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BLICKPUNKT: Bußgeldkatalog: Wenn die Kelle winkt …


Camping, Cars & Caravans - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 10.03.2020

… kann es teuer werden. Was kosten Vergehen im Straßenverkehr mit dem Caravan im Schlepp? Von der mündlichen Verwarnung ohne Geldbuße bis zur Freiheitsstrafe von einem Jahr ist alles drin.


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Die jüngsten Verschärfungen im Bußgeldkatalog belangen in erster Linie Tatbestände, die mit Radfahrern zu tun haben. CCC berichtete darüber in Ausgabe 2/20. Aber auch beim Fahren mit Anhänger, also mit einem Caravan im Schlepp, gibt es einige neue Regelungen, die bei Verstößen mehr ins Geld gehen können als zuvor. Gleich geblieben: Bußen für Tempoüberschreitungen mit Caravan. Sie werden schon länger besonders streng geahndet, da der Gesetzgeber das Schlingern und den längeren Bremsweg als eine große Gefahr für die Verkehrssicherheit sieht. Die Konsequenz sind höhere Bußen, wenn man mit einem Anhänger im Schlepp zu schnell fährt. Die Spanne reicht im aktuellen Bußgeldkatalog von 15 Euro Verwarnungsgeld, wenn es außerorts 10 km/h zu viel waren, bis hin zu einem Bußgeld von 600 Euro, zwei Punkten und einem Fahrverbot von drei Monaten, wenn innerorts über 60 km/h zu viel gemessen wurden.

Auch bei den Massen ist der Gesetzgeber recht streng, aber hier fällt das Augenmerk wohl eher auf den kleinen Speditionsverkehr. Überladungen bis zehn Prozent werden mit zehn Euro belegt, was im Schnitt rund 150 kg wären. Danach steigt es rapide. Grundsätzlich gilt gemäß § 42 StVZO, dass die rechtlich erlaubte Anhängelast beim Pkw nicht dessen zulässige Gesamtmasse übersteigen darf. Ausnahme bilden Geländefahrzeuge oder SUVs: Bei ihnen gilt der 1,5-fache Wert. In der Regel homologieren Hersteller die Anhängelast nach der Leermasse, da hier Führerscheinregelungen und die Tempo-100-Regelung betroffen sind.

Überladungen werden hinsichtlich der gezogenen tatsächlichen Masse geahndet. Sie errechnet sich aus der Summe von Leermasse des Anhängers und seiner Zuladung. Da die Stützlast von oben auf die Anhängerkupplung drückt und entsprechend nicht gezogen wird, wird sie nicht zur Anhängelast gezählt. Sie muss aber beachtet werden, wenn es um die zulässige Gesamtmasse des Anhängers geht.

Für die Ordnungsbeamten sind aber hauptsächlich zwei Werte von Bedeutung: die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs und die zulässige Gesamtmasse des Anhängers beziehungsweise dessen zulässige Achslast. Überladung liegt vor, wenn die zulässige Gesamtmasse, die zulässige Anhängelast oder die zulässige Achslast überschritten wird oder der Mindest- oder Maximalwert der Stützlast unter- bzw. überschritten wird. Je nach Grad der Überladung drohen Bußgelder bis zu 235 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Die Problematik mit dem Parken kennt auch jeder Camper. Grundsätzlich gilt: Wohnwagen und Anhänger ohne angekuppelten Pkw dürfen nicht länger als zwei Wochen auf einem öffentlichen Parkplatz stehen. Nach Ablauf dieser Frist wird ein Verwarnungsgeld von 20 Euro fällig. Es reicht nicht aus, den Anhänger alle zwei Wochen kurz zu bewegen, um ihn anschließend wieder auf den Platz zurückzustellen. Andere Verkehrsteilnehmer müssen eine reelle Chance bekommen, den Platz mit ihren Fahrzeugen zu nutzen. Es gibt aber Parkplätze, welche speziell für Anhänger ausgeschrieben sind. Dort darf länger geparkt werden. Kenntlich gemacht werden sie mit dem Verkehrszeichen 1010-2.

Während die bisher genannten Verstöße meist nur ins Geld gehen, kann Fahren ohne Führerschein auch eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen. Hier kommt die Novelle der Führerscheinregelung ab 2000 zum Tragen. Mit dem Führerschein der Klasse B dürfen nur noch Gespanne bis maximal 3,5 Tonnen Zuggesamtgewicht bewegt werden. Das ist mit einem Mittelklasse-Pkw schnell erreicht: Hängt etwa an einem Pkw mit zwei Tonnen zulässiger Gesamtmasse ein Caravan mit 1.600 kg zulässiger Gesamtmasse, so bedeutet das für Inhaber der Führerscheinklasse B Fahren ohne Fahrerlaubnis. Das ist in Deutschland eine Verkehrsstraftat nach § 21 StVG. So darf mit Führerschein Klasse B kein Anhänger gezogen werden, der die Klasse B96 oder BE benötigt. In diesen Fällen greift der Tatbestand Fahren ohne Fahrerlaubnis - auch dann, wenn die Tat fahrlässig begangen wird. Der Gesetzgeber sieht in diesem Fall drakonische Strafen vor. Diese liegen bei einer Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen oder einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten. Zudem liegt ab einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen auch eine Vorbestrafung vor. Laut CIVD ist aus der Praxis aber kein solch extremer Fall bekannt. Meist kommen Strafen in abgemilderter Form zur Anwendung.

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Fotos: shutterstock Bjoern Wylezich, pixabay

Im Straßenverkehrsgesetz ist auch eindeutig geregelt, dass sowohl der Fahrer als auch der Halter für das Fahren ohne Fahrerlaubnis belangt werden können. Unerheblich ist dabei, ob die Fahrt vom Halter angeordnet wurde - es reicht, wenn er davon wusste. Gerade Eltern oder andere Familienmitglieder drücken häufig ein Auge zu, obwohl sie Kenntnis von der fehlenden Berechtigung haben. Wird der Fahrer erwischt, wird oft auch dem Halter die Straftat vorgeworfen. Die Halter von Pkw oder Caravan müssen deshalb ebenfalls mit einer Verurteilung entsprechend § 21 Absatz 2 StVG rechnen, sofern die Tat erstmals erfolgte.

Passiert bei einer Fahrt ohne Fahrerlaubnis auch noch ein Unfall, so drohen neben den genannten strafrechtlichen Konsequenzen auch hohe Geldforderungen seitens der Kfz-Versicherung. Denn die Kfz-Haftpflichtversicherung kann den Versicherungsnehmer in einem solchen Fall in Regress nehmen und bis zu 5.000 Euro zurückfordern. Der Kaskoschutz kann sogar ganz entfallen - und damit würde man auf dem Schaden am eigenen Fahrzeug vollständig sitzen bleiben.

Es gibt noch weit mehr Vergehen im Straßenverkehr, die mit Caravan eine besondere Note bekommen. Viele finden Sie in den nebenstehenden Tabellen.

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