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BLUES IN BESTFORM


Audio - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 08.02.2019

Todor Todorovic ist der Boss der Blues Company, die soeben ihr Top-Album „Ain´t Givin’ Up“ veröffentlicht hat (Rezension im Musikteil). Am 5. April 2019 gastiert die Blues Company auf Einladung von AUDIO und stereoplay im Kleinen Theater in Haar bei München. Wir sprachen mit „Tosho“ Todorovic.


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Foto: Manfred Pollert

Tosho, Glückwunsch zu dem neuen, wieder sehr schönen Blues-Company-Album. Wie schaffst du es, nach über 40 Jahren noch so starke Songs zu schreiben? Todor „Tosho“ Todorovic: Nun, als Songschreiber hat man ja ständig neue Musik im Kopf. Das Problem ist, diese Ideen festzuhalten. Es ist schon ...

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Tosho, Glückwunsch zu dem neuen, wieder sehr schönen Blues-Company-Album. Wie schaffst du es, nach über 40 Jahren noch so starke Songs zu schreiben? Todor „Tosho“ Todorovic: Nun, als Songschreiber hat man ja ständig neue Musik im Kopf. Das Problem ist, diese Ideen festzuhalten. Es ist schon passiert, dass ich beim Autofahren eine tolle Melodie gesummt habe. Ich habe geparkt, die Melodie per Handy aufgenommen und zu Hause ein Stück daraus gemacht. Wenn es dann heißt, dass wir eine Platte aufnehmen sollen, hole ich die Songs aus der Schublade und arbeite weiter an ihnen, bis sie perfekt sind. Es kann also sein, dass ich mehrere Jahre für einen Titel brauche. Es geht aber auch anders. Letzten Sommer haben wir ein Festival in Süddeutschland gespielt; Bernhard Rössle von In-Akustik war da, und wir haben verabredet, bald eine neue Platte aufzunehmen. Die folgende Nacht im Hotel habe ich vor lauter Musik im Kopf kaum geschlafen. Auf der Rückfahrt – nicht am Steuer – habe ich ein komplettes neues Stück geschrieben und in den nächsten drei Tagen zu Hause jeweils eines.

Der Sound ist erneut top. War es einst ein bewusster Schritt von euch, audiophil aufzunehmen? Das begann mit unserer Zusammenarbeit mit In-Akustik vor über 30 Jahren. Ich gestehe, dass mir vorher eigentlich nur die Musik wichtig war, nicht der Klang. Das mag damit zusammenhängen, dass ich bis dato fast nur historischen Blues aus den 30er- und 40er-Jahren gehört hatte. In-Akustik als audiophiles Label bestand darauf, mit uns ebensolche Aufnahmen zu machen. Ich habe mich dann lange und intensiv mit besonders gutklingenden Platten beschäftigt, habe die analysiert, mit vielen Kennern der Materie gesprochen – Branko Glisovic von der High End Society darf da nicht unerwähnt bleiben –, bin zu High-End-Messen gefahren, habe dort viel gehört und mir meine Gedanken gemacht. Inzwischen bin ich dermaßen auf den Klang fixiert, das es mir fast unmöglich ist, schlechtklingende Musik abzuhören. Es passiert regelmäßig, dass mir CDs zur Beurteilung zugeschickt werden und ich körperlich nicht in der Lage bin, die Platte komplett durchzuhören, obwohl mit die Lieder gefallen.

Wie kriegt ihr diesen starken Sound hin? Betriebsgeheimnis! (lacht) Nein, Quatsch. Eigentlich ist es ganz einfach: Ich versuche immer, einen möglichst natürlichen Klang zu reproduzieren. Ich habe mein Leben lang Bands und Musik in Proberäumen und Clubs gehört, also ohne PA.

Also die Instrumente so, wie sie klingen, unverfälscht und nicht von Tontechnikern am Mischpult bearbeitet. Diesen Sound versuche ich aufzunehmen, möglichst unkomprimiert und mit sparsam eingesetzten Effekten. Außerdem habe ich gelernt: je weniger Informationen, je weniger Schallereignisse, desto durchsichtiger. Weniger ist mehr. Und wenn dann die Instrumente an sich auch noch von vornherein – also unbearbeitet – gut klingen, dann passt’s! Wenn bei einem Song die Bassdrum einen besonderen Klang erzeugen soll, machen wir das nicht am Mischpult, sondern nehmen eine entsprechend klingende Trommel. Das gilt auch für Gitarren und Verstärker. Jede Gitarre klingt mit jedem Verstärker anders. Auch hier gilt: keine Effektgeräte, immer nur Gitarre, Amp und Kabel! Das ist meine Philosophie.

Bist du auch privat ein High-Ender? Eigentlich nicht. Da ich mich tagtäglich viele Stunden mit Musik beschäftige – ich übe jeden Tag mehrere Stunden –, höre ich kaum noch Musik mit Genuss, sondern immer nur analytisch. Ich konzentriere mich auf Komposition, Arrangement, Texte und Klänge. Ich glaube, das nennt man „professionelle Deformation“! Deswegen habe ich mir Anfang der 90er Genelec-Lautsprecher gekauft, und zwar die, die in den meisten Studios weltweit zum Abmischen benutzt werden. Das klingt nicht wirklich schön, sondern linear, und man kann jedes Instrument und jedes Schallereignis lokalisieren und definieren.

MR. BLUES COMPANY : Sänger, Gitarrist, Songschreiber und Bandleader Todor „Tosho“ Todorovic.


Foto: Manfred Pollert

Wer sind deine musikalischen Vorbilder? Definitiv die heiligen drei Könige des Blues: B.B., Albert und Freddie King. B.B. Kings „Live At The Regal“ war die erste Bluesplatte, die ich gehört habe. Gleich die erste Nummer „Everyday I Have The Blues“ hat mich umgehauen. Ich habe sie gerade nochmal aufgelegt … Das war vor 50 Jahren. Inzwischen habe ich so wahninnig viel Musik gehört und verarbeitet, dass ich meinen Stil gefunden und verfeinert habe.

Der Anfang des Titeltracks „Ain’t Givin’ Up“ klingt ein wenig nach Steely Dan in ihrer Spätphase. Zufall? Ganz bestimmt! Ich wüsste spontan gar nicht, wie Steely Dan in ihrer Spätphase klingen …Was dürfen eure Fans von eurem Auftritt hier bei uns in Haar erwarten? Einen Querschnitt aus unseren bisherigen Alben, natürlich mit dem Schwerpunkt auf der aktuellen Platte. Wir freuen uns auf das Konzert!

Das Konzert mit der Blues Company steigt am 5. April 2019 im Kleinen Theater in Haar bei München. Beginn ist um 19 Uhr. Der VIP-Event mit Besuch unseres Messlabors sowie der Hörräume von AUDIO und stereoplay plus Fachvorträgen ist bereits ausverkauft.

Der Eintritt für das Konzert kostet 29,90 Euro. Karten bekommen Sie bei Eventbrite unter folgender Web-Adresse:bluescompany2019.eventbrite.de Sie können aber auch den untenstehenden QR-Code ganz einfach mit Ihrem Smartphone scannen, um zum Kartenvorverkauf zu gelangen.