Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 3 Min.

Big Show für Big Oly


Träume Wagen - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 15.03.2019

Wenn ein begnadeter Konstrukteur, ein Rennstallbesitzer und ein beinharter Bronco aufeinandertreffen, wird Geschichte geschrieben. Wie beim Baja-Racer Big Oly


Artikelbild für den Artikel "Big Show für Big Oly" aus der Ausgabe 3/2019 von Träume Wagen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Fotos: Petersen Museum

Der Bronco war die Antwort auf den Erfolg der ersten Freizeit-Offroader Jeep CJ-5 und International Harvester Mitte der 60er-Jahre und wurde unverändert von 1966–1977 gebaut. Der Early Bronco, ein knüppelharter Geländegänger mit Starrachsen und Reduktionsgetriebe, punktete auch bei Rennen wie der berühmten Baja 1000 und wird dort heute noch in den Vintage-Klassen gefahren. Der berühmteste Bronco ist zweifellos der 1967er „Big ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 1,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Träume Wagen. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 3/2019 von SHORT REPORTS: NEWS AUS DER SZENE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SHORT REPORTS: NEWS AUS DER SZENE
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von KOLUMNE: 8: DER BMW UND DIE HODEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KOLUMNE: 8: DER BMW UND DIE HODEN
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von S-KLUB LOS ANGELES. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
S-KLUB LOS ANGELES
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von THE DASH CLASSICS & CUSTOMS AUF SPEED. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
THE DASH CLASSICS & CUSTOMS AUF SPEED
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von DIE DUNKLE SEITE DER MACHT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DIE DUNKLE SEITE DER MACHT
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von KUNST TRIFF Leidenschaft. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KUNST TRIFF Leidenschaft
Vorheriger Artikel
KOLUMNE: 8: DER BMW UND DIE HODEN
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel S-KLUB LOS ANGELES
aus dieser Ausgabe

Der Bronco war die Antwort auf den Erfolg der ersten Freizeit-Offroader Jeep CJ-5 und International Harvester Mitte der 60er-Jahre und wurde unverändert von 1966–1977 gebaut. Der Early Bronco, ein knüppelharter Geländegänger mit Starrachsen und Reduktionsgetriebe, punktete auch bei Rennen wie der berühmten Baja 1000 und wird dort heute noch in den Vintage-Klassen gefahren. Der berühmteste Bronco ist zweifellos der 1967er „Big Oly“ von Parnelli Jones. Heute weiß man: Damals trafen zwei spätere Legenden aufeinander. Rufus Parnell „Parnelli“ Jones, Rennfahrer und Rennstallbesitzer, fuhr schon mit 17 erfolgreich Stock-Car-Rennen, gewann 1960 die NASCAR-Pacific-Coast-Late-Model-Serie und kam 1961 als Fahrer nach Indianapolis, wo er viele Jahre an der Spitze mitmischte. Als Ford-Werksfahrer fuhr er von 1969 bis 1971 den Mustang, gründete nebenbei aber mit Vel Miletich bereits seinen Rennstall Vel’s Parnelli Jones Racing. Später entdeckte er seine Liebe zum Tourenwagensport und gewann eine ganze Reihe von Trans-Am-Rennen. Nach einem schweren Unfall bei der Baja 500 1974 beendete er seine Fahrerkarriere, stieg in den Reifenhandel ein und hat inzwischen rund 50 Verkaufsstellen im ganzen Land.
Es war wohl irgendwann Ende der 60er, als der heißblütige Rennfahrer Jones auf den nicht minder engagierten Bill Stroppe traf. Der hatte sich mit dem Optimieren und Fahren von sauschnellen Racern auf Ford-Basis einen Namen wie Donnerhall erarbeitet, neu im Portfolio des unkonventionellen Leistungs-Fanatikers waren Offroad-Racer, wie sie die immer beliebter werdenden Baja-Rennen forderten. In guter alter Stock-Car-Manier setzte er auf den Bronco, schmiss raus, was nicht rein musste und machte das brave Workhorse zum unbezwingbaren Wüstenfuchs. Was dabei herauskam, hatte allerdings mit dem Serienauto recht wenig gemeinsam: Der schmucklose Kasten war tatsächlich der erste speziell gebaute Wüstenrenntruck auf der Basis eines Gitterrohrrahmens. Fehlte bloß noch der Fahrer. Stroppe bearbeitete Parnelli Jones, bis der endlich einwilligte und Stroppes Wüstenracer übernahm. Eine gute Entscheidung: Das Duo Stroppe/Jones war nahezu unschlagbar und dominierte die Offroad-Racing-Szene – bis Parnellis Unfall dem Siegeszug 1974 ein Ende setzte.
Geblieben ist der legendäre Big Oly, jener Bronco, den Stroppe so gnadenlos rudimentierte. Der seltsame Name ist übrigens den verrückten 70ern geschuldet: In Zeiten, wo die Funny-Car-Geländegänger „Truggy“, „Wampuskitty“ und „Arnold“ hießen, ist Big Oly doch geradezu harmlos. Das Rückgrat des Big Oly ist ein massiver geschweißter Chrom-Molybdän-Rohrrahmen – gefertigt ganz ohne heutige Standards wie CAD-Programme, Finite-Elemente-Methode oder elektronisch erstellte Baupläne. Aluminiumpanels innen, Fiberglashülle im original Bronco-Look außen, anfangs mit Chromgrill und mittig platziertem „PJ“-Logo, später mit Rohr-Stoßfänger und Zusatzscheinwerfern – fertig war der Baja-Racer. Das unerschrockene Gespann Stroppe/Jones machte passend, was nicht in das neue Konzept passte und optimierte den Big Oly Stück für Stück mit verstärkten Federn, Panhard-Traverse, 9 „-Hinterachse, Detroit-Locker-Differenzial, vier Scheibenbremsen und verstärkten Gabriel-Stoßdämpfern. Die ursprünglich eingebauten Bostrom-Sitze mit 10 cm mehr Federweg wurden irgendwann gegen offroaderprobtes Taylor-Gestühl getauscht, Aluräder mit 9-15 Firestones vorne und 9.50- 16 hinten genügten, um den Verfolgern Sand und Steine um die Ohren fliegen zu lassen.
Verglichen mit den700 bis 800 PS heutiger Power-Trucks nehmen sich die 350 bis 400 PS aus dem 351-cui-Windsor-V8 des Big Oly eher bescheiden aus, wurden von Jones aber eindrucksvoll eingesetzt. Mit 3-Gang-Automatik, Hurst Shifter und zwei 22-Gallonen(83 Liter)-Sprittanks, die zur besseren Gewichtsverteilung direkt hinter den Sitzen bzw. hinter der Hinterachse platziert waren, schoss Parnelli Jones allen davon. Das seltsame Blechsegel über dem Passagierabteil wurde auf seinen Wunsch montiert. Es gab ihm das Gefühl, damit mehr Druck auf die Hinterachse zu bekommen und war sogar von innen verstellbar.
Parnelli Jones und Bill Stroppe katapultierten Big Oly in nur vier kurzen Jahren (1970 –1974) in den Olymp der Unsterblichkeit. Kein anderer Offroader schaffte es, die Popularität des schmucklosen Baja-Bronco zu toppen. Nicht nur Ford zeigt ihn regelmäßig bei den Fabulous Fords Forever Shows in Buena Park, Kalifornien. Nun hat er es sogar ins Museum geschafft: Das auf hochpreisiges Kultblech spezialisierte Petersen-Museum in Los Angeles ehrt die Rennlegende Parnelli Jones und den berühmtesten aller Offroad-Racing-Trucks mit der Ausstellung „Legends of Los Angeles“. Da sind zwar auch andere Fahrzeugen des erfolgreichen Rennfahrers Parnelli zu sehen. Der heimliche Star aber ist der Gewinner der Baja 500 von 1970 und der Baja 1000 von 1971. Big Oly schafft sie heute noch alle …


BEQUEM IST ANDERS. SO WHAT. FUNKTIONALE TECHNIK IST TRUMPF.



KEINE FILIGRANTECHNIK, DAFÜR ROBUST, VERSTÄRKT, DURCHDACHT UND IM GELÄNDE UNSCHLAGBAR.