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Bitte versteh mich doch!


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Ein Herz für Tiere - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 14.10.2022

Ratgeber Kleintier

Artikelbild für den Artikel "Bitte versteh mich doch!" aus der Ausgabe 11/2022 von Ein Herz für Tiere. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Ein Herz für Tiere, Ausgabe 11/2022

Kommunikationsproblem Viele Halter sind unsicher und fragen sich: Was will mein Kaninchen mir bloß sagen?

Ein verlegenes Zupfen am Ohr, ein schüchternes Lächeln, eine hochgezogene Augenbraue: Bei uns Menschen nimmt die nonverbale Kommunikation einen viel größeren Stellenwert ein, als den meisten von uns bewusst sein dürfte. Wissenschaftler gehen davon aus, dass 95 Prozent des ersten Eindrucks, den wir von einer neuen Bekanntschaft gewinnen, von Faktoren wie der Haltung, der Gestik und der Mimik bestimmt werden. Die Bedeutung des gesprochenen Wortes ist in diesem Moment also beinahe verschwindend gering. Diese Info sollten wir im Hinterkopf behalten, wenn es um die Kommunikation von und mit Kaninchen, Meerschweinchen, Hamstern und Co. geht. Denn obwohl diese Kleintiere natürlich nicht sprechen können, verfügen sie durchaus über vielfältige Möglichkeiten, um sich auszudrücken. Wir müssen nur genau hinsehen und verstehen lernen, was sie uns durch ihre stummen Signale mitteilen wollen. ...

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Männchen machen

Kaninchen beispielsweise nutzen ihren gesamten Körper, um sich ihren Artgenossen und auch ihrem Halter verständlich zu machen. Zu den auffälligsten Verhaltensweisen zählt hier das Männchenmachen, das wohl jeder Langohrfreund schon einmal beobachtet hat. Doch was bedeutet es eigentlich, wenn sich ein Mümmelmann auf die Hinterbeine stellt und sich aufrichtet?

Ganz einfach: Oftmals nutzen Kaninchen diese Pose, um sich einen Überblick zu verschaffen. Sie machen sich groß, um einen interessanten Duft besser wahrnehmen zu können und/oder um feinste Geräusche besser zu hören. Die aufgestell- ten Ohren und das eifrige Schnuppern weisen darauf hin, dass das Kaninchen neugierig und an seiner Umwelt interessiert ist. Häufig zeigen die Tiere diese Geste auch, wenn sie einen Kumpel oder ihren Zweibeiner begrüßen.

AUF EINEN BLICK

Körpersprache der Kaninchen

Wie sich ein Kaninchen gerade fühlt, können einfühlsame Halter an dessen Körperhaltung, insbesondere an der Körperachse, erkennen.

1. Ein aufmerksames Kaninchen sitzt aufrecht, hat die Ohren gespitzt.

2. Ist das Tier neugierig oder angriffslustig, prescht es nach vorne.

3. Ängstliche Tiere neigen sich zurück, nehmen die Ohren nach hinten.

Unterschiedliche Sprachen

Langgestreckt auf dem Bauch liegend, das Schwänzchen locker am Po sitzend, dabei die Hinterbeine lässig nach hinten weggestreckt: So sieht eine entspannte Körperhaltung bei Kaninchen aus. Ein Langohr, das es sich auf diese Weise bequem gemacht hat, fühlt sich wohl und sicher. Manchmal ist dabei auch ein sanftes Mahlgeräusch der Zähne zu hören. Es ist vergleichbar mit dem behaglichen Schnurren einer Katze. Aber Achtung, eines dürfen Sie bitte nicht verwechseln: Auch bei Angst und Schmerzen können Kaninchen mit den Zähnen knirschen! Das Geräusch ist dann aber deutlich stärker. Um das wohlige Mahlen besser vom ängstlichen Zähneknirschen unterscheiden zu können, sollten Kaninchenfreunde zusätzlich auf die Körperstellung ihres Lieblings achten: Eine geduckte Haltung – mit angelegten Löffeln, schnellem Herzschlag und weit aufgerissenen Augen – ist ein Anzeichen für Furcht. Zeigt sich das Tier apathisch, kauert es in der Ecke und hat dabei die Augen halb geschlossen, hat es wahrscheinlich Schmerzen. Verantwortungsvolle Halter bringen ihr Langohr in diesem Fall so schnell wie möglich zum Tierarzt.

Kaninchen und Meerschweinchen scheinen auf den ersten Blick viel gemeinsam zu haben: Beide sind friedliebende Pflanzenfresser und werden oftmals sogar zusammen gehalten. Dabei stammen diese beiden Kleintierarten von unterschiedlichen Kontinenten – die Vorfahren unserer Meerlis kommen aus Südamerika, Wildkaninchen waren ursprünglich auf der Iberischen Halbinsel heimisch. Die Tiere haben sich also völlig unabhängig voneinander entwickelt, wobei sich auch eine unterschiedliche Laut- und Körpersprache herausgebildet hat. Das bedeutet: Nur weil Kaninchen und Meerschweinchen nebeneinander im Auslauf sitzen, müssen sie sich noch lange nicht verstehen. Meist tolerieren sie einander zwar, dennoch brauchen beide unbedingt Artgenossen an ihrer Seite, um ein glückliches Leben führen zu können.

Ohrenstellung

Für die Kommunikation untereinander ist die Stellung der Löffel von großer Bedeutung. Widderkaninchen, die hängende Ohren haben, sind hier im Nachteil – sie werden von ihren Artgenossen unter Umständen nicht gut verstanden.

a) Nach vorne geneigte Löffel: neugierig, offen

b) Senkrechte Löffel: wachsam, aufmerksam

c) Gekippte Löffel: ein interessantes Geräusch lässt das Tier seine Ohren drehen

d) Leicht nach hinten geneigte Löffel: entspannt, ausgeruht, dösend

e) Angelegte Löffel: verärgert, drohend, kurz vor dem Angriff

f) Ganz flach angelegte Löffel: defensiv, beschwichtigend, angsterfüllt

Schwanzstellung

Auch die Blume gibt Aufschluss über die Gefühlswelt des Kaninchens.

a) Leicht aufgerichteter Schwanz: ruhig, entspannt

b) Richtung Boden gedrückt: ängstlich, unsicher, nervös

c) Senkrecht aufgerichtet: kampfbereit, offensiv, aggressiv

Tasthaare

Ähnlich wie bei Katzen sagt auch bei Kaninchen die Stellung der Schnurrhaare viel über ihren Gemütszustand aus.

a) Zur Seite zeigend: entspannt, ruhig

b) Leicht nach hinten zeigend: das Kaninchen erschnuppert einen Duft

c) Nach vorne zeigend: aufgeregt, angespannt, neugierig

Quieken und Brommseln

Für ein Meerschweinchen ist ein Kaninchen also kein adäquater Partnerersatz. Es muss unbedingt mit anderen Meerlis zusammenleben dürfen, die seine Sprache auch verstehen.

Dazu zählen verschiedene Laute wie ein wohliges Glucksen, ein forderndes Quieken und ein freundliches Grunzen. Versucht ein Bock ein Weibchen zu umgarnen, lässt er ein eher tiefes Brummen hören, das auch „Brommseln“ genannt wird. Darüber hinaus umfasst die Kommunikation der Meerschweinchen eine ganze Reihe an Gesten, Körperhaltungen und Bewegungen, die für die Verständigung untereinander wichtig sind.

Da ist zum Beispiel das sogenannte Popcornen, bei dem die Schweinchen wild in ihrem Gehege umherspringen – ähnlich wie Popcornmais im Topf. Dieses Verhalten lässt sich meist bei jüngeren Meerschweinchen beobachten und ist häufig ein Zeichen dafür, dass es den Tieren so richtig gutgeht. Wird das Hüpfen allerdings von schrillen Quieklauten begleitet, kann dies auf Schmerzen hindeuten. In einem sol- chen Fall bringt ein zeitnaher Besuch in der Tierarztpraxis Klarheit.

Angst erkennen

Um Rivalen zu beeindrucken, Weibchen zu bezirzen oder die Rangordnung innerhalb der Gruppe zu klären, machen sich insbesondere männliche Meerschweinchen gerne groß: Sie plustern ihr Fell auf, sträuben die Nackenhaare und lassen das bereits erwähnte Brommseln erklingen. Doch was passiert in Schreckmomenten? Wenn ein Meerschweinchen Angst hat, wird es sprichwörtlich starr vor Schreck. Der Nager reißt seine Augen auf und drückt sich flach auf den Boden, um sich unsichtbar zu machen und so beispielsweise einer Attacke durch einen Fressfeind zu entgehen. Ein panisches Meerli sollte möglichst nicht aus dem Käfig genommen werden. Als Halter sollten wir in so einem Moment lieber mit sanfter Stimme auf das Tier einwirken, bis es sich beruhigt hat und sich sichtlich entspannt. Auch der Kleinste unter den Kleinen nutzt die Mittel der Körpersprache, um sich mitzuteilen.

Hamster sind zwar Einzelgänger, doch auch sie verfügen über ein interessantes Verhaltensrepertoire, das ihre Halter kennen sollten.

Aufgeblähte Backen

Wenn sich ein Hamster beispielsweise ganz lang macht und am Käfigboden entlangschleicht, ist er wahrscheinlich verunsichert. In der Regel zeigen die Nager dieses Verhalten, wenn sie ihr neues Territorium erkunden. Als Drohgebärde sollten aufgeblähte Hamsterbacken in Kombination mit aufgestellten Ohren verstanden werden. Auf diese Weise sagt uns der Nager, dass wir ihm jetzt besser nicht zu nahe kommen sollten. Insbesondere bei sozialen Tieren wie dem Wellensittich ist die Körpersprache ein wichtiges Kommunikationsmittel. Beispielsweise kraulen sich Männchen und Weibchen gegenseitig am Kopf und stärken dadurch ihre Paarbindung. Auch das Füttern des Partners dient diesem Zweck. Kommt es zum Streit um eine Henne, zeigen Hähne ein aggressives Drohverhalten: Mit aufgerissenen Augen und Schnäbeln versuchen sie, ihr Gegenüber einzuschüchtern. Meistens verläuft der Kampf ums Weibchen unblutig. Ein Welli, der sich in seiner Voliere rundum wohlfühlt, zeigt dies durch ausgiebige Gefiederpflege, entspanntes Gähnen und relaxtes Baden in seiner Wanne.

Sie sehen also: Auch wenn Kleintiere, Nager und Vögel nicht sprechen können – stumm sind sie keinesfalls. Wir müssen nur lernen, ihre vielfältigen Signale richtig zu deuten.

AUF EINEN BLICK

Körpersprache des Meerschweinchens

BEGRÜSSUNG

Wenn sich zwei Meerschweinchen kennen und mögen, begrüßen sie einander, indem sie sich in der Schnauzenregion ausgiebig beschnuppern. Handelt es sich dabei um Männchen und Weibchen, beginnt der Bock kurz darauf seinen Balztanz, der „Rumba“ genannt wird.

DEFENSIVES VERHALTEN

Ein ängstliches Meerli, das sein Gegenüber beschwichtigen will, drückt sich an den Boden. Manchmal wird dieses Verhalten von unterwürfigen Gesten wie Gähnen begleitet. Es lässt sich beispielsweise bei der Vergesellschaftung zweier Meerschweinchen beobachten.

DROHEN

Wenn zwei Meerlis miteinander in Streit geraten, heben sie ihre Oberkörper an und öffnen dabei ihre Mäulchen. Manche Tiere sträuben zudem ihr Fell und/ oder drehen dem Kontrahenten ihre Flanke zu. Ab und an ist auch ein Zähneknirschen zu hören.