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BILDELEMENTE RETUSCHIEREN: Alles-Entferner


DOCMA - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 11.04.2019

Reisen zu den eindrucksvollsten Orten der Welt werden mit idyllischen Fotos beworben, die vorgaukeln, dass Sie vor Ort fast allein sein werden. Die Ernüchterung erfolgt nach der Ankunft meist schnell: Alles ist voller Touristen. Falls Sie nicht das Glück haben, sich die Aufnahmezeit frei aussuchen zu können, bleibt als Notanker die spätere Retusche in Photoshop. Aber Touristen sind nicht die einzigen Störenfriede, gegen die Ihnen Photoshop helfen kann.Olaf Giermann gibt Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten.


Artikelbild für den Artikel "BILDELEMENTE RETUSCHIEREN: Alles-Entferner" aus der Ausgabe 3/2019 von DOCMA. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: DOCMA, Ausgabe 3/2019

Grundwerkzeuge

Die Kunst, Dinge oder Personen perfekt aus einem Foto zu retuschieren, ...

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... besteht darin, an deren Position den dahinter liegenden Hintergrund möglichst realistisch nachzubilden. Photoshop bietet zu diesem Zweck einige Werkzeuge, die solche Eingriffe erleichtern und beschleunigen. Das Grundprinzip bei allen ist, dass Bereiche des Hintergrunds über die zu retuschierende Bildstelle kopiert werden.

KOPIERSTEMPEL

Er ist das klassische Retusche- Werkzeug. Mit gedrückter »Alt«-Taste nehmen Sie eine Quelle auf, die Sie an eine andere Bildstelle kopieren. Nutzen Sie keine zu weiche Pinselspitze, um keinen „Pixelmatsch“ zu erzeugen.

PINSEL

Wenn nicht genug Hintergrund zum Kopieren vorliegt, bleibt Ihnen nur, die Retusche malerisch vorzunehmen. Genügend Talent, Übung und Geduld vorausgesetzt, gibt es hier im Prinzip keine Retusche, die unmöglich wäre.

REPARATURPINSEL

Diese Werkzeuge sorgen beim Einfügen der Quellbereiche für eine Helligkeits- und Farbanpassung an die neue Umgebung. Der »Bereichsreparatur- Pinsel« sucht sich seine Quelle automatisch aus, beim »Reparatur-Pinsel« nutzen Sie dafür die »Alt«-Taste.

AUSBESSERN

Beim »Ausbessern-Werkzeug« wählen Sie wie mit dem Lasso einen größeren Bereich aus und durch Ziehen dieses Bereichs wählen Sie die Kopierquelle aus.

Um die Touristen und andere Störungen aus dem Bild zu entfernen, kombinierte ich die oben gezeigten Photoshop-Werkzeuge.


Die Themen im Überblick

Wir stellen Ihnen die besten Lösungsstrategien für die häufigsten Aufgabenstellungen der Bildretusche vor.

20 Sensorstaub Auf dieser Doppelseite zeigen wir Ihnen zwei unterschiedliche Verfahren, um wiederkehrende Störungen innerhalb einer Fotoserie zu retuschieren.

22 Blendenflecke Überstrahlungen und Lichtreflexe können auch als Stilmittel eingesetzt werden. Falls sie jedoch stören, erfahren Sie hier, wie Sie sie entfernen können.

24 Ablenkungen im Bild Durch das Entfernen störender Elemente sorgen Sie für einen aufgeräumten, auf das Wesentliche reduzierten Bildeindruck.

25 Leitungen Sie haben einen schönen Sonnenuntergang fotografiert, aber Stromleitungen stören die Idylle? Pfade können Ihnen bei der Retusche helfen.

26 Störende Personen Hier erfahren Sie, wie Sie eine Person aus einer Gruppe lückenlos entfernen können.

27 Perspektiv-Retusche Eine Kurzvorstellung des Filters»Fluchtpunkt«

28 Störende Muster Mit Hilfe von Fourier-Transformations- Plug-ins entfernen Sie regelmäßige Muster, ohne das Bild weichzuzeichnen.

Sensorstaub in Camera Raw oder Lightroom retuschieren

Staub gelangt bei Kameras mit Wechselobjektiven leicht auf den Sensor und wird bei kleinen Blendenöffnungen sichtbar. Störend macht er sich vor allem vor gleichmäßigen Hintergründen wie beispielsweise einem wolkenlosen Himmel bemerkbar. Der Großteil der Flecken verändert während einer Fotoserie seine Lage nicht, so dass Sie in Camera Raw und Lightroom nur einmal retuschieren müssen und die Einstellungen dann auf die anderen Fotos übertragen können.

01 Makel entfernen

Mit der Taste»B« rufen Sie in Camera Raw das»Makel entfernen « - Werkzeug auf. In Lightroom heißt dasselbe Werkzeug»Bereichsreparatur« und wird dort über die Taste»Q« aktiviert. Mit dem Werkzeug können Sie einen Staubfleck anklicken oder auch durch Klicken und Ziehen übermalen. Es sucht dann selbsttätig eine möglichst passende Bild-Quelle (in grüner Umrandung) zur Verdeckung des Makels(a) . Oft ist das Ergebnis jedoch nicht optimal. Sie können die Quell-Markierung aber jederzeit an eine besser geeignete Stelle ziehen(b) .

02 Makel visualisieren

In Camera Raw gibt es die Option»Makel visualisieren« , mit der ein Konturenfilter angewendet wird, der es vereinfacht, die Sensorflecken zu finden. Mit dem Schieberegler wählen Sie für das aktuelle Bild eine Einstellung, mit der die Flecken in Form von Kringeln besonders auffallen. Auch diese Option heißt in Lightroom anders, nämlich»Bereiche anzeigen « .

03 Retusche synchronisieren

Haben Sie die Retusche beendet, können Sie diese auf andere Bilder übertragen. Wählen Sie dazu in Camera Raw zunächst das retuschierte Bild und dann weitere aus, drücken Sie»Alt-S« und aktivieren im sich öffnenden Dialog ausschließlich die Option»Makel entfernen « . In Lightroom wählen Sie die Fotos im Filmstreifen aus und klicken auf»Synchronisieren « . Wählen Sie dann die Option»Bereichsreparatur« . Da die Flecken im Hoch- und im Querformat an derselben Sensorstelle liegen, müssen Sie beim Sync nicht auf die Bildausrichtung achten.

Makel inhaltsbasiert entfernen

Eine inhaltsbasierte Retusche von Störungen wie Sensorflecken ist hochwertiger als die vergleichsweise grobe Retusche in Camera Raw und Lightroom. Falls Sie aber nicht bei jedem Bild von neuem mit dem»Bereichsreparatur-Pinsel « retuschieren möchten, nutzen Sie den folgenden Trick, um Auswahlen auf andere Bilder derselben Fotosession zu übertragen und sie zur inhaltsbasierten Füllung zu nutzen.

01 Auswahlen erzeugen

Öffnen Sie das erste Bild der Fotoserie. Mit einem Doppelklick auf das Symbol für den Maskierungsmodus öffnen Sie die»Masken-Optionen“. Wählen Sie hier »Farbe bedeutet: Ausgewählte Bereiche« und bestätigen Sie den Dialog. Der Maskierungsmodus ist bereits aktiv, so dass Sie mit dem»Pinsel« und schwarzer Farbe über die zu entfernenden Flecken malen können, um diese auszuwählen. Das wird durch die rote Überlagerung visualisiert. Mit der Taste»Q« verlassen Sie den Maskierungsmodus (und aktivieren ihn damit bei Bedarf auch wieder).

02 Auswahl übertragen

Klicken Sie in der»Kanäle« -Palette auf»Auswahl als Kanal speichern«(a) , um die Auswahl bei Bedarf erneut laden zu können. Öffnen Sie ein weiteres Bild und rufen Sie den Dialog»Auswahl > Auswahl laden« auf. Hier können Sie unter»Dokument« die Datei wählen, in der Sie die Auswahl als Alphakanal gespeichert haben und diesen als Auswahl aktivieren(b) .

03 Auswahl füllen

Wählen Sie in Photoshop CS6»Bearbeiten > Fläche füllen« mit»Inhalt: Inhaltsbasiert« beziehungsweise in Photo- shop CC 2019 bevorzugt»Bearbeiten > Inhaltsbasierte Füllung« , um die Flecken entfernen zu lassen. Durch die noch aktive Auswahl erkennen Sie deutlich, wo die Retusche durchgeführt wurde, so dass Sie das Ergebnis leichter kontrollieren können. Heben Sie anschließend die Auswahl auf.

Blendenflecke manuell entfernen

Blendenflecke sind ein derzeit angesagtes Stilmittel und werden vielen Bildern oft sogar künstlich hinzugefügt. Die Art der Blendenflecke hängt vom Winkel des Lichteinfalls, vor allem aber vom verwendeten Objektiv ab. Aber manchmal stören die Objektivreflexionen einfach. So entfernen Sie sie.

01 Überstrahlungen reparieren

Das Foto wurde mit einem Smartphone aufgenommen. Aufgrund des winzigen Objektivs und des geringen Objektiv-Sensor- Abstands erhält man im Gegenlicht mit diesen Kameras kaum ansehnliche Blendenflecke, stattdessen häufig einen kleinen scharfen Punkt, umgeben von einem deutlich schwächeren Schein. Der zentrale Punkt ist so hell, dass in keinem Farbkanal mehr Bilddetails vorhanden sind. Solche Blendenflecke werden Sie deshalb nur durch das Überdecken mit geeigneten Bildstellen los, zum Beispiel mit Hilfe des»Reparatur-Pinsels« .

02 Kontrast anpassen

Aus „Pixel-Sicht“ ist ein Blendenfleck im Grunde nur ein Bereich mit vermindertem Kontrast und veränderter Farbe. Solange der Blendenfleck in allen drei Kanälen noch Details des Hintergrunds aufweist, können Sie den Kontrast nach einer Ellipsen-Vorauswahl mit einer»Gradationskurve« verstärken(a) . In diesem Fall reichte es, die Maske über die Masken-Eigenschaften zu soften(b) . Bei komplexeren Blendenflecken sind dagegen eigene Korrekturen für jeden Bereich und aufwendige Luminanz-basierte und gemalte Masken notwendig.

03 Farbe korrigieren

Nach der Kontrastanpassung hebt sich der korrigierte Bereich noch durch die zur Umgebung abweichende Farbe ab. Dieses Problem beheben Sie mit einer Einstellungsebene vom Typ»Farbton/Sättigung «(a) . Erzeugen Sie eine Schnittmaske(b) auf die»Gradationskurve« -Einstellungsebene, damit sich die Korrektur auf dieselben bereits maskierten Bereiche auswirkt. Verschieben Sie Farbton und Sättigung, bis sich der korrigierte Bereich unauffällig in die Umgebung einfügt.

Farbige Blendenflecke per Bildberechnung reduzieren

Sie können einen Blendenfleck ohne genaues Maskieren entfernen, falls dieser eine deutliche Färbung aufweist und in keinem Kanal überstrahlt. Mit einer Bildberechnung sorgen Sie anhand eines anderen Kanals für eine Abdunklung des Kanals, in dem der Blendenfleck zu sehen ist. Ein Beispiel:

01 Kanal-Analyse

Vergleichen Sie zu Beginn mit Hilfe der»Kanäle« -Palette den Rot-, Grün- und Blau-Kanal des Bildes. Im Beispiel ist der Blendenfleck zwar subtil, fällt aber durch seine rote Färbung störend auf(a) . Dementsprechend ist der Fleck vor allem im Rotkanal zu sehen(b) . Der Grünkanal(c) weist eine ähnliche Helligkeit wie der Rotkanal auf – der Blendenfleck fehlt jedoch völlig. Das ist ideal, um diese beiden Kanäle zu kombinieren.

TIPP: Der Blaukanal (hier ohne Bildausschnitt) zeigt in diesem Beispiel den Blendenfleck ebenfalls nicht, ist aber im Vergleich zum Rotkanal zu dunkel, um im Folgenden hilfreich zu sein.

02 Bildberechnung

Duplizieren Sie vor der Bildberechnung die Bildebene. Aktivieren Sie den Rotkanal(a) in der»Kanäle« -Palette und rufen Sie»Bild > Bildberechnungen« auf. Wählen Sie als»Quelle« den Grünkanal(b) und als»Mischmodus« »Abdunkeln«(c) .

03 Maske

Im Ergebnis der Bildberechnung ist der Blendenfleck rückstandslos entfernt – es kommt jedoch zu einer Farbreduktion der Rottöne im gesamten Bild(a) . Dort, wo sich der Blendenfleck befand, spielt das in diesem Fall jedoch keine große Rolle. Des- halb lässt sich das Problem leicht lösen, indem Sie mit einem»Strg/Cmd « -Klick eine mit Schwarz gefüllte Maske hinzufügen und die Korrektur anschließend mit einem weichen, weißen Pinsel ausschließlich an der Position des Blendenflecks einmalen(b) .

Retusche zur Bildvereinfachung

Mitunter stören Elemente im Bildhintergrund, die vom eigentlichen Motiv ablenken. Falls Sie diese beim Fotografieren übersehen haben oder bei einem spontanen Schnappschuss die Änderung des Bildausschnitts oder des Hintergrunds nicht möglich war, können Sie mit der inhaltsbasierten Retusche schnell und unkompliziert unerwünschte Hintergrund-Elemente entfernen.

01 Elemente entfernen

Um das störende Auto im Hintergrund zu entfernen, selektieren Sie es großzügig mit dem Lasso und wählen Sie dann»Bearbeiten > Fläche füllen« mit»Inhalt: Inhaltsbasiert« . Da der Hintergrund durch die Unschärfe weiche Farbverläufe benötigt, aktivieren Sie auch die Checkbox»Farbanpassung« . Sollte das Ergebnis nicht zufriedenstellend sein, retuschieren Sie unpassenden Stellen mit dem»Reparaturpinsel« .

02 Mehr Kontrolle in CC 2019

In Photoshop CC 2019 sollten Sie statt des»Fläche füllen« -Dialogs»Bearbeiten > Inhaltsbasierte Füllung« benutzen. Damit erzeugen Sie Ergebnisse, die keine manuelle Nacharbeit mehr erfordern. Der Hauptgrund: Sie können Bereiche ausschließen, die nicht für die inhaltsbasierte Füllung verwendet werden sollen, indem Sie mit dem»Auswahlpinsel-Werkzeug« die grüne Überlagerung an störenden Stellen entfernen.

03 Mehrere Durchgänge

Versuchen Sie nicht, sämtliche Elemente, die Sie stören, gleichzeitig auszuwählen und dann inhaltsbasiert zu füllen. Denn das macht es sehr schwierig, wie unter Schritt 2 beschrieben, die unpassenden Bereiche auszusparen und so nur die am besten geeigneten Füllbereiche anwenden zu lassen. Selektieren Sie also zunächst nur ein Objekt und optimieren Sie dessen Retusche im Dialog»Inhaltsbasierte Füllung« , bevor Sie sich dem nächsten zuwenden.

TIPP: Aktivieren Sie in den »Ausgabeeinstellungen « »Ausgabe in: Neue Ebene«, um das Ergebnis jeder Füllung auf einer eigenen Ebene zu erhalten und so bei Bedarf leichter nachbessern zu können.

Oberleitungen effizient retuschieren

Störende Oberleitungen, Kabel und Seile sind mit dem»Bereichsreparaturpinsel« schnell entfernt. Doch mit Pfaden geht es viel bequemer, als die Werkzeugspitze manuell über die gesamte Länge dieser Elemente zu führen.

01 Anfang und Ende stempeln

Damit Sie keine unschönen Schatten am Anfang und Ende der zu entfernenden Leitung erhalten, sollten Sie an diesen Stellen manuell mit dem»Kopierstempel « einen kleinen „Durchbruch“ einfügen, der in etwa dem Durchmesser der später verwendeten Werkzeugspitze beim»Bereichsreparatur- Pinsel« entspricht.

02 Pfade zeichnen

Wechseln Sie zum»Zeichenstift « und folgen Sie mit möglichst wenig Punkten dem Verlauf der Leitungen. Überland- Stromleitungen hängen naturgemäß durch. Klicken und ziehen Sie, um mit einem geschwungenen Pfad dem Kurvenverlauf der Leitungen zu folgen. Wollen Sie mehrere Leitungen auf einmal entfernen, legen Sie für alle innerhalb desselben Arbeitspfads weitere Pfade an.

03 Einstellungen

Erzeugen Sie eine neue, leere Ebene, auf der die Retusche erfolgen soll. Aktivieren Sie den»Bereichsreparatur- Pinsel« , stellen Sie die nötige Pinselspitzengröße ein (etwas größer als die zu entfernende Leitung) und aktivieren Sie die Optionen»Inhaltsbasiert« und»Alle Ebenen aufnehmen« .

04 Retusche

Öffnen Sie die»Pfade« -Palette und klicken Sie mit gehaltener»Alt« -Taste auf»Pfadkontur mit Pinsel füllen« . Wählen Sie im sich öffnenden Dialog den»Bereichsreparatur- Pinsel« , deaktivieren Sie die Option»Druck simulieren« und klicken Sie auf»OK« . Photoshop führt nun die Retusche entlang allen gewählten Pfaden präzise aus. Kontrollieren Sie, ob die Retusche an allen Stellen gelungen ist und bessern Sie gegebenenfalls nach.

Eine Person aus einer Gruppe entfernen

„Photo bomber“ ist der heute häufig verwendete Begriff, um eine Person zu beschreiben, die absichtlich oder unabsichtlich auf einem Foto stört. So eine Person aus dem Hintergrund zu retuschieren, die nicht zur eigentlich fotografierten Gruppe gehört, ist dabei noch recht einfach. Schwieriger ist es, eine Person aus einer Gruppe zu entfernen, ohne eine Lücke zu hinterlassen. Wir zeigen Ihnen die prinzipielle Vorgehensweise.

01 Was (nicht) funktioniert

Prinzipiell ist in der Bildbearbeitung nichts unmöglich. So ist es zwar theoretisch möglich, Personen im Vordergrund(a) einer Gruppe zu entfernen. Man müsste jedoch passendes Bildmaterial auf Stock-Plattformen finden, sehr gut malen können oder sich sehr gut mit 3D-Software auskennen, um die fehlenden Teile der Personen im Hintergrund zu rekonstruieren. Das ist extrem anspruchsvoll und zeitintensiv. Einfacher ist es dagegen, Personen aus einer Gruppe zu retuschieren, die selbst von vor ihnen stehenden Personen teilweise verdeckt werden(b) .

02 Auswählen

Hier soll die zweite Person von links aus der Gruppe entfernt werden, ohne dass eine Lücke entsteht. Wählen Sie deshalb in»Auswählen und maskieren« alle Personen rechts von ihr aus(a) und bestätigen Sie den Dialog, nachdem Sie»Ausgabe in: Neue Ebene mit Ebenenmaske «(b) eingestellt haben. Schieben Sie die resultierende neue Ebene nach links über die zu verdeckende Person, bis die Anordnung der ausgedünnten Gruppe harmonisch erscheint(c) . Auf diese Weise müssen Sie nur die Teile der zu entfernenden Person herausretuschieren, die jetzt noch sichtbar sind.

03 Hintergrundretusche

In diesem Beispiel ist die Retusche aufgrund des gleichmäßigen Hintergrunds denkbar einfach. Durch das Zusammenschieben der Gruppe wird das Bild jedoch kleiner und muss auf das neue Format zugeschnitten werden. Falls das nicht gewünscht ist und der Hintergrund komplexer ist, werden Sie die Personen komplett freistellen und den Hintergrund kreativ auffüllen müssen.

Perspektivische Retuschen

Es gibt viele Tipps & Tricks und kostenpflichtige Photoshop-Erweiterungen, um die komplexe Retusche entlang von Fluchtlinien zu vereinfachen (siehe DOCMA 83 ab Seite 70). Bei einfachen perspektivischen Retuschen ist der Filter»Fluchtpunkt« für viele Anwender nicht nur ausreichend gut, sondern tatsächlich die einfachste und beste Lösung.

Falls Sie für eine Fotomontage einen solchen Gang benötigen, jedoch mit geschlossenen Fenstern, hilft der Filter »Fluchtpunkt« bei der perspektivischen Skalierung gestempelter Elemente.


Auf diese Weise können Sie die Fenster im »Fluchtpunkt«-Filter unkompliziert schließen, indem Sie das vordere Fenster über das entferntere kopieren.


01 Vorbereitungen

Erzeugen Sie für die Retusche eine neue, leere Ebene und rufen Sie den Filter»Fluchtpunkt« auf. Mit dem»Ebene-erstellen- Werkzeug« legen Sie im Bild ein Fluchtpunkt-Gitter an, indem Sie nacheinander seine Eckpunkte setzen. Orientieren Sie sich dabei an eindeutig der Perspektive unterworfenen Bildelementen, wie beispielsweise den Ecken der Fensterrahmen. Bei korrekter perspektivischer Flucht wird ein blaues Gitter angezeigt. Dieses können Sie über die mittleren Anfasser an den Seitenkanten erweitern.

02 Retusche

Aktivieren Sie den»Stempel« und legen Sie mit gehaltener»Alt« -Taste den Quellpunkt fest(a) , zum Beispiel die obere rechte Ecke des Fensters, und kopieren Sie sie über die Ecke des Fensters dahinter. Sie können nun das gesamte Fenster auf diese Weise übermalen – der Filter passt automatisch die Ausrichtung und Größe der Stempel-Spitze an.

TIPP: Mit gehaltener »Strg/Cmd«-Taste ziehen Sie an den mittleren Anfassern des Gitters weitere Gitter im rechten Winkel heraus, um dann Boden und Decke zu retuschieren (b).

Regelmäßige Raster entfernen

Manche Bilder sind von gleichmäßigen Mustern überlagert, deren Retusche mit den Bordmitteln von Photoshop unmöglich oder viel zu zeitaufwendig wäre. Das betrifft zum Beispiel Scans von Fotos auf geprägtem Papier oder von Zeitschriften mit einem Druckraster. Mit Hilfe von Fast-Fourier- Transformation- Plug-ins lassen sich derartige wiederkehrende Strukturen entfernen oder zumindest abmildern, ohne Details weichzuzeichnen. Wir zeigen Ihnen die Vorgehensweise am Beispiel der kostenlosen Photoshop-Erweiterung „Pattern Suppressor v2.5“.

01 Installation

Laden Sie die Plug-ins und die zugehörigen Aktionen von der Webseitehttp://ft.rognemedia.no herunter. Nach dem Entpacken der ZIP-Datei öffnen Sie je nach verwendetem Betriebssystem den Ordner „Mac“ oder „Windows“. Kopieren Sie die Zusatzmodule (8bf- beziehungsweise plugin-Dateien) in den Ordner „Plug- Ins“(a) im Photoshop-Programmordner. Sie können die einzelnen Plug-ins dabei wie abgebildet in einem gemeinsamen Ordner zusammenfassen(b) . Laden Sie die Aktionen mit einem Doppelklick auf die atn-Datei(c) . Unter Windows müssen Sie zusätzlich die enthaltene DLL-Datei(d) in den Photoshop-Programmordner kopieren. Starten Sie Photoshop neu.

02 Die Aktionen

Öffnen Sie über»Fenster > Aktionen « das»Aktionen« -Panel. Wechseln Sie für eine übersichtlichere Anzeige über das Palettenmenü in den»Schaltflächenmodus« und scrollen Sie gegebenenfalls zu den in Schritt 1 geladenen Aktionen. Sie finden hier verschiedene Aktionen für Graustufen- und RGB-Bilder. Die Vorgehensweise ist immer dieselbe:

1. Sie starten die Fourier-Transformation mit»Normal suppression« oder mit stärkerer Glättung»Aggressive suppression« und optimieren dann das erzeugte Spektrum(a)
2. Sie erzeugen ein Vorschau-Ergebnis der Retusche auf einer eigenen Ebene(b) , indem Sie auf»Apply suppression« klicken.
3. Sind Sie mit dem Ergebnis der Vorschau zufrieden, nutzen Sie die Aktion»Merge & trim« , um die erzeugten Hilfsebenen zu entfernen und die Retusche auf einer Ebenenkopie zu erhalten(c) .

03 Ergebnisoptimierung

Die Fast-Fourier-Transformation (FFT) wandelt das Bild in ein Spektrum um, in dem wiederkehrende Strukturen als Sterne zu erkennen sind. Anders als andere FFT-Plug-ins unterdrückt der „Pattern Suppressor v2.5“ automatisch diese Signale mit Hilfe der erzeugten, grün markierten Ebene(a) . Für ein optimales Ergebnis müssen Sie manuell die horizontale und vertikale Mittellinie sowie das Zentrum maskieren, da diese Stellen wichtige Bildinformationen erhalten(b) . Sollte die Reduzierung der störenden Strukturen nach einem Klick auf»Apply suppression« zu schwach ausfallen, wechseln Sie auf die Ebene und malen dann mit einem Pinsel und schwarzer Farbe mit einem größeren Radius über die Sternstrukturen(c) . Kontrollieren Sie die Auswirkung jeweils durch Anwenden von»Apply suppression« , bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Klicken Sie dann auf»Merge & trim« .

ACHTUNG: Bei Farbbildern und dem Anwenden der jeweiligen Aktion sehen Sie nur eine Hälfte des Spektrums. Die zu maskierende vertikale Linie liegt hier am linken Bildrand (d)

Eine rasterartige Papierprägung wie bei diesem Fotoabzug soll die Vervielfältigung durch Scannen erschweren, indem sie das Abtastlicht diffus reflektiert. Dadurch ist das eingescannte Bild von einem ausgeprägten störenden Muster überlagert.


Mit dem „Pattern Suppressor“ lassen sich solche musterartigen Artefakte ohne großen Schärfeverlust reduzieren. Eine gute Ausgangsbasis für weitere Retuschen.