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BILD der FRAU im Dorf der seltenen Tiere: Dieser Hund ist ein echter Fuchs!


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 30/2019 vom 19.07.2019

74 Haustier-Rassen sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. Die Bewohner von Steinlah, einem Dorf in Niedersachsen, sind angetreten, das zu ändern. Und so züchten sie Rauwollige Pommersche Landschafe, Sundheimer Hennen, Japaner Kaninchen …


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 30/2019

Harzer Fuchs
Der Kleine ist ein begehrter Nachwuchs. Nur noch knapp 40 Tiere wurden jüngst in Deutschland gezählt


So süß (wenn sie keine Hosen zerkauen): Reporterin Jana mit Welpe


Leinegänse
Wetterhart und marschfest: Bei der letzten Zählung wurden noch 150 Tiere dieser Rasse registriert


Sundheimer Henne
Familie Tiefnig hat gerade Küken. Zuletzt wurden bundesweit ...

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... 1108 Tiere gezählt


Japaner … heißen diese Kaninchen: Sie sind nur noch mit 66 Exemplaren vertreten!


Der jüngste Erfolg von Steinlah wedelt uns schon an der Hoftür entgegen: neun zuckersüße Welpen! Sofort stürmen sie auf uns zu, springen an uns hoch, ziehen unsere Schnürsenkel auf – um sich dann ganz genüsslich in der Hose zu verbeißen.

Die Hundekinder gehören zu einer sehr seltenen Tierrasse: dem Harzer Fuchs. Gerade mal 40 Exemplare, schätzen Experten, gibt es von dem altdeutschen Hütehund noch in Deutschland. Angelika und Hans-Jürgen Hesse wollen das ändern.

BILD der FRAU ist zu Besuch im Archedorf Steinlah. Vor neun Jahren haben die Hesses hier in Niedersachsen angefangen, Haustierrassen zu züchten, die auf der roten Liste stehen. „Wir hatten Platz, und ich wollte etwas für den Fortbestand seltener heimischer Arten tun“, erzählt der pensionierte Realschullehrer, während die kleinen Harzer Füchse weiter Zerren üben – an meiner Hose.

Erst zogen Rauwollige Pommersche Landschafe und Harzziegen ein, dann Lakenfelder Hühner, Diepholzer Gänse und Pommernenten. Artenschützer Hesse steckte andere Dorfbewohner mit seiner Arche-Idee an. Bauer ist keiner von ihnen, um Profit geht’s ihnen nicht. Gustav Reupke (60) etwa wurde stolzer Besitzer von Rotem Höhenvieh. Stefan Beims übernahm Schafe, Leinengänse und ein Rotbuntes Husumer Schwein. Familie Tiefnig Sundheimer Hennen.

Das sorgte für Aufsehen: 2011 wurde Steinlah von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. (GEH) zum ersten Archedorf Deutschlands gekürt! Seitdem gibt es jedes Wochenende nach Himmelfahrt ein Arche-Fest, zu dem Besucher bis aus Frankreich kommen. Auch Schulklassen waren schon da und staunten.

Das Besondere an den alten Nutztierrassen? „Sie sind robust, pflegeleicht, kommen mit kärgsten Verhältnissen zurecht“, schwärmt Stefan von seinen Schafen. Angelika ergänzt: „Aus dem Fleisch der Hühner können Sie eine Suppe machen, die noch richtige Fettaugen hat.“ So wie das früher eben war. Und die Kühe? „Brauchen kein Kraftfutter, um gute Milch zu geben“, berichtet Gustav.


„Die alten Rassen sind pflegeleicht“


Wir fahren auf die Weide, wo seine Kühe von Mai bis Oktober grasen. Ein Pfiff und 18 Rindviecher kommen angelaufen. „Die fressen alles, was andere stehen lassen“, sagt er. „Klar, sie geben nur 4000 Liter Milch im Jahr – statt 10 000 wie die Tiere aus der Massentierhaltung. Aber dafür haben sie keine Gesundheitsprobleme.“ Und es geht ihnen gut. Nur 800 Tiere des Roten Höhenviehs findet man hierzulande noch. Gustav Reupkes Kälber sind daher gefragt: Die Weibchen für die Zucht, die Männchen für die Mast.


„Wir sind aber kein Streichelzoo“


Auch für Stefan Beims sind seine 45 Schafe finanziell ein Nullsummenspiel. Er verkauft die Wolle und setzt sie als „Landschaftspfleger“ ein: „Aber dafür bringt es richtig Spaß!“ Auch von den Frühstückseiern im Dorf, immer frisch gelegt, ist er begeistert. Auf den Käse, den Angelika aus ihrer Ziegenmilch macht, schwört die ganze Familie. Und, das ist ihr auch wichtig: „Wir sind kein Streichelzoo. Wir züchten Nutztiere, wir essen das Kaninchen- oder Hühnerfleisch am Ende auf. Dafür ist es da.“

Das sehen allerdings nicht alle Steinlaher so: Bei den Tiefnigs kommen nur Eier in den Pott. EDV-Profi Joachim Tiefnig (59): „Wir sind kein Freund der Arterhaltung durch Aufessen – und alle in der Familie Vegetarier!“

Auf Rettungsmission: Angelika und Hans-Jürgen Hesse, Gustav Reupke und Stefan Beims


Rotes Höhenvieh
Gustav Reupkes Mutterkühe haben gerade Kälber. Von diesen Rindern leben noch 800


Rauwolliges Pommersches Landschaf
Es ist nicht halb so anspruchsvoll wie es guckt. Sehr genügsam, es gibt nur noch 3000


Rotbuntes Husumer Schwein
Die widerstandsfähige Rasse gilt als extrem gefährdet. Zuletzt waren 22 Eber und 48 Sauen registriert


Harzer Ziege
Hart im Nehmen! Nur noch 14 Böcke und 184 Ziegen waren 2013 im Herdbuch eingetragen