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BLÜHAUFTRITT DER STINSENPFLANZEN


Liebes Land - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 19.12.2018

Sie verzaubern mit ihren Blütenteppichen nicht nur ganze Parks. Auch im heimischen Garten breiten die Blütenwunder sich von ganz allein aus, wenn sie erst mal Fuß gefasst haben


Artikelbild für den Artikel "BLÜHAUFTRITT DER STINSENPFLANZEN" aus der Ausgabe 1/2019 von Liebes Land. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Liebes Land, Ausgabe 1/2019

Blüten für alle vier Jahreszeiten

A Die Blüten der giftigen Herbstzeitlose (Colchium autumnale ) ähneln dem Krokus, sie erscheinen jedoch erst ab August


B Gold-Taubnesseln (Lamium galeobdolon ) bilden ausgedehnte Bestände im Wald: Bienenmagnet im Frühsommer


C Türkenbund-Lilien (Lilium martagon ) bringen im Hochsommer ihre markanten Blüten hervor


D Paradezeit für die signalblaue Traubenhyazinthe (Muscari ) ist zwischen März und ...

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D Paradezeit für die signalblaue Traubenhyazinthe (Muscari ) ist zwischen März und Mai


E Was hier leuchtet, ist der Fruchtstand des Aaronstabs (Arum maculatum ), der im Herbst erscheint


F Das Atlantische Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta ) breitet sich in April und Mai aus


Wiesen, die mit einem Meer von Krokusblüten übersät sind, Teppiche aus gelben Winterlingen, weißen Buschwindröschen oder blauen Hasenglöckchen am Fuße von winterkargen Bäumen – zweierlei ist ihnen gemeinsam. Sie künden auf wunderbare Weise vom Frühling. Und: Die Blühwunder gehören allesamt zur Gruppe der sogenannten Stinsenpflanzen.

Einwanderer, die sich ausbreiten

Nicht ohne Grund tauchen die imposanten Blütenansammlungen bevorzugt auf den Grünflächen rund um herrschaftliche Landsitze, Schlösser, Klöster und Kirchen auf. Geradezu berühmt ist beispielsweise die alljährliche Krokusblüte im Husumer Schlosspark. Die Pflanzen wurden in vergangenen Jahrhunderten von Botanikern und Abenteurern körbeweise nach Nordwesteuropa gebracht und hier in die Gärten der sogenannten Stinsen (Friesisch für „Steinhaus“) gepflanzt – massive Bauten, wie sie sich nur betuchte Eigentümer leisten konnten. Während viele der Gebäude längst verschwunden sind, haben die blühstarken Stinsenbegleiter sich gehalten, breiteten sich sogar munter immer weiter aus: Stinsenpflanzen nennt man sie daher bis heute. Über 30 Arten rechnet man dazu: angefangen bei bekannten Vertretern wie Krokus, Narzisse, Schneeglöckchen, Märzenbecher und Winterling bis hin zu Gewächsen, die man nicht alle Tage sieht, etwa Lerchensporn, Schneeglanz oder die Schachbrettblume. Die überwiegende Mehrzahl der anspruchslosen Stinsenpflanzen gehört dabei zu den früh blühenden Zwiebel- oder Knollengewächsen. Zu Beginn des Gartenjahres, noch vor dem Laubaustrieb der Bäume, nutzen viele von ihnen die ersten Sonnenstrahlen und milden Temperaturen, um ihr Blütenfeuerwerk zu entfachen. Sie bringen Farbe in den Garten, lange bevor früh blühende Stauden austreiben. Als zauberhafter Blickfang verschönern sie kahle Gehölzränder ebenso wie die noch wintermatten Rasenflächen, und den ersten hungrigen Insekten dienen sie zugleich als wertvolle, ja unerlässliche Nahrungsquelle.

Das so frühe Blütenmeer des Buschwindröschens ist ab dem Frühsommer nicht mehr zu sehen


Ein Wohlfühlort zum Verwildern

Viele Stinsenpflanzen vermehren sich vegetativ über Ausläufer und Brutzwiebeln. Doch auch die emsigen Ameisen haben ihren Anteil daran, wenn die Bestände zuverlässig wachsen: Sie verteilen die Samen der Pflanzen systematisch in der Umgebung. Ob geplant oder ohne menschliches Zutun: Die Pflanzen verwildern vor allem dann, wenn der Standort ihnen angenehme Bedingungen bietet. Besonders willig breiten die meisten von ihnen sich auf durchlässigen, humusreichen, gut mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgten Böden aus. Ihr Lichtbedürfnis ist allerdings unterschiedlich: Bärlauch (im Bild auf der vorherigen Doppelseite rechts) und Buschwindröschen gedeihen unter großen Bäumen bestens, auch das Duftveilchen schätzt den Halbschatten. Narzissen hingegen lieben Licht, und auch die Krokusse öffnen ihre Blüten nur in der Sonne. Exemplare wie der gelbe Winterling machen sich Verhältnisse am Gehölzrand zunutze: Zur Blütezeit trifft sie hier genügend Licht, im Sommer profitieren sie vom Schatten für die Ruhezeit, bilden tüchtig Samen und Brutzwiebeln.

Lockerer Humusboden: Idealbedingungen für Eichhörnchens Vorräte sowie für Stinsenpflanzen


Blütenteppich für zu Hause

Wer sich zum Frühling für sein eigenes Refugium ein üppiges Stinsenpflanzenmeer wünscht, muss als Gärtner vor allem entspannt zuwarten:
● Zwiebeln am besten im Herbst einsetzen, bevor der Boden friert. Wer nicht warten möchte, kann seine Lieblingszwiebelblume auch während der Blüte pflanzen.
● Pflanzen dabei in größeren Gruppen anordnen – ob am Beetrand, unter Gehölzen oder in den Rasen. Geeignet, um die harte Grasnarbe zu durchbrechen, sind vor allem kräftige Arten wie Narzissen und Krokusse.
● Zwiebeln und Knollen ansonsten so gut es geht in Ruhe lassen und ihnen häufiges Umgraben ersparen.
● Rasen und Wiese frühestens sechs Wochen nach der letzten Blüte mähen, wenn das Zwiebellaub vergilbt ist.


Fotos: AdobeStock, iStock (2), mauritius images, picture alliance (6)