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BEWEGTE GARTENBILDER


Landlust - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 18.08.2021

Artikelbild für den Artikel "BEWEGTE GARTENBILDER" aus der Ausgabe 5/2021 von Landlust. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Landlust, Ausgabe 5/2021

Es raschelt, rauscht und säuselt, wenn man den 1 000 Quadratmeter großen Garten von Brigitte Dammann und Reiner Westen betritt. In hohen Horsten und niedrigen Büscheln stehen Ziergräser in herbstlichen Farben zwischen blühenden Stauden.

Rund um die blaugrauen Blütenbälle der Kugeldisteln summen noch immer viele Bienen. Die Blütenschirme der Hohen Fetthenne breiten sich um die zarten Halmen der Ziergräser aus, während sich die schlanken Stiele des Patagonisches Eisenkrauts dazwischen im Wind wiegen.

Sinnliches Erleben

Ziergräser dienen als Strukturelement in den dicht bepflanzten Staudenbeeten und verleihen dem Garten zudem seinen ganz speziellen „Klang“. Das sinnliche Erlebnis ist erwünscht und bewusst so gestaltet. „Wir lieben die schönen Bilder, die die Gräser durch Wuchs und Bewegung kreieren, und mögen die sanften Geräusche bei leichtem Wind“, erklärt Reiner Westen. ...

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... Vor allem die Vielfalt in Form und Farbe begeistert den Gartenbesitzer: das Diamant-Reitgras, dessen filigrane Blüten morgens mit Tautropfen besetzt sind, die dann wie Diamanten glitzern; die Chinaschilf-Sorte ‘Verneigung’ mit elegant-feinen Trieben und überhängenden Blüten; das Federgras, dessen kniehohe und haarzarte Halme im Winter wie gefrorene Wellen auf den Beeten liegen; und das Japan-Goldbandgras, mit dessen gelblaubiger Sorte ‘Aureola’ schattige Gartenbereiche freundlich und hell erscheinen.

Auf Bewährtes setzen

Das Paar hat sich für Ziergräser im Garten entschieden, weil es passende Arten für sonnige wie auch schattige Bereiche gibt. „Was jetzt bei uns im Garten wächst, ist die Essenz aus 40 Jahren Gartenerfahrung.“ Die Hobbygärtner achten bei der Wahl der Gräser besonders auf die Wuchsform und einen attraktiven Austrieb. Sie pflanzen vor allem standfeste Gräser und Stauden, die selbst nach Regen und im Winter noch schön aussehen. Dazu zählen etwa die bewährten Chinaschilf-Sorten ‘Hermann Müssel’ mit zahlreichen Blüten in „hellem Blond“ oder ‘Malepartus’, dessen Halme sich im Herbst gelb färben.

Pflegeleicht durch das Jahr

Da Brigitte Dammann und Reiner Westen als selbstständige Seifenmacher ein eigenes Ladengeschäft mit Werkstatt führen, brauchten sie ein konsequentes Gartenkonzept, um den Arbeitsaufwand überschaubar zu halten. Im Februar beginnen sie mit dem Rückschnitt von Gräsern und Stauden und häckseln das Schnittmaterial. Bis dahin sind die Pflanzen ihr eigener Winterschutz. Gleichzeitig kann sich das Ehepaar an den „kleinen Kunstwerken“ erfreuen, zu denen Halme und Samenstände werden, wenn sie mit Raureif überzogen sind.

Ab April folgt der zweite Pflegedurchgang: Dann wird gejätet, Gräser und Stauden geteilt und nachgepflanzt. Rund um die Stauden verteilen sie dünn ungesiebten Kompost und mulchen die Beete mit den Grashäckseln. Gleichzeitig beschattet die Mulchschicht den Boden und dient den Bodenorganismen als Nahrung. Danach bleibt der Garten weitgehend sich selbst überlassen. Nur alle zwei bis vier Wochen gehen die Hobbygärtner durch die Beete und schneiden Verblühtes ab. Bei diesen Durchgängen entfernen sie auch die Sämlinge von verbreitungsfreudigen Pflanzen. Der moorige Boden in dieser Gegend ist für viele Stauden ideal – für Gräser jedoch eigentlich zu fruchtbar. Daher genügen Kompost und Mulch; weiteres Düngen ist nicht nötig. „Unser Garten versorgt sich selbst“, sagt Reiner Westen.

Weniger ist mehr

Pflegeleicht ist der Garten nicht nur durch die Ziergräser, sondern auch, weil sich das Paar auf wenige Pflanzenarten und -sorten beschränkt und von diesen jeweils mehrere Exemplare pflanzt.

So können bei einem Pflegedurchgang nicht nur einzelne Pflanzen durch Rückschnitt oder Entfernen von Verblühtem attraktiv gehalten werden, sondern gleich ganze Beetpartien. „Unser Ziel ist es nicht, möglichst viele Arten und Sorten zusammenzutragen, sondern im Blick zu behalten, dass wir die Arbeit gut schaffen.“

Hinter Pflanzen verborgen

Als weiterer Effekt der reduzierten Pflanzenauswahl entsteht ein ruhiges und der Natur nachempfundenes Gartenbild. Und das, obwohl viele Gräser und Stauden mehr als zwei Meter groß sind. Durch die Höhe der Pflanzen sind im Sommer immer nur einzelne Ausschnitte des Gartens mit dem Blick zu erfassen. Vom Hauseingang, der von Schattenbeeten gerahmt ist, gabelt sich der Weg und führt zur Holzterrasse und in den Hauptgarten, wo die hohen Pflanzungen das Bild bestimmen. Den Teich, der sich versteckt im südlichen Garten befindet, entdeckt man erst beim Schlendern auf den geschwungenen Rasenwegen. „Der Rasen ist wichtig. Er ist die Leinwand für unseren Garten“, sagt Brigitte Dammann. Erst durch ihn kommen die Farben und Formen in den Beeten zur Geltung. Nur zwei- bis dreimal im Jahr werden die Kanten mit dem Spaten abgestochen. Das rechteckige Teichbecken bildet einen formalen Kontrast zu den organischen Beetformen. Vom Holzdeck aus genießt das Paar zwischen großblättrigen Stauden und säuselnden Gräsern die belebten Gartenbilder.

Text: Jutta Langheineken

GARTENBESUCH

Für Gruppen ist der Garten nach Anmeldung geöffnet. brigitte.dammann@graesermeer.de