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BILDAUSGABE: WOZU HEUTE NOCH EIN FACHLABOR?


fotoMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 110/2019 vom 11.10.2019

Fachlabore werden zunehmend vom Online-Geschäft verdrängt. Aber was unterscheidet eigentlich das Fach-vom Großlabor? Und was können Fotografen heute von den verschiedenen Dienstleistern erwarten?


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Bildquelle: fotoMAGAZIN, Ausgabe 110/2019

POSITIVRETUSCHE GRIEGER
Eine Retusche am Positiv ist nur in Einzelfällen nötig – kann aber essentiell sein.


Fachlabor – dieser Begriff trennte früher die Spreu vom Weizen, den Knipser vom Fotografen. Während die Masse die Dias und Negative via Foto-oder Drogeriekette ins Großlabor schickte, um anschließend industriell gefertigte Prints im Format 10 mal 15 Zentimeter abzuholen, gingen die Profis und Amateure mit ...

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... hohem Anspruch zum Fachlabor – und nahmen spezielle Dienstleistungen wie Sofort-oder Cross-Entwicklung, Vergrößerungen und Veredelungen in Anspruch – und zahlten ordentliche Preise. Mittlerweile hat sich einiges getan, sowohl bei den Großlaboren als bei den lokal arbeitenden Fotolaboren – und das Wort „Fachlabor“ wirkt mittlerweile leicht antiquiert. Wer danach googelt, findet mindestens ebenso viele Kieferorthopäden wie Fotolabore.

Auf den ersten Blick bieten heute viele Großlabore Dienstleistungen an, die früher den Fachlaboren vorbehalten waren: Vergrößerungen bis 50 mal 75 cm oder mehr, Kaschierungen auf Hartschaum oder Alu-Dibond, Direktprints auf besonderen Materialien wie Holz oder Metall. Auch der Druck hinter Acryl wird flächendeckend angepriesen. Wer sich durch die Auswahl von Cewe & Co. klickt, wird fast erschlagen von dem Reichtum des Angebots – und wer Bestellungen tätigt, wundert sich, welch gute Qualität aus einem Großlabor kommen kann.

Grenzen

Die Grenzen zwischen Groß-und Fachlabor sind aber immer noch da. Sie haben sich bloß verschoben. Den Direktdruck auf Acryl bekommt der Interessent zwar überall – den per Alu-Dibond und von hinter Acryl veredelten C-Print (im Original Diasec genannt, siehe S. 56) aber nicht. Das gleiche gilt für Fine-Art-Prints als Inkjet-Technologie: Diese Produktion lohnt sich für ein Großlabor kaum und wird auch meist nicht angeboten.
Man benötigt allerdings nicht das klassische Fachlabor, um Fine-Art-Prints, Acrylglasveredelungen oder andere hochwertige Print-Produkte zu bekommen. Viele kleinere Online-Anbieter haben den Bedarf an hochwertigen Ausarbeitungen für die Wand erkannt und ihr Angebot darauf ausgerichtet. Bei Saal Digital gibt es neben der klassischen Fotobelichtung auch Inkjet-Prints auf drei Hahnemühle Papieren. Der bayrischer Anbieter myposter ist als klassische Anbieter für Amateurfotografen gestartet, weitet aber das Angebot an hochwertigen Wandprodukten aus. Derzeit ist nur ein Hahnemühle-Papier für Fine-Art-Prints im Angebot. „Wir werden aber in Zukunft weitere Fine-Art-Produkte anbieten“, erklärt René Ruhland, Geschäftsführer bei myposter. Zurzeit wird auf Photo Matt Fibre 200 bis zu einer Größe von 120 mal 240 cm produziert, auf Wunsch werden die Prints auch hinter Acryl kaschiert und auf Alu aufgebracht. „Gallery-Bond“ heißt das Verfahren bei myposter. Bestellungen sind (wie auch bei Saal Digital) zentimetergenau möglich – auch das unterscheidet die spezialisierten kleinen Anbieter vom Großlabor.
Unterschiede gibt es auch bei den Rahmen: Etwa 110 Rahmentypen hat myposter im Angebot: „Wir haben bemerkt, dass der Bedarf an Rahmen wächst und fertigen jetzt alle Rahmen selber“, sagt René Ruhland. „Auch hier kann der Kunde zentimetergenau bestellen.“ Die Rahmen können natürlich zusammen mit Passepartouts geordert werden – für die Konfiguration und die Voransicht gibt es Online-Anwendungen, die die Kunden von Schritt zu Schritt führen.

Sonderformen

Sonderformate und -formen sind bei myposter ebenfalls möglich – selbst für Fine-Art-Produkte. Auch hier wird der Kunde im Bestellprozess online durch die Konfiguration geführt. Mehrteiler lassen sich mit dem eigenen Foto am Bildschirm simulieren, besondere Formen (Kreise, Herzform) gibt es auch. Damit knüpft myposter an das Angebot von Whitewall an – allerdings kommt bisher niemand an die sehr breite Palette von hochwertigen Wandprodukten von Whitewall heran. Angeboten werden gleich verschiedene Acrylglasveredelungen – wobei der Direktdruck gar nicht angeboten wird, stattdessen verschiedene Fotopapiere, die allesamt mit Acrylglas in wählbarer Stärke verklebt und mit Alu Dibond verstärkt werden. Auch Whitewall stellt neuerdings Sonderformen wie Kreise oder Achtecke zur Verfügung. Bei Whitewall werden Fine-Art-Prints angeboten (vier Papiere, darunter auch das Künstlerpapier William Turner), das Unternehmen setzt aber auch stark auf die Belichtung. Der Kunde kann zwi schen verschiedenen Papieren von Fujifilm und Kodak wählen. Ein Highlight bei Whitewall sind die Belichtungen auf echtem Barytpapier. Mittels Laserbelichtung werden Schwarzweiß-Prints erstellt und durchlaufen die bei Baryt notwendige, aufwendige Wässerung in Anlagen, die eigens dafür bei Whitewall konstruiert wurden.

SILIKONVERKLEBUNG WHITEWALL
Acrylglas ist nicht gleich Acrylglas: Das beste (aber auch teuerste) Verfahren ist das Verkleben eines Prints mit Silikon und die anschließende Kaschierung auf Alu-Dibond.


FOTO: © WHITEWALL

Solche Innovationen gehen auf den Gründer und Geschäftsführer Alexander Nieswandt zurück, der bereits im Jahr 2007 mit Whitewall gestartet war und jetzt ein großes Online-Fotolabor führt, das er nicht Fachlabor nennen möchte, das aber zumindest vom Produktspektrum her stark an ein Fachlabor erinnert – und teilweise übertrifft. „Der Unterschied: Wir arbeiten – anders als ein Fachlabor – für Fotografie-Liebhaber, sowohl für Profis als auch für Amateure. Und wir sind nicht lokal gebunden, sondern die Kunden kommen aus ganz Deutschland und der ganzen Welt.“ Die Produktion bei Whitewall sei gleichzeitig hochwertig und auch finanziell erfolgreich, weil neben den technischen Innovationen der Manufaktur-Gedanke vorherrscht und hinter jeder Maschine ein Mitarbeiter steht, der sein Handwerk versteht und den Produktionsprozess mitbestimmt.
Dass das Geschäftsmodell aufgeht, zeigt der Einsatz des größten Fotodienstleisters Cewe: Die Oldenburger haben sich kürzlich bei Whitewall eingekauft, lassen das Geschäft aber unverändert weiter laufen.

KUNDENZETTEL GRIEGER
Auf den Auftragsklebern der Positivretusche finden sich die Namen vieler großer Fotokünstler. Als der Autor vor ein paar Jahren dort war, wurde ”Gursky vor dem


FOTO: © GRIEGER

Mischlabore

Eine Art Mischung zwischen niedergelassenem Fachlabor und Online-Anbieter ist Pixelfotoexpress in Dresden. Hier bekommt der Kunde entweder vor Ort oder über die Website des Unternehmens sechs Fine-Art-Papiere von Hahnemühle. Neben dem obligatorischem Photo Rag sind auch das Torchon und das Photo Rag Baryta dabei. Außerdem hat Pixelfotoexpress drei weitere Fine-Art-Papiere im Angebot. Hinter Acrylglas wird auf drei Wegen kaschiert – nur die „Silikonkaschierung“ erfolgt mit flüssigem Silikonkleber. Selbst etwas erstaunt ist Marketingleiter Sven Russek über den Ansturm auf die Filmentwicklung: „Die Dia-und Negativentwicklung war ja eigentlich schon fast tot, das machen wir jetzt aber wieder verstärkt, auch Scans von Filmen, bis hin zum Mittelformat.“

BARYTWÄSSERUNG WHITEWALL
Auch wenn es digital belichtet wurde, benötigt Barytpapier eine besondere Wässerung.


FOTO: © WHITEWALL

ANALOGVERGRÖSSERER GRIEGER
Bis zu 500 mal 180 Zentimeter belichtet Grieger mit dem Analogvergrößerer.


Das “echte” Fachlabor

Wer mehr braucht, der muss zu einem „echten“ Fachlabor. Das sind Unternehmen wie Grieger in Düsseldorf, Grauwert in Hamburg oder auch Recom Art in Berlin. Zu den Zusatzleistungen zählen Beratung, individuelle Bearbeitung der Daten, Vorlagen der Prints sowie spezielle Verfahren, die größere Ausarbeitungen, eine bessere Bildqualität oder eine längere Haltbar keit ermöglichen. Diese frei wählbaren Serviceleistungen können den Verkaufspreis deutlich erhöhen: Wer einen Fine-Art-Print bei Grieger ordert, zahlt mehr als bei Whitewall. Wie viel mehr hängt jedoch auch von der gewünschten Leistung ab: „Wir arbeiten nicht nur für Künstler und Profis, sondern auch Fotoamateure kommen zu uns lassen ihre Bilder ausarbeiten“ sagt Michael Burandt, Geschäftsführer bei Grieger. „Man muss ja nicht alle Leistungen in Anspruch nehmen. Aber eines ist bei uns immer anders als in der industriellen Fertigung der großen Labore: Bei uns bleibt der Fotograf Teil des Produktionsprozesses.“

ACRYLZUSCHNITT MYPOSTER
myposter kann viele Fotoprodukte auch in Sonderformen schneiden.


FOTO: © MYPOSTER

POSITIVRETUSCHE GRAUWERT
Klassisch vom Negativ vergrößerte PE-oder Barytabzüge benötigen eine fachkundige Positivretusche.


FOTO: © GRAUWERT

FINE-ART-PRINT PIXELFOTOEXPRESS


FOTO: © PIXELFOTOEXPRESS

Handwerk

Der Prozess besteht überwiegend aus Handwerk: Grieger kann Bahnen aus Fotobelichtungen so aneinandersetzen (Splicen), dass die Nähte nicht sichtbar sind. Ein Service, der nur für Übergrößen gebraucht wird, aber woanders kaum zu finden ist. Ebenfalls einzigartig dürfte der Analogbelichter sein, der aus Negativen Abzüge bis zu einem Format von 500 mal 180 Zentimeter erstellt. Diese und weitere Dienstleistungen erfordern eine Positivretusche, die es bei den Online-Dienstleistern nicht gibt. Etwas in den Hintergrund tritt – mit auslaufen des Patents – das Diasec, das überall kopiert, aber nur in Düsseldorf mit den Original-Materialien produziert wird.
Zwar fertigen auch die besten und teuersten Fotokünstler Deutschlands (u. a. Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Demand) bei Grieger, was aber nicht verhindern konnte, dass Grieger erst in die Insolvenz stürzte und dann von der Londoner Heni-Group aufgekauft und wieder aufgerichtet wurde. Schlimmer für die Fotografen – vor allem in Köln und Umgebung – war der Aufkauf und die anschließende Schließung des Labors Sander, ebenfalls durch Heni. Das von August Sander gegründete Traditionslabor war auch das einzige, das noch das Liquid Gloss-Verfahren angeboten hatte. Dabei wird statt mit Acrylglas mit einer Flüssigharzschicht versiegelt, was zu schön abgerundeten Kanten und einem speziellen Glanz führt. In Gesprächen mit dem foto-MAGAZIN machten sowohl Michael Burandt von Grieger als auch Alexander Nieswandt von Whitewall deutlich, dass sie das Verfahren für zu aufwendig halten, um es aus den Resten von Sander zu übernehmen und kostendeckend anzubieten.

FINE-ART-PRINT GRAUWERT
Fine-Art-Prints werden in den meisten Fällen auf Epson-Geräten und auf Hahnemühle-Papier produziert, Grauwert bietet aber ein breiteres Spektrum an. (Foto Leuchtturm: Stephan Wiesner)


FOTO: © GRAUWERT

Local Heroes

Wer das Beste aus seinen Bildern herausholen will, muss aber nicht unbedingt zu Grieger gehen – es gibt zahlreiche kleinere Fachlabore in den größeren Städten, die spezielle Dienstleistungen und die beste machbare Qualität anbieten können. In Hamburg gehört das von Wolfgang Söder gegründete Labor „Grauwert“ dazu, das aufgrund seiner hochwertigen Dienstleistungen im analogen Schwarzweiß-Bereich bekannt wurde. Grauwert ist einer der wenigen Dienstleister, der von Kleinbild bis Planfilm hochwertig entwickelt und bis zu einer Größe von 120 mal 180 Zentimeter auf PE-oder Barytpapier ausarbeitet. Digital wird auf Epson-Maschinen bis zu einer Breite von 160 Zentimeter gearbeitet. „Wir verstehen unsere Arbeit als Handwerk, das ist natürlich individueller als die industrielle Produktion“, erklärt Martin Diesch, Fine-Art-Printer und Betriebsleiter bei Grauwert. „Wir schauen auf die Daten oder Vorlagen, beraten, retuschieren nach Rücksprache und garantieren, dass die Prints später so werden, wie es sich der Fotograf vorgestellt hat. Unseren Service nehmen auch viele Amateure in Anspruch.“ Es empfiehlt sich, bei den örtlichen Fachlaboren einfach mal reinzuschauen und sich über Angebot und Preise informieren zu lassen. Oft bringen die Fachleute den Fotografen auf ganz neue Ideen für die Ausarbeitung. Wenn es dann doch zu teuer werden sollte, kann der Fotograf immer noch auf günstigere Materialien zurückgreifen – oder doch auf ein größeres Labor mit anderen Preisen. Martin Diesch von Grauwert dazu: „Ich empfehle im Einzelfall auch andere Druckbetriebe, wenn dies im Kundeninteresse ist.“

DIASEC UND ACRYLDRUCK

„Bild hinter Acryl“ bekommt man fast überall – das echte Diasec nur bei Grieger. Die Düsseldorfer hielten das (mittlerweile ausgelaufene) Patent auf das Verfahren, bei dem die Oberfläche eines C-Prints mit flüssigem Klebstoff auf Acrylglas aufgebracht wird. Häufig kommt eine stabilisierende Fläche auf die Rückseite, meist Alu-Dibond. Das Verfahren wird oft kopiert (allerdings nicht mit den Originalmaterialien) und ist vom echten Diasec nicht mehr zu unterscheiden. Es gibt jedoch einige qualitative Abstufungen: Häufig kommt statt des Klebstoffs eine Klebefolie zur Anwendung – ein Verfahren, das konservatorisch und auch von der Klarheit des Bildeindrucks nicht ganz mithalten kann. Vielfach kann der C-Print auch durch einen Inkjet-Print ersetzt werden. Dabei handelt es sich nicht mehr um ein Diasec, das Produkt ist aber trotzdem toll.
Großlabore, aber auch viele kleinere Anbieter arbeiten mit UV-Druckern und können Acryl (und andere Materialien) direkt bedrucken. Die Ergebnisse sind gut, können aber mit ihren (in der Regel sechs) Farben nicht mit den neun oder zwöf Farben des Inkjet-Prints und auch nicht mit dem C-Print mithalten.

C-PRINTS

C-Print ist ein Begriff aus der künstlerischen Fotografie und bezeichnet einfach nur das, was der Laie als „klassischen Farbabzug“ kennt: Ein Bild wird vom Negativ, Dia oder auch digital auf ein Papier mit drei Farbschichten projiziert und chemisch entwickelt. Ob das „C“ für „chromographisch“, „coupler print“ oder Kodak erstes Farbpapier „Type C“ steht, bleibt bei Experten umstritten. Die großformatige Laserbelichtung von Digitalfotos erfolgt meist mit Durst Lambda (maximal 125 cm Breite, endlos) oder Océ Lightjet-Maschinen (maximal 180 x 300 cm) – die beide nicht mehr hergestellt werden. In einigen Fachlaboren (z. B. Grieger) oder bei Whitewall stehen aber die Maschinen und werden noch viele Jahre arbeiten. Analogbelichtungen sind im Prinzip weniger aufwendig, aber auch da gibt es kaum noch funktionsfähige Geräte. Einen Analogbelichter für bis zu fünf Meter Breite gibt es noch bei Grieger in Düsseldorf.

FINE-ART-PRINTS

In der Regel werden mit dem Begriff „Fine-Art“ Prints von Inkjet-Maschinen auf hochwertigen, beschichteten Papieren bezeichnet. Eine Vorreiterrolle bei der Produktion von Fine-Art-Papieren nahm und nimmt immer noch der niedersächsische Anbieter Hahnemühle ein – weshalb einige Online-Anbieter ihre Fine-Art-Produkte gleich „Hahnemühle-Prints“ nennen. Mit Canson, Ilford, Tecco und anderen gibt es aber weitere hochwertige Fine-Art-Anbieter am Markt.
Zum Einsatz kommen in der Regel 9-oder 12-Farbdrucker von Epson, bei einigen Anbietern auch Canon-Maschinen. Die maximale Breite der Drucke liegt bei ca. 160 cm, abhängig von der Größe des Inkjet-Druckers und der vom Papierhersteller angebotenen Rollenbreite.

Online-und Fachlabore

myposter
myposter ist ein klassischer Online-Anbieter für Amateure, der sein Angebotsspektrum immer weiter ausweitet und daher zu relativ günstigen Preisen auch hochwertige Ausarbeitungen für die Wand liefert. Neben einem Fine-Art-Papier sind vor allem die Acryl-Veredelungen (auch Sonderformen) einen Blick wert. Veredelt werden Fine-Art-Prints mit Acryl und Alu. Rahmen und Passepartouts fertigt myposter inhouse. Alle Produkte können zentimetergenau bestellt werden.
www.myposter.de

Whitewall
Das 2007 gegründete Online-Labor hat von Anfang an versucht, das Produktspektrum von Fachlaboren auf das Online-Business zu übertragen und ist bisher sehr erfolgreich mit dem Konzept. Von der klassischen Belichtung über Fine-Art-Prints (vier Papiere) und diverse Veredelungsverfahren werden viele Produkte angeboten. Highlights sind ausgesuchte Fuji-Papiere auch in Übergrößen (besondere Papiere werden als Ultra HD-Print vermarktet) und die Laserbelichtung auf Barytpapier. Whitewall bietet zudem viele Rahmen und eine breite Auswahl an Passepartouts sowie diverse Befestigungssysteme an. Mit einem Whitelabel-Service können Fotografen ihre Prints direkt an Endkunden verkaufen.
Whitewall nimmt die Bestellungen über ausgefeilte Online-Anwendungen entgegen, in denen der Kunde die Produkte anhand des eigenen Fotos konfigurieren und in der Voransicht beurteilen kann. In Showrooms in einigen größeren Städten können Kunden die Materialien begutachten.
www.whitewall.de

Pixelfotoexpress
Das Fotolabor aus Dresden geht einen Mittelweg aus örtlichem Fachlabor und Online-Dienstleister. Kunden können sowohl in der Filiale bestellen als auch ihre Bilder über die Web-Anwendungen einreichen. Pixelfotoexpress hat sechs Hahnemühle-und weitere Inkjet-Papiere im Angebot, dazu kommen Ausbelichtungen auf Fuji-Papier. Die Dresdner sind fast immer die ersten in Deutschland, die neue Fuji-Papiere in die Produktion einbinden und können auch ungewöhnliche Abzüge wie Velvet anbieten. Zusätzlich zur digitalen Ausarbeitung übernimmt Pixelfotoexpress auch den Scan und die Bearbeitung analoger Vorlagen.
Pixelfotoexpress.de

Grieger
Nach einer bewegten Geschichte mit Start in Stuttgart hat nur die Filiale in Düsseldorf die Digitalisierung der Fotografie überlebt. Hier lassen weiterhin die ganz Großen der Fotografie produzieren. Grieger hat immer noch die damals patentierte Diasec-Produktion, kann aber auch alle anderen Formen der Ausarbeitung anbieten. Neben der Belichtung von Daten oder analogen Vorlagen den Fine-Art-Druck mit Epsonund Canon-Geräten. Es stehen zahlreiche Papiere nach einer Beratung zur Verfügung. Das Fachlabor kann Belichtungen vom Lightjet 500XL in Übergrößen zusammenfügen und die Positivretusche gehört zum Standard. Fotos werden nach Absprache mit dem Fotografen retuschiert bzw. optimiert.
www.grieger.de

Grauwert
Das Hamburger Fotolabor ist immer noch eine der ersten Adressen, wenn es um die Entwicklung und Verarbeitung analoger SW-Vorlagen geht – ist aber ebenso gut in der digitalen Fine-Art-Produktion aufgestellt. Ausarbeitungen auf PE-und Barytpapieren sind daher ebenso möglich wie kleine und große Ausstellungsprints auf Hahnemühle-und anderen Fine-Art-Papieren. Daher ist Grauwert vor allem an der Schnittstelle von analog und digital stark und hat eine große Expertise in der Retusche, Digitalisierung und Vergrößerung älterer Vorlagen, erstellt aber auch Ausstellungsprints für international arbeitende Künstler.
www.grauwert.de