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BESTIMMEN IMPF-TRÖDLER UNSER IMPF-GEGNER UND ALLER SCHICKSAL?


Bild am Sonntag Gesamtausgabe - epaper ⋅ Ausgabe 28/2021 vom 11.07.2021

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Bildquelle: Bild am Sonntag Gesamtausgabe, Ausgabe 28/2021

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Es wird die DIE Frage dieses Sommers.

Wann werden Geimpfte endlich alle Freiheiten zurückbekommen, wie lange müssen sie noch Rücksicht auf diejenigen nehmen, die sich einfach nicht impfen lassen wollen?

Impfstoff ist inzwischen ausreichend vorhanden (6,6 Millionen Dosen in der ersten Juli-Woche).

Jeder, der sich impfen lassen möchte, kann das jetzt auch tun.

Weil aber die Impfbereitschaft deutlich nachlässt, ist jetzt dem ersten Kassenfunktionär der Kragen geplatzt.

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Leipzig im Lockdown: Im März 2020 war die Fußgängerzone wie ausgestorben

Der rheinland-pfälzische Kassenärzte-Chef Peter Heinz (66) fordert in der „Rhein-Zeitung“: „Die Nicht-Geimpften haben nicht die Freiheit, ihre Maske abzulegen. Sie dürfen nicht ins Stadion, nicht ins Schwimmbad und nicht ohne Maske im Supermarkt einkaufen. Und man darf Ungeimpften und jenen mit nur einer einfachen Impfung nicht mehr gestatten, in den Urlaub zu fahren!“

Und die Geimpften? Die dürften all das.

Gegenüber BamS erklärt Heinz: „Der Druck auf die Ungeimpften muss steigen, denn sie sind eine Gefahr für die Gesellschaft. Keine Impfung, keine Freiheit.“

Einen anderen Weg geht die Regierung in Großbritannien: Sie beendet wegen der hohen Impfquote (67 Prozent erstgeimpft) am 19. Juli alle Maßnahmen, und zwar nicht nur für Geimpfte, sondern für die ganze Bevölkerung. Obwohl das Land inzwischen wieder bei einer 7-Tage-Inzidenz von mehr 300 ist, wird die Maskenpflicht abgeschafft, werden die Clubs wieder öffnen, die Abstandsregeln aufgehoben.

Und in Deutschland?

Da warnen die Politiker trotz hoher Impfquote (58 Prozent mindestens einmal geimpft) und niedriger Inzidenz (5,5 Fälle auf 100.000 Einwohner in 7 Tagen) vor einem zu frühen Ende der Maßnahmen!

Bundesaußenminister Heiko Maas (54, SPD) hatte gefordert, die Einschränkungen aufzuheben, wenn alle ein Impfangebot bekommen hätten. „Damit ist im Laufe des August zu rechnen.“

Doch in BamS dämpft Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (56, SPD) die Erwartungen. Bestimmte Maßnahmen seien nach wie vor sinnvoll, um die zu schützen, die sich nicht impfen lassen können (Kinder, Schwangere, Vorerkrankte). „Bevor wir alle Maßnahmen aufheben können, müssen wir noch deutlich weiter in Richtung Herdenimmunität kommen“, sagt Lambrecht zu BamS. „Wir haben es dank der Impfung selbst in der Hand, die Pandemie zu überwinden. Wirklich jede und jeder ist aufgefordert, hier seinen Beitrag zu leisten und sich impfen zu lassen.“

Für BamS hat das Meinungsforschungsinstitut INSA gefragt: Wann sollen die Maßnahmen auch in Deutschland aufgehoben werden? Ergebnis:

Nur 22 Prozent wollen, dass sofort alle Maßnahmen aufgehoben werden.

30 Prozent sind der Meinung, dass die Maßnahmen erst aufgehoben werden sollen, wenn sich keine Virusvarianten mehr ausbreiten.

28 Prozent meinen, dass es für ein Ende der Maßnahmen die Herdenimmunität (85 Prozent der Menschen vollständig geimpft) braucht.

Das Problem: Weil das Impftempo abnimmt, rückt die Herdenimmunität in weite Ferne.

Der Sieben-Tage-Schnitt bei den Erstimpfungen lag am Freitag bei 248.621 – der niedrigste Wert seit drei Monaten! Mitte Mai lagen die Erstimpfungen bei durchschnittlich 591.075 am Tag.

Und: Jeder sechste Deutsche (17 Prozent) will sich gar nicht impfen lassen! Besonders groß ist der Anteil der Impfverweigerer in den ostdeutschen Bundesländern (22 Prozent gegenüber 15 Prozent im Westen, IN- SA) und unter den AfD-Wählern (44 Prozent).

Das bestätigt auch ein Blick auf das aktuelle Bundesländer- Ranking: In Sachsen ist der Anteil der Menschen, die bereits eine erste Impfung erhalten haben, am niedrigsten (49,6 Prozent).

In Bremen ist er besonders hoch (67,4 Prozent). „Wir setzen bei unserer Impfkampagne auf Information, Überzeugung und Vorteile der Geimpften im Alltagsleben“, sagt Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (55, SPD) zu BamS. „Und wir haben gute Erfahrungen mit unserem Impfmobil gemacht, mit dem wir direkt zu den Menschen in den Stadtteilen und Quartieren fahren.“

Die Erfahrung in anderen Ländern zeigt: Die letzten Meter sind die härtesten. Impfweltmeister Israel schafft es seit Monaten nicht, die Zahl der vollständig Geimpften im Land auf klar über 60 Prozent zu bringen, auch in den USA oder Großbritannien flacht die Kurve deutlich ab.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) erklärte diese Woche, es brauche niedrigschwelligere Angebote – „auf dem Marktplatz, auf dem Sportplatz, neben der Moschee, neben der Kirche“.

Gerd Landsberg vom Deutschen Städte- und Gemeindebund fordert „gezielt“ auf die bislang ungeimpften Personen zuzugehen und „kreative Angebote“ zu unterbreiten.

Die Kommunen in NRW rufen ab morgen eine „Woche des Impfens“ aus – im Kreis Herford wird auf der Autobahn- Raststätte geimpft, in Stadtlohn steigt eine Impfparty.

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Bildquelle: Bild am Sonntag Gesamtausgabe, Ausgabe 28/2021

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