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Blutbild verstehen Einfach erklärt


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Pets - Dein Haustier-Ratgeber Sonderheft - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 18.05.2022
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Bildquelle: Pets - Dein Haustier-Ratgeber Sonderheft, Ausgabe 1/2022

Jeder Tierhalter war sicher schon einmal in der Situation, dass der geliebte Vierbeiner Krankheitssymptome zeigt und der Tierarzt für eine Diagnosestellung ein Blutbild veranlasst hat. Welche Einflussfaktoren beachtet werden müssen und was Ihnen das Blutbild Ihre Tieres verraten kann, erfahren Sie in diesem Artikel. Blutbilder sind keine Bücher mit sieben Siegeln und so können auch Tierhalter durchaus Werte zuordnen. Das ermöglicht eine bessere, einfachere und auch gezieltere Kommunikation mit Tierarzt, Tierheilpraktiker oder auch Ernährungsberater (gerade bei speziellen Diäten).

KLEINES, GROSSES UND DIFFERENTIALBLUTBILD

In diesen Abschnitten der Blutdiagnostik finden wir die verschiedenen Blutzellen. Manchmal finden Sie auf Ihren Befunden auch die Unterteilung in rotes oder weißes Blutbild.

Das rote Blutbild besteht aus den Erythrozyten, den roten Blutkörperchen, und den Thrombozyten, den ...

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... Blutplättchen. Hier werden vor allem Anämien oder Gerinnungsstörungen sichtbar. Der Hämatokrit zeigt den Anteil an roten Blutkörperchen, das Hämoglobin den roten Blutfarbstoff. Die Retikulozyten sind Vorstufen der roten Blutkörperchen. Das weiße Blutbild ist etwas umfangreicher und stellt die Leukozyten (weißen Blutkörperchen) dar. Diese teilen sich auf in Monozyten, Lymphozyten und Granulozyten. Bei den Granulozyten unterscheidet man noch Neutrophile, Basophile und Eosinophile. Letztere können z.B. nach Infektionen, bei Parasitenbefall oder bei Allergien erhöht sein.

ORGANWERTE

Bei den Organwerten bzw. auch klinische Chemie genannt, handelt es sich um Standardwerte, welche einzelne Organbeschwerden aufdecken sollen, so dass man hier nochmal in detailliertere Diagnostik gehen kann (siehe nächster Abschnitt). Meist finden Sie hier folgende Werte zusammengefasst: Albumin, Bilirubin, ALT, AST, GGT (gamma GT) und GLDH für die Leber. Der Niere werden Werte wie SDMA, Kreatinin und Harnstoff zugeordnet. Der SDMA ist ein relativ neuer Wert, welcher einen Früherkennungswert von Nierenerkrankungen darstellt. Dieser lässt sich aber auch durch verschiedene Entzündungen im Körper oder Schilddrüsenprobleme beeinflussen.

Auch die Bauchspeicheldrüse wird mit den allgemeinen Werten Amylase, Lipase und in speziellen Fällen der DGGR Lipase dargestellt. Des Weiteren gehören die Elektrolyte Natrium, Kalium, deren Quotient (dieser ist nicht immer enthalten), Magnesium, Chlorid und Phosphat zu der klinischen Chemie. Halter, deren Tiere noch nicht ausgewachsen sind, müssen hier beachten, dass Phosphat aufgrund des Wachstums erhöht dargestellt wird und nicht krankhaft ist. Der Eiweiß-und Kohlenhydratstoffwechsel ist zum Teil auch in diesen Profilen aufgeführt. Zu den Eiweißen gehören Globulin und Albumin (wenn dies nicht unter der Leber gelistet ist), sowie Gesamteiweiße. Zum Kohlenhydratstoffwechsel gehören Glukose und Fruktosamine. Häufig findet man auch noch T4 und oder TSH bei der Übersicht der Organwerte, dies sind Werte der Schilddrüse. Schilddrüsenwerte müssen immer altersgerecht interpretiert werden. Je jünger das Tier, desto höher sollte der T4 im Blut sein. Grundsätzlich gilt für alle Blutwerte dieses Abschnittes: Sie müssen im nüchternen Zustand (12 Stunden Nahrungskarenz) bestimmt werden.

BEEINFLUSSUNG VON ERGEBNISSEN

Bei vielen Werten, wie Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse, müssen Hunde 12 Stunden nüchtern sein. Ein aktiver Verdauungsvorgang erhöht die Werte. Stress und körperliche Anstrengung vor der Blutentnahme beeinträchtigen Werte wie die Erythrozyten und Leukozyten. Auf manchen Blutbefunden finden Sie einen Hämolyseindex oder Lipämieindex. Beides verfälscht spezielle Werte. Eine Lipämie liegt vor, wenn im Blut zu viele Fette enthalten sind. Eine Hämolyse (Auflösung der roten Blutkörperchen) kommt auch bei nüchternen Blutbildern vor, hier war meist die Blutabnahme langwierig oder das Serum wurde nicht ausreichend zentrifugiert. Hier werden auch Werte wie Leberwerte, Bilirubin, Kreatinin, Phosphat und Kalium nach oben verschoben und verfälscht.

ZUSÄTZLICHE PROFILE

Finden sich in den Standardorganwerten bzw. der klinischen Chemie Auffälligkeiten, gibt es erweiterbare Profile für eine differenziertere Diagnostik. Gängig ist hier zum Beispiel ein Gastroprofil, wenn Verdauungsbeschwerden vorliegen. Diese beinhalten dann canine Pankreaslipasen, Folsäure, Vitamin B12 und den TLI. Damit kann eine Bauchspeicheldrüsenentzündung abgeklärt werden. Auch für die Schilddrüse gibt es ein umfangreiches Profil mit den Werten TSH, T4, fT4, T3, fT3, TG-AK, T3-AK, T4-AK. Auf Barfprofile kann man verzichten, denn diese decken keine Nährstoffdefizite auf. Dazu nutzt man besser eine Rationskontrolle der Fütterung.

Blutuntersuchungen helfen, Problemen auf die Spur zu kommen.

MITTELMEERPROFILE

Durch Tierschutzhunde und Urlaube im Süden sind die Mittelmeerprofile mittlerweile sehr bekannt. Hier werden aber nicht nur Krankheiten aus dem Mittelmeerraum abgedeckt, sondern auch einige Krankheiten, welche in unseren Breitengraden durch Zecken übertragen werden können. Je nach Labor haben diese Profile unterschiedliche Inhalte. Gängig in einem Mittelmeerprofil sind Leishmaniose, Hepatozoonose, Rickettsiose, Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose und Borreliose. Die letzten vier werden von verschiedenen Zeckenarten auch in Deutschland übertragen. Toxoplasmose wird in diesem Zusammenhang auch häufig mit untersucht.

ALLERGIEDIAGNOSTIK

Hier lohnt es sich für Hundehalter etwas Hintergrundwissen zu haben. Allergieprofile bzw. Allergietests im Blutbild werden häufig gemacht. Bei Umweltallergien wie Pollen, Pilze, Flohkontakt etc. bekommt man hier auch sehr aussagekräftige Ergebnisse. Anders sieht es bei den Nahrungsmitteln und Nahrungsbestandteilen aus. Die Allergieprofile weisen zwei verschiedene Immunglobuline nach. Einmal enthalten sie das IgE, welches für eine Sofortreaktion steht und das IgG, welches für eine Spätreaktion steht. Diese Spätreaktionen können auch mehrere Wochen zeitversetzt auftreten.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten, welche keine Immunreaktion hervorrufen, fallen in diesen Tests nicht auf. Das ist auch der Grund, warum bei dem Verdacht einer Allergie oder Unverträglichkeit aufs Futter eine Ausschlussdiät immer der beste Weg ist. Hier füttert man über ein Zeitfenster von acht bis zwölf Wochen nur eine tierische und eine pflanzliche Komponente, welche der Hund noch nicht kennt.

FAZIT

Blutbilder können ganz breitgefächert und vielfältig Informationen liefern, welche den aktuellen Gesundheitszustand der Vierbeiner gut einschätzen lassen. Voraussetzung ist hierfür, dass möglichst viele Störfaktoren ausgeklammert werden. Besprechen Sie am besten mit Ihrem Tierarzt vorher, was untersucht werden soll und was dafür zu beachten ist, zum Beispiel Nüchternheit. Ist der Befund erstellt, ist es für die Zukunft sinnvoll, diesen auch zu Hause in der Akte des Haustieres – ausgedruckt oder digital als pdf-Datei – aufzubewahren. Schon häufig hat es sich im Nachhinein als sinnvoll herausgestellt, auf alte Befunde zurückgreifen zu können. Die hier genannten Grundkenntnisse sorgen sicherlich dafür, dass Sie zukünftig auffällige Ergebnisse leichter verstehen und auch mit Ihrem Tierarzt diese gemeinsam besprechen können. Bei älteren Tieren kann man mittels frühzeitiger Blutkontrolle (bei Nierenproblemen in Kombination mit Urinkontrolle) auch das ein oder andere Altersleiden frühzeitig erkennen, unterstützen und somit eventuell für einen langsameren Krankheitsverlauf sorgen.