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BEST OF THE WORLD 2022


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National Geographic Traveler - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 17.12.2021

Artikelbild für den Artikel "BEST OF THE WORLD 2022" aus der Ausgabe 1/2022 von National Geographic Traveler. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

ABENTEUER

PALAU

MIT HAIEN IM PAZIFIK TAUCHEN

Alle Besucher, die am Palau International Airport aus dem Flugzeug steigen, bekommen nicht nur einen Stempel in ihren Reisepass, sondern unterzeichnen gleichzeitig auch den Palau-Pledge: „Die einzigen Fußabdrücke, die ich hinterlasse, werden die sein, die das Meer wegspült.“ Das 59 Wörter umfassende Ökoversprechen wurde von den und für die Kinder der abgelegenen Inselgruppe im Westpazifik entworfen und soll die Kultur und Natur Palaus vor den negativen Auswirkungen des Tourismus schützen. 80 Prozent der Gewässer rund um Palau – dem NATIONAL-GEOGRAPHIC-Projekt Pristine Seas zufolge eins der artenreichsten marinen Ökosysteme unseres Planeten – gehören zur Palau National Marine Sanctuary. Die 500 000 Quadratkilometer des Meeresschutzgebiets, das komplett für den Fischfang gesperrt ist, machen es zu einem der größten seiner Art. Über 700 Korallen- und mehr als ...

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... 1300 Fischarten leben hier, darunter eine überwältigende Vielfalt an Haien.

„Aus der Luft sieht Palau wie das Paradies auf Erden aus“, meint Enric Sala, Gründer des Pristine-Seas-Projekts und Explorer-in- Residence von NATIONAL GEOGRAPHIC. „Aber unter Wasser begibst du dich in eine völlig andere Welt.“

Vom 27. Februar bis zum 6. März 2022 findet zum 20. Mal die jährliche Shark Week Palau – die „Haiwoche“ – statt. Taucher können dabei zahlreiche Arten wie Graue Riffhaie, Kleine Schwarzspitzenhaie sowie Blau-, Tiger- und Hammerhaie beobachten und an Zählaktionen teilnehmen. Jeden Tag werden verschiedene Tauchplätze ausgewählt, die einen besonders hohen Reichtum an Haien und anderen Meerestieren aufweisen. Zu sehen sind so zum Beispiel auch große Ansammlungen von Mantarochen und Tausende von laichenden Fischen. Schnorchler können im Februar oder November als Teil von Exkursionen der Oceanic Society die Südliche Lagune der Rock Islands erkunden, die zum Weltnaturerbe der Unesco gehört und Riffhaie, Dugongs, Riesenmuscheln sowie marine Seen mit Tausenden von goldenen Quallen beherbergt.

Maryellen Kennedy Duckett für NG Traveler Indien

SEINE-RADWEG, FRANKREICH

BIKEN ZWISCHEN PARIS UND DEM ÄRMELKANAL

La Seine à Vélo ist ein neuer Radweg, der genauso gut aus einem Gemälde des französischen Malers Claude Monet stammen könnte. Dessen Haus in Giverny liegt mitsamt den berühmten Seerosen direkt an der Strecke. Der 430 Kilometer lange, im Oktober 2020 eröffnete Weg von Paris bis ans Meer wartet allerdings auch mit weniger bekannten Meisterwerken auf, zum Beispiel der bunten Street-Art am Canal Saint-Denis in Paris.

Radler passieren auf den 15 Abschnitten zudem Naturreservate wie das Vogelschutzgebiet Grande Noé in der Normandie, das an einer bedeutenden Zugvogelroute liegt. Ebenfalls in der Normandie lassen sich die Ruinen der Abtei von Jumièges, gegründet im Jahr 654, sowie die Abbaye Saint-Wandrille bewundern, in der Benediktinermönche Führungen durch ihr Domizil anbieten. Die Teestube und Gärten des Château de Bizy, einer 1740 erbauten königlichen Residenz, die von Versailles inspiriert wurde, laden müde Radfahrer zu einer Verschnaufpause ein.

Kunstinteressierte Biker sollten sich Zeit für einen Besuch des Museums des Impressionismus in Giverny nehmen, das sich ganz dieser revolutionären Kunstrichtung des 19. Jahrhunderts widmet.

Gabriel Joseph-Dezaize, Chefredakteur NG Traveler Frankreich

COSTA RICA

WANDERN VON EINEM OZEAN ZUM ANDEREN

Der Camino de Costa Rica zieht sich über 280 Kilometer vom Karibischen Meer bis an den Pazifischen Ozean und gibt Einblicke in eine Welt fernab ausgetretener Touristenpfade. Der Wanderweg verläuft größtenteils auf öffentlichen Straßen und passiert abgelegene Ortschaften, Territorien des indigenen Volkes der Cabecar und Naturschutzgebiete. Er wurde mit dem Ziel angelegt, die Wirtschaft in den ländlichen Gegenden anzukurbeln. Unterkünfte, Verpflegung, Touren und andere Annehmlichkeiten werden hauptsächlich von lokalen Familien, gemeinnützigen Vereinen und einem Netzwerk aus Kleinstunternehmern bereitgestellt.

Aufgrund der Abgeschiedenheit des Wegs und des flickenhaften touristischen Angebots empfiehlt die gemeinnützige Organisation Mar a Mar („Meer zu Meer“), die sich seit 2016 um die Entwicklung und Instandhaltung des Camino kümmert, einen Guide. Unternehmen wie Ticos a Pata, UrriTrek Costa Rica und ViaLig Journeys bieten geführte Wandererlebnisse an, von Tagesausflügen bis zu ein- oder zweiwöchigen Trecks von Küste zu Küste. Bei mehrtägigen Wanderungen kann man auch Abenteuern wie dem Wildwasser-Rafting auf den Stromschnellen des Flusses Pacuare frönen.

Maryellen Kennedy Duckett für NG Traveler Korea

Reisen mit NAT GEO

National Geographic Expeditions bietet eine Expeditionskreuzfahrt von Costa Rica bis Panama an: nationalgeographic expeditions.de

NEW BRUNSWICK, KANADA

DIE SEEPROVINZEN ZU FUSS ERKUNDEN

Das Ureinwohnervolk der Mi’kmaq erzählt sich eine Legende über einen Felsen in Form einer Schildkröte, der bei den Nepisiguit Falls in der kanadischen Provinz New Brunswick zu finden ist. Wenn der Wasserspiegel fällt, scheint die „Schildkröte“ namens Egomoqaseg („Fels wie ein fahrendes Schiff “) aus dem Fluss zu klettern, so Wanderwegwart Jason Grant. Sein Schwiegervater Gilbert Sewell war ein Stammesältester der Mi’kmaq und Hüter der Sage. „Wenn die Schildkröte erst einmal aus dem Wasser ist, bedeutet das der Legende nach das Ende der Welt für die Mi’kmaq“, erzählt Grant. Er schaut jedes Jahr einmal beim Felsen vorbei und kann beruhigen: Egomoqaseg sitzt noch lange nicht auf dem Trockenen.

Die Wasserfälle liegen an einer jahrtausendealten Migrationsroute der First Nations, die zum längsten Backcountry-Trail der kanadischen Seeprovinzen ausgebaut wurde. Der 150 Kilometer lange, zerklüftete Sentier Nepisiguit Mi’gmaq Trail folgt dem Nepisiguit River und führt auf alten Transportwegen der nomadischen Mi’kmaq entlang. Um die Bedeutung der Route für das Volk hervorzuheben, wurden während der letzten Instandsetzung 2018 deren Sprache und Kultur in den Wanderweg integriert. So entstanden zum Beispiel Tipi-Camps und ein von Egomoqaseg inspiriertes Schildkröten-Logo.

Maryellen Kennedy Duckett

ARAPAHOE BASIN, USA

DIE ROCKY MOUNTAINS ERKLIMMEN

Für einzigartige Ausblicke auf die kontinentale Wasserscheide muss man hoch hinaus: über den höchstgelegenen Klettersteig Nordamerikas. Die Via Ferrata – der „Eisenweg“, eine Kletterroute aus Metallsprossen und Kabeln – des Arapahoe Basins in den Rocky Mountains beginnt an einer Basis aus Granitfelsen und steigt von dort aus fast 365 Meter an, bis sie einen 3962 Meter hohen Gipfel erreicht. Ein Blick nach unten offenbart Aussichten auf die verwitterten Landschaften Colorados aus grünem Moos, einer rosaroten bis violetten Pflanzenwelt und natürlichen Felsgärten aus heruntergefallenen Gesteinsbrocken.

Kletterer erklimmen die Felswände mithilfe der Metallsprossen und halten sich gleichzeitig am Gestein fest oder klemmen einen Fuß in einen Spalt, um sich so nach oben abzudrücken. Um einen Sturz in den sicheren Tod zu verhindern, müssen die Sportler ihren Klettergurt immer wieder in das nächste Kabel einhängen. Die Route liegt komplett ungeschützt, und Gewitter können ganz plötzlich aufziehen.

Bergziegen schauen den Kletterern oft gleichmütig von den oberen Felsvorsprüngen aus zu, verschwinden aber, sobald die Besucher den Gipfel erreicht haben. Hier ist die Hälfte geschafft – jetzt geht es schließlich wieder nach unten.

Shauna Farnell

TAGHA ZOUT, MAROKKO

SURFEN AN EINEM DER BESTEN SPOTS NORDAFRIKAS

Wer will schon Zeit am Handy verbringen, wenn draußen Wellen, Dünen, Skaterampen und ein traditioneller Souk warten? Taghazout, das Surf-Mekka Marokkos, bietet für jede Altersklasse spannende Aktivitäten. Das ehemalige Fischerdorf an der Atlantikküste im Südwesten des Landes ist besonders bei jungen Backpackern und Surfern beliebt und schon lange kein Geheimtipp mehr (es gibt inzwischen sogar ein Hyatt Palace Resort und seit Juli 2021 das Luxushotel Fairmont Taghazout Bay).

Trotzdem hat es seinen alten, lässigen Charme und seine lokale Prägung behalten. In der Surfsaison von Oktober bis April sorgt ein stetiger Seegang aus Nordwesten für perfekte Wellen an Reef-, Point- und Beach-Breaks wie dem familienfreundlichen Panorama. Der geschützte Strand ist ideal für Anfänger. Surfzubehör kann vor Ort ausgeliehen werden, aber für die Betonwellen des Taghazout Skateparks sollte man sein eigenes Skateboard mitbringen oder kaufen. Der Park wurde 2017 von der gemeinnützigen Organisation Make Life Skate Life angelegt.

Bevor es aufs Brett geht, lohnt sich ein Ausflug in den 20 Kilometer südlich gelegenen Badeort Agadir. Im Tamara Skate Shop gibt es alles, was das Skaterherz begehrt. Der riesige traditionelle Markt Souk El Had lädt zudem auf über 13 Hektar zu einem ausgiebigen Einkaufsbummel ein. Eine geführte Sandboarding-Exkursion in Tamri (44 Kilometer nördlich von Taghazout), bei der man die Stranddünen heruntersurft, bildet den perfekten Abschluss für einen adrenalingeladenen Urlaub.

Maryellen Kennedy Duckett

KULTUR & GESCHICHTE

ATLANTA, GEORGIA, USA

SICH VON EINER STADT INSPIRIEREN LASSEN

In einer Zeit, in der das Wahlrecht in den Vereinigten Staaten immer mehr unter Beschuss gerät, lässt Atlanta mithilfe des New Georgia Project und der Fair Fight Action seine kulturellen und politischen Muskeln spielen. Beide Organisationen zur Stärkung der Wählerschaft wurden von der Aktivistin und politischen Leitfigur Stacey Abrams gegründet, die hier lebt.

Für die Metropole im südlichen Bundesstaat Georgia ist es nichts Neues, bei gesellschaftlichen Veränderungen ganz vorn mit dabei zu sein. Das meint auch Bem Joiner, Mitgründer der Kreativagentur Atlanta Influences Everything. „Atlanta ist einzigartig“, sagt er. „Wir sind die Wiege der Bürgerrechtsbewegung, bei uns ist Coca-Cola zu Hause, und unsere Hip-Hop-Kultur inspiriert globale Trends.“

Atlanta ist auch ein Zentrum schwarzen Unternehmertums: Hier sind etwa die vegetarische Burgerkette Slutty Vegan oder das Unternehmen Sustainable Home Goods ansässig. Das Viertel Old Fourth Ward wiederum bietet mit der Biggerstaff Brewing Company und dem Ponce City Market ein abwechslungsreiches Nachtleben sowie historische Highlights wie den Martin Luther King, Jr. National Historical Park.

Maryellen Kennedy Duckett

HOKKAIDO, JAPAN

DIE ANDERE SEITE JAPANS ENTDECKEN

Die Ainu sind ein Volksstamm aus dem Norden des Landes, der ab dem späten 19. Jahrhundert ein Randgruppendasein fristete. Erst 2019 wurde er von der japanischen Regierung offiziell als indigene Gruppe anerkannt. Das sogenannte „Ainu-Förderungsgesetz“ garantiert zwar den Rechtsstatus der Ainu und verbietet ihre Diskriminierung, tut indigenen Aktivisten zufolge aber wenig, um ihnen direkt zu helfen. In Zukunft kann sich das allerdings ändern, denn immer mehr Touristen zieht es nach Hokkaido. Auf der nördlichsten Hauptinsel Japans lebt heute der Großteil der Ainu. Die Besucher kommen vor allem, um mehr über die Kultur der Ureinwohner zu erfahren. Erster Anlaufpunkt dafür ist Upopoy mit dem neuen National Ainu Museum and Park.

Upopoy hat eine dreifache und zudem sehr dringende Mission: die Förderung, Wiederbelebung und Verbreitung der Ainu-Kultur, bevor sie ganz ausstirbt. Besonders gefährdet ist die Sprache der Ainu, die weder mit Japanisch noch irgendeiner anderen Sprache verwandt ist und von der Unesco als stark bedroht eingestuft wird. Als Teil der Dauerausstellung des neuen Museums können sich die Gäste Unterhaltungen auf Ainu anhören und an Spielen zum Erlernen der Aussprache versuchen. Ebenfalls relevant sind die Lektionen in nachhaltiger Lebensführung, die man von den Ainu lernen kann. Deren spirituelle Überzeugungen basieren nämlich auf Respekt und Dankbarkeit für die Natur.

Maryellen Kennedy Duckett

OSLO, NORWEGEN

EINE STADT IM NEUEN GEWAND BESTAUNEN

Fjordbyen („Fjordstadt“) heißt das neue Regenerationsprojekt in Oslos Hafenviertel. Ziel der mehrjährigen Initiative ist es, die kulturellen Sehenswürdigkeiten der norwegischen Hauptstadt und den 100 Kilometer langen, malerischen Oslofjord für alle zugänglicher zu machen. Das kolossale Vorhaben soll bis 2030 beendet sein und schafft durch die Verlegung von Autobahnen in den Untergrund sowie die Umgestaltung von Industrieflächen einen nahtlosen Übergang zwischen Stadtgebiet und Fjord. Eine zehn Kilometer lange Promenade für Fußgänger und Rollstuhlfahrer säumt den Hafen. Sie wird im Westen vom Astrup Fearnley Museum für Moderne Kunst und im Osten vom Opernhaus begrenzt.

Dazwischen liegt eine wahre Überfülle an kulturellen Highlights: Kunstgalerien, historische Stätten, Parks, Veranstaltungsorte, diverse Museen – darunter das Nobel-Friedenscenter – und sogar eine schwimmende Sauna. Die neuesten Glanzstücke sind zwei der besten Attraktionen Norwegens: Das im Oktober 2021 eröffnete Munch-Museum zeigt die weltgrößte Werksammlung des norwegischen Künstlers, der vor allem für sein Gemälde „Der Schrei“ bekannt ist. Am 11. Juni 2022 öffnet zudem das hochmoderne Nationalmuseum seine Türen, mit einer Gesamtfläche von 54 600 Quadratmetern die größte kulturelle Einrichtung Skandinaviens. Hier wird unter anderem die bekannteste Version des „Schrei“ aus dem Jahr 1893 zu sehen sein. Maryellen Kennedy Duckett

PROCIDA, ITALIEN

ITALIENS KULTURHAUPTSTADT KENNENLERNEN

Procidas Motto als italienische Kulturhauptstadt 2022 lautet „La cultura non isola“ (Kultur isoliert nicht). Es stammt aus der Zeit vor der Pandemie und scheint heute relevanter denn je. Die Inselstadt, die südwestlich vor Neapel liegt und mit der Schnellfähre in 40 Minuten zu erreichen ist, möchte den hohen Stellenwert der Kultur gerade in unsicheren Zeiten hervorheben.

„Wir sehen die Insel als Metapher für die moderne Menschheit“, erklärt Agostino Riitano, Direktor von Procida 2022. „Wir alle sind wie Inseln und schaffen unsere eigenen Archipele, die von der Kultur zusammengehalten werden. Das gilt umso mehr nach der Pandemie und ihren Auswirkungen.“

Das Herzstück von Procida 2022 ist ein über 300 Tage verteiltes Kulturprogramm aus Kunstausstellungen, Festivals und Aufführungen. Die lange Zeitspanne wurde extra gewählt, um für einen verantwortungsbewussten Tourismus das ganze Jahr über zu sorgen und Besuchermassen in den Sommermonaten zu vermeiden. Prägnantestes Symbol ist der Palazzo d’Avalos, ein Renaissancepalast, der 1500 gebaut wurde und bis 1988 als Gefängnis diente. Er steht als Sinnbild für Isolation und wird nun als Veranstaltungsort wiedergeboren. Maryellen Kennedy Duckett

BERG JINGMAI, YUNNAN, CHINA

AUF DEN SPUREN DES TEES WANDELN

Eine der ältesten Kulturlandschaften Chinas soll im Jahr 2022 zu einer der neuesten Unesco-Welterbestätten des Landes werden. Die antiken Teeplantagen am Berg Jingmai in Pu’Er bilden zusammen das größte künstlich angelegte historische Teeanbaugebiet der Welt. Sie umfassen rund 1,13 Millionen Teebäume, von denen der älteste 1400 Jahre alt ist.

Die Region liegt ganz im Südwesten der chinesischen Provinz Yunnan und war einst Startpunkt der legendären Alten Tee-Pferde- Straße. Das Netzwerk aus antiken Handelswegen entstand im 11. Jahrhundert und wurde nach seinem wichtigsten Zweck benannt, dem Tausch von chinesischem Tee gegen tibetanische Pferde. Für 130 Pfund (fast 60 Kilogramm) Tee gab es ein Pferd.

Moderne Schnellstraßen haben inzwischen die alte Route abgelöst, aber die Teeplantagen gibt es noch immer, genau wie vier regionale ethnische Minderheiten. Die Volksgruppen der Blang, Dai, Hani und Wa pflegen nach wie vor ihre eigenen Sprachen, Bräuche und Feste. Aufgrund ihrer Abgeschiedenheit und der beschränkten Teetourismus-Angebote in der Region lässt sich die historische Kulturlandschaft am besten auf einer geführten Tour erleben. Yi Lu, Leitender Redakteur NG Traveler China

TIN PAN ALLEY, LONDON, GROSSBRITANNIEN

ZUM MUSIKER WERDEN AM GEBURTSORT DES BRITISCHEN PUNKROCK

Trotz des Widerstands von Punk- und Rock-Puristen verspricht die Umgestaltung der Denmark Street, des ehemaligen Herzens der britischen Musikindustrie, genau die richtigen Töne zu treffen. In der winzigen Straße, die auch als Tin Pan Alley Londons bezeichnet wird, waren einst unzählige Musikverlage, Tonstudios, Proberäume und schummrig beleuchtete Clubs zu Hause. Hier wurde die britische Punkrock-Bewegung geboren, und spätere Stars wie David Bowie, Elton John und die Rolling Stones gaben ihren Einstand.

Zuletzt spielte die Musik aber immer weniger in der Denmark Street, ein paar Gitarrenläden waren die einzigen Überlebenden jener goldenen Zeit. Als Teil von Outernet London, eines Ein-Milliarden-Euro-Projekts zur Schaffung eines Unterhaltungsviertels im West End, erfährt das legendäre Stück Musikgeschichte nun ein Revival. Einige Hinweise auf die bewegte Vergangenheit der berühmten Straße sind auch in ihrer neuen Inkarnation erhalten geblieben: restaurierte Fassaden aus dem 17. Jahrhundert, denkmalgeschützte Graffitis von Sex-Pistols-Frontmann Johnny Rotten (der auch hier lebte) und Musikläden wie früher (dank erschwinglicher Langzeitpacht). Hinzu kommen neue Locations, die sich ebenfalls ganz der Musik widmen. Es gibt spezielle Stellen, an denen Straßenmusiker ihr Glück als nächste Adele (sie gab ihr Debüt im 12 Bar Club auf der Denmark Street) versuchen können, ein kostenfrei nutzbares professionelles Aufnahmestudio für aufstrebende Künstler sowie das Chateau Denmark Hotel, das sich über 16 Gebäude voller Musikgeschichte erstreckt.

Maryellen Kennedy Duckett

BELIZE

EIN TROPISCHES TIERPARADIES BEWUNDERN

Eins zu null für die Natur hieß es kürzlich im Rennen um den Erhalt eines der letzten großen tropischen Regenwälder des amerikanischen Kontinents. Angeführt von der Nature Conservancy, kaufte ein Zusammenschluss von Naturschutzorganisationen im April 2021 96 000 Hektar Urwald im Nordwesten von Belize und gründete die Belize Maya Forest Reserve. Das neue Schutzgebiet grenzt an die Rio Bravo Conservation Management Area (RBCMA) und bewahrt nicht nur einen der artenreichsten Wälder der Welt vor der Abholzung und Bebauung, sondern schließt zudem eine Lücke in einem lebensnotwendigen Wildtierkorridor, der sich vom Südosten Mexikos durch Guatemala bis nach Belize zieht.

Zusammen umfassen die beiden Reservate fast ein Zehntel von Belizes Fläche. Sie schützen und verbinden essenzielle Lebensräume für eine atemberaubende Vielfalt von Wildtierund Pflanzenarten. Dazu zählen neben dem Tapir, Belizes Nationaltier, auch Schwarze Brüllaffen, über 400 Vogelarten und einige der letzten großen Jaguarbestände Zentralamerikas. Ökotouristische Aktivitäten konzentrieren sich vorerst auf die erschlossenere RBCMA, in der es zwei rustikale Lodges gibt und geführte Expeditionen angeboten werden.

Maryellen Kennedy Duckett

NORD-MINNESOTA, USA

IM DUNKELN TAPPEN (FAST) OHNE LICHT

Abertausende von Sternen glitzern am Nachthimmel über Nord- Minnesota. Die abgelegene Region an der Grenze zur kanadischen Provinz Ontario weist so gut wie keine Lichtverschmutzung auf – und ihre Einwohner tun viel dafür, dass das auch so bleibt.

Ziel der grenzübergreifenden Heart-of-the-Continent-Dark-Sky- Initiative ist die Schaffung einer der weitläufigsten Dark-Sky-Zonen der Welt. Zwei der größten Teilstücke liegen dabei in Minnesota: die Boundary Waters Canoe Area Wilderness (BWCAW), mit über 450 000 Hektar das größte internationale Lichtschutzgebiet der Welt, sowie der benachbarte Voyageurs National Park, der erste internationale Dark-Sky-Park des Bundesstaats. Die zwei unberührten Landstriche wurden beide 2020 als Dark Sky Places anerkannt. Ontarios Quetico Provincial Park, der an die BWCAW grenzt, ist seit 2021 internationaler Dark-Sky-Park.

„Der Erhalt der Dunkelheit sorgt nicht nur für unglaubliche Himmelspanoramen und kommt der Tierwelt zugute“, meint Christina Hausman Rhode, Leiterin der gemeinnützigen Voyageurs Conservancy. „Sie ermöglicht es uns, den Himmel so zu sehen, wie er schon vor Hunderten von Jahren war, als ihn Völker wie die indigenen Ojibwe zur Orientierung nutzten.“

Maryellen Kennedy Duckett

BAIKALSEE, RUSSLAND

EINEN WANDERWEG AM GRÖSSTEN SÜSSWASSERSEE DER WELT BAUEN

Der Baikalsee ist so ungeheuer groß und tief, dass ihn seine Anwohner oft als Meer bezeichnen. Mit einer Fläche von 31 500 Quadratkilometern und einer Durchschnittstiefe von 744 Metern gilt das überdimensionale Gewässer als spektakuläres Naturwunder. Allerdings steht es nicht gut um ihn. Obwohl der Baikalsee schon seit 1996 zum Welterbe der Unesco gehört, setzen ihm die anhaltende Umweltverschmutzung, der jüngste Rückgang staatlicher Schutzmaßnahmen und neue Bedrohungen wie groß ange - legte Tourismusprojekte stark zu. Die Internationale Union zur Erhaltung der Natur (IUCN) stufte seine Situation deshalb 2020 in ihrem Report über den Zustand der Naturerbestätte als „stark besorgniserregend“ ein.

Besucher können beim Schutz des Sees und seiner großen landschaftlichen Vielfalt – darunter Tundra, Steppe, borealer Nadelwald und unberührte Strände – mithelfen, indem sie als Freiwillige beim Great Baikal Trail (GBT) aktiv werden. Die gemeinnützige Umweltorganisation legt einen Wanderweg rund um den See an. „Die freiwillige Mitarbeit schützt die Natur des Baikalsees, indem sie eine ökotouristische Infrastruktur schafft“, sagt Elena Chubakova, Präsidentin der Great Baikal Trail Association.

Eine Wanderung auf dem GBT ist außerdem eine umweltfreundliche Art und Weise, einige der 1200 Pflanzen- und Tierarten des Baikalsees zu entdecken, die es nirgendwo sonst auf der Erde gibt. Eine davon ist die Baikalrobbe, die einzige ausschließlich im Süßwasser lebende Robbenart der Welt.

Victoria Meleshko, Redakteurin NG Traveler Russland

VICTORIA, AUSTR ALIEN

DIE TYPISCH AUSTRALISCHE TIERWELT BEOBACHTEN

Langsam kehrt das Leben nach Australien zurück, nachdem über 18,6 Millionen Hektar Land, über eine Milliarde Tiere und mehr als 30 Menschen den Waldbränden von 2019 und 2020 zum Opfer gefallen sind. Wildlife Wonders ist ein neues Naturschutzgebiet in der Region Otways im Bundesstaat Victoria und spielt seine ganz eigene Rolle in der Wiederaufarbeitung des Geländes.

Das Reservat liegt etwas versteckt inmitten von üppigen Ur - wäldern und Wasserfällen an der Great Ocean Road. Gegründet wurde es vom Landschaftsgestalter Brian Massey, zu dessen Projekten auch Hobbiton in Neuseeland gehört. Zusammen mit Botanikern, Wissenschaftlern, Zoologen und Umweltexperten hat er einen Holzpfad angelegt, der sich durch das Reservat windet.

Auf 75-minütigen Führungen durch das Waldareal wandern die Besucher durch dichte Eukalyptushaine und können die Koalas, Wallabies und Nasenbeutler bewundern, die heute im Schutzgebiet leben. An der Forschungsbasis erfahren die Gäste dann, wie genau die Anlage einheimische Tierarten wie den Langnasen-Potoroo schützt, der in der freien Wildbahn oft von invasiven Raubtieren wie Füchsen und Katzen gejagt wird. Connor McGovern, Redaktionsleiter NG Traveler Großbritannien

NAMIBIA

ZUM NÄCHSTEN GROSSEN SAFARIZIEL AFRIKAS REISEN

Wer Namibia hört, denkt an Wüste, riesige Dünen und Berge. Der Caprivizipfel, ein schmaler Landstrich, der im Norden des Landes wie ein Finger Richtung Osten zeigt, ist allerdings überraschend grün und artenreich. Zu verdanken hat er diese Fruchtbarkeit den Flüssen Okavango, Kwando, Chobe und Sambesi, die hier einen idealen Lebensraum für zahlreiche Tierarten schaffen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Gegend Schauplatz intensiver Militäraktivitäten, denn wegen ihrer Abgeschiedenheit und schweren Zugänglichkeit eignete sie sich als idealer Korridor für diverse bewaffnete Gruppen. Nachdem Namibia 1990 unabhängig wurde, kehrte der Frieden nach und nach in die Region zurück, und mit ihm kamen auch durch die Kampfhandlungen vertriebene Wildtiere.

Der Nkasa-Rupara-Nationalpark ist ein verstecktes Juwel im Osten des Caprivizipfels, Besucher sind nach wie wie vor eher selten. Nkasa Rupara ist das größte geschützte Feuchtgebiet Namibias: Im Süden liegt das Kwando-Linyanti-Flusssystem, im Norden Sümpfe und Lagunen. Im Park ist die größte Büffelpopulation Namibias zu Hause. Auch Raubtiere wie Löwen, Leoparden und Hyänen leben hier, während sich im Fluss vor allem Krokodile und Nilpferde tummeln. Marco Cattaneo, Chefredakteur NG Traveler Italien

Familie

GRANADA, SPANIEN

ÜBER DIE GEOMETRIE DER ALHAMBRA STAUNEN

Reisen mit NAT GEO

Erkunden Sie die reiche Kultur und das Erbe Granadas mit National Geographic Expeditions: nationalgeographic expeditions.de

Die Sultane der Nasriden – Herrscher der letzten muslimischen Dynastie auf der Iberischen Halbinsel – hatten die Alhambra („Rote Festung“) im 13. Jahrhundert als Palaststadt erbaut. Heute gilt sie als Juwel maurischer Architektur in Europa. Die Unesco- Welterbestätte mit dem mandelförmigen Umriss thront auf einem Hügel über Granada, einer der malerischsten Städte Spaniens.

Familien fasziniert vor allem die mathematische Genialität: Komplexe Mosaike, Arabesken (sich wiederholende stilisierte Muster, die auf Blüten- oder Pflanzenformen basieren) und Muqarnas (dekorative Gewölbe) machen aus der Alhambra ein Meisterwerk von geometrischer Schönheit. Für Schulkinder ist sie ein schillerndes Klassenzimmer, das mathematische Konzepte wie Form, Symmetrie, Proportion und Maß veranschaulicht.

Ebenfalls von der Mathematik geprägt ist das zweite große Konstruktionsmerkmal der Alhambra, das Wasser. Im Löwenpalast, einem der drei originalen Königspaläste, werden Familien besonders über den Hauptbrunnen staunen. Seine aufwendige Gestaltung umfasst zwölf Steinlöwen, die ein Marmorbecken stützen und – dank des technischen Wunderwerks der komplexen Hydraulik – Wasser speien.

Manuel Mateo Pérez, Autor Viajes Spanien

DIE DONAU

DURCH EINE MÄRCHENLANDSCHAFT SCHIPPERN

Dank der vorbeiziehenden Burgen, mittelalterlichen Städte und imposanten Schlösser fühlt man sich bei einer Schiffsfahrt auf der Donau wie auf einer Reise durchs Märchenland – und durch die europäische Geschichte. Der Fluss passiert zehn Länder – Deutschland, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine – und die meisten Kreuzfahrtschiffe halten in mindestens vier von ihnen. Spezielle Familienfahrten sorgen sogar an Land für kinderfreundliche Aktivitäten.

Geschichtsstunden über das Mittelalters nehmen in der Veste Oberhaus in Passau, einer der größten noch erhaltenen Burganlagen Europas, greifbare Dimensionen an. Jahrhundertealte magyarische Reitertraditionen werden wiederum auf einer Pferderanch im Süden Ungarns lebendig, wo furchtlose Csikós, berittene Hirten, stehend auf zwei galoppierenden Pferden reiten.

Die Gegenden rund um die Donau lassen sich am besten auf Rädern entdecken, zum Beispiel bei einer Fahrt mit dem Riesenrad im Wiener Prater oder auf einer Fahrradtour durch die Weinberge der Kulturlandschaft Wachau in Niederösterreich, die zum Welterbe der Unesco gehört.

Maryellen Kennedy Duckett für NG Traveler Rumänien

BONAIRE

AUF TAUCHGANG GEHEN IM MEERESSCHUTZGEBIET

Türkisblaues Meer, Palmen, weiße Sandstrände und eine relaxte Atmosphäre: Bonaire erfüllt alle Anforderungen an ein Tropenparadies. Allerdings ist die Insel mit 21 000 Einwohnern im Vergleich zu anderen karibischen Urlaubszielen noch recht ruhig, wild und unberührt. Und: Vor ihrer Küste befindet sich eines der ältesten Meeresschutzgebiete der Welt.

Der Bonaire National Marine Park wurde 1979 ins Leben gerufen. Das Schutzgebiet umfasst 2700 Hektar Korallenriffe, Seegras und Mangrovenvegetation. Die gesunden Riffe der Insel sind ein Magnet für Taucher und Schnorchler, die hier über 57 Korallenspezies und mehr als 350 Fischarten bewundern können.

Mehrere Tauchschulen nehmen an einem Programm zur Rifferneuerung teil, bei dem Freiwillige Korallen unter Wasser in Aufzuchtstationen heranziehen und pflegen, um sie dann ins Riff zu pflanzen. Jeder Taucher kann nach erfolgreichem Abschluss des Padi-Zertifikats zum Reef Renewal Diver mitmachen.

Ein weiterer Bonus ist die leichte Zugänglichkeit der Tauchgebiete: An 54 von den fast 90 öffentlichen Tauchplätzen auf Bonaire geht man einfach vom Strand oder einem Steg aus direkt ins Wasser.

Barbera Bosma, Leitende Redakteurin NG Traveler Niederlande

LYKIEN, TÜRKEI

MEHR ÜBER DIE NOMADEN AM MITTELMEER ERFAHREN

Einst durchstreiften die Yörük (wortwörtlich: „Wanderer“), ein Nomadenvolk aus verschiedenen türkischen Gruppen vom Balkan bis zum Iran, die Hochebenen der türkischen Riviera. Die meisten von ihnen sind heute sesshaft, aber viele ihrer jahrtausendealten Bräuche werden noch immer gepflegt. Die Halbinsel Teke in der historischen Region Lykien im Südwesten Anatoliens ist eine Hochburg der Yörük-Kultur. Die Yörük von Teke sind Halbnomaden und leben mit ihren Zelten, Kelimläufern, Tierherden, Hütehunden und transhumanten Traditionen in einer malerischen mediterranen Gebirgslandschaft.

Seit ein paar Jahren kombinieren Touristikunternehmen die Wunder Lykiens mit der Kultur und Lebensweise der Yörük. Familien können auf dem berühmten Lykischen Weg wandern, antike Stätten wie Patara, Xanthos und das Letoon besuchen oder im Mittelmeer baden. „Geschichte, Natur und Kultur – das alles gibt es hier. Unsere Absicht war es, diese wunderschöne Landschaft in einen Ort des Lernens, aber auch in einen Spielplatz zu verwandeln“, erklärt Kerem Karaerkek, Chefreiseleiter des Touranbieters Middle Earth. „Ich liebe die Begeisterung der Kinder, wenn sie eine Yörük-Küche betreten oder in den Ruinen Lykiens auf Schatzsuche gehen.

“ Onur Uygun, Stellvertretender Chefredakteur NGT Türkei

EASTERN SHORE, MARYLAND, USA

DIE SUMPFGEBIETE ERKUNDEN, DIE EINE FREIHEITSKÄMPFERIN PRÄGTEN

Die Geschichte der Underground Railroad fließt durch die Um Tubmans Leben vor allem Kindern näherzubringen, Gewässer, Feuchtgebiete, Sümpfe und Schwemmflächen empfiehlt Alex Green, Mitinhaber von Harriet Tubman des Dorchester County in der Region Eastern Shore von Tours, ein Kajakabenteuer in der Blackwater National Maryland. Hier wurde Harriet Tubman, die berühmteste Wildlife Refuge. Im heutigen Vogelschutzgebiet fing die Fluchthelferin der Underground Railroad, als Versklavte berühmte Aktivistin als kleines Mädchen Bisamratten und geboren. Hier wuchs sie auf und lernte die Fähigkeiten, half ihrem Vater, einem Holzinspektor, bei der Arbeit. Er die ihr später bei ihrer Flucht nach Pennsylvania halfen: brachte ihr bei, wie man sich im Sumpf bewegt. das Fallenstellen, Jagen und Orientieren an den Sternen. „Wir sprechen mit den Kindern darüber, wie Harriets Einmal in Freiheit, kehrte sie 13-mal nach Maryland zurück Selbstvertrauen und die Erfahrungen, die sie in der und rettete über 70 versklavte Verwandte und Freunde. furcht baren Institution der Sklaverei machte, sie zu Ihre heldenhafte Geschichte wird im Harriet Tubman unglaublichen Heldentaten antrieben“, erzählt Green. Underground Railroad Visitor Center erzählt, einer der „Harriet hat nie aufgegeben und nie aufgehört, Neues über 30 Stationen auf dem 201 Kilometer langen Harriet zu lernen. Das ist eine Lektion, die die Kinder mit nach Tubman Underground Railroad Byway. Hause nehmen können.“

Maryellen Kennedy Duckett

Nachhaltigkeit

ADELAIDE, AUSTR ALIEN

DEN WEG ZUR NATIONALPARKSTADT BEGLEITEN

Angesichts der Prognose der Vereinten Nationen, dass bis 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben werden, ist die Schaffung von gesünderen urbanen Umgebungen heute wichtiger denn je. Darum geht es auch in der National-Park-City-Bewegung. Die Initiative setzt sich für die Verbesserung des Stadtlebens durch die Anwendung von Prinzipien ein, die auch für Nationalparks gelten. Nach London, das seit 2019 die erste Nationalparkstadt der Welt ist, bemüht sich nun Adelaide um den zweiten Platz.

Der Global Livability Index 2021 stuft die am Meer gelegene Hauptstadt des Bundesstaats South Australia als drittlebenswerteste Stadt der Welt ein. Durch Projekte wie die Schaffung besserer Lebensräume für Schmetterlinge (in der Stadt gibt es rund 30 bedrohte Arten) oder die Ansiedlung von Schnabeltieren am River Torrens nach 140-jähriger Unterbrechung möchte die Metropole kühler, grüner, wilder und klimabeständiger werden. Die Organisation Green Adelaide setzt sich für die Qualifizierung zur Nationalparkstadt ein. Sie ruft Bürger, Unternehmen und Institutionen zu einer nachhaltigeren Lebens- und Arbeitsweise, Kontakt mit der Natur sowie zur Würdigung des reichen Erbes der Kaurna, der Ureinwohner Adelaides, auf. Maryellen Kennedy Duckett

ŁÓDŹ, POLEN

EINEN NACHHALTIGKEITSVORREITER BESUCHEN

Łódź, eine Stadt mit fast 700 000 Einwohnern in Zentralpolen, ist derzeit im Wandel begriffen: Während sie im 19. und 20. Jahrhundert hauptsächlich für ihre blühende Textilproduktion bekannt war, bemüht man sich heute um eine grünere Zukunft weit weg von der industriellen Vergangenheit.

Łódź (sprich: „Wudsch“) ist zu einem Spitzenreiter in nach ­ haltiger Lebensweise geworden und orientiert sich an innovativen ökologischen Lösungen wie der Verwendung von Ersatzbrennstoffen und Biomasse zum Heizen. 2021 richtete die Stadt in Zusammenarbeit mit dem auf E-Commerce spezialisierten Postdienstleister InPost 70 Standorte für Paketschließfächer sowie Ladestationen für E-Autos ein, wodurch der CO2-Ausstoß und der Verkehr im Zentrum bedeutend reduziert werden konnten.

Fast ein Drittel von Łódź besteht aus Grünflächen, von kleinen Parks bis zum 1205 Hektar großen Łagiewnicki-Wald. In den alten Industriebezirken werden Fabriken als Kulturzentren, Wohnanlagen und Einkaufszentren wiedergeboren. Der trendigste Ort ist momentan OFF Piotrkowska, ein quirliges Kunst-, Design-, Restaurant- und Ausgehviertel in einer alten Baumwollspinnerei. Martyna Szczepanik, Redaktionelle Koordinatorin NG Traveler Polen

COLUMBIA RIVER GORGE, USA

REGIONALE GAUMENFREUDEN GENIESSEN

Die weitläufigste der National Scenic Areas (landschaftlich besonders reizvolle Gegenden) der USA erstreckt sich beiderseits der Grenze zwischen den Bundesstaaten Oregon und Washington und umschließt 118 573 Hektar öffentliches und privates Land an der Columbia River Gorge. Dank seiner Nähe zum Mount Hood zieht der Landstrich jährlich über zwei Millionen Besucher an. Um die Auswirkungen auf die Natur und Kultur der Region zu begrenzen, hat ein gemeinnütziges Bündnis eine Bewegung für den Aufbau eines nachhaltigen Tourismus ins Leben gerufen.

Zu den Initiativen der Columbia Gorge Tourism Alliance gehören unter anderem das Informationsprogramm „Ready, Set, Gorge“ sowie der East Gorge Food Trail, ein Netzwerk aus Bauernhöfen, historischen Hotels, Weingütern und anderen Unternehmen mit Produkten aus eigener Herstellung. Wenn sich regionale Organisationen zusammenschließen und ihren Gästen Wissen vermitteln, dann kommt das allen zugute, meint Ali McLaughlin. Als Inhaberin von MountNbarreL bietet sie Radtouren mit Weinproben und andere autofreie Erlebnisse an. „Die Anwohner beruhigt es sehr, wenn sich die Touristen respektvoll gegenüber der Gegend verhalten, die sie besuchen“, sagt sie.

Maryellen Kennedy Duckett

RUHRGEBIET, DEUTSCHLAND

ÜBERRASCHT SEIN VON KUNST UND NATUR

Bergbau und Stahlproduktion dominierten einst das Ruhrgebiet. Heute bekommen ehemalige Abraumhalden und Industriezonen als Parks und kulturelle Freiluftstätten eine zweite Chance. Die wohl bekannteste von ihnen ist die Zeche Zollverein, die zum Welterbe der Unesco gehört und ein Freibad, eine Schlittschuhbahn sowie Wanderwege beherbergt. „Besucher des Ruhrgebiets sind meist von dem vielen Grün hier beeindruckt“, sagt Karola Geiss-Netthöfel, Direktorin des Regionalverbandes Ruhr.

Die Zeche Zollverein ist Teil des größeren Emscher Landschaftsparks, eines Ost-West-Grünzugs mit einer Fläche von 450 Quadratkilometern. Von Essen aus kann man mit dem Leihrad zu einer Erkundungstour aufbrechen, die größtenteils auf ehemaligen Bahnstrecken entlangführt. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, wandert auf dem 155 Kilometer langen Hohe Mark Steig, der 2021 eröffnet wurde. „Der Weg kombiniert Natur und Industriekultur auf einzigartige Weise und passiert verschiedene Industriebauten“, erklärt Geiss-Netthöfel. Ein tolles Ausflugsziel ist die Halde Hoheward (151 Meter), eine Bergehalde aus über 180 Millionen Tonnen Bergbauabfall mit einer riesigen Sonnenuhr. Franziska Haack, Redakteurin NG Traveler Deutschland

CHIMANIMANI- NATIONALPARK, MOSAMBIK

DEN NATURSCHUTZ UNTERSTÜTZEN

„Chimanimani ist ein Ort, wo die Regenmacher noch auf die Gipfel steigen, um das Wasser vom Himmel zu beschwören“, sagt Jen Guyton, NATIONAL-GEOGRAPHIC-Explorer und Fotojourna- listin, über den im Oktober 2020 gegründeten Chimanimani- Nationalpark. Er liegt an der bergigen Grenze zu Simbabwe und umfasst den Monte Binga, mit 2436 Metern höchster Berg des Landes. Einst wimmelte es hier nur so vor Elefanten, Löwen und ande - ren Großtieren. Während der jahrzehntelangen zivilen Unruhen in der Region wurde der Bestand durch Wilderei stark dezimiert. Neben ein paar Elefanten gibt es in Chimanimani heute allerdings mindestens 42 Säugetierarten und eine vielfältige Pflanzen- und Vogelwelt.

Nachhaltige Aktivitäten wie Vogelbeobachtung, Wanderungen zu Wasserfällen im Wald und Übernachtungen im Ndzou Camp, einer kleinen Ökolodge, geben Besuchern Einblicke in eine faszinierende Naturwelt. Guyton liebt vor allem den Sonnenuntergang: „Da es weit und breit keine Straßen gibt, hört man nur das Zwitschern der Vögel und erlebt im warmen Abendlicht Momente fast transzendentalen Friedens.“ Maryellen Kennedy Duckett

LÓDŹ, POLEN

Reisen mit NAT GEO

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YASUNÍ NATIONAL PARK, ECUADOR

ERFAHREN, WAS IM BEDROHTEN NATURPARADIES ALLES AUF DEM SPIEL STEHT

In Anerkennung der globalen Bedeutung des Amazonasgebiets führt Frankreich den Kampf gegen die Abholzung im Yasuní- Nationalpark im Osten Ecuadors an. Der fast 10 227 Quadratkilometer große Park, in dem Mahagonibäume, süße Guabas, Anthurien (Flamingoblumen), Palmen und hypnotisierend grüne Farne zu Hause sind, ist seit 1989 Biosphärenreservat der Unesco und die erste von fünf Pilotstätten des von Frankreich finanzierten TerrAmaz-Programms. Die Ende 2020 begonnene Initiative mit einer Laufzeit von vier Jahren unterstützt die nachhaltige Entwicklung und schützt die biologische Vielfalt im Amazonas- Regenwald von Brasilien, Kolumbien, Ecuador und Peru.

Yasuní gilt als einer der artenreichsten Orte der Welt und bietet einer atemberaubenden Bandbreite von Tierarten Schutz, darunter Ameisenbären, Capybaras, Faultiere, Klammeraffen und rund 600 farbenfrohe Vogelarten. Zusammen erfüllen sie die Ökoregion an den Flüssen Napo und Curaray mit Leben. Im Wasser selbst lassen sich Amazonasdelfine beobachten, eine ebenso rätselhafte wie bedrohte Säugetierart.

Yasuní ist auch Zufluchtsort für die zu den Waorani gehörenden indigenen Volksgruppen der Tagaeri und Taromenane, die in freiwilliger Abgeschiedenheit leben und sich mithilfe selbst gebauter Kanus fortbewegen. Touristikunternehmen wie das Napo Wildlife Center bieten Exkursionen und Übernachtungen an, die auf einem nachhaltigen Ökotourismusmodell basieren und den ansässigen indigenen Gruppen zugutekommen. Karen Alfaro, Koordinationsredakteurin NG Traveler Lateinamerika

Aus dem Englischen von Teresa Zuhl