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BÖSE FALLE FAKESHOP: Flop-Shopping


PC Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2018 vom 03.08.2018

Manche Angebote im Internet sind so günstig, dass es eigentlich nicht wahr sein kann. Ist es vermutlich auch nicht, denn meist machen dubiose Händler hier das schnelle Geld. Statt günstiger Markenprodukte gibt es nur Plagiate oder gar nichts.


Artikelbild für den Artikel "BÖSE FALLE FAKESHOP: Flop-Shopping" aus der Ausgabe 9/2018 von PC Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: PC Magazin, Ausgabe 9/2018

Ein Nike-Air Max Zero Essential für 55 statt 150 Euro? Eine Louis-Vuitton-Handtasche für 196 statt 1.260 Euro? Da greift man doch gerne mal zu. Der Webshop scheint vertrauenswürdig zu sein, schließlich wird dort die sichere Bezahlung per Paypal oder Abbuchung angeboten. Also schnell den Bestellbutton drücken und ab zur Kasse. Dummerweise ist da jetzt nur noch die ...

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Ein Nike-Air Max Zero Essential für 55 statt 150 Euro? Eine Louis-Vuitton-Handtasche für 196 statt 1.260 Euro? Da greift man doch gerne mal zu. Der Webshop scheint vertrauenswürdig zu sein, schließlich wird dort die sichere Bezahlung per Paypal oder Abbuchung angeboten. Also schnell den Bestellbutton drücken und ab zur Kasse. Dummerweise ist da jetzt nur noch die Zahlung per Kreditkarte möglich. Was soll’s, nun bin ich kurz vor dem Ziel, dann mach ich das halt so.
Wenn Sie nach dieser Bestellung überhaupt etwas erhalten, können Sie schon froh sein, denn Sie sind vermutlich auf einen Fakeshop hereingefallen. Dabei handelt es sich um betrügerische Onlineshops, die angeblich Markenprodukte zu enorm günstigen Preisen anbieten. Da gibt es alles, was das Herz begehrt: Kleidung, Schuhe, Elektronik, Haushaltsgeräte etc. Geliefert wird nach erfolgter Zahlung gar nichts oder bestenfalls ein minderwertiges Plagiat aus Fernost.

Nicht immer leicht zu erkennen

Bei einer aktuellen Erhebung glaubten rund drei Viertel der Befragten, einen Fakeshop auf jeden Fall zu erkennen. Leicht ist das auch noch, bei schlecht gemachten Seiten mit Texten in verheerendem Deutsch. Doch viele Betreiber geben sich große Mühe, seriös zu erscheinen. Dafür suchen sie Produktbilder und -beschreibungen sorgfältig aus dem Internet zusammen oder kopieren gleich ganze Webseiten. Falsche oder unrechtmäßig verwendete Gütesiegel sollen zusätzliches Vertrauen erwecken. Als Lockmittel dienen oft enorm günstige Preise. Zwar betreibt nun nicht jeder, der hohe Rabatte bietet, gleich einen Fakeshop; aber es darf zum genaueren Hinsehen animieren.
Es gibt noch diverse andere Indizien, die auf einen betrügerischen Webshop hinweisen. Hat beispielsweise eine vermeintlich bekannte Internetadresse hinter einem.de noch eine weitere Endung, etwa.cn für China, ist das auf jeden Fall verdächtig. Jedoch sind auch zahlreiche fragwürdige Shops ausländischer Firmen unter echten.de-Domains zu erreichen. Im Rahmen einer Studie der EU wurden Ende 2016 in Deutschland 6.066 solcher Seiten gefunden.

Bei der Registrierung dieser Webadresse hat ein chinesischer Fakeshop-Betreiber falsche Angaben gemacht. Nach den DENIC-Richtlinien ist das nicht zulässig, wird offenbar aber auch nicht geprüft.


.de-Domains für jedermann

Tatsächlich scheint man es bei der zuständigen Registrierungsstelle DENIC mit der Prüfung nicht immer so genau zu nehmen, wie das Beispiel im Bild oben zeigt. Der Inhaber der Domain psychosynthese-ausbildung-in-berlin.de sitzt demnach in 50670 Zhoukou, Deutschland. Tatsächlich hat Zhoukou die Postleitzahl 466000 und liegt in China. 50670 gehört zu Köln.
Dazu kommt, dass unter der Adresse dieses Psychosynthese-Instituts Schuhe angeboten werden. Auch bei anderen Fakeshops, die wir gefunden haben, passte die Domain nicht zum Produkt. Nicht immer machen es einem die Täter allerdings so einfach.
Ein weiteres, leicht zu erkennendes Merkmal eines unseriösen Anbieters ist ein fehlendes oder unvollständiges Impressum. Dieses muss auch bei ausländischen Unternehmen vorhanden sein, wenn sie sich mit ihrem Angebot an deutsche Verbraucher richten. Darin müssen unter anderem die vollständige Anschrift sowie E-Mail-Adresse und Telefonnummer stehen.
Zu guter Letzt sollten natürlich sichere Zahlungsmöglichkeiten, wie Abbuchung, Paypal oder Rechnung, vorhanden sein, und der Bezahlvorgang sollte stets auf httpsgesicherten Seiten stattfinden.

Hereingefallen – was nun?

Sollten Sie einem betrügerischen Onlinehändler aufgesessen sein, heißt es handeln. Eine Überweisung kann höchstens einige Stunden nach dem Absenden noch durch die Bank storniert werden. Ist die Transaktion abgeschlossen, geht nichts mehr.
Nach einer Zahlung per Kreditkarte sollte diese zunächst gesperrt werden. Oft geraten bei Fakeshops die Kartendaten direkt in die Hände der Kriminellen, welche sie für weitere Straftaten verwenden könnten.
Um wieder zu Ihrem Geld zu kommen, können Sie die Buchung reklamieren. Sie müssen natürlich belegen, dass Sie keine oder gefälschte Ware bekommen haben. Es ist auch möglich, die Rückerstattung wegen Betrugsverdachts zu fordern. Sichern Sie auf jeden Fall Beweise, wie Bestellbestätigungen und E-Mails, und erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei. Das geht auch im Internet unteronline-strafanzeige.de.
Damit Ihnen das aber gar nicht erst passiert, nehmen Sie am besten vor dem nächsten vermeintlichen Superschnäppchen unsere Checkliste oben zur Hand.

So erkennen Sie jeden Fakeshop

Wenn Sie diese sechs Tipps beachten, lassen Sie sich auch von gut gemachten Betrugsseiten nicht so einfach blenden.

• Niemand hat etwas zu verschenken: Vorsicht, wenn auf einer Webseite Markenprodukte zu geradezu sagenhaft günstigen Preisen angeboten werden.

• Sehen Sie sich die Internetadresse an: Steht hinter einem.de noch eine weitere Endung oder passt die Adresse überhaupt nicht zum Angebot?

• Auf jeden Fall muss ein Impressum vorhanden sein, in dem die vollständige Firmenanschrift nebst E-Mail-Adresse und Telefonnummer steht.

• Testen Sie bekannte Gütesiegel, indem Sie darauf klicken. Sie müssen zur Webseite des Anbieters verlinkt sein.

• Kann nur per Vorkasse oder Kreditkarte gekauft werden, ist das verdächtig. So sollten Sie nur in Shops zahlen, die Sie kennen und denen Sie vertrauen.

• Beim Bezahlvorgang sollte stets eine gesicherte https-Verbindung bestehen.

Ordentliches Erscheinungsbild: Erst bei genauerem Hinsehen entpuppt sich dieser Online-Damenschuhhändler als unseriöser Anbieter.


Von den in der Fußzeile angepriesenen Zahlungsarten ist bei diesem Fakeshop an der Kasse plötzlich nur noch die Kreditkarte übrig.