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Bios & Uefi: Update für Ihren PC


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PC Welt - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 06.05.2022

Hardware

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Bildquelle: PC Welt, Ausgabe 6/2022

Das Bios-Update war früher ein Drahtseilakt: Mutige PC-Enthusiasten starteten eine DOS-Umgebung, in der sie auf der Kommandozeile mit vielen Befehlen hantierten, um eine Bios-Datei einzuspielen. Nach bangen Minuten war das Update geglückt – oder auch nicht …

Heutzutage läuft ein Update für die System-Firmware auf Basis von Uefi (Unified Extensible Firmware Interface) genauso einfach ab wie ein Windows-Update – teilweise lässt es sich sogar genau darüber einspielen. Deshalb sollten Sie nicht zögern, Ihrem Rechner ein Update zu spendieren: Es löst viele kleine und auch manches große Problem mit dem PC. Für manche Rechner ist es die Voraussetzung, um Windows 11 ohne Probleme installieren zu können.

„Die Uefi-Firmware zu aktualisieren ist bei einem aktuellen Rechner kaum komplizierter als ein Windows-Update.“

Wir zeigen, welche Vorteile ein Update bringt, worauf Sie dabei achten sollten und wie ...

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... Sie es schnell und einfach erledigen.

Wichtige Uefi-Einstellungen für Windows 11

Windows 11 ist ein willkommener Anlass, um sich um das Uefi-Bios und dessen Einstellungen zu kümmern. Damit Sie das neue Betriebssystem ohne Umwege installieren können, muss die Firmware des Rechners im Uefi-Modus laufen. Die Startmodi Legacy-Bios oder CSM-Modus (Compatibility Support Module) funktionieren nicht. Um zu erfahren, wie die Firmware aktuell eingestellt ist, müssen Sie sich nicht ins Uefi-Menü begeben: Unter Windows prüfen Sie den Modus, indem Sie msinfo32 in die Windows-Suchleiste eintippen, um die Systeminformationen anzuzeigen. Auf der ersten Seite „Systemübersicht“ finden Sie die gesuchte Information in der Zeile „BIOS-Modus“: Hier muss „UEFI“ stehen, nicht Legacy oder Vorgängermodus.

Ist bei Ihrem Rechner noch der Legacy-Modus aktiv, müssen Sie das Uefi-Setup aufrufen, um ihn umzuschalten: In den meisten Fällen starten Sie das Setup, indem Sie direkt nach dem Einschalten des Rechners die Taste F2 oder Entf drücken. Unter Windows gelangen Sie in die Uefi-Einstellungen, indem Sie bei den Windows-Einstellungen „Update & Sicherheit –› Wiederherstellung“ (Windows 10) beziehungsweise „System –› Wiederherstellung“ aufrufen und anschließend „Erweiterter Start: Jetzt neu starten“ wählen. Nach dem Neustart klicken Sie auf „Problembehandlung –› Erweiterte Optionen –› UEFI-Firmwareeinstellungen“ und starten den Rechner neu. Ein dritter Weg ins Uefi-Setup führt über den

Befehl shutdown /r /fw /t 0, den Sie in der mit Adminrechten gestarteten Eingabeaufforderung eintippen. In den Uefi-Einstellungen finden Sie die Option zum Aktivieren des Uefi-Modus meist im Menü „Boot“ oder „Start“.

Eine weitere Voraussetzung für die Installation von Windows 11 ist ein aktiviertes TPM 2.0 (Trusted Platform Module). Mit diesem Krypto-Chip soll sichergestellt werden, dass keine Schadsoftware das Betriebssystem vor dem Start manipulieren kann. Ob TPM auf Ihrem Rechner vorhanden und aktiv ist und um welche TPM-Version es sich handelt, checken Sie unter Windows, indem Sie tpm.msc ins Suchfenster von Windows eingeben. Unter „Status“ sollte die Angabe „Das TPM ist einsatzbereit“ und bei „TPM-Herstellerinformationen“ der Eintrag „Spezifikationsversion: 2.0“ stehen.

Sehen Sie dagegen die Meldung „Es wurde kein kompatibles TPM gefunden“, rufen Sie als nächsten Schritt erneut die Uefi-Einstellungen auf. Der Eintrag für das TPM befindet sich meist im Menü „Advanced“ oder „Security“. Stellen Sie die Option für das TPM auf „Enabled“.

Für Windows 11 ist laut Microsoft auch die Uefi-Einstellung „Secure Boot“ wichtig, aber keine Voraussetzung für die Installation. Die Aktivierung des Uefi-Modus genügt, da jede Uefi-Firmware Secure Boot grundsätzlich unterstützt. Wenn Sie aber für die anderen Einstellungen ohnehin schon im Uefi-Menü sind, schadet es nicht, den Status von „Secure Boot“ auf „Enabled“ zu stellen.

Von einigen PC-und Platinenherstellern gibt es Uefi-Updates für Windows 11. Sie wurden meist rund um den Start des neuen Betriebssystems im Oktober 2021 verfügbar gemacht. In den entsprechenden Änderungshinweisen der Updates ist zum Beispiel zu lesen, dass diese Version einen Support für Windows 11 ermöglicht. Allerdings können Sie keinen Rechner nur per Uefi-Update Windows-11-kompatibel machen. Bei den genannten Beispielen geht es lediglich darum, dass die neue Firmware-

Version bereits die passenden Einstellungen für Windows 11 bei Uefi-Modus, TPM und Secure Boot enthält: Das Update nimmt Ihnen also lediglich die Arbeit ab, selbst in den Uefi-Einstellungen die beschriebenen Änderungen vornehmen zu müssen.

Mit diesen Uefi-Einstelliungen wird Ihr PC fit für Windows 11

Eine Möglichkeit gibt es allerdings, einen Rechner per Uefi-Update fit für Windows 11 zu machen: Wenn in Ihrem PC ein Prozessor sitzt, den Microsoft nicht für das neue Betriebssystem freigegeben hat, können Sie diese Hürde mit dem Austausch gegen eine neue CPU überwinden. Dafür ist meist auch ein Update der Uefi-Firmware notwendig, damit die Hauptplatine den neuen Prozessor erkennt.

UEFI-UPDATE: DIE OPTIMALE VORBEREITUNG

Während des Uefi-Updates darf der Rechner nicht ausfallen, sonst lässt er sich im schlimmsten Fall nicht mehr wiederbeleben. Deshalb sollten Sie immer folgende Regeln beherzigen, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten: 1. Der Rechner muss eine stabile Stromversorgung haben. Das gilt vor allem für Notebooks. Einige Modelle verweigern das Update sogar, wenn sie im Akkubetrieb laufen oder der Akku nur schwach geladen ist. 2. Entfernen Sie vor dem Update so viele Peripheriegeräte wie möglich, zum Beispiel USB-Sticks und Festplatten oder zusätzliche Monitore. 3. Schalten Sie während des Updates kurzfristig den Virenschutz auf dem Rechner ab. 4. Deaktivieren Sie Verschlüsselungsfunktionen wie Bitlocker beziehungsweise halten Sie diese Funktion an. Auf alle Fälle sollten Sie den Recovery-Key für ein verschlüsseltes Laufwerk zur Hand haben. 5. Eigentlich funktionieren Uefi-Updates heutzutage so zuverlässig, dass Sie es mit den genannten Maßnahmen problemlos durchführen können. Höchste Sicherheit haben Sie aber nur, wenn Sie vorher ein Backup wichtiger Dateien auf einem externen Laufwerk anlegen. 6. Einige Platinen bieten in den Uefi-Einstellungen die Möglichkeit, die aktuelle Uefi-Datei auf einem USB-Stick zu sichern. Falls die neue Version nicht wie gewünscht funktioniert, können Sie so schnell zum Vorgänger zurückkehren.

Prüfen Sie zunächst, welche CPU aktuell im Rechner arbeitet: Das erledigen Sie zum Beispiel über den Windows-Geräte-Manager. Dort finden Sie den Modellnamen unter „Prozessoren“. Anschließend prüfen Sie die Microsoft-Liste der für Windows 11 freigegebenen CPUs: Die Intel-Modelle stehen unter www.pcwelt.de/u7GrPA, für AMD-Prozessoren ist www.pcwelt.de/RWTnnA die richtige Anlaufstelle.

Taucht Ihr Prozessor dort nicht auf, kommt ein CPU-Upgrade in Frage: Dazu müssen Sie recherchieren, welche Prozessoren Ihre Platine grundsätzlich unterstützt. Entsprechende Informationen finden Sie, indem Sie auf den Supportseiten des jeweiligen Mainboardherstellers nach der genauen Modellbezeichnung der Platine suchen.

Hier sollten Sie nicht nur Treiber und Handbücher für die Platine finden, sondern auch eine Liste mit den Prozessormodellen, die sich mit ihr nutzen lassen. Enthält diese Liste sowohl Ihre derzeitige CPU wie auch ein Modell, das Microsoft für Windows 11 freigeben hat, macht ein Prozessorwechsel den Rechner Windows-11-kompatibel. Achten Sie bei der Platinenliste auch auf einen Eintrag, der anzeigt, ab welcher Uefi-Version die neue CPU unterstützt wird: Diese Firmware-Version sollten Sie vor dem CPU-Wechsel installieren.

Am größten sind Ihre Chancen, wenn Sie ein Mainboard für AMDs Sockel AM4 haben. Diesen Steckplatz nutzt der Hersteller seit 2016 für Prozessoren mit Zen-Architektur. Prozessoren der ersten Zen-Generation, zum Beispiel aus der Serie Ryzen 1000, hat Microsoft nicht für Windows 11 freigegeben. Die nachfolgenden Modelle mit Zen+, Zen 2 oder Zen 3, die ebenfalls den Sockel AM4 nutzen, aber schon. Bei einem Notebook haben Sie dagegen Pech: In fast allen Modellen kommen schon seit längerer Zeit nur noch Prozessoren zum Einsatz, die aufgelötet sind und sich nicht austauschen lassen.

Sinnvoll: Uefi aktualisieren vor einem CPU-Tausch

Auch unabhängig von der Kompatibilität zu Windows 11 ist ein CPU-Upgrade ein wichtiges Argument für ein Firmware-Update.

Besonders, wenn Sie dabei eine oder zwei CPU-Generationen überspringen, erhält Ihr Rechner durch den Prozessortausch ein merkliches Tempoplus und Sie können ihn länger ohne Einbußen nutzen.

Auf bestimmten Platinen mit dem AMD-Sockel AM4 zum Beispiel lassen sich CPU-Modelle aus allen seit 2017 erschienenen Prozessorgenerationen von Summit Ridge bis zum aktuellen Ryzen 5000 (Vermeer) einsetzen. Hersteller wie Asrock, Asus, Gigabyte und MSI bieten für einzelne Platinen mit bestimmten Chipsätzen Firmware-Updates an, die sie fit für die neuesten CPUs machen.

Handelt es sich um einen ganz aktuellen Prozessor wie zum Beispiel den seit April erhältlichen Ryzen 5 5500, gibt es zu Beginn möglicherweise aber nur Beta-Versionen für die Firmware. Hier müssen Sie das Risiko eines instabilen Betriebs in Kauf nehmen oder auf eine fertige Uefi-Version warten.

Bei Intel-CPUs sind Ihre Upgrade-Chancen limitierter: Üblicherweise nutzen höchstens zwei aufeinanderfolgende CPU-Generatio-nen denselben Sockel, und weiterreichende Aufrüstmöglichkeiten sind auf bestimmte Chipsätze beschränkt, die sich nur auf teuren Platinen finden.

Selbst wenn ein CPU-Update grundsätzlich möglich ist, sollten Sie zuvor detailliert recherchieren, ob es sich bei Ihrem PC lohnt:

Denn eventuell kann der moderne Prozessor auf der älteren Platine und deren Chipsatz einige seiner Leistungsmerkmale nicht ausnutzen, was den möglichen Tempozuwachs begrenzt. Außerdem kann das Upgrade auf eine leistungsfähigere CPU weitere Aufrüstkosten nach sich ziehen, wie schnelleren Arbeitsspeicher oder ein leistungsfähigeres Netzteil.

Erste Anlaufstelle ist ebenfalls die Supportseite zu Ihrem Platinenmodell, wo es eine Liste mit unterstützten CPUs und der dafür erforderlichen Uefi-Firmwareversion geben sollte. Informationen zu Ihrer Platine finden Sie zum Beispiel mit einem System-Analyse-Tool wie Hwinfo 64 oder Aida 64

Extreme Edition (beide auf Heft-DVD, Aida 64 als 30-Tage-Test-Version). Bei HWinfo 64 stehen die Angaben zur Platine unter „Motherboard –› Motherboard Model“. Hilfreich sind darüber hinaus Angaben zur CPU und dem Chipsatz im Rechner, die Sie in diesem Tool unter „Central Processor –›CPU Platform“ und „Motherboard –› Model, Motherboard Chipset“ finden.

Ganz wichtig: Achten Sie beim Platinennamen genau auf alle Zusätze und Revisionsangaben wie „V1“ oder „Rev 2“, denn auch Mainboards mit sehr ähnlicher Bezeichnung können sich technisch unterscheiden, sodass das Firmware-Upgrade für ein Modell nicht zu einem anderen passt. Das gilt vor allem für sogenannte OEM-Platinen, die in Komplettsystemen von Herstellern wie Medion oder HP stecken. Bei einem Komplett-PCs sollten Sie daher auf der Supportseite des Rechnerherstellers nach einem Uefi-Upgrade suchen.

Mehr Tempo & Sicherheit: Das bringen regelmäßige Updates

Wie ein Windows-Update bereinigt eine neue Uefi-Version vor allem Fehler und schließt Sicherheitslücken. Häufig sind Sie davon gar nicht betroffen, weil sich die Bugfixes nur bei einer bestimmten Rechnerausstattung oder bei einem speziellen Einsatzzweck wie etwa dem Übertakten auswirken. Dennoch ergibt ein regelmäßiges Update Sinn, denn dann haben Sie auf jeden Fall eine stabile Ausgangslage, wenn Sie doch einmal die PC-Konfiguration ändern. Jeder Anbieter sollte für ein Uefi-Update Informationen zur Verfügung stellen, die beschreiben, was sich in der neuen Version ändert. Je aussagekräftiger und ausführlicher diese sind, desto besser können Sie einschätzen, ob sich das Update konkret für Sie lohnt. Die Uefi-Informationen finden Sie auf der Hersteller-Webseite meist dort, wo Sie das Update herunterladen können:

Suchen Sie nach Stichwörtern wie „Description“, „Details anzeigen“ oder „Beschreibung anzeigen“. Manchmal finden sich die Neuerungen auch in der Anleitung für das Uefi-Update. Die Praxis zeigt aber, dass ähnlich wie bei Windows-Updates die Beschreibungen wenig hilfreich sind – Sie finden darin häufig lediglich vage Aussagen wie „verbesserte Sicherheit“, „Stabilität erhöht“, „Fehler behoben“.

Empfehlenswert ist ein regelmäßiges Uefi-Update vor allem bei einem neuen PC: Denn oft reagieren die Hersteller damit kurzfristig auf Probleme, die Kunden im Praxisbetrieb schildern.

So kann ein Update zum Beispiel gegen einen instabilen Betrieb helfen, der auf thermische Probleme zurückgeht. Auch die Lüftersteuerung passen PC-und Notebook-Anbieter oft in einer neuen Firmware an und verhindern damit zu laute oder ständig rotierende Lüfter.

Per Microcode-Update stopfen AMD und Intel Lücken im Prozessor oder verbessern vorhandene Funktionen. Üblicherweise integrieren die Bios/Uefi-Programmierer diese Aktualisierungen in ein Firmware-Update, aus dem sie der Prozessor ausliest und speichert. Auch dies gilt häufig vor allem für neuere Prozessoren. Allerdings gibt es bei großen Sicherheitslücken wie Spectre auch Microcode-Updates für ältere Modelle. Außerdem können die Updates über Betriebssysteme wie Windows und Linux verteilt werden – das ist besonders bei aktuellen Sicherheitslücken der schnellste Weg, um die CPU abzusichern.

INTEL WILL UEFI-UPDATE OHNE NEUSTART

Windows-Nutzer sind regelmäßige Neustarts nach einem Update gewohnt. Obwohl die Systeme das immer schneller erledigen, nerven sie aber trotzdem. Intel will dem künftig mit der Technik Seamless Update begegnen. Allerdings richtet sie sich in erster Linie an Server-Betreiber, bei denen jede Minute, in der die Systeme nicht verfügbar sind, finanzielle Einbußen oder Sicherheitsprobleme bedeuten können.Aus diesem Grund läuft die entsprechende Entwicklung derzeit vor allem für Linux, da viele Server mit dem freien Betriebssystem arbeiten.

Sinnvoll ist ein Uefi-Update außerdem, bevor Sie Komponenten im PC austauschen:

Neben der CPU betrifft das vor allem den Arbeitsspeicher, weniger oft die SSD. Beim Speicher kann eine Aktualisierung dafür sorgen, dass das System das RAM überhaupt und mit den richtigen Einstellungen erkennt: Diese liest das Uefi aus dem SPD-Chip (Serial Presence Detect) auf dem RAM-Modul aus. Für Übertakter ist ein Uefi-Update hilfreich, falls das Mainboard bestimmte Speichertimings nicht unterstützt und das RAM sich nicht ausreizen lässt: In diesem Fall kann ein Update zusätzliche Übertaktungsprofile bereitstellen, mit denen sich der Speicher beschleunigen lässt. Bei einigen Platinen liefert das Uefi-Update Unterstützung für Intels SSD-Technik Optane, um den schnellen Cache-Speicher korrekt zu nutzen.

In modernen Prozessoren befinden sich neben den Recheneinheiten zahlreiche zusätzliche Bausteine, die ebenfalls von einem Uefi-Update profitieren können: Dazu zählen Controller für PCI-Express, USB und Thunderbolt – entsprechend empfiehlt sich auch bei vielen Problemen mit Peripheriegeräten ein Uefi-Update.

Sicherheitslücken im Prozessor, Chipsatz oder anderer Systemhardware sind besonders kritisch, weil ein Angreifer dort Manipulationen vor dem Betriebssystem und der Schutzsoftware verbergen kann. Das gilt vor allem für die Intel Management Engine (ME), einer speziellen Hardware für die Intel-Plattform, die bestimmte Sicherheitsfunktionen für Uefi und Betriebssystem bereitstellt. Würde ein Angreifer dort Schadcode platzieren, könnte er diese abschalten oder verändern.

Da die ME unabhängig vom Uefi arbeitet, kann ein Uefi-Update auch die ME-Firmware aktualisieren. Allerdings bieten einige Hersteller dafür auch spezielle Update-Dateien oder Treiber an, die ebenfalls auf der Supportseite des betreffenden Mainboards zu finden sind.

So funktioniert ein Uefi-Update unter Windows

Nicht nur bei der Datei fürs Uefi-Update müssen Sie genau aufpassen, die richtige für Ihr System zu erwischen. Auch der Update-Vorgang unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller oder sogar von Rechner zu Rechner, denn er hängt unter anderem vom Uefi selbst sowie vom Alter des Systems oder des Mainboards ab. Deshalb führt kein Weg daran vorbei, das Handbuch oder die Supportseite des Herstellers zu konsultieren, wenn Sie wissen wollen, wie Sie ein Update für Ihren Rechner aufspielen. Immerhin: Bei jedem halbwegs aktuellen PC können Sie das Update im Windows-Betrieb vornehmen und müssen dafür nicht mehr wie bei einem Bios-Update eine DOS-Umgebung starten.

Der einfachste Weg führt über das Windows-Update. Einige Hersteller nutzen besonders bei neueren Systemen dieses Vorgehen, bei dem Sie eine neue Uefi-Version wie andere Systemupdates über „Windows Update“ in den Einstellungen erhalten. Dieses automatische Update lässt sich vor allem bei Business-Rechnern in den Uefi-Einstellungen deaktivieren, wenn Sie lieber kontrollieren wollen, wann eine Aktualisierung erfolgen soll.

Bei Rechnern mit Windows im S-Modus bekommen Sie ein Update häufig über den Geräte-Manager, weil sich unter diesem Betriebssystem keine zusätzlichen Programme installieren lassen, mit denen Sie das Update durchführen können. Laden Sie dafür zunächst das Uefi-Update beim Hersteller herunter: Es kommt meist in Form einer ZIP-Datei, die Sie auf dem Rechner speichern, den Sie aktualisieren wollen. Öffnen Sie anschließend den Geräte-Manager und suchen Sie den Eintrag „Firmware“.

Wenn Sie ihn ausklappen, sollte ein weiterer Eintrag für ein Gerät wie „Systemfirmware“ vorhanden sein. Klicken Sie mit rechts darauf, wählen Sie „Treiber aktualisieren“ und dann „Auf meinem Computer nach Treibern suchen“. Hier geben Sie den Speicherort der Uefi-Datei an und starten das Update mit „Weiter“. Gibt es vom Hersteller keine Update-Datei, können Sie den Vorgang auch ohne durchführen: Hat er das Update im Windows-Update Katalog hinterlegt, findet das System sie auf diesem Weg.

Hinter dem Update per Windows oder dem Geräte-Manager steckt die gleiche Technik:

Das System kann das Update verarbeiten, wenn es die Funktion Update-Capsule versteht, die vor allem festlegt, dass Windows ein Uefi-Update einleitet. Wenn es ein Rechner unterstützt, ist das meist bereits ab Werk der Fall.

Es gibt aber auch Platinen, die mit einem Uefi-Update dazu befähigt werden können – danach können Sie den Rechner aber nicht mehr auf eine ältere Uefi-Version zurücksetzen, die nicht über das Capsule-Format installiert wird.

Bei den meisten PCs kommen Sie mit Hilfe eines vorinstallierten Herstellertools an eine neue Uefi-Version: Es ist üblicherweise ein Programm, das zahlreiche Einstellungen für den Umgang mit dem Rechner bietet, darunter auch eine Update-Funktion für Treiber und eben das Uefi. Beispiele sind MyAsus, Acer Care Center, Lenovo Vantage oder Dell Update. Je nach Einstellung macht Sie die Software auf Updates aufmerksam oder Sie müssen einen Scan durchführen, nach dem Sie Dateien zur Aktualisierung angeboten bekommen. Wählen Sie das Uefi-Update zur Installation aus, läuft meist ein automatisches Programm ab, das den Rechner neu startet und das Uefi-Update einspielt.

Bei einem Eigenbau-PC haben Sie auch häufig die Möglichkeit, das Update direkt in den Uefi-Einstellungen durchzuführen, sofern die Platine eine entsprechende Funktion bietet wie EZ Flash bei Asus, Q-Flash bei Gigabyte oder M-Flash bei MSI: Dazu laden Sie vorab die Uefi-Datei vom Hersteller auf einen FAT-32-formatierten USB-Stick. Anschließend starten Sie die Uefi-Einstellungen und rufen das Update-Menü auf. Diese Funktion spielt nun die auf dem Stick gespeicherte Datei ein. So soll verhindert werden, dass ein instabiles Windows den Update-Prozess durchkreuzt.