie zum Beispiel einem Taxi unterwegs sind. Telepathie scheint die einzige Hypothese zu sein, die diesen Fakten gerecht werden kann. (Weitere Einzelheiten finden Sie in meinem Buch Dogs that Know When their Owners Are Coming Home, And Other Unexplained Powers of Animals).

Telefon-Telepathie

Im Verlauf meiner Studien über unerklärbare Fähigkeiten bei Tieren hörte ich von Dutzenden Hunden und Katzen, die Telefonanrufe ihrer Besitzer vorauszusehen scheinen können. Zum Beispiel weiß die Ehefrau eines berühmten Professors von der Universität Berkley/ Kalifornien genau, ob ihr Ehemann am anderen Ende der Leitung ist, wenn das Telefon klingelt – weil Whiskins, ihr grau-getigerter Kater, dann zum Telefon rennt und auf den Hörer tappt. «Oft gelingt es ihm, den Hörer von der Gabel zu stupsen und in die Muschel zu miauen, so dass es mein Mann am anderen Ende gut hören kann«, sagt sie. «Wenn jemand anderes anruft, nimmt Whiskins keine Notiz davon.« Die Katze reagiert sogar, wenn der Professor auf Exkursion ist und von Afrika oder Südamerika aus nach Hause telefoniert.


Die Idee eines erweiterten Geistes passt besser zu unseren Erfahrungen als die «Geist-im-Gehirn-Theorie«. Und vor allem befreit sie uns. Wir sind nicht länger eingesperrt in den engen Umfang unseres Schädels, unser Geist nicht länger getrennt von den anderen.


Dies führte mich dazu, darüber nachzudenken, dass ich selber auch solche Erfahrungen gemacht habe: Manchmal dachte ich aus keinem erkennbaren Grund an Leute, die mich prompt kurz darauf anriefen. Ich fragte meine Familie und Freunde, ob sie solche Erlebnisse auch schon einmal gehabt hätten, und ich fand schnell heraus, dass die meisten diese Erfahrungen sehr gut kennen. Einige sagten, sie wüssten, wenn ihre Mutter oder ihr Lebensgefährte oder andere wichtige Menschen sie anriefen, weil das Telefon dann anders klingeln würde! Über breit angelegte Umfragen haben meine Kollegen und ich herausgefunden, dass die meisten Leute anscheinend bereits telepathische Erlebnisse mit Telefonanrufen gehabt haben. Tatsächlich ist das die verbreitetste Art von augenscheinlicher Telepathie in der modernen Welt.

Kann das alles mit Zufall und/oder selektiver Wahrnehmung erklärt werden? Erinnern sich die Leute vielleicht nur an solche Fälle, in denen jemand, an den sie gerade gedacht haben, sie tatsächlich anrief, und vergessen sie die anderen, in denen sie mit ihrem Gefühl daneben lagen? Die meisten Skeptiker behauptem, dass das der Fall sei, aber bis vor kurzem gab es zu diesem Thema noch keinerlei wissenschaftliche Untersuchung.

Ich habe ein einfaches Experiment entworfen, wie man Telefon-Telepathie testen kann. Die Versuchspersonen erhalten einen Anruf von einem von vier verschiedenen Anrufern zu einer vorher festgelegten Zeit. Sie suchen die vier möglichen Anrufer selber aus, meistens enge Freunde oder Familienangehörige.

Für jeden Durchgang wird der Anrufer vom Versuchsleiter nach dem Zufallsprinzip durch Würfeln ausgewählt. Die Versuchsperson muss angeben, um welchen Anrufer es sich handelt, bevor der Anrufer etwas sagt. Wenn die Leute nur raten würden, würden sie in 25% der Fälle richtig tippen.

Bisher haben wir über 800 Versuche durchgeführt. Die durchschnittliche Erfolgsrate lag dabei um 42%, also signifikant höher als die erwarteten 25%, mit astronomisch hohen Wahrscheinlichkeiten gegen den Zufall.

Wir haben auch eine Reihe von Versuchen durchgeführt, in denen zwei der vier möglichen Anrufer der Versuchsperson bekannt waren, die anderen beiden waren Fremde, deren Namen der Versuchsperson zwar bekannt waren, die sie jedoch noch nie getroffen hat. Bei den bekannten Anrufern lag die Erfolgsrate bei 56%, statistisch hoch signifikant. Bei Unbekannten ergab sich die Zufallsrate, was mit der Beobachtung in Einklang steht, dass Telepathie üblicherweise zwischen Personen stattfindet, die emotional oder sozial miteinander verbunden sind.

Außerdem haben wir festgestellt, dass die Effekte mit zunehmender Distanz nicht abnehmen. Einige unserer Teilnehmer kamen aus Australien oder Neuseeland, und gleichgültig, ob sich der Anrufer am anderen Ende der Welt oder nur ein paar Kilometer entfernt aufhielt, konnten sie ihn identifizieren.

Erweiterter Geist

Parapsychologische Laboruntersuchungen haben bereits statistisch signifikante Hinweise für Telepathie ergeben (einen guten Überblick finden Sie in dem Buch von Dean Radin: The Conscious Universe, Harper, San Francisco, 1997). Die meisten Laboruntersuchungen führten jedoch nur zu ziemlich schwachen Effekten, wahrscheinlich weil die meisten Versuchspersonen und «Sender« sich nicht kannten, und Telepathie normalerweise von den sozialen Bindungen abhängt.

Weitere Artikel zum Thema:

TV 76: Jürgern Schröter: »New Age«-Pioniere. Die Verbindung von Wissenschaft und Spiritualität

TV 68: Dipl. Chem. Werner Merker: Morphogenetisches Feld, Seele und Atmosphäre. Auf der Suche nach dem Lebendigen

TV 59: Prof. Dr. Dr. Harald Walach: Die Freiheit der Wissenschaft. Zum Buch »Der Wissenschaftswahn « von Rupert Sheldrake

TV 53: Dr. Rupert Sheldrake: Tabubruch. Die spirituelle Befreiung der materialistischen Wissenschaft

TV 14-17: Prof. Dipl. Chem. Waltraud Wagner: Energie, Information und Form. Forschungen zu morphogenetischen Feldern in England und Russland

TV 07: Rupert Sheldrake, David Lorimer: Dialog über Henri Bergson. Die Schnittstelle zwischen Gehirn und Bewusstsein Online-Symposium:

OS 2017: Dr. Rupert Sheldrake – Tabubruch in der Wissenschaft. Eine Feldtheorie des Geistes

OS 2017: Prof. Dr. Dr. Matthias Beck – Theologie und Epigenetik

Weitere Artikel:

Die Ergebnisse der Telefon-Telepathie ergeben stärkere und reliablere Effekte, da sich die Versuchspersonen hier sehr gut kennen. Ich konnte auch nachweisen, dass es verblüffende telepathische Verbindungen zwischen stillenden Müttern und ihren Babies gibt. Auch die telepathischen Reaktionen von Haustieren auf ihre Besitzer hängen von der sozialen Bindung ab.

Ich schlage folgende Annahme vor: Diese Bindungen sind Aspekte der Felder, die Mitglieder einer sozialen Gruppe verbinden (ich nenne sie morphische Felder) und die als Kanal für den Informationsfluss zwischen einzelnen Mitgliedern der Gruppe fungieren. Telepathie heißt wörtlich «Fernfühlen« und beinhaltet überlicherweise die Kommunikation von Bedürnissen, Absichten und Distress.

Manchmal wird die telepathische Reaktion als Gefühl, manchmal als Vision oder Stimmen-Hören und manchmal in Träumen erlebt. Viele Personen und Haustiere reagieren, wenn Leute, mit denen sie verbunden sind, einen Unfall hatten, oder sterben, sogar wenn diese Ereignisse weit entfernt stattfinden.

Es gibt eine Analogie für diese Prozesse in der Quantenphysik: Wenn zwei Partikel Teil desselben Quantensystems waren und räumlich getrennt werden, bleibt eine mysteriöse Verbindung bestehen.

Als Einstein dieser Bedeutung der Quantentheorie erstmals bewusst wurde, dachte er, dass die Quantentheorie falsch sein müsste, denn sie beinhaltete etwas, was er »spooky action at a distance » nannte. Experimente haben gezeigt, dass die Quantentheorie richtig ist und Einstein sich geirrt hat. Eine Veränderung eines Teils eines Systems kann unmittelbar (instantan) einen anderen Teil beeinflussen.

Dieses Phänomen ist unter dem Begriff «Nicht-Lokalität« bekannt.

Telepathie und auch das Gefühl, angestarrt zu werden, sind nur dann paranormal, wenn wir «Normalität« gemäß der Theorie definieren, dass der Geist auf das Gehirn beschränkt ist. Aber ob unser Geist weiter reicht als unser Gehirn, wofür es Anhaltspunkte gibt, und mit anderen verbunden ist, wofür es Anhaltspunkte gibt, dann müssen Phänomene wie Telepathie und das Gefühl, angestarrt zu werden, als normal betrachtet werden. Sie sind nicht «spooky« und übernatürlich, am Rande der abnomalen menschlichen Psychologie anzusiedeln, sondern vielmehr Teil unserer biologischen Natur.

Natürlich sage ich nicht, dass das Gehirn für unser Verständnis des Geistes keine Rolle spielt. Es spielt eine große Rolle, und neueste Fortschritte in der Hirnforschung führen uns zu wichtigen Erkenntnissen. Unser Geist ist in unseren Körpern gebündelt, speziell im Gehirn. Er ist jedoch nicht im Gehirn gefangen, sondern reicht darüber hinaus.

Diese Ausdehung geschieht durch die geistigen oder mentalen Felder, die sowohl innerhalb als auch außerhalb unseres Gehirns existieren.

Die Idee eines erweiterten Geistes passt besser zu unseren Erfahrungen als die »Geist-im-Gehirn-Theorie«. Und vor allem befreit sie uns. Wir sind nicht länger eingesperrt in den engen Umfang unseres Schädels, unser Geist nicht länger getrennt von den anderen. Wir sind nicht mehr entfremdet von unserem Körper, unserer Umgebung und Mitmenschen.

Wir sind miteinander verbunden.

Best of Tattva: Der Beitrag erschien zuerst in Tattva Viveka 21, Februar 2004

Zum Autor

Dr. Rupert Sheldrake, Studium der Naturwissenschaften in Cambrigde und Harvard. Promotion 1967 in Biochemie. 1974-85 als Pflanzenphysiologe in Indien tätig, dazwischen anderthalb Jahre im Ashram von Bede Griffith in Südindien. Ca. 50 Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften, zahlreiche Bücher. Mitglied am Institut for Noetic Sciences, San Francisco.