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BIG BROTHER


Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 04.08.2021

TEST DAC/NETZWERKSPIELER

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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 9/2021

Ein Komplettpaket ohne Schwächen

Es soll ja gar nicht so selten vorkommen, dass die kleineren Geschwister einen erheblichen Ehrgeiz entwickeln, um die großen Brüder und Schwestern zu übertrumpfen. Das will der zum Test angereiste Auralic Altair G2.1 um jeden Preis verhindern, ganz egal, wie sehr wir vom nur knapp halb so teuren Modell G1 angetan waren, dessen Test in der STEREO 2/21 zu finden ist.

Dafür muss sich der G2.1 ganz schön ins Zeug legen, denn die Messlatte in den Punkten Verarbeitung, Ausstattung und Bedienbarkeit legte der kleine Bruder verdammt hoch. Wie der G2.1 dem Einser dennoch beikommen und ihn auf Abstand halten will? Mit diesen Maßnahmen beispielsweise:

Während sich im Altair G1 ein ESS9038K2M als Wandler bemüht, den Klang möglichst naturgetreu aus den Einsen und Nullen zu rekonstruieren, ist im G2.1 ein proprietärer ESS-Wandler im Einsatz, der dem ...

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... Standard-Wandler deutlich das Nachsehen geben soll. Anstatt auf dem digitalen Weg wie im G1 erfolgt die Lautstärkeregelung hier analog über ein passives R2R-Ladder-Netzwerk. Deswegen klackert es auch merklich, wenn man die Lautstärke ändert. Die in einem vergossenen Modul zu findende analoge Ausgangsstufe, die den schönen Namen ORFEO trägt, ist vom 6700 Euro kostenden Top-Modell Vega G2.1 entnommen.

Extrem gut verarbeitet

Dem Alugehäuse – übrigens anspruchsvoll mit viel Aufwand und in jedem Detail überzeugend gefertigt – wurde ein einem Subchassis nicht unähnlicher, aus Kupfer bestehender Käfig spendiert. Um Mikrofonie von allen empfindlichen Baugruppen fernzuhalten, sind etliche Bauteile vergossen, was auch für konstante thermische Verhältnisse sorgen soll. Die eingebaute ultra-präzise Clock zur Jittervermeidung kostet andernorts als Einzelgerät manchmal schon mehr, als hier das ganze Gerät. Selbst die Gehäusefüße sind, so versichert der deutsche Importeur AudioNext in Essen, tatsächlich per Finite-Elemente-Software ausgerechnet worden und in dieser Form auch nicht im G1 zu finden. Die Voraussetzungen für ein gesteigertes Hörvergnügen sind von technischer Seite aus also auf jeden Fall gegeben.

Zum prallen Ausstattungspaket gehört beim G2.1 auch eine sehr ordentliche MM-Phono-Eingangsstufe, die bei uns im Zusammenspiel mit einem Shure Ultra 500 – einem Klassiker, der lange Jahre als das Non plus ultra bei MM-Tonabnehmern galt – eine starke, kraftvoll und natürlich klingende Vorstellung gab. Was der Vertrieb uns, anders als beim kleinen Bruder, diesmal leider nicht implantiert hatte, war eine Festplatte. Die hätten wir aber auch vom kleineren G1 nicht „mal eben“ in den G2.1 implantieren können, denn ein direkter „Umzug“ der Festplatte vom G1 auf den G2.1 ist nicht möglich. Der Händler des Vertrauens hat jedoch Anpassungskits da. Dort kann der Kunde sich jedoch auch ganz nach Wunsch seine flammneue Festplatte installieren lassen.

Dass alle positiven Ausstattungsmerkmale des G1 hier auch wieder zu finden sind, entspricht den Erwartungen. Dazu gehört neben dem „Roon Ready“-Zertifikat, DSD-Tauglichkeit und der Fähigkeit, mit den gängigen Streaming-Anbietern reibungslos zu funktionieren, auch die Möglichkeit, mit Unterstützung des gut ablesbaren Displays die meisten Einstellungen direkt am Gerät vornehmen zu können. Eine Einschränkung gibt es beim Display allerdings zu beachten: Wenn feine Einstell-Justagen am Set-up vorgenommen werden, ist die Schrift so klein und kontrastarm, dass eine Lupe kein überflüssiges Hilfsmittel ist…

Solch angenehme Features wie ein parametrischer Equalizer gehören dazu, aber auch die optionale Festplatte und die Möglichkeit, ein externes CD-Laufwerk anschließen zu können. Subtile Klangbeeinflussungen lassen sich mit den vier schaltbaren Filtern erzielen. Welches man nutzt, hängt etwas von den persönlichen Vorlieben, der bevorzugten Musik und letztlich auch vom Zusammenspiel mit der restlichen Anlage ab. Auch auf der Rückseite glänzt das Gerät mit reichlich Kontaktmöglichkeiten und durchgehend hochwertiger Buchsenbestückung.

Die Chance, analoge Signale in den Auralic hineinzusenden, nutzten wir aber nicht nur via Plattenspieler, sondern auch mittels eines betagten Sony SACD-Spielers vom Typ SCD-555. Das Spannende dabei ist, dass diese die Digitalsektion komplett umgehen, also durchgehend auf der analogen Ebene verbleiben.

Phono immer, Festplatte optional

Sämtliche Einstellungen inklusive der Netzwerkverbindung und dem Zusammenspiel mit Qobuz gestalteten sich übersichtlich und in wenigen Minuten erledigt. Ab diesem Punkt liefen sämtliche Funktionen auch absolut stabil und zuverlässig. Lediglich die Lautstärkeregelung via iPhone war ganz zu Beginn einmal etwas ruckelig, was aber auch an unserem Netzwerk gelegen haben mag; es trat danach nicht mehr auf, egal, wie abrupt und häufig wir die Lautstärke änderten. Bedienbar ist das Gerät übrigens auch mit jeder lernfähigen Fernbedienung.

Mussten wir dem kleineren G1 vor wenigen Monaten bei allen zutage getretenen Qualitäten noch einen Mangel an Dynamik und Lebendigkeit attestieren, so können wir diesmal berichten, dass die Fülle an technischen Verfeinerungen der Klangqualität definitiv zuträglich war.

Da wir einen guten Teil der Hörtests mit den GGNTKT Model 1 durchführten, entschieden wir uns in dieser Kombination für das Smooth-Filter, das seine Langzeittauglichkeit nachdrücklich unter Beweis stellte.

DAMIT HABEN WIR GEHÖRT

Debussy: Martha Argerich/ Michael Barenboim, La Mer u. a.

Ausnahmekünstler in perfekter Harmonie, klanglich hervorragend eingefangen

Frank Zappa '88: The last U.S. Tour

Die ganze Bandbreite seines Könnens auf vier LPs. Grandios!

TEST-GERÄTE

CD-Spieler/DAC: Wadia 8/Aavik D180

Streamer: Bluesound Vault 2i, Auralic Altair G1

Plattenspieler: Denon DP 59/Shure Ultra 500

Kopfhörer: Sennheiser HD 800S

Vorverstärker: T+A P 3100 HV, Audio Research Ref One, Funk Audiotechnik MTX Monitor

Endverstärker: Plinius SA 250/IV

Lautsprecher: Gauder DARC 100 B.E., GGNTKT Model 1

Kabel: Funk, Stockfisch, Cardas, XLO, Audioquest

Den Auftakt machte Frank Zappa mit seiner USA-Tour im Jahr 1988, die teilweise deutlich über ein Konzertereignis hinausging, vielmehr einer Theateraufführung oder gar einem Musical ähnelte. Zu Beginn für Zappa-Neulinge verschreckend, zeigt der 1993 viel zu früh verstorbene, in allen Genres heimische Ausnahmekünstler, welch ein Verlust für die Musikwelt durch seinen Tod entstanden ist. Hat man sich in das Album einmal eingehört, ist man froh, dass so viele Songs darauf zu finden sind, denn man kann sich kaum daran satthören. Und spätestens, wenn Zappa und seine Band den „Stairway To Heaven“ besteigen, wird klar, dass hier nicht nur ein Meister des Zynismus am Werk ist, sondern ebenso ein begnadeter Musiker. Der Auralic dröselt das teils ziemlich komplexe Geschehen nicht nur fein, detailreich und gut durchhörbar auf, sondern bringt auch den nötigen Druck von unten, um der Musik den entsprechenden Schub zu verpassen und den Zuhörer zu packen. Auch mit der überzeugenden Dynamik sammelt der Netzwerkspieler reichlich Pluspunkte.

Schauplatzwechsel: Michael Barenboim, die „Löwin“ Martha Argerich und die Staatskapelle Berlin verschmelzen bei Debussys „La Mer“ bei aller Eigenständigkeit zu einer Einheit, die man so ineinander verzahnt nicht oft geboten bekommt. Hier überzeugt der Auralic mit einer sehr natürlichen Wiedergabe des Flügels wie all der Instrumente des Orchesters. Da verfärbt und verwischt nichts, das passt. Die Aufteilung erlaubt eine Links/ Rechts- sowie eine Vorne/Hinten-Ortung, und auch die Größe des am Mischpult entstandenen Raumes lässt sich prima nachvollziehen.

Um den Lokalpatrioten in mir zu beglücken, musste ich diesmal in den Nostalgieclub abtauchen und wurde bei einer Live-Aufnahme der längst aufgelösten Kölner Kultband „Piano has been drinkin’“ fündig. Hier kommt es weder bei „Daach sin Juwele“ (Tage sind Juwelen) noch bei „Anfürsich es et Blues“ (Eigentlich ist es Blues) auf überbordende Detailfülle noch auf Klangfarbenreichtum, sondern auf die Atmosphäre und die Spielfreude, die beinahe physisch spürbare Bühnenpräsenz des Frontmanns Gerd „Jächt“ Köster mit seiner rauen und tiefen Stimme und die Fähigkeit der Band zur Improvisation an. Auch hier macht der Auralic eine wirklich gute Figur, ebenso bei „Ruude Jolf“ (Roter Golf) finden sich inklusive des entspannten Bassspiels alle für eine emotionale Wiedergabe nötigen Zutaten. So lässt sich zusammenfassend sagen, dass man eine klanglich deutlich wahrnehmbare Verbesserung gegenüber dem Einstiegsmodell G1 in allen Parametern bekommt, bessere Bauteile hier also keinesfalls zum Selbstzweck geworden sind. Absolut gesehen ist es sicher eine ganze Menge Geld, die man hier investiert, aber auch eine sinnvolle Langzeitinvestition. ■

Auralic Altair G2.1

Preis: um 5000 €

Garantie: 2 Jahre (nach Registrierung 3 Jahre)

Kontakt: AudioNext Tel.: +49 201 5073950 www.audionext.de

Vorbildliche Verarbeitung trifft gute Bedienbarkeit trifft Ausstattungsvielfalt trifft Klang. Mit einem Satz: Hier stimmt alles, der Kunde bekommt ein in jeder Hinsicht exzellentes Gerät. Auch der Mehrpreis zum günstigeren G1 ist gerechtfertigt.

Messergebnisse

Labor-Kommentar

Netzphase am Testgerät

Exzellente Laborergebnisse ohne Ausrutscher. Das Gerät macht einen durchkonstruierten Eindruck, die Bauteileauswahl tut ihr Übriges.

Ausstattung

Vorverstärker inklusive Phono-MM und 1 x Cinch analog; Ausgang in Cinch und XLR; Kopfhöreranschluss; DAC mit AES/EBU/koax und optisch; USB-HS-Input; Laufwerkanschluss; die Festplatte ist optional; Streamer für Spotify, Tidal, Qobuz & Co.; Display, zwei Wifi -Antennen uvm.