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Bosch braucht für IoT und Mobilität 25.000 weitere Softwareexperten


Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 26/2019 vom 24.06.2019

Bosch sucht Informatiker im großen Stil. Welche Erwartungen das Unternehmen an die IT-Fachkräfte und deren Kompetenzen hat, verrät Sabine Lehmann, Personalleiterin der weltweiten Corporate IT, im Interview.


CW: In den nächsten Jahren sucht Bosch 25.000 IT- und Softwareexperten. Wird Bosch zum Softwarekonzern?

SABINE LEHMANN: Wir haben den Anspruch, ein führender Anbieter im Internet der Dinge (IoT) und für Mobilitätslösungen zu sein. Bereits 2018 haben wir 52 Millionen vernetzbare Produkte verkauft und 170 eigene IoT-Projekte umgesetzt. Bis 2020 soll jedes elektronische Produkt von uns Internet-fähig ...

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Bildquelle: Computerwoche, Ausgabe 26/2019

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SABINE LEHMANN: Wir haben den Anspruch, ein führender Anbieter im Internet der Dinge (IoT) und für Mobilitätslösungen zu sein. Bereits 2018 haben wir 52 Millionen vernetzbare Produkte verkauft und 170 eigene IoT-Projekte umgesetzt. Bis 2020 soll jedes elektronische Produkt von uns Internet-fähig sein. Wir suchen berufserfahrene Experten in ganz unterschiedlichen Bereichen. Ein Schwerpunkt ist KI, aber genauso suchen wir Mitarbeiter mit tiefgehenden Kenntnissen in Computer Vision, IoT, Cloud oder Robotik, zum Beispiel fürs automatisierte Fahren oder Industrie 4.0.

Eine zentrale Kernkompetenz der Zukunft sieht Bosch in der industriellen Anwendung künstlicher Intelligenz (KI). An nahezu 150 Projekten aus den Bereichen Mobilität, Produktion, Smart Home und Landwirtschaft arbeiteten die Mitarbeiter des Bosch Center for Artificial Intelligence im Geschäftsjahr 2018. Mit Hilfe von KI will das Technologie-und Dienstleistungsunternehmen seine Produkte zu intelligenten Assistenten und Begleitern im Alltag machen.


CW: Wie sehen diese Indikatoren aus?

LEHMANN: Die Indikatoren sind Kommunikation, Kooperation, Lernfähigkeit, Bereitschaft zur Veränderung sowie unternehmerisches Denken. Das mag auf den ersten Blick nicht überraschen, aber zusammen beschreiben sie eine neue Arbeitshaltung. Nehmen wir als Beispiel Kommunikation. Häufig arbeiten wir in Teams, die über die ganze Welt verteilt sind. Stuttgart, Sunnyvale im Silicon Valley, Shanghai, das ist keine Seltenheit. Um gut zusammenarbeiten zu können, spielen die Kommunikationsfähigkeiten eine entscheidende Rolle, zum Beispiel die Nutzung digitaler Medien.

CW: Bevorzugen Sie auf manchen Positionen eher die branchenerfahrenen Generalisten, die diese Fähigkeiten durch ihre berufliche Praxis schon mitbringen?

LEHMANN: Die Mischung macht‘s. Wir brauchen die jungen Wilden, die Ideen haben, Dinge hinterfragen und uns in gewisser Weise damit herausfordern. Wir brauchen aber auch die Mitarbeiter mit der nötigen Erfahrung, die die Leichtigkeit besitzen, in beiden Welten, dem bisherigen und dem neuen Geschäft, zurechtzukommen. Solche Teamzusammenstellungen fördern wir gezielt. Das erwünschte konstruktive Miteinander hat sich im Arbeitsalltag bewährt und führt zu besseren Ergebnissen.

CW: Es gab keinen Gegenwind?

LEHMANN: Natürlich hat nicht jeder „Juhu“ gerufen. Wie bei jedem Change-Prozess braucht man Zeit, bis sich die Dinge eingespielt haben. Eine Befürchtung mancher Führungskräfte in etablierten Bereichen war, dass zu viel Freiraum in den Teams zu schlechteren Ergebnissen führen könnte. Solche Befürchtungen muss man ernst nehmen, weswegen wir den Prozess aktiv begleitet haben. Letztlich hat sich aber gezeigt, dass der Freiraum in den Teams zu einer sehr hohen Motivation der Mitarbeiter und zu besseren Arbeitsergebnissen führt. In jüngeren Einheiten, die gerade erst gegründet worden sind, sind diese Sorgen gar nicht erst aufgekommen.

CW: Und warum nicht – liegt das an der Zusammensetzung der Teams?

LEHMANN: Die Teams in diesen Einheiten hatten von Anfang an große Freiräume und wurden bewusst sehr vielfältig besetzt. Jüngere und ältere Mitarbeiter, Männer und Frauen, aber auch Mitarbeiter aus unterschiedlichen Regionen. Das ist wichtig, denn autonomes Fahren muss überall auf der Welt funktionieren, daher brauchen wir möglichst viele unterschiedliche Sichtweisen auf das Thema.

CW: Künstliche Intelligenz und Robotik sind für viele Mitarbeiter neue Themen. Wie macht Bosch sie fit für diese Anforderungen?

LEHMANN: Wir haben die Initiative „Bosch Learning Company“ gestartet, um Lernen in den beruflichen Alltag zu integrieren. Neben neuen Qualifizierungsprogrammen für Software oder digitale Transformation setzen wir neue digitale Lernformate ein und entwickeln unsere Lernkultur weiter. Zusätzlich haben wir eine Bosch-eigene Videoplattform namens „Bosch Tube“ gestartet. Hier können unsere weltweiten Experten über kleine Erklärstücke ihr Wissen teilen. Unser Lernportal bündelt unsere 19.000 Schulungsangebote, darunter auch Videos oder Podcasts.

CW: Was gibt es darüber hinaus?

LEHMANN: Wir bieten unseren Mitarbeitern zum Beispiel Job-Rotation-Programme, um in andere Bereiche hineinzuschnuppern. Dabei stehen der Austausch und praktische Lernerfahrungen für den eigenen Arbeitsbereich im Vordergrund.
(am)

Wen Bosch sucht

Sabine Lehmann, Personalleiterin der weltweiten Corporate IT: „Wir suchen berufserfahrene Experten in ganz unterschiedlichen Bereichen. Ein Schwerpunkt ist KI, aber genauso suchen wir Mitarbeiter mit tiefem Fachwissen in Bereichen wie Computer Vision, IoT, Cloud oder auch Robotik, zum Beispiel fürs automatisierte Fahren oder Industrie 4.0. Dabei verfolgen wir einen weltweiten Ansatz. Zudem haben wir die Erfahrung gemacht, dass gute Leute gerne mit guten Leuten zusammenarbeiten. Und das nutzen wir. Parallel arbeiten wir natürlich auch mit Universitäten zusammen.“


Fotos: Bosch