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BOSTON CELTICS: WIEDERGUTMACHUNG


Basket - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 09.10.2019

Was mag in Danny Ainge wohl vorgegangen sein, als nicht Golden State, sondern die Raptors die Larry O’Brien Trophy in die Luft stemmten? Vielleicht: „Das könnten wir sein.“ Auf dem Papier hatten die Kelten sogar die besseren Karten. Nun gibt es in Boston nur ein Ziel: Wiedergutmachung.


BOSTON CELTICS
EASTERN CONFERENCE | ATLANTIC DIVISION

Selten lagen Erwartungen und Realität, Theorie und Praxis so weit auseinander wie bei den Boston Celtics in der Saison 2018/19. Dabei versprach man sich so viel von dem Traditionsclub. Denn in Abwesenheit der Verletzten Kyrie Irving und Gordon Hayward nutzten die jungen ...

Artikelbild für den Artikel "BOSTON CELTICS: WIEDERGUTMACHUNG" aus der Ausgabe 11/2019 von Basket. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Basket, Ausgabe 11/2019

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... Talente der Kelten ein Jahr zuvor ihre Chance. Besonders der damals erst 20-jährige Tatum wuchs über sich hinaus. Als Rookie erzielte er in zehn Playoff-Partien über 20 Punkte, was zuletzt Kareem Abdul-Jabbar im Jahr 1970 gelang. Der ehemalige Duke-Athlet sorgte für Aufsehen, als er in Spiel drei gegen die Cavaliers über LeBron James dunkte und den „King“ auf einem Poster verewigte. Spätestens jetzt wusste man: Aus dem Forward könnte mal ein Superstar werden.

Kemba Walker war Mitglied des All-NBA-Third-Teams 2019.


GM in der Kritik

Celtics-GM Danny Ainge geriet zuletzt in den Medien zunehmend in die Kritik. Während der 60-Jährige für den Nets-Trade 2013 oder die Verpflichtung Kyrie Irvings gefeiert wurde, wird ihm nun eine Reihe falscher Entscheidungen vorgeworfen. So fragt man sich, ob es ein kluger Schachzug war, Hayward so früh wieder in die erste Fünf zu holen. Zudem verpasste es Ainge, Anthony Davis per Trade nach Boston zu holen. Der Power Forward nannte die Celtics als eines seiner favorisierten Teams, dazu standen Ainge mehr als genug Assets in Form von Draft-Picks und jungen Spielern zur Verfügung. Die Stimmung im Locker Room könnte in der kommenden Saison der entscheidende Faktor sein. Auch wenn Kyrie im direkten Vergleich zu Kemba Walker als der bessere Spieler gilt, ist Walker ein Vorzeigeprofi , der den Celtics mit seiner Professionalität und Mentalität weiterhelfen kann. Aber auch spielerisch gehört der zwei- malige All Star zur Point-Guard-Elite. Letzte Saison verzeichnete er im Schnitt 25,6 PPS und 5,9 AS. „Wir waren sehr glücklich, Kemba in der Free Agency zu verpflichten, er hat einen klasse Charakter“, sagte Danny Ainge über den prominentesten Neuzugang seines Teams.

Generalprobe „Team USA“

Bei der Basketball-WM in China hatte Walker die Chance, sich mit einigen seiner neuen Teamkameraden bekannt zu machen. Mit Smart, Tatum und Brown waren gleich drei seiner neuen Kollegen in Popovichs Roster. Auch wenn Team USA nach dem Ausscheiden im Viertelfinale auf ganzer Linie enttäuschte, konnte sich Walker mit den anderen austauschen und mit ihnen trainieren. Bei der Betrachtung des Rosters wird deutlich, dass die Celtics, abgesehen von der Verpflichtung Walkers, an Tiefe einbüßen mussten. Al Horford lehnte seine Option über 30,1 Millionen Dollar ab und verzichtete bewusst auf Geld, um für eine niedrigere Summe bei den Celtics zu unterschreiben. Die Kelten ließen den 33-Jährigen dennoch ziehen und zwar zu einem direkten Ost-Konkurrenten, den 76ers. Der Abgang des Big Man schmerzt besonders. Horford war einer der Leistungsträger im Team von Coach Brad Stevens, gerade in der Defensive war der fünfmalige All Star unglaublich wichtig für die Celtics. In den letztjährigen Playoffs etwa konnte Horford Joel Embiid, einen der besten und dominantesten Center der Liga, weitestgehend neutralisieren.

Enes Kanter bringt dem Team zwar dringend benötigtes Rebounding, in der Verteidigung hingegen ist er als klare Schwachstelle zu identifizieren. Terry Rozier zog es nach Charlotte, wo der ehemalige Backup-Point-Guard der Celtics auf mehr Spielminuten hofft. Mit Marcus Morris verlieren die Kelten einen vielseitigen Wing Scorer.

So bleibt auf der Bank nicht allzu viel übrig. Smart wird als Teil der zweiten Garde noch mehr Verantwortung übernehmen müssen. Er zählt weiterhin zu den defensivstärksten Guards der Liga. Theis erarbeitete sich eine wichtige Rolle in der Rotation der Kelten und ist nach dem Abgang Horfords der wohl beste Korbbeschützer im Kader. Abgesehen davon besteht die Bank aus einer Reihe von Rookies und unerfahrenen Spielern wie Romeo Langford oder Carsen Edwards. Ob diese dem Team bereits so kurzfristig weiterhelfen können, wird sich zeigen.

Nach einer turbulenten Offseason stehen die Zeichen in Boston auf Wiedergutmachung. Die Kelten gehören weiterhin zu den stärksten Teams im Osten, doch die Konkurrenz hat sich deutlich verstärkt. Das Ziel wird einer der ersten vier Playoff-Plätze sein. In der Postseason haben die Celtics die Chance, Charakter zu beweisen und die Fans zurückzugewinnen.

Jayson Tatum enttäuschte in seiner Sophomore-Saison.


TIPP

Gordon Hayward
Der ehemalige All Star könnte nach zwei Jahren der Genesung endlich wieder an alte Leistungen anknüpfen.


Fotocredit: Getty Images