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Betriebsrente clever nutzen


Rente aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 17.04.2019

Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf eine Betriebsrente; doch längst nicht alle erhalten eine bzw. nutzen dieses Recht. Dabei ist eine betriebliche Altersvorsorge eine wichtige Säule für einen gesicherten Ruhestand.


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Bildquelle: Rente aktuell, Ausgabe 1/2019

Welche Arten Betriebsrente gibt es?

Grob kann man etwa fünf verschiedene Formen von Betriebsrenten unterscheiden: Direktzusage, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse und Direktversicherung. Jeder Arbeitgeber ist aber frei in der Entscheidung, ob und welche Art von betrieblicher Altersvorsorge angeboten wird. In Summe erhalten derzeit etwa 80% der Arbeitnehmer in großen Betrieben ...

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... eine zusätzliche Altersvorsorge, aber nur etwa 30% der Beschäftigten in kleinen Firmen oder Handwerksbetrieben. Wer eine Betriebsrente in einer Firma tatsächlich erhält bzw. ab welcher Betriebszugehörigkeit, ist ebenfalls eine individuelle Entscheidung der

Individuelle Entscheidung

Firmen. Das heißt, es gibt Unternehmen, die Betriebsrenten- Ansprüche ab dem ersten Arbeitstag gewähren, andere erst nach einer bestimmten Beschäftigungszeit im Unternehmen. Gemeinsam ist den meisten Systemen, dass erst eine bestimmte Betriebszugehörigkeit notwendig ist, damit auch tatsächlich eine Betriebsrente ausgezahlt wird – das sind meist fünf Jahre (vergleichbar der Mindest-Wartezeit in der gesetzlichen Rente). Erst dann sind Betriebsrenten-Ansprüche unverfallbar. Scheidet man nach dieser Frist, aber vor dem eigentlichen Rentenbeginn aus, dann ruhen die Ansprüche (Sonderregeln gibt es bei einer Direktversicherung

Sich einmal kümmern

Direktzusage, Pensionskasse, Pensionsfonds oder Unterstützungskasse unterscheiden sich in der Art, wie die Beiträge bzw. Auszahlungen der Betriebsrente entstehen: Bei der Direktzusage z.B. werden die Auszahlungen an die Betriebsrentner aus den lau- fenden Erträgen des Unternehmens gezahlt, bei den anderen Formen wurde eine eigene Firma (ähnlicher einer Bank oder Versicherung) gegründet, in die Arbeitgeber (und Arbeitnehmer, wenn dies möglich ist) einzahlen. Teilweise sind diese Kassen reine Tochterfirmen eines Unternehmens, teilweise organisieren darüber auch mehrere Firmen oder ganze Branchen ihre Betriebsrente.

Jeder Arbeitnehmer sollte sich einmal intensiv mit dem System beschäftigen, auch um zu klären, ob eigene Beiträge möglich sind. Denn: In der Regel bietet die betriebliche Altersvorsorge gute Renditen.

Eine Sonderrolle bilden die Direktversicherungen (s.li.). Hier ist der Arbeitnehmer nur Begünstigter, der Arbeitgeber Vertragsinhaber. Wer den Betrieb wechselt, sollte mit dem neuen Arbeitgeber sprechen, damit der Vertrag übernommen wird. Weigert sich der neue Arbeitgeber,

Sonderfall Direktversicherung

z.B. weil ein eigenes System vorhanden ist, versuchen, den Vertrag privat vom bisherigen Arbeitgeber zu übernehmen und evtl. privat weiter einzuzahlen. Wichtig: immer den Vertrag auf sich selbst umschreiben lassen.

DIREKTVERSICHERUNG

Achtung, Sozialabgaben
8,1 Millionen Bundesbürger haben eine Direktversicherung, die einer Lebensversicherung ähnelt. Aber Direktversicherungen sind Teil einer betrieblichen Altersvorsorge und deshalb gelten dann andere Regeln für Steuer und Sozialversicherung. Alle gesetzlich Krankenversicherten müssen beim Auszahlen die vollen Sozialbeiträge zahlen.

BETRIEBSRENTE

Und die Abzüge?
•Steuer :Einkünfte aus einer betrieblichen Altersvorsorge gelten als nachträglicher Arbeitslohn und sind voll zu versteuern. Doch es gibt Ausnahmen (siehe Direktversicherungen). Gleichwohl lohnt eine Betriebsrente, weil der Steuersatz im Ruhestand niedriger ist als während der Berufsjahre. Der Träger der Betriebsrente stellt eine Steuerbescheinigung fürs Finanzamt aus: Diese reicht man mit der Steuererklärung ein. Je nach Höhe der Betriebsrente kann der Fiskus im Folgejahr eine Vorauszahlung verlangen. Einige Betriebsrenten, z. B. Direktzusage, werden netto ausgezahlt; hier ist die Steuer bereits abgezogen. Dann erhält man häufig über die Steuererklärung Geld zurück.
Krankenkasse :Jede Betriebsrente unterliegt voll den Sozialbeiträgen, analog zu Arbeitslohn. Aber: Man zahlt hier die Beiträge zu Kranken- und Pflegekasse allein (ohne Arbeitgeberanteil)

Was ist in der Einzahl- Phase zu beachten?

Letztlich gelten hier auch alle Tipps, die für die gesetzliche Rente gelten:
•Wer neu in einer Firma beginnt, sollte sich einmal mit dem Betriebsrenten-System beschäftigen, sofern der Arbeitgeber eine Betriebsrente hat.
•Die Betriebsrenten-Stelle sendet wie die gesetzliche Rente einmal im Jahr eine Standmitteilung.
•Dieses Schreiben mit der Mitteilung des Vorjahres vergleichen, um zu sehen, ob die Ansprüche richtig verbucht wurden (vergleichbar einem Versicherungsverlauf). Falls etwas unklar ist, immer sofort klären, da sich oft unmittelbar vor dem Rentenbeginn die Dinge nicht mehr klären lassen.
•Zusätzlich fragen, ob und wie eigene Beiträge oder Einzahlungen von Angehörigen (Ehepartner, Kinder) möglich sind. Viele Betriebsrenten stehen auch den Angehörigen von Arbeitnehmern offen – mit häufig sehr lukrativen Konditionen.
•Auch informieren, ob ein Aufstocken des Arbeitgeber-Anteils möglich ist.

Einfluss auf die Höhe der gutgeschriebenen Ansprüche (wenn der Arbeitgeber allein einzahlt) hat man in der Regel nicht. Dennoch z.B. beim Betriebsrat die eigene Standmitteilung besprechen, um zu sehen, ob dies dem Standard des Betriebs entspricht.

Direktversicherungen folgen auch hier eigenen Regeln. Die Standmitteilung folgt hier analog zu einer privaten Rente oder Kapitallebensversicherung von der Versicherung. Aber auch diese kontrollieren, auch um zu sehen, wie sich das Kapital entwickelt und ob es eine annehmbare Rendite erwirtschafte

4% etwa der Personalkosten entstehen im produzierenden Gewerbe als Zusatzkosten für die Firmen, wenn eine betrieb liche Altersvorsorge angeboten wird.


Viele Betriebsrenten. bieten lukrative Konditio-. nen, die auch Angehörige. (Ehegatte oder Kinder). nutzen können


Wenn die Betriebsrente ausgezahlt wird

Leider gibt es auch hier sehr viele individuelle Lösungen und Regeln. Das heißt:
•Bei einigen Betriebsrenten ist der Auszahlzeitpunkt an ein bestimmtes Alter gekoppelt, z.B. den 60. Geburtstag. Diese Regel ist auch unabhängig vom tatsächlichen oder dem gesetzlichen Rentenbeginn.
•Andere Betriebsrenten sind an den Beginn der eigenen gesetzlichen Altersrente gebunden.
•Wieder andere Firmen koppeln die Betriebsrente an die gesetzliche Regelaltersgrenze, unabhängig davon, ob man womöglich eine Frührente nutzt.

Gemeinsam ist allen Betriebsrenten, dass sie beantragt werden müssen. Das heißt, mit dem Antrag auf eine gesetzliche Rente sollte jeder Arbeitnehmer prüfen, welche Betriebsrenten-Ansprüche zu diesem Zeitpunkt bestehen, auch wenn die Beschäftigung nur wenige Jahre erfolgte und diese Zeit Jahrzehnte zurückliegt.

Den Betriebsrenten-Bescheid generell mit der gleichen Aufmerksamkeit kontrollieren wie den gesetzlichen Bescheid.

Betriebsrenten müssen auch in regelmäßigen Abständen erhöht werden. Das schreibt das Betriebsren tengesetz vor. Aber: Vielfach erfolgt eine Erhöhung nur, wenn Betriebsrentner dies tatsächlich auch einfordern. Dies geschieht per formlosem Brief an den ehemaligen Arbeitgeber bzw. den Träger der Betriebsrente. In dem Schreiben bittet man, die Erhöhung zu prüfen. Ein Arbeitgeber kann dies nur ablehnen, wenn die Erhöhung den Betrieb vor existenzielle Schwierigkeiten stellen würde. Im Zweifel kann dies vor dem Arbeitsgericht überprüft werden. Da viele Betriebe eine solche Veröffentlichung von Geschäftszahlen im Rahmen eines solchen Prozesses scheuen, werden die Betriebsrenten in der Regel spätestens dann anstandslos erhöht.

Einige Betriebsrenten sehen auch eine Hinterbliebenen-Versorgung (meist entsprechend den gesetzlichen Regeln) vor. Auch hier gilt: die Details frühzeitig prüfen und auch mit dem Partner besprechen.


Quelle: Arbeitsgemeinschaft betriebliche Altersversorgung (aba), GDV

Quelle: Bundesarbeitsministerium