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BOLE INTERNATIONAL AIRPORT: TOR NACH AFRIKA


Aero International - epaper ⋅ Ausgabe 60/2019 vom 10.05.2019

Kein anderes Drehkreuz bietet mehr Ziele in Afrika als der Flughafen von Addis Abeba. Und der Airport wächst rasant. Ein neues Terminal soll nun vor allem den Umsteigeverkehr beschleunigen


Artikelbild für den Artikel "BOLE INTERNATIONAL AIRPORT: TOR NACH AFRIKA" aus der Ausgabe 60/2019 von Aero International. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Aero International, Ausgabe 60/2019

Blick auf das Vorfeld des Flughafens. Dominierende Airline ist Ethiopian Airlines


Ein moderner und sehr dynamischer Hub-Flughafen: Ist das in einem der ärmsten Länder Afrikas südlich der Sahara möglich? Dass dieses Konzept aufgeht, zeigt der Bole International Airport in Addis Abeba. Die strategische Lage der Stadt als Drehkreuz ist günstig: im Zentrum neuer Routen zwischen Asien, Afrika und Südamerika und im Herzen ...

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... eines Landes mit mehr als 100 Millionen Einwohnern.

Der Flughafen liegt im Süden der äthiopischen Hauptstadt. Er grenzt an das beliebte Büro-und Geschäftsviertel Bole. Exklusive Shopping-Malls, glänzende Hotels und internationale Kongresszentren sind umgeben von Baustellen, Siedlungen und Scharen von Straßenverkäufern. Es sind die Gegensätze, die das aufstrebende Umfeld dieses Flughafens ausmachen. Er ist mit derzeit 10,2 Millionen Passagieren und zweistelligen Wachstumsraten längst unter die fünf größten Flughäfen Afrikas aufgestiegen.

Bole International bietet noch nicht die gleiche Verbindungsdichte wie die bekannten arbeitet mit ihm an einer Vormachtstellung auf dem afrikanischen Kontinent und entwickelt Ambitionen weit darüber Drehkreuze der Golfstaaten. Doch Äthiopien hinaus.

Dabei orientiert man sich durchaus an Standorten wie Dubai und schafft mit der Luftfahrt für Tourismus, Handel und Wirtschaft neue Verbindungen. Der Flughafen am Horn von Afrika vernetzt diese Routen und sorgt für eine zunehmende Anbindung Afrikas insbesondere an den asiatischen Markt.

Zwischen beiden Kontinenten hat sich die Anzahl der Flugverbindungen seit 2010 mehr als verdoppelt. China ist mittlerweile Afrikas größter Investor und Handelspartner. Diesen Trend mit steigendem Transportbedarf haben die Verantwortlichen in Addis Abeba genau im Auge. Sie positionieren den Flughafen ganz bewusst als Eingangstor für Asien. Speziell für den chinesischen Markt gelingt dies mit wachsendem Erfolg. Mittlerweile wickelt Addis mehr als die Hälfte aller Nonstop-Flugkapazitäten zwischen Afrika und China ab. Die Volksrepublik ist in Bezug auf die wöchentlich angebotenen Flugzeugsitze nach den Vereinigten Arabischen Emiraten zum wichtigsten Ländermarkt geworden. Fünf chinesische Ziele werden mehrmals täglich von Addis – wie die Stadt meist schlicht in Kurzform genannt wird – angesteuert. An der Bedeutung des chinesischen Markts orientiert sich auch die Marketingstrategie des Flughafens. Transferpassagieren aus China stehen eigene Lounges bereit, Informations-und Serviceschalter erwarten sie mit heimischem Personal.

Der Flughafen in einer Animation. Noch ist dieser Zustand nicht ganz erreicht


Das Satellitenbild zeigt die Lage des Vorfelds und der beiden parallelen Start-und Landebahnen


Die Neuausrichtung greift noch weiter: An der eigenen Aviation Academy gehört die Schulung chinesischen Bordpersonals schon zum Programm. Der Einfluss Chinas am Airport und darüber hinaus ist unübersehbar. Terminals, Hotels, Straßen und die neue Stadtbahn – hinter allen infrastrukturellen Großprojekten stecken Investitionen chinesischer Bau-und Industriekonzerne.

Der Blick auf die Karte der von Addis Abeba aus angeflogenen Destinationen ergibt: Über 60 Ziele in Afrika sind direkt erreichbar – mehr als von jedem anderen Standort auf dem Kontinent. Jüngst hat der Airport sogar Dubai als wichtigstes Afrika-Drehkreuz abgelöst. Die aufkommensstärksten Routen führen nach Kenia, Tansania, Sudan, Nigeria und Südafrika; annähernd die Hälfte des Passagieraufkommens entfällt auf den afrikanischen Kontinent.

VORREITERROLLE IN AFRIKA

Dabei hat der Flughafen hat eine lange Tradition als kontinentale Drehscheibe. Nicht erst seit heute gilt Äthiopien als Luftfahrt-Drehkreuz für Afrika. Mit Beginn des Flugbetriebs 1929 wurde das Land zum Pionier der afrikanischen Luftfahrt, auch dank der Förderung durch Kaiser Haile Selassie. Selbst in schwierigen Zeiten wie der italienischen Besatzung Mitte der dreißiger Jahre oder sozialistischer Militärherrschaft (1974-1987) konnte sich der nationale Flugverkehr weiterentwickeln. 1962 eröffnete ein internationaler, jettauglicher Flughafen in Bole – damals am Stadtrand gelegen, heute inmitten einer immer weiter expandierenden Metropole.

Spätestens mit dem Aufbruch in das postkoloniale Zeitalter versteht sich der Airport als Motor für die afrikanische Einheit. Er schafft Konnektivität für einen Kontinent, der mit gerade einmal zwei Prozent immer noch den geringsten Anteil am weltweiten Luftverkehr besitzt – trotz seiner relativen Flächengröße und Bevölkerungsstärke.

Für die Erreichbarkeit dieses zukunftsträchtigen Marktes ist zum übergroßen Teil der Home-Carrier Ethiopian Airlines verantwortlich. Das dichte Streckennetz hat die Marke überall in Afrika bekanntgemacht. Die Beteiligung an regionalen Airlines etwa in Malawi, Tschad und Mosambik und der Aufbau von Sekundärdrehkreuzen wie im westafrikanischen Lomé haben das gleiche Ziel: Verkehr regional zu bündeln und mithilfe eines Multi-Hub-Systems über Addis zu lenken.

Vor dem Tower auf dem Vorfeld herrscht häufig reger Betrieb. Der Airport ist einer der größten in Afrika


Auch der Inlandsverkehr spielt eine wichtige Rolle auf dem Flughafen. Innerhalb Äthiopiens sind mittlerweile 23 Ziele an die Hauptstadt angebunden, darunter regionale Wirtschaftszentren und entfernte Provinzen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem „Historic Route Service“. Er verbindet Addis mit den historischen Stätten im Norden des Landes (Axum, Bahir Dar, Gondar, Lalibela) und ist für Touristen sehr interessant. Interkontinental werden mehr als 30 Städte in Europa, dem Nahen Osten und Nordamerika bedient. Ein relativ neues Zielgebiet bildet Südamerika.

Am Flughafen dominiert der Flag Carrier des Landes. Rund 90 Prozent der Passagiere entfallen auf den Platzhirschen Ethiopian. Den Rest teilen sich hauptsächlich ausländische Anbieter, darunter Saudi Arabian, Emirates, Kenya Airways, Turkish Airlines sowie EgyptAir, Gulf Air, Qatar Airways und Lufthansa. Es steuern nicht einmal 20 verschiedene Fluggesellschaften den Flughafen an; Grün, Gelb und Rot, die Farben des Flag Carriers, bestimmen das Vorfeld.

Auch die Mehrzahl der insgesamt 20 000 am Bole Airport Beschäftigten steht im Dienst der nationalen Airline. Die traditionsreiche Fluggesellschaft besteht seit mehr als 70 Jahren, befindet sich in staatlichem Besitz und ist Mitglied der Star-Alliance. Hinsichtlich Flottengröße, Profitabilität und Anzahl der Ziele steht sie bereits jetzt an der Spitze in Afrika. Seit 2017 hat sie auch den Betrieb des Flughafens übernommen. Der kann mit einer starken Airline im Rücken ein beeindruckendes Wachstum vorweisen. Im vergangenen Jahr nahmen die Passagierzahlen sogar um mehr als 20 Prozent zu. Damit gehört Addis zu den am schnellsten wachsenden Airports weltweit.

FUNKTION ALS HUB-FLUGHAFEN

Knapp zwei Drittel der Passagiere in Addis sind Umsteiger – ein bunter Mix aus Touristen, Geschäftsleuten, Diplomaten und ethnischem Verkehr. Das Drehkreuz mit seinen abgestimmten Flugbewegungen in festen Zeitfenstern macht Umsteigeverbindungen zwischen afrikanischen und weltweiten Destinationen möglich – jeden Tag und jede Nacht. Der Bole Airport zeigt das deutliche Profil eines Hub-Flughafens. Am Morgen gibt es einen ersten, stark ausgeprägten Peak. Guangzhou, Stockholm, Washington, Delhi – zwischen 6 und 8 Uhr landen die Interkontinentalflüge im Minutentakt. Diese Spitze setzt sich über den Vormittag fort in eine Abflugwelle zu Destinationen in Afrika: Ziele wie Kigali, Windhoek, Lagos oder Abidjan stehen auf der Tafel.

Das gleiche Muster in umgekehrter Reihenfolge tritt am Abend auf, wenn der Hub als Umsteigezentrum in die andere Richtung rotiert. Die Maschinen fliegen dann von diversen afrikanischen Zielorten zurück nach Addis, um dort die abendlichen Fernstrecken nach Europa, Asien und in die USA zu bedienen.

Zwei parallel zueinander verlaufende Start-und Landebahnen mit 3700 und 3800 Meter Länge wickeln den gesamtem Flugbetrieb ab. Die Ost-West-Ausrichtung der Runways korrespondiert mit den vorherrschenden Windrichtungen. Ausgelastet wird das Bahnsystem auch durch Flugbewegungen von Charter-und Businessflügen. Sie sind von beträchtlicher Anzahl in einer Stadt, die als diplomatisches Zentrum Afrikas gilt und wichtige internationale Organisationen wie die Afrikanische Union (AU) und die UN-Wirtschaftskommission für Afrika

(UNECA) beherbergt. Der Bole Airport besitzt zwei Terminals. Terminal 1 stammt aus den Anfangszeiten des Flughafens und wird nach mehrmaliger Modernisierung heute vornehmlich für Inlands-und regionale Flüge genutzt. Das 2003 eröffnete Terminal 2 wickelt als weitaus moderneres und größeres Gebäude alle internationalen Flüge ab. Elf direkt am Gebäude befindliche Gates und mehr als 30 Abstellpositionen auf dem Vorfeld stehen den Flugzeugen zur Verfügung. Doch bereits 2013 stieß die für sieben Millionen Passagiere ausgelegte Anlage an ihre Grenzen. Deshalb wurde das Anfang dieses Jahres eröffnete neue Abfertigungsgebäude sehnlichst erwartet. Der 363 Millionen US-Dollar teure Erweiterungsbau zwischen Terminal 2 und 1 vergrößert die Kapazitäten auf 22 Millionen Passagiere jährlich. Er soll die Bedingungen vor allem für den rasant wachsenden Umsteigeverkehr verbessern. Dazu gehören zahlreiche neue Lounges, Shops und Restaurants, Büros sowie Warte-und Erholungsräume. Weitere Bestandteile des Ausbauprojekts sind Self-Check-in-Einrichtungen, zusätzliche Gates, Flugzeugbrücken und Parkplätze. Darüber hinaus ist für spezielle Fluggäste und Politiker ein VIP-Terminal vorgesehen.

Der Innenbereich des Terminals ist licht und offen


Eine der Möglichkeiten, in die Stadt zu kommen: die landestypischen Taxis


Wahrzeichen des Airports ist der Tower


Dabei ist Addis immer noch ein Flughafen der kurzen Wege. Dennoch müssen die Passagiere besonders in den Stoßzeiten viel Zeit investieren, sodass die empfohlenen drei Stunden vor Abflug nicht unrealistisch sind. Mehrmalige Sicherheitskontrollen, etwa schon beim Betreten des Terminals, und langwierige Einreiseprozeduren führen zu langen Wartezeiten. Auch beim Umsteigen sind rasche Umsteigezeiten nicht immer leicht umzusetzen, sondern stellen wachsende Herausforderungen für den Betrieb dar. Dennoch gilt Addis als einer der pünktlichsten Flughäfen in ganz Afrika und dem Nahen Osten.

Es sind auch natürlich-geographische Bedingungen, die dem Flughafen Grenzen auferlegen. Denn die Lage des Airports in 7657 Fuß (2334 Meter) Höhe und Durchschnittstemparaturen von bis zu 25 Grad resultieren in einer Dichtehöhe von über 10 000 Fuß – unter diesen Bedingungen ist die Startleistung der Flugzeuge so sehr reduziert, dass Bahnlänge oder der Steigwinkel nach dem Abheben für einen legalen Betrieb nicht mehr ausreichen. Einzige Optionen: Durch weniger Treibstoff oder Ladung das Abfluggewicht reduzieren – gerade für lange Frachtflüge ein Problem. Selbst die bei Ethiopian eingesetzten Boeing 777-200LR, 787 oder A350 können Langstrecken Richtung Nordamerika nicht nonstop bedienen, sondern müssen in Westafrika oder Europa einen Tankstopp einlegen.

Flag Carrier Ethiopian Airlines nutzt unter anderem Airbus A350


Inländische Strecken werden mit Turboprop-Maschinen beflogen


Dabei ist die Luftfracht ein sehr wichtiger Sektor. So wichtig, dass in ein neues Cargo-Terminal investiert wurde, das nach seiner Fertigstellung die bestehenden Kapazitäten auf ein Umschlagsvolumen von über einer Million Tonnen jährlich vergrößert. Dann schließt der gesamte Cargo-Bereich am Bole Airport mit einer Größe von fünf Fußballfeldern in die Dimension weltweit führender Frachtdrehkreuze auf. Wichtige Destinationen im Cargo-Flugplan liegen in China, Indien sowie auf der Arabischen Halbinsel.

Besonders günstig wirkt sich die Nähe zum Nahen Osten aus. Die Flugdauer zwischen Addis und Dubai beträgt weniger als vier Stunden, Ziele in Saudi-Arabien sind in zweieinhalb Stunden zu erreichen. Auf diesen Strecken werden zeitsensible Güter wie Fleisch, Obst und Gemüse geflogen. Vor allem nach Europa kommen Schnittblumen hinzu. Deren Produktion ist zuletzt so rasant gestiegen, dass Äthiopien zu den größten Exporteuren weltweit zählt. In den neuen Frachthallen sorgen spezielle Kühlhäuser für eine optimale Lagerung und Frischhaltung dieser Waren, bevor sie ihre Zielmärkte erreichen. Auch für die wachsende nationale Textil-und Bekleidungsindustrie leistet der Cargo-Hub Addis eine attraktive Verknüpfung von Herstellern, Produktionsstätten und Nachfrage.

Der staatlichen Führung in Äthiopien ist es gelungen, die Bereiche Wirtschaft, Transport und Entwicklung miteinander zu verzahnen und immer mehr ausländische Direktinvestitionen ins Land zu ziehen. Auch investiert der Staat selbst in die Luftfahrt – etwa in Ausbau und Ausstattung der Ethiopian Aviation Academy. Dort qualifizieren anerkannte Trainingsschulen Nachwuchs aus nahezu allen afrikanischen Ländern für Luftfahrtberufe vom technischen Wartungsbereich über Piloten und Kabinenpersonal bis hin zu Marketing und Management.

Trotz dieser wichtigen Voraussetzungen sieht man am Flughafen weiteren Verbesserungsbedarf vor allem im Servicebereich, um Addis global weiter anschluss-und konkurrenzfähig zu machen. Bis 2025 möchte man der führende Airport-Service-Anbieter in Afrika sein. Und sogar Pläne für den Bau eines neuen Großflughafens im südlichen Umland der Hauptstadt liegen in der Schublade. Auch wenn das schnelle Wachstum für das Land eine Herausforderung ist, bleibt der Entwicklungskurs klar – und der Flughafen Addis Abeba wird als Tor für Afrika immer wichtiger werden.

INTERVIEW

AMARE HAGOS ADHENA, MANAGER QUALITY & SAFETY ASSURANCE, ETHIOPIAN AVIATION ACADEMY

„BESONDERE ANGEBOTE AN TRANSIT-GÄSTE“

AERO: Wie sehen Sie die aktuelle Entwicklung des Flughafens?

AMARE HAGOS: Wir wachsen kontinuierlich weiter. Ein neues Terminal ist mittlerweile eingeweiht, der Shopping-Bereich wird in Kürze öffnen. Dennoch kann es in den Spitzenzeiten eng werden. Dazu entwickeln wir innovative Projekte, um das Umsteigen der Passagiere zu verbessern.

Können Sie ein Beispiel geben?

Wir bieten jetzt neue Transit-Pakete für unsere Gäste an. Passagiere, die acht oder mehr Stunden auf ihren Anschlussflug warten, haben nun die Möglichkeit, mit einem Transitvisum ein Hotel zu beziehen. Direkt gegenüber vom Flughafen haben wir gerade unser neues Fünf-Sterne-Skylight-Hotel mit 373 Zimmern eröffnet. Weiterhin bieten wir kostenlose Touren in die Innenstadt von Addis an, damit Umsteiger einen Eindruck von unserem Land und seinen Leuten bekommen. All diese Maßnahmen helfen, Wartezeiten am Flughafen zu überbrücken.

Sind Sie personell ausreichend gerüstet?

Ohne die Ausbildung eigener Fachkräfte könnten wir diese Entwicklung nicht schaffen. Elementar ist unsere Aviation Academy. Wir sind das größte Zentrum für Luftfahrtberufe in Afrika und international zertifiziert durch EASA, IOSA und FAA. Die Akademie bedient alle Bereiche – Piloten, Wartung, Kabinen-, Boden-und Servicepersonal bis hin zu Marketing und Airport-Management. Als Upgrade planen wir für eine neue Luftfahrt-Universität. Sie wird ein eigenes Master-Studienprogramm in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union beherbergen.


FOTOS: ANDREW HOLT/ALAMY STOCK PHOTO (2), ANDREW HOLT/ALAMY STOCK PHOTO, IVOHA / ALAMY STOCK PHOTO

FOTOS: AMARE HAGOS/BOLE INTERNATIONAL AIRPORT, FELIX GUNTERMANN, EHTIOPIAN AIRLINES