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BEUTESCHEMA: AUF DIE GRÖSSE KOMMT ES AN


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 90/2018 vom 10.08.2018

Irgendwie hat jeder Angler ein gewisses Gefühl dafür, wie groß der Gummifisch für einen Barsch, Hecht oder Zander sein sollte. Doch es gibt mehr als nur Bauchgefühl – es gibt Fakten!Phillip Haubrock undJohannes Radtke haben sich der Glaubensfrage einmal von der wissenschaftlichen Seite genähert.


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Bildquelle: Blinker, Ausgabe 90/2018

Er mag’s klein! Vier bis sieben Zentimeter lang ist der Großteil der Barschbeute. Mit einem Köder in diesem Bereich liegen wir richtig.


BARSCH

Man könnte sagen, dass der Barsch das Schweizer Taschenmesser unter den Raubfischen ist. Ob das Einschlürfen von Mückenlarven, das Erlegen eines wehrhaften Krebses auf ...

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... einer Muschelbank oder das Preschen in einen Ukeleischwarm an der Wasseroberfläche – sie beherrschen alles. Dies betrifft vor allem die Vielfältigkeit ihrer Nahrung und damit einhergehend unterschiedlichste Jagdstrategien.

Obwohl Jungbarsche gerne Zooplankton vertilgen, sind sie in der Lage, sich für eine gewisse Zeit nur von Algen zu ernähren. Ansonsten sind Barsche allerdings auf tierische Nahrung angewiesen. Später passen sie sich jeder gerade am einfachsten zu erlegenden Beute schnell und effizient an. Dazu gehören nicht nur Verhaltensänderungen, sondern auch körperliche Anpassungen. So werden Krebsfresser hochrückiger und bekommen ein robusteres Maul, während Freiwasser-Fischfresser länglichere Körper und kräftigere Schwanzwurzeln mit gut ausgebildeten Flossen entwickeln.

Der tagaktive Räuber kann durch sein Fressverhalten Fischgemeinschaften strukturieren und so einem Gewässer richtig gut tun. Besonders in trüben Gewässern mit Überpopulationen an kleinen Friedfischen sind Barsche wichtige Regulatoren. Eine gesunde Barschpopulation kann sogar hilfreich sein, ein trübes, nährstoffbelastetes Gewässer in den klaren, gesünderen Zustand zurückzuführen.

Mageninhaltsanalysen, bei denen übrigens zwischen vier und 58 Prozent der untersuchten Barsche leere Mägen vorwiesen, zeigten deutlich, dass sich die Ernährung der Barsche im Laufe des Lebens verändert. Jungbarsche fressen zumeist Mikroorganismen, kleine Krebstiere, Plankton – alles, was ins Maul passt und beim Wachsen hilft. Erwachsene Barsche verhalten sich ein wenig anders, auch wenn sie nicht weniger flexibel im Bezug auf Nahrung sind. Untersuchungen zeigten, dass Barsche monatlich sehr verschiedene Speisepläne haben können, unterm Strich jedoch maßgeblich daran beteiligt sind, die schiere Masse an Jung-und Brutfischen zu reduzieren. Dabei machen sie keinen Halt vor Artgenossen und jüngster Fischbrut; Barsche als Raubfische fördern somit sehr stark die natürliche Auslese.

ÜBERZEUGTE KANNIBALEN

Sie scheinen nicht sonderlich auf Konkurrenz aus eigenem Hause zu stehen: In einer Studie machte die Altersgruppe der frisch geschlüpften Barschbrut bis hin zu etwa einem Jahr alten Exemplaren sogar 52 Prozent der Ernährung der älteren Barschsemester im Gewässer aus. Gleichaltrige und ebenfalls massenhaft vorkommende Zander und Kaulbarsche wurden deutlich seltener in den Barschmägen gefunden.

Die Ernährung von Barschen über 25 Zentimetern kann so fischlastig sein, dass es im Gewässer einen spürbaren Rückgang von sonst sehr präsenten Jungfischen ab frühem Sommer gibt. Stark schrumpfende Jungbarsch-Schwärme haben gar nicht so selten die eigenen Eltern zum Grund.

Barsche fressen im Sommer am intensivsten. Neben hohen Wassertemperaturen gibt es nun auch ihre Lieblingsbeute, Kleinund Jungfisch, in großer Zahl. Kleinere Beute erfordert häufigere Beutezüge – somit nimmt die Jagdaktivität deutlich zu.

Es konnte auch festgestellt werden, dass Barsche je nach Verfügbarkeit andere Beute haben. Die dominanten Arten werden gezielter gejagt und verspeist. In trüben Gewässern sind dies oftmals junge Cypriniden wie Rotaugen oder Brassen. Bei entsprechender Veränderung von Verfügbarkeiten wird aber unter Umständen ganz pragmatisch auf die Larven von Insekten umgeschwenkt. Sehr gern fressen Barsche zudem Krebse, die in einigen Seen bis zu 90 Prozent der Nahrung ausmachen können. Sie bieten gerade großen Barschen eine attraktive Nahrung, da die Einzelgänger schlechte Fischjäger sind. Somit sind gute Krebsbestände oftmals eine Erklärung für besonders viele Großbarsche in einem Gewässer. Bewiesen ist auch, dass in Gewässern mit kürzlich etablierten Flusskrebsbeständen die Barschpopulationen explodieren. Ähnlich ist es übrigens in vielen Fällen auch mit den Grundeln.

Die ideale Barschbeute hat eine Gemeinsamkeit: Sie ist mit mindestens 16 Millimetern und im Schnitt 50 Millimetern Länge nicht gerade groß!

HECHT

Der Chef unserer Seen und Flüsse startet ganz unten, denn das ist die Position junger Hechte in der Nahrungskette. Die Winzlinge ernähren sich von Wasserflöhen und anderen Wassertierchen – was immer ins Maul passt, bis sie nach nur wenigen Wochen beginnen, Fischbrut zu fressen. Dabei können gerade die Ältesten des Jahrganges eine regelrechte Vorliebe für Artgenossen entwickeln. Während Barsche sich beim Kannibalismus vor allem auf die Jüngsten der eigenen Sippe beschränken, verspeisen größere Hechte auch gerne mittelstarke Artgenossen – um das Revier zu verteidigen oder wenn der Hunger es bedingt.

Ähnlich wie Barsch und Zander orientiert sich auch der Hecht an der für ihn am einfachsten zu fangenden Beute. Er zeigt oft eine Vorliebe für Rotaugen und Barsche, die in vielen Gewässern dominanten Fischarten. Er kann sie unter anderem mit seinen hervorragenden Augen unterscheiden. Diese sind besonders für Grüntöne empfindlich, gefolgt von Rot und schließlich Blau. Die Beute des Hechtes ist beileibe nicht nur Fisch: In nicht wenigen Fällen sind andere Beutegruppen sogar wichtiger. In Gräben, die von vielen kleineren Landwirbeltieren gekreuzt werden, lauern die Hechte nur auf vorbeipaddelnde Mäuse, Frösche oder gar Schlangen.

So sollte ein Hechtköder aussehen: 20 Zentimeter lang, länglich-schlanker Körper und in Grün-sowie Rottönen.


FOTOS: J. SCHOLZ, M. SCHULZ, J. RADTKE

MEHR ALS NUR FISCH

Ein schönes Beispiel aus dem Großen Vätersee, in dem der Hecht ohne Konkurrenz der Spitzenräuber war, zeigte folgende Ernährung: 10% Rotaugen, 20% Barsche und 60% (!) Kamberkrebse. Fische spielten also bei Weitem nicht die Hauptrolle.

Die Zusammensetzung der Hechtnahrung kann sich, ähnlich wie bei Barsch und Zander, auch drastisch ändern. Gerade das Aufkommen konkurrierender Arten hat Einfluss auf das Fressverhalten. Nachdem der Zander im Großen Vätersee besetzt wurde und sich etabliert hatte, veränderte sich die Beute der Hechte: Barsche (54%) sowie andere Fischarten (27%) wurden nun am liebsten verspeist, während Rotaugen mit 7% und Kamberkrebse mit 1% kaum noch gefressen wurden.

Die Maximalgröße seiner Opfer wird nicht wie bei Barsch und Zander so sehr durch ihre Länge, sondern vielmehr durch das Gewicht bestimmt. Die obere Grenze entspricht in der Regel zwischen einem Fünftel und einem Zehntel des Körpergewichts des Räubers. Dies beruht darauf, dass die Größe des Mauls mit dem Gewicht des Hechts proportional mitwächst – und die Maximalöffnung des Maul entscheidet schließlich, was der Räuber bewältigen kann.

Fazit für den Barschangler

Ausnahme-Barsche fressen auch mal Ausnahme-Köder, doch für gezieltes Barschangeln ergeben solche Gummi-Latschen wenig Sinn.


Die Magenanalysen legen eher kleine Köder mitvier bis sieben Zentimetern nahe. Die Erkenntnisse gelten allerdings für den Durchschnittsbarsch – wollen Sie gezielt Große fangen, können Sie Köder bis zwölf Zentimeter benutzen. Gerade im Frühling und Sommer solltenFarbe und Größe der am häufigsten vorkommenden Beute entsprechen. In den meisten Fällen liegen Sie mitWeißfisch- oder auchBarschdekoren richtig. Wenn die Barschfänge rapide abnehmen, kann es sein, dass die Räuber sich einer neuen Nahrungsquelle zugewendet haben – und das kann von Brutfisch überKrebse sowie Zuckmückenlarven bis zu anständigen Rotaugen alles sein! Jetzt heißt es experimentieren!

Große Hechte wollen große Köder! Eigentlich schon, doch hunderte Großhechtfänge widerlegen diese These Jahr für Jahr – insbesondere im Sommer.


Wenn einfach zu fangende Beute in Massen vorkommt, schießen unsere Räuber sich darauf ein, egal welche Größe.


MEIST OHNE GRÖSSENWAHN

Dabei geht er wahrlich ans Limit und greift Fische an, die er gerade noch so bewältigen, beziehungsweise schlucken kann. Größere Opfer werden einfach quer gepackt, gedreht und Kopf voran geschluckt. Dabei hilft ihm sein tödliches Gebiss mit scharfen und nach hinten gerichteten Zähnen. Die Kombination aus Gebiss und großem Maul machen den Hecht zu einem effizienten Jäger größerer Beute. Doch das Ganze hat auch einen Nachteil: Ist die Beute zu groß, bleibt sie dem Raubfisch im Halse stecken.

Wenn er die Wahl hat, bevorzugt der Hecht zwar deutlich größere, beziehungsweise schwerere Beute als der Barsch und der Zander, doch bleibt er weit unterhalb seiner maximal zu bewältigenden Beutegröße. Forscher konnten zeigen, dass Hechte es bevorzugen, tendenziell kleinere Fische zu schlagen, als es zu erwarten wäre. Eine mögliche Erklärung: Während ein Hecht mit einem großen Beutefisch hantiert und ihn im Maul dreht, bewegt er sich seltsam und sendet so unnatürliche und Aufmerk-samkeit erregende Signale in seine Umwelt. Er läuft Gefahr, entweder selbst zur Beute zu werden, oder dass ein Artgenosse ihm seine Beute noch entreißt.

Fazit für den Hechtangler

Der Hecht bevorzugt eindeutig größere Beute als Barsch und Zander. Doch Untersuchen zeigen, dass man es, insbesondere in der wärmeren Jahreszeit, mit der Ködergröße nicht übertreiben muss. Wer viele Hechte ansprechen möchte und nicht nur auf Kapitale aus ist, orientiert sich am besten anKödergrößen von 15 bis 25 Zentimetern . Großhechte akzeptieren auch im Sommer Brocken über 30 Zentimeter, damit angeln Sie also wirklich gezielter auf Meterfische. Ebenfalls wichtig ist die Form: Setzen sie hier auflängliche, schlanke Köder und vermeiden Sie hochrückige Modelle insbesondere, wenn der Köder größer ist. Bei kleineren Modellen um 15 Zentimeter ist dieser Faktor nicht ganz so entscheidend. Farben können beim Hechtangeln eine echte Rolle spielen. Setzen Sie auf Köder, dieGrün-, Rotoder Blautöne enthalten, diese können Hechte gut erkennen. Wenn Sie sich bei den Dekoren an häufig vorkommenden Beutefischen orientieren, machen Sie meist nichts verkehrt.

LÄNGE UND KÖRPERFORM

Obwohl sie also in der Lage sind, sehr große Beute zu machen, bleiben Hechte lieber im Wohlfühlbereich. Wollen wir trotz der Gewichtslimitierung die bevorzugten Beute-Längenklassen betrachten, finden wir in Hechtmägen von mittleren bis großen Exemplaren (etwa 60 bis 90 Zentimeter) häufig Beutegrößen von 15 bis 25 Zentimetern. In Großhechten über einem Meter werden natürlich auch Fische von über 35 Zentimetern gefunden, allerdings kommt bei so großer Beute ein weiterer Faktor hinzu: die Körperform der Beutefische.

Ganz generell zeigt der Hecht einen ganz klaren Trend zu länglichen Profilen, hochrückige Fische werden weniger gern gefressen – in allen Größenklassen. Dies gilt nicht nur für verschiedene Beutefischarten, sondern auch innerhalb einer Spezies! In einem großen Rotaugenschwarm würde sich der Hecht also die schlankeren Exemplare heraussuchen.

Die Vorliebe für längliche Körperformen, die Größe dieser Beute in Kombination mit ihrer Unbedarftheit könnten auch Erklärung für die besondere Vorliebe von Hechten für Forellen sein. Insbesondere wenn Gewässer mit fangfähigen Regenbognern besetzt werden, schießen sich die heimischen Meterhechte sehr konsequent auf die dümmlichen Frischlinge ein. In diesem Fall fressen die Hechte sogar mal deutlich über ihren Hunger.

Man könnte denken, dass ein Hecht Unmengen frisst, aber er kommt normalerweise in einem Jahr schlussendlich nur auf etwa das Zwei-bis Zweieinhalbfache seines eigenen Körpergewichts. Davon werden etwa 60 Prozent in den zwei Monaten nach dem Ablaichen und den letzten Wochen vor dem Einsetzen der kalten Jahreszeit gefressen. Mit kälter werdendem Wasser neigt er übrigens wie Zander und Barsche zu deutlich größerer Beute.

ZANDER

Ein etwa zehn Zentimeter langer, schlanker Köder passt perfekt ins Beuteschema eines anständigen Zanders. Orientieren Sie sich mit ihren Zanderködern stets an der am häufigsten anzutreffenden Beutegröße.


Jung-Zander ernähren sich in der Regel von Insekten und kleinen Krebstieren. Ab fünf bis zehn Zentimetern Länge beginnen sie zuerst Fischlarven und wenig später Fische zu fressen. Besonders Individuen, die schnell bis zur Zehn-Zentimeter-Marke wachsen, wechseln frühzeitig zu einer fischhaltigen Ernährung und sind oft echte Kannibalen. Dies bewirkt einen wahrlichen Energieschub in frühster Kinderstube. Ab 15 bis 19 Zentimetern ernährt er sich zu etwa 50 Prozent von Insekten, Libellenlarven sowie Krebsen, und zu 50 Prozent von Fischen. Dies kann natürlich auch schon früher der Fall sein, wenn es die potentiellen Beutetiere ermöglichen. Wenn er die Wahl hat, bevorzugt schon der junge Zander ganz klar Fisch.

Im Vergleich zu anderen Räubern hat der Zander ein relativ enges Maul, weshalb man lange glaubte, dass selbst erwachsene Exemplare nur selten Fische von mehr als zehn Zentimetern Länge fressen.

Zwar wissen wir heute dank diverser Untersuchungen, dass tatsächlich sehr oft kleinere Fische wie Stinte, Jungbarsche, Rotaugen oder auch Schwarzmundgrundeln auf seinem Speiseplan stehen, Zander aber grundsätzlich nicht vor größerer Beute zurückschrecken. Die Obergrenze liegt sogar bei etwa 30 Prozent der Länge des Räubers. Mit der Größe des Zanders steigt also die maximale Größe der verspeisten Fische ungefähr im gleichen Rahmen – zumindest bei für Angler interessanten Fischgrößen. Doch so große Beute ist tatsächlich eher die Ausnahme: Auswertungen unterschiedlicher Untersuchungen zu Mageninhaltsanalysen zeigen einen klaren Trend zu Beute zwischen sechs und 15 Zentimetern.

Besonders gern verspeist der Zander Fischarten, die ohne lange Fraßwanderungen erreichbar sind. Grundeln zum Beispiel leben quasi direkt vor seinem Maul, für Rotaugen oder Lauben muss er abends lediglich eine Etage nach oben schwimmen. Obwohl die Vermutung nahe liegen würde, halten Zander nicht viel von Kannibalismus und fraßen in sämtlichen Studien nur selten kleinere Artgenossen.

EFFIZIENTE KILLER

Im Gegensatz zum Barsch zeigen Zander nur selten spontane, monatliche Unterschiede in ihrer Ernährungsweise, dafür jedoch einen starken Wandel zwischen den Jahren – je nach Beuteverfügbarkeit.

In Brackwasser oder generell getrübtem Wasser sind neben Fischen auch Garnelen und Flusskrebse eine beliebte Beute. Nicht-Fisch-Nahrung stellt jedoch meist einen geringen Anteil dar. Besonders ab 30 Zentimetern Länge, so zeigten Untersuchungen, fanden überwiegend Fische, Krebsartige und Libellenlarven (!) ihren Weg in den Zandermagen.

Wie auch andere Räuber tendiert der Zander im Herbst und Winter zu größerer Beute. Er spart in diesen Monaten seine Energiereserven und verfolgt hauptsächlich lohnenswerte Beute.

Zander haben, ähnlich dem Barsch, durch ihr effizientes Jagdverhalten und ihre zum Teil großen Bestände einen immensen Einfluss auf die Fischgemeinschaft. Sie können ganze Jahrgänge ihrer Lieblingsbeute auslöschen, sodass die gesamte Beutefischfraktion um zehn Zentimeter quasi fehlt. Kaum zu verdenken, dass sich Beutefische in Gewässern mit Zandern anders verhalten als in Gewässern ohne diese Räuber. Sie zeigen andere, in den Tag verlagerte Aktivitätszeiten und suchten andere, oft flachste Uferzonen auf.

Die Schwarzmundgrundel hat offensichtlich besondere Bedeutung für den Räuber: Seit dem Auftreten dieser Art fressen Zander in den entsprechenden Gewässern zunehmend eher längliche als hochrückige Fische.

Fazit für den Zanderangler

Sicherlich nehmen Zander auch mal Großköder, doch wirklich sinnvoll ist eineKödergröße zwischen sieben und 15 Zentimetern , eine Nummer größer also als der Optimalbereich für den Barsch. Beim Spinnfischen im Herbst und beim Schleppen auf Großfische können jedoch etwas größere Köder verwendet werden. Die 30-Prozent-Regel zeigt, dass ein 90er Freiwasser-Zander durchaus einen 30-Zentimeter-Hechtgummi akzeptiert, die Praxis bestätigt das gar nicht so selten. Wer in trüben Gewässern oder im Brackwasser eine Alternative zum Gummifisch ausprobieren will, sollte ruhig malKrebs-Imitate zuckend über den Grund hüpfen lassen. Im Hinblick auf die Farbe scheint es keine eindeutigen Regeln zu geben. Wenn Sie sich allerdingsfarblich an der Hauptbeute im Gewässer orientieren , vielleicht mit einemknalligen Farbakzent , liegen Sie in den seltensten Fällen daneben. Es gibt allerdings auch Profis, die ganz radikal meinen: Die Farbe ist beim Zanderfischen völlig egal!

Die optimale Opfergröße


FOTO: S. BELJAARS, J. RADTKE, J. SCHOLZ