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BORIS BECKER ÜBER KERBER


tennisMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 80/2018 vom 24.07.2018

Ich bin Angie vor vielen Jahren in Wimbledon zum ersten Mal begegnet. Sie stand auf dem Dach des Medienzentrums und gab einem deutschen Fernsehsender ein Interview. Ich wechselte anschließend ein paar Worte mit ihr. Dass sie einmal Wimbledonsiegerin werden würde, habe ich nicht geahnt. Es gab deutsche Wimbledonsieger vor ihr. Trotzdem ist das, was am 14. Juli 2018 passierte, ein historischer Sieg. Vor 22 Jahren siegte mit Steffi Graf zuletzt eine ...

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... Deutsche. Vor einer Ewigkeit.

Was bedeutet der Sieg für Angie? Was bedeutet es für das deutsche Tennis? Zunächst einmal: Wimbledon ist das wichtigste und bekannteste Turnier der Welt. Als Wimbledonsieger gehört man einem besonderen Club an, in dem es nur sehr wenige Mitglieder gibt. Man ist auch Major-Sieger, wenn man Australien und New York gewinnt, aber Wimbledon ist von allen vier Turnieren die Nummer eins.

Als Wimbledonsieger wird man mit ganz anderen Augen gesehen. Auch wenn am Ende zusammengerechnet wird, wieviel Grand Slam-Turniere man gewonnen hat. In der Auflistung sind sie alle gleich viel wert. Das ist auch gut so. Aber in der Beurteilung steht Wimbledon über allem. Ich kenne keinen Tennisexperten, der das nicht so sieht.

Es war schon ein kleiner Tennisboom, als Angie vor zwei Jahren die Nummer eins war. Sie hat den Startschuss gegeben. Die Botschaft: Mit deutschen Profis ist auf großen Bühnen wieder zu rechnen. Aufgenommen wurde die Fackel von Sascha Zverev, auch wenn es ihm bisher noch nicht gelang, bei einem Grand Slam-Turnier ins Halbfinale zu kommen. Beide sind absolute Weltklassespieler. In ihren Schatten kommen auch andere Spieler zum Vorschein. Es entsteht ein Sog. Bei den Herren heißt zwar der Primus Zverev. Aber hinter ihm bewegen sich jüngere Spieler wie Rudi Molleker und andere erfolgreich Richtung Weltspitze.

Als ich 1985 gewann, kursierte der Begriff Mondlandung. So etwas ist aus verschiedenen Gründen nicht mehr möglich. Es war das erste Mal, dass ein Deutscher gewonnen hat. Ich war der Jüngste. Die Medienlandschaft war eine andere. Die Voraussetzungen damals waren einmalig. So eine Wirkung wird es nicht mehr geben. Aber ich finde das nicht schlimm. Viel wichtiger ist, dass wir eine Konstanz haben in der Weltspitze. Da marschieren Angie und Sascha vorne weg. Beide sind Botschafter für unseren Sport.

Bei Angie muss man sich keine Sorgen machen, dass dieser Titel eine Last werden könnte. Sie hat ihre Erfahrungen 2016 gemacht und aus dem schwachen Jahr 2017 ihre Lehren gezogen. Dass sie wieder ein Grand Slam-Turnier gewonnen hat, ist in diesem Zusammenhang noch höher einzustufen. Viel Unvorhergesehenes wird für sie nicht passieren. Neu ist: Sie wird jetzt international und national mit anderen Augen gesehen.

MISTER WIMBLEDON: Boris Becker (50) fungiert beim DTB als Head of Men’s Tennis. Das Kerber-Finale verfolgte er auf der Anlage. Das Finale der Herren zwischen Djokovic und Anderson kommentierte er für die BBC.


FOTO: PICTURE ALLIANCE