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BETRIEBLICHE KRANKENVERSICHERUNG : Einen Zahn zulegen


Guter Rat - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 16.05.2019

GRUPPENVERTRÄGE Beim Zahnersatz sind Krankenkassen knausrig. Ganz anders private Zusatzversicherungen, die der Arbeitgeber für seine Mitarbeiter abschließt


A ugen auf bei der Wahl des Arbeitgebers. Wer als gut ausgebildete Fachkraft einen Job in einer Branche mit Fachkräftemangel sucht, der sollte nicht nur aufs Gehalt achten. Sondern auch mit dem potenziellen Arbeitgeber um Zusatzleistungen pokern. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Tankgutscheine oder Zuschüsse zum Monatsticket. Viel mehr bringen betriebliche Krankenversicherungen (bKV), die der Arbeitgeber mit privaten Krankenkassen abschließt, ...

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... um seinen Mitarbeitern einen echten Mehrwert zu bieten. Damit schlagen Arbeitgeber zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie kümmern sich um die bessere medizinische Versorgung der Belegschaft und senken ihre Fluktuationsquote.

LOCKMITTEL Auch Personalabteilungen haben erkannt, dass sich die Arbeitgeberattraktivität für Bewerber und Beschäftigte durch die bKV erhöht. Rund 760 000 Mitarbeiter in rund 7 700 Firmen kommen bereits in den Genuss einer privaten Zusatzversicherung, Tendenz steigend. Verträge gibt es für Vorsorgeuntersuchungen, Zahnbehandlung, höheres Krankengeld, Chefarztbehandlung, Auslandskrankenschutz, Sehhilfen und Heilpraktiker. Die bKV ist nicht nur ein Lockmittel für Jobneulinge, sondern auch für gestandene Kollegen, die über einen Firmenwechsel nachdenken. Denn Älteren kommt zugute, dass es in der bKV keine Wartezeiten und keine Gesundheitsprüfungen gibt. Sehr gute bKV-Angebote haben Allianz, Axa, Barmenia, DKV und HUKCoburg. Der bKV-Schutz ist modular aufgebaut, es können einzelne Tarifbausteine miteinander kombiniert werden. Die einzelnen Bausteine sind unterschiedlich teuer. Bei der Allianz zum Beispiel kostet Vorsorge 8,61 Euro im Monat, Sehhilfe 3,85 Euro, Krankentagegeld 3,97 Euro und Krankenhaus 24,79 Euro.

Eine Prämie für jedes Alter

Gruppenverträge sind schon ab zehn Mitarbeitern möglich. Die Prämien sind für alle, die in einem Vertrag zusammengefasst sind, gleich hoch. Das hält den Aufwand für Arbeitgeber und Versicherer in Grenzen. Der Verzicht auf individuelle Risikoprüfung und die pauschale Beitragserhebung ermöglichen den Prämiennachlass bei Verträgen in der bKV. Der Versicherer erhält vom Arbeitgeber einmal im Monat eine aktualisierte Namensliste mit Geburtsdaten, wenn Kollegen ausscheiden oder neue hinzukommen.

Für Arbeitnehmer ohne Kosten

Der Arbeitnehmer muss nichts zuzahlen, wenn er mit seinem Arbeitgeber eine Nettolohnvereinbarung getroffen hat. In diesen Fällen übernimmt der Arbeitgeber nämlich nicht nur die (vereinfachte) Steuer für das Gehaltsextra, sondern auch die Sozialabgaben. Sollte der Arbeitgeber nur den Gruppenvertrag aushandeln, sich aber nicht oder nur teilweise an den Prämien beteiligen, kann es sich wegen des leichteren Zugangs trotzdem lohnen, die Prämien aus eigener Tasche zu bezahlen.

BEISPIEL Bei Verträgen mit der Signal Iduna zahlen Arbeitgeber im Schnitt monatlich 25 Euro. Die Spanne reicht je nach Anzahl der Bausteine in einem Unternehmen mit 107 Mitarbeitern, die alle versichert sind, von 29,40 Euro für privat Versicherte bis 60,58 Euro für gesetzlich Versicherte. Bevorzugt werden Zahntarife, die für Implantate, Kronen und Kunststofffüllungen bezahlen, gefolgt von Vorsorge-, Heilpraktiker- und Krankenhaustarifen.

ABRECHNUNG Leistungen aus den Verträgen werden nicht mit dem Arbeitgeber, sondern der Versicherung abgerechnet. In der Regel gegen Vorkasse mit anschließender Rückerstattung.

Ganz bequem haben es die Kunden der Barmenia, die eine besondere Gutscheinlösung eingeführt hat. Der Arbeitgeber bezahlt für die Zahnversorgung ein Budget von bis zu 500, 1 000, 1 500, 2 500 oder 5 000 Euro pro Kalenderjahr. Der Gutschein »500« kostet 9,90, der »1 000« 15,90 Euro im Monat. Der Versicherte legt ihn beim Zahnarzt vor, der trägt die erbrachte Leistung ein, stempelt ab, schickt den Scheck an die Barmenia und bekommt sein Geld. Und anders als bei Versicherungen sonst üblich werden sogar laufende oder bereits geplante Behandlungen bezahlt.

FAZIT Die bKV ist eine sinnvolle Sache. Leider gibt es darauf keinen Rechtsanspruch. Doch sie liefert Bewerbern und Betriebsräten viele gute Argumente für Verhandlungen mit dem Arbeitgeber.

Ilona Hermann
ilona.hermann@guter-rat.de

INFO Betriebliche Krankenversicherung

ANGEBOTE In der bKV gibt es stationäre und ambulante Zusatztarife, Tarife für Zahnbehandlung, Auslandsreiseschutz, Pflegetagegeld-, Krankentagegeld- und Vorsorgetarife. Die bKV ist modular aufgebaut, die Bausteine kosten unterschiedlich viel.

KUNDEN Gesetzlich und privat versicherte Arbeitnehmer kleiner, mittlerer und großer Unternehmen. Es müssen je nach Anbieter mindestens zehn bis 50 Mitarbeiter (oder ein Mindestprozentsatz aller Mitarbeiter) versichert werden.

BESONDERHEITEN Es gibt kein Höchstversicherungsalter, keine Wartezeiten und keine Gesundheitsprüfung, lediglich die üblichen Höchsterstattungsgrenzen in den ersten Jahren bei Zahntarifen. Alle Tarife sind altersunabhängig kalkuliert. Je nach Tarif gibt es nur eine Prämie, egal wie alt der Arbeitnehmer ist. Sogar Familienmitglieder können günstig mitversichert werden (die Prämie zahlt der Arbeitnehmer).

VORERKRANKUNGEN Beim Abschluss laufende oder bereits geplante Behandlungen sind i. d. R. nicht mitversichert. Je nach Tarif kann es Ausschlüsse geben (z. B. für fehlende Zähne bei Zahntarifen).

PRÄMIEN Der Arbeitgeber zahlt die Prämie komplett, Arbeitnehmer kennen die Prämienhöhe meist nicht. Für die Versicherungsprämien gelten vereinfachte steuerliche Regelungen. Hat der Arbeitnehmer eine Nettolohnvereinbarung, zahlt er keinen Cent selbst.

GELTUNGSBEREICH Der Zusatzschutz vom Arbeitgeber gilt europaweit, mitunter auch – auf wenige Monate beschränkt – weltweit.

ARBEITGEBERWECHSEL Entweder erlischt der Vertrag oder er kann privat als Einzelpolice mit oder ohne Sonderkonditionen, die aus dem Gruppenvertrag resultieren, weitergeführt werden. Auch Rentner können den Vertrag oft fortführen, solange der Gruppenvertrag weiter besteht.