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Bilderflut verwalten, Fotochaos beenden


PC Welt - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 06.03.2020

Die Digitalfotografie führt zu einer regelrechten Bilderflut - und im Laufe der Zeit meist leider auch zu einem unkontrollierten Chaos auf dem PC. Dabei lassen sich selbst zehntausende Aufnahmen dank künstlicher Intelligenz in kurzer Zeit automatisch analysieren, mit Schlagwörtern versehen und sortieren. Das Ergebnis ist erstaunlich!


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Bildquelle: PC Welt, Ausgabe 4/2020

Jede einzelne Aufnahme kostet keinen Cent zusätzlich und ist mit dem Smartphone jederzeit und überall erstellt: ein echter Pluspunkt der Digitalfotografie gegenüber den analogen Filmen und Papierabzügen früherer Tage. Gleichzeitig aber führt dies zu einer Bilderflut und ...

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... erfahrungsgemäß auch zu einem regelrechten Bilderchaos.


„Statt zigtausende Fotos manuell mit Schlagwörtern zu versehen, erledigt künstliche Intelligenz das schnell und zuverlässig.“


Da liegen die Dateien verteilt auf irgendwelche Verzeichnisse, Datenträger und Geräte - gern auch doppelt und dreifach. Denn nach Jahren weiß man nicht mehr so genau, was wo gesichert ist. Und weil die Fotos weder automatisch benannt noch mit Schlagwörtern versehen werden, bleibt bei der Suche oft nur das visuelle Betrachten. Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie würden Ihre Textdateien nach dem Muster „Word12345.doc“ speichern und hätten keine Stichwortsuche! Genauso stellt sich die Situation bei Fotos vielfach dar.

Dabei existieren auch für Bilder Möglichkeiten, dieses Chaos aufzulösen und Ordnung in die Sammlung zu bringen - dank künstlicher Intelligenz funktioniert das sogar automatisch. So macht es plötzlich wieder Spaß, die eigenen Aufnahmen zu betrachten, beispielsweise weil Sie mit der Stichwortsuche nach einer bestimmten Person an einem bestimmten Ort in einem bestimmten Jahr sofort die passenden Aufnahmen sehen.

Alle Fotos zentral an einem Speicherort zusammenführen

Auf welchen USB-Sticks, Speicherkarten, anderen Datenträgern, eventuell ausgedienten Smartphones, Rechnern und so weiter Ihre Fotos verteilt sind, wissen wir natürlich nicht. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, diese an einem zentralen Ort zusammenzuführen. Das kann eine interne, externe oder Netzwerkfestplatte sein.

Eine Größenordnung für den dafür benötigten Platzbedarf bietet Ihnen die folgende Modellrechnung: Machen Sie zum Beispiel jährlich etwa 1000 Bilder mit einer Dateigröße von jeweils 5 MB, so summiert sich der Platz auf 5000 MB oder 5 GB pro Jahr. Beim Aufarbeiten der Fotos von zehn Jahren sind es also 50 GB. Die Datenmenge wird bei Ihnen natürlich abweichen, aber selbst mit zahlreichen Dubletten passt alles auf eine externe 1-Terabyte-USB-Platte zu einem Preis von gut 40 Euro. Nicht erspart bleibt Ihnen zwar das manuelle Kopieren über den Windows-Explorer, besondere Mühe hinsichtlich Organisation und Benennung der Verzeichnisse brauchen Sie sich jedoch nicht zu machen.

Dubletten löschen, um Speicherplatz und Ordnung zu erhöhen

Im nächsten Schritt spüren Sie mit Similar-images (auf Heft-DVD) doppelte Fotos auf und löschen überflüssige Dubletten. Das Programm beschränkt sich nicht auf den Vergleich von Dateinamen, -größe und Datum, sondern analysiert auch die Bildinhalte und weist jeder Aufnahme dabei einen Wert zu. Weichen die Werte von zwei Fotos unter einem Schwellenwert voneinander ab, klassifiziert das Tool sie als Duplikate. So geht’s: Nach der Installation starten Sie Similarimages über das Kontextmenü (rechte Maustaste) mit „Als Administrator ausführen“ und stellen im Anschluss daran die Sprache mithilfe von „Languages -› German“ auf Deutsch um. Im Register „Suche“ verwenden Sie bitte die voreingestellte „Normale Suche“. Im zweiten Register „Halb-automatisches Löschen“ ändern Sie die Löschkriterien in die folgende Reihenfolge (von oben) „Kleinere Datei - Niedrigere Auflösung - Ältere Datei“ und aktivieren die Option „0-Files automatisch löschen“. Damit löscht Similarimages Dubletten nach diesen Kriterien selbstständig.

KI-BILDERKENNUNG SUPER, BEDINGUNGEN UNKLAR

Peter Stelzel-Morawietz Redakteur PC-WELT

Nach einer Umfrage von United Internet haben „viele Deutsche ihre gespeicherten Fotos nicht im Griff“.

Wie auch, denn 100 Bilder sind zwar schnell erstellt, sie von Hand mit Schlagwörtern zu versehen, dauert dagegen. Viel schneller erledigt das Gleiche künstliche Intelligenz - und zumeist ausgesprochen gut, trotz mancher Schwäche im Detail: Die abgebildeten Personen, Motive und Orte werden in aller Regel sicher erkannt und mit passenden Schlagwörtern versehen. Über die Suchfunktion lassen sich so selbst in riesigen Fotosammlungen blitzschnell die gewünschten Aufnahmen herausfiltern. Wer bislang verständlicherweise noch vor dem manuellen Verschlagworten seines umfangreichen Bildmaterials zurückschreckte, ist diese Sorge mit den Clouddiensten los.

Die Frage ist nur, zu welchem Preis? Denn klar ist auch, dass Amazon, Google & Co. Ihre Fotos und damit Ihre ganz persönlichen Inhalte im Detail analysieren und eventuell für eigene Zwecke verwenden. Gerade weil die automatische Fotoauswertung so bequem und verlockend ist, sollten die Anbieter ihre Nutzungsbedingungen und -rechte leicht verständlich und auffindbar offenlegen!

Externe USB-Festplatten im 2,5-Zoll-Format sind handlich und mit einer Kapazität von einem Terabyte ab 40 Euro erhältlich: Platz genug für fast jede private Fotosammlung.


SOFTWARE FÜR DIE FOTOVERWALTUNG

Bei kleinen Bildersammlungen können Sie die doppelten Fotos noch manuell löschen, bei tausenden Aufnahmen lassen Sie Similarimages das besser automatisch erledigen.


Das Hochladen der Fotos über die Photos-Software von Amazon in die Cloud ist einfach, braucht jedoch seine Zeit. Danach lassen sich die Fotos automatisch verschlagworten.


Klicken Sie rechts in der Mitte unter dem Fenster „Vergleichs-Verzeichnisse“ auf den Ordner mit dem Pluszeichen, wählen Sie die oberste Ebene Ihres zentralen Fotoordners und starten Sie über das Lupen-Icon die Bildanalyse. Diese dauerte bei unserem Test-Sample von etwa 13 000 Fotos (rund 60 GB) auf einem mittelschnellen Rechner zirka 15 Minuten. Abhängig von der Ähnlichkeit und Anzahl der Aufnahmen sowie vom eingestellten Vergleichsschwellenwert müssen Sie daraufhin bei einigen Duplikaten noch manuell entscheiden, ob und welches von mehreren Duplikaten gelöscht werden soll. Am Schluss zeigt das Protokoll das Ergebnis an: Bei unserem Fotosatz sind es gut tausend „ähnliche Bildpaare“, wodurch mehr als 4 GB Festplattenplatz freigegeben werden.

Automatische Motiverkennung und manuelle Verschlagwortung

Mit dem zentralen Speicherort und dem Löschen von Dubletten herrscht bereits etwas mehr Ordnung in der Bildersammlung, mehr aber auch noch nicht. Wer seine Dateien in Ordnern wie „Weihnachten 2017 bei …“ oder „Pfingsten 2012 London“ zusammenfasst, hat immerhin schon eine leichte Ahnung von den Inhalten. Welche Motive aber in den einzelnen Aufnahmen stecken, weiß man damit noch nicht. Hierzu müssen die Fotos erst verschlagwortet werden - und dies würde bei vielen tausend Dateien ziemlich lange dauern.

Doch es gibt Abhilfe. Die IT-Konzerne aus den USA analysieren mit künstlicher Intelligenz die Fotos, erkennen Motive, Gesichter und Orte und ordnen ihnen selbstständig die passenden Suchbegriffe zu. Bevor wir das bei Amazon und Google mit unserem Bilder-Sample durchführen, sei angemerkt, dass kommerzielle Fotoverwaltungen wie etwa Adobe Lightroom Ähnliches leisten und Objekte und Gesichter automatisch zuordnen. Freeware mit dieser Funktion gibt es nur vereinzelt, auf Seite 55 erläutern wir die Funktion mit Digikam (auf Heft-DVD). Zunächst jedoch zu Amazon und Google, die beide Cloudspeicher für das Speichern von Fotos bieten. Amazon stellt dazu generell 5 GB zur Verfügung, Prime-Mitgliedern für private Bilder in voller Auflösung sogar unbegrenzten Platz

Google begrenzt den Speicher für private Fotos zwar auch nicht, reduziert deren Auflösung beim Hochladen aber automatisch auf 16 Megapixel. Ausnahmen gibt es nur für Besitzer der Pixel-Smartphones 1, 2 sowie 3 - beim 3er-Modell begrenzt bis Januar 2022, beim 2er-Modell bis Ende 2022. Im Folgenden zeigen wir, wie Sie Ihre Fotos am Windows-PC in die Cloud von Amazon und Google laden und anschließend analysieren und automatisch verschlagworten, also „taggen“ lassen.

Amazon Prime: Bilder für Analyse und Tagging in die Cloud laden

Installieren Sie Amazons Photos-Software (auf Heft-DVD) und melden Sie sich darin mit Ihrem Konto an. Um Ihre Fotos hochzuladen, klicken Sie auf der Startseite einfach im zentralen Bereich „Fotos per Drag & Drop verschieben“ auf die blau unterlegte „Durchsuchen“- Schaltfläche. Hier wählen Sie das Hauptverzeichnis Ihrer zentralen Sammlung und bestätigen das noch mit „Ordner auswählen“. Im nächsten Fenster ändern Sie die Voreinstellung bei „Was gesichert werden soll“ auf „Fotos“ (oder „Fotos und Videos“), aktivieren unten „Duplikate vermeiden“ und starten den Upload mit „Speichern“. Dieser Prozess kann dauern, schließlich ist der Upload der meisten Internetanschlüsse sehr viel langsamer als der Download. 10 GB oder rund 2000 Fo- tos benötigen selbst bei einem schnellen VDSL-50-Anschluss mehr als zwei Stunden. Anders als der Cloudspeicher funktioniert hingegen die automatische Motiverkennung bei Amazon nur mit der Prime-Mitgliedschaft für jährlich 69 Euro. Melden Sie sich im Browser auf der Photos-Seite (www. amazon.de/photos) an, klicken Sie sodann rechts oben auf Ihr Konto, wählen Sie „Eigenschaften“ und schalten Sie die Funktion „Personen, Orte und Dinge finden“ ein. Im Hintergrund startet jetzt die Bildanalyse. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In der Bildübersicht sehen Sie nicht nur Ihre Aufnahmen, sondern links auch die Funktionen „Personen“ und „Orte“. Ein Mausklick auf „Personen“ schlägt - natürlich nur bei Bildern mit Personen - Gesichtsausschnitte vor, denen Sie über „Wer ist das?“ Namen zuordnen.

Sind die entsprechenden Angaben von Kompass und Brennweite in den Exif-Daten einer Aufnahme gespeichert, zeigt Geosetter neben dem Ort auch Blickrichtung und -winkel.


Wird die gleiche Person nochmals separat zusammengefasst, bestätigen Sie die Zuordnung erneut mit dem gleichen Namen. Vollautomatisch ordnet Amazon bei Smartphone- Fotos jeder Aufnahme ihren Ort zu, und zwar nicht „kryptisch“ mit Längen- und Breitengraden, sondern mit der Ortsbezeichnung. Das Gleiche gilt ebenfalls für die Motiverkennung, naturgemäß abhängig von den Bildinhalten.

Diese Stichwortsuche lässt sich nahezu beliebig kombinieren. Hierzu folgendes Beispiel: Wenn Sie oben in der Photos-Suchleiste Person A, Person B, Ort XY oder Motiv XY eintippen, erhalten Sie wirklich nur die zu diesen Suchbegriffen passenden Aufnahmen angezeigt. Ein Video von Amazon (www.pcwelt.de/UDnAUb) fasst das Wichtigste zu diesen Funktionen zusammen.

Tipp: Über den Aufnahmestandort hinaus zeigt Geosetter (auf Heft-DVD) bei Aufnahmen von Smartphones und Kameras, die mit einem Kompass ausgestattet sind, zudem die Aufnahmerichtung und den gewählten Zoomausschnitt. Dies erleichtert die spätere Identifizierung des Motivs zum Teil ganz erheblich.

Google ermöglicht automatische Bildanalyse für alle Nutzer

Bei Google funktionieren das Hochladen der Fotos in die Cloud und die Bildanalyse ähnlich, doch anders als bei Amazon steht das automatische Taggen hier jedem offen.

MOTIVERKENNUNG ÜBER DAS INTERNET

Ein schon vor langer Zeit aufgenommenes Urlaubsbild, ein nicht identifizierbares Motorradmodell am Straßenrand oder die defekte Waschmaschine, bei der das Typenschild so verblasst ist, dass man kein Ersatzteil bestellen kann. Drei Beispiele,

die Sinn und Nutzen der automatischen Bild- und Motivanalyse unterstreichen.

Bei Google (https://images.google. com) und verschiedenen anderen Suchmaschinen lassen sich Fotos hochladen und scannen.

Die besten Ergebnisse erzielte in unseren Tests die russisch-niederländische Suchmaschine Yandex auf ihrer Bildersuche (https://yan dex.com/images).

Googles Fotos-App für Android und iOS bietet mit der Funktion Google Lens die Möglichkeit, Objekte in Bildern zu analysieren. Auf diese Weise lassen sich viele Gegenstände, Gebäude, Tiere, Pflanzen und vieles mehr bestimmen.

Ein typischer Fall, der den Unterschied in der Bilderkennung illustriert. Während die Suchmaschine Yandex diese Aufnahme korrekt nach Israel verortet, zeigt Google alles Mögliche an.


Nach Jahren weiß man oft nicht mehr genau, was auf den Fotos abgebildet ist. Dabei hilft auch die automatische Zuordnung der Aufnahmeorte, hier gezeigt am Beispiel von Google.


Für ihre Netzwerkfestplatten stellen sowohl QNAP (hinten) als auch Synology (vorne) Software zur Verfügung, die Bilder automatisch sortiert und mit Tags versieht.


So geht’s: Laden, installieren und starten Sie die Google-Software Backup & Sync (auf Heft-DVD) auf Ihrem PC und melden Sie sich darin mit Ihrem Konto an. Übernehmen Sie die Voreinstellung „Fotos und Videos sichern“ und legen Sie im nächsten Schritt über „Ordner auswählen“ Ihr Fotoverzeichnis fest. Abhängig von der Bildermenge entscheiden Sie sich für den unbegrenzten Speicherplatz („Hohe Qualität“) oder für die „Originalqualität“. Über „Starten“ beginnt der Upload

Um die automatische Bildanalyse nutzen zu können, schalten Sie in der Fotos-App auf dem Smartphone über „Einstellungen -› Ähnliche Gesichter gruppieren“ die „Gesichtergruppierung“ ein - im Browser auf dem PC existiert diese Einstellung nicht. Da die Personenzuordnung unter Umständen nicht sofort aktiv ist, gedulden Sie sich bitte, bis in der „Alben“-Ansicht im Browser oder in der Smartphone-App im „Personen“- Ordner Inhalte zu sehen sind. Durch das Anklicken einer erkannten Person weisen Sie dieser ähnlich wie bei Amazon einen Namen zu. Amazon ermöglicht es wie Google, mehrere Suchbegriffe für Personen, Orte und automatisch erkannte Bildinhalte zu kombinieren. Selbst bei Videos funktioniert die Motivanalyse gut.

Noch ein Tipp zur Ortsbestimmung, die zusätzlich zu den GPS-Informationen und - falls eingeschaltet - zum Standortverlauf auch erkannte Sehenswürdigkeiten heranzieht: In den „Orten“ listet Google bei weitem nicht alle erkannten Orte auf. Um gezielt nach Aufnahmen von einem hier nicht aufgeführten Ort zu suchen, gehen Sie daher zurück zur „Fotos“-Gesamtansicht und tippen dann die Ortsbezeichnung oben in der Suchleiste ein.

Zwei Aspekte gelten bei der Bildanalyse in der Cloud gleichermaßen für Amazon und Google: Beide Dienste bieten derzeit keine Korrekturmöglichkeit, um falsch zugeordnete Tags zu ändern - offenbar halten sie ihre KI für unfehlbar. Des Weiteren räumt man beiden Anbietern mit dem Hochladen der Bilder in die Cloud eine Reihe von Nutzungsrechten ein. Wie weit diese tatsächlich reichen, lässt sich nur schwer einschätzen. Während Amazon diese speziell für seinen Photos-Dienst dokumentiert (www. pcwelt.de/H4GCzy), belässt es Google beim Allgemeinen (https://policies.google.com).

Alle neuen Fotos automatisch sichern und analysieren

Nachdem nunmehr Ihre vorhandenen Bilder sortiert und mit Schlagwörtern versehen sind, können Sie dies auch auf alle neu hinzukommenden ausdehnen. Hierzu bieten Ihnen viele Cloudspeicherdienste die Möglichkeit, mit dem Smartphone aufgenommene Fotos selbstständig ins Internet hochzuladen und dort zu speichern - entweder sofort oder nur im WLAN.

Bei Amazon und Google beginnt damit zugleich die Bildanalyse, reine Cloudspeicher wie Dropbox synchronisieren neue Fotos auf diese Weise nur mit Ihrem PC. Aus dem Speicherordner auf der Festplatte übernimmt ein Synchronisationstool wie Puresync (auf Heft-DVD) die Aufnahmen dann in Ihr zentrales Fotoverzeichnis, auf das wiederum Digikam (auf Heft-DVD) oder ein anderes Verwaltungsprogramm Zugriff haben kann.

Puresync eignet sich auch, um Fotos von Digitalkameras oder Speicherkarten zentral auf dem PC oder auf der Netzwerkfestplatte zu speichern. Von dort wiederum laden Amazon Photos und Google Backup & Sync neue Inhalte zur Analyse in die Cloud und damit in Ihre Fotosammlung. Wer seine Fotos auf einer Netzwerkfestplatte (NAS) speichert, der kann darüber hinaus auch die PC- und Smartphone-Apps der NAS-Hersteller verwenden. QNAP und Synology setzen in ihren Applikationen QuMagie beziehungsweise Moments inzwischen gleichfalls eine intelligente Bilderkennung ein, die Fotos automatisch nach Personen, Orten und Themen indiziert und sortiert. Wer über ein Laufwerk eines dieser Hersteller verfügt, sollte die Apps auf dem NAS sowie die Versionen für Mobilgeräte (Android und iOS) durchaus einmal ausprobieren.

DIGIKAM: AUFNAHMEN OFFLINE SORTIEREN UND VERSCHLAGWORTEN

Kostenlose Software zum automatischen Sortieren und Taggen von Bildern ist rar, Digikam (auf Heft-DVD) bildet da eine Ausnahme. Ganz so einfach, komfortabel und genau wie die Onlinedienste arbeitet Digikam jedoch nicht. Das ist auch deshalb nicht verwunderlich, weil die Software offline auf dem PC läuft und keine künstliche Intelligenz in der Cloud nutzt - mit dem Vorteil, dass niemand sonst Ihre Bilder scannt, sieht und auswertet. So dauerte allein die Gesichtsanalyse unserer 13 000 Testbilder auf einem PC mit Core-i5-CPU der siebten Generation fast zwei Stunden. Außerdem war danach noch beträchtlicher Korrekturaufwand notwendig, da Digikam Bilder ein und derselben Person dieser nicht immer korrekt zuordnete. So geht’s: Nach der Installation legen Sie über den Einrichtungsassistenten das Verzeichnis mit Ihren Fotos fest, definieren einen (beliebigen) Ordner für die Tag-Datenbank und beantworten die Frage nach dem Speichern der Fotoinformationen in den Meta-Daten mit „Informationen zu Dateien hinzufügen“. Das speichert wichtige Daten direkt in den Fotodateien selbst und nicht nur in der Datenbank. Abschließend dauert es einen Moment, bis das Programm in der Albenansicht die Bilder anzeigt. Falls Sie die Alben mal „verlieren“, machen Sie sie über den kleinen, senkrecht stehenden Reiter „Alben“ oben in der Funktionsleiste am linken Bildrand wieder sichtbar. Führen Sie zunächst die Gesichtserkennung durch, indem Sie links unten auf „Personen -› Sammlung nach Gesichtern durchsuchen“ klicken. Ist die Analyse abgeschlossen, ordnen Sie den einzelnen Gesichtern deren Namen zu. Ebenfalls praktisch ist die geografische Eingrenzung von Aufnahmen: Dazu klicken Sie links auf „Karte“, gefolgt vom ersten kleinen Symbol hinter „Suchen in Gebiet“. Die Suchfläche definieren Sie mit der Maus per Drag & Drop auf der Karte links. Nützlich ist ferner die Suche nach Datum und Zeitleiste, beides finden Sie auch in der Funktionsleiste links.

Dagegen fehlt Digikam eine intelligente Motiverkennung, hier kommen Sie also nicht um das manuelle Vergeben von Schlagwörtern herum. Dazu markieren Sie in der Albenansicht ein oder mehrere Bilder, klicken die Auswahl mithilfe der rechten Maustaste an und wählen „Stichwort zuweisen -› Neues Stichwort hinzufügen“. Im Textfeld vergeben Sie ein oder mehrere Begriffe, jeweils getrennt durch ein Leerzeichen. Das Verschlagworten können Sie auch in mehreren Durchgängen erledigen, beispielsweise so, dass Sie erst allen, an einem Ort gemachten Aufnahmen den Ortsnamen hinzufügen und als Nächstes die Motive der einzelnen Bilder ergänzen. Zum Schluss darf der Hinweis nicht fehlen, wie Sie über die vergebenen Schlagwörter Fotos filtern und finden. Dazu tippen Sie über „Suchen“ links im Programm den oder die Suchbegriffe ein, noch mehr Suchmöglichkeiten eröffnen sich über die „Erweiterte Suche“ darunter.

All das stellt nur einen kleinen Ausschnitt der vielen Funktionen von Digikam dar, deshalb benötigt man auch etwas Zeit, um sich in die Bedienung einzuarbeiten.

Die Windows-Software Digikam verfügt zwar nicht über eine automatische Tag- Vergabe für Bildmotive, bietet aber dennoch viele nützliche Filterfunktionen, so unter anderem das räumlich begrenzte „Suchen in Gebiet“.


Die „Erweiterte Suche“ von Digikam besitzt äußerst viele Filteroptionen, darunter zum Beispiel das Eingrenzen auf solche Fotos, die auf einer bestimmten Höhe über dem Meer gemacht wurden.


Illustration: © TL Hintergrundfoto: © Spectral-Design - AdobeStock