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BOTSWANA:Afrikas GARTEN EDEN


REISE & PREISE - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 07.04.2020

In Botswana gibt die Natur die Wege vor. Spannende Safaris sind machbar im Boot und im Allradfahrzeug - besonders Mutige wagen sich auf einer begleiteten Pirsch zu Fuß durch die Wildnis.


Artikelbild für den Artikel "BOTSWANA:Afrikas GARTEN EDEN" aus der Ausgabe 2/2020 von REISE & PREISE. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: REISE & PREISE, Ausgabe 2/2020

Eine Elefantengruppe im Chobe N. P. genießt das kühlende Nass


Alarmstufe Rot! Das Herz schlägt bis zum Hals. Daniels Blick verrät Entsetzen. Bei unserer Morgensafari zu Fuß hat er den Einzelgänger fast zu spät gesehen. Keine vierzig Meter entfernt steht ein Kaffernbüffel im Busch- und Grasland des Okavangodeltas. Seine Schnaufer zersplittern die Stille. Blitzschnell drückt Naturguide Daniel Tathego sein Grüppchen hinter ...

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... einen übermannshohen Dornbaum. »Büffel sind die gefährlichsten Tiere im Busch«, wird der 32-Jährige später sagen, »sie sind aggressiv und greifen ohne Vorwarnung an.« Ein massiger Körper und messerscharfe Hörner fungieren als Waffen, angestachelt von unkalkulierbarer Wut. Daniel peilt die Lage, wartet ab. Ein Gewehr für den Notfall hat er nicht dabei. Auch der Büffel regt sich zum Glück nicht. Durch Lücken im Astwerk haben wir ihn frontal im Blick, wagen es, lautlos auf die Kameraauslöser zu drücken. Erst später werden wir bei den Vergrößerungen im Display sehen, mit welch leblosen, eiskalten Augen er uns in diesem Moment gemustert hat. Für Daniel ist klar: Der Fluchtweg führt nur nach hinten. Zügig, aber nicht in Panik. Der Dornbaum gibt Sichtschutz beim Rückzug. Mit jedem Meter weiter weg entspannt sich die Lage, bis wir wissen: geschafft!

Tourismus und Diamanten sind wichtigste Wirtschaftszweige

Eine Pirsch wie diese gibt den besonderen Kick, doch motorisiert ist man in Botswanas Naturparks natürlich entspannter unterwegs. Im Nashornschutzgebiet Khama Rhino Sanctuary am Ostrand der Kalahari leben gegenwärtig 56 Breit- und sechs Spitzmaulnashörner. Die neuesten Zahlen kennt Ranger Lebopo, der bei der Safari am Steuer sitzt. Anfang der Neunzigerjahre wurde der nunmehr 8.535 Hektar große Park gegründet, um die letzten Rhinozerosse Botswanas vor dem Aussterben zu bewahren, erzählt Lebopo. Ein kurioser Bezug: Als der Park noch nicht existierte, ging er selbst, heute 42, als Junge in derselben Gegend auf Jagd auf Kleintiere. Sein Vater erlegte zur Versorgung der Familie mit Fleisch sogar Kuh- und Elenantilopen. In der Schule hörte Lebopo erstmals, wie wichtig es sei, Tiere nicht zu jagen, sondern zu schützen. Er erlebte den Bewusstseins- und Wirtschaftswandel seines Heimatlands hautnah mit. Der auf Naturerlebnissen basierende Tourismus ist heute neben den Diamantenminen und der Viehzucht ein ökonomischer Stützpfeiler in einem der vormals ärmsten Länder Afrikas - und gibt ihm persönlich eine Arbeitsplatzgarantie. »Ich liebe es, mit Tieren zu sein«, sagt er. Zudem profitiert Lebopo davon, dass er nicht nur während der einjährigen Rangerausbildung, sondern bereits als Kind lernte, Fährten zu deuten: »Wenn du die kleinen lesen kannst, ist es einfacher mit den großen.« Und das kommt seinen Gästen zugute. Lebopo spürt Leoparden auf, Strauße, Steinböckchen, Oryxantilopen. Und natürlich Nashörner, darunter Mutter und Kind, die in Schutzmaskerade frisch aus dem Schlammbad kommen.

Spielende Kinder vor Bündeln aus Reet. Das getrocknete Schilfrohr wird noch vielerorts zum Dachdecken verwendet (ganz links). Ein Löwenpaar im Chobe-Nationalpark (links). Einbaum-Tour in den Wasserläufen des Okavango-Deltas (oben).


Rot-blauer Farbtupfer: Das Blaustirn-Blatthühnchen gehört zur Art der Regenpfeifer


Mit diesem Vegetarier ist nicht zu spaßen: Ein Kaffernbüffel blickt aufmerksam auf


»Damit halten sie sich kühl«, erläutert der Ranger. Den Jahresschnitt der Nashorngeburten im Park beziffert er auf fünf, was es möglich mache, Tiere in andere Naturreservate abzugeben. Ein erfolgreiches Regenerationsprojekt. Und man hat den Eindruck: Mag auch der Mensch hier nachgeholfen haben - das Gleichgewicht der Natur scheint in bester Ordnung. Fernab von Overtourism. Eine Wohltat.

Maun ist die Drehscheibe für den Safari-Tourismus

Buschflachland begleitet die Fahrt nordwestwärts nach Maun. Geier feiern eine Fressparty neben dem Asphalt. Ein Esel ist fast bis auf die Knochen abgenagt, bei jedem Schnabeleinschlag schlackert der Kopf hin und her.

Das Städtchen Maun wird bestimmt von Alltagsszenen. Open-Air-Reifenwerkstätten warten auf Kundschaft. Brennholzstapel schichten sich am Straßenrand auf. Getränkeverkäufer harren mit Kühlboxen unter Sonnenschirmen aus. Und die Frisörin Keba schnippelt auf dem Gehsteig. Drinnen im Laden sei es ihr zu heiß, sagt sie. Und: Die Kunst, Haare zu schneiden, »die hat mir Gott gegeben«. Bescheidene Höhepunkte des Lebens sind zwei Einkaufszonen, die Old Mall und die New Mall. In einer Wechselstube schnarrt das Uraltmodell eines Druckers. Die Ausdrucke haben noch Löcher an den Seiten. Dagegen sind Handyshops auf dem neuesten Stand. »Trinken in der Öffentlichkeit ist gesetzlich verboten«, besagt ein Schild. Einige angeheiterte Frauen halten sich nicht dran. Alkoholischen Nachschub gibt’s in Bottle Stores. Was im Stadtbild auffällt: Die Menschen sind durchweg gut gekleidet und unsäglich freundlich. Einer grüßt den Fremden, bevor er in einem Toilettenkabuff verschwindet, das separat auf dem Grundstück steht. Männer spielen Open-Air-Billard unter Bäumen, an der Straße wartet eine altersschwache Waschmaschine auf Käufer. Preis 1.200 Pula, das sind gut 100 Euro. Überall ist es erstaunlich sauber - da könnte sich Deutschland eine Scheibe von abschneiden. Schön ist Maun allerdings nicht gerade, aber der Dreh- und Angelpunkt für den Einstieg ins Okavangodelta, das größte und tierreichste Binnendelta der Welt.

Abstecher zu den sagenhaften Victoria Falls

UNSER AUTOR EMPFIEHLT

Was für ein Grollen! Was für Wasservorhänge, in denen sich Sonne und Gischt zu Regenbögen vermischen! Wer im Norden Botswanas so nah dran ist, sollte sich einen Abstecher nach Simbabwe zu den weltberühmten Victoria-Wasserfällen nicht entgehen lassen; das Visum an der Grenze kostet US$ 30.

Ab dem Grenzübergang Kazungula sind es 70 Fahrminuten bis zum Ort Victoria Falls, wo man ihn im Hintergrund schon hört und sieht, den »Rauch, der donnert« - so lautet die Übersetzung des ureigenen Wasserfallnamens Mosi-oa-Tunya. Mitte des 19. Jh. taufte ihn der Entdecker David Livingstone zu Ehren der britischen Queen Victoria in Victoria Falls um.

»Rauch, der donnert« - der überlieferte Name der Victoria Falls gilt sprichwörtlich


Hinter dem Eingang (Eintritt US$ 30) erwartet Sie ein etwa 2 km langes Wegenetz mit 16 Stationen. Die Aussichtspunkte geben fantastische Blicke auf die Fälle frei, die sich breit auseinanderziehen und Einzelnamen wie Devil’s Cataract und Horse - shoe Falls tragen. Krönung sind die 108 Meter hohen Rainbow Falls. Pro Minute stürzen im Schnitt 550 Millionen Liter Wasser von Afrikas viertlängstem Fluss, dem Sambesi, in die Tiefen der Schlucht.

Der Ort Victoria Falls bietet Unterkünfte für alle Geldbeutel. Zentral kommen Sie im »Victoria Falls Rest Camp« unter, nur 20 Fußminuten vom Eingang der Fälle (00263- 2132840509 -83-2840509, www.vicfalls restcamp.com). Hier gibt es Chalets mit Gemeinschaftsdusche (EZ/DZ US$ 35/46), Selbstversorger-Lodges (EZ/DZ US$ 50/80), und klimatisierte Lodges (EZ/DZ US$ 60/ 100). Zum Camp gehören außerdem ein Pool und ein Restaurant.

Okavango, das größte und tierreichste Binnendelta der Welt

Tags darauf bringt Daniel Tathego seine Gäste in das labyrinthische Wasserwunderland. Er ist Guide und Bootsführer zugleich. Mokoros sind die traditionellen Einbäume, in denen es erheblich schwankt, oft nur eine Handbreit unter dem Wasserspiegel. Zwei Passagiere samt Gepäck passen in jedes Mokoro. Hinten steht Daniel mit seiner Drei-Meter-Stange und stakt durch Kanäle, Weiher, Seerosenmeere, vorbei an Inselchen und Reetgraswiesen. Die Technik eignete er sich von klein auf an, fiel damals oft ins Wasser. Hat er auch Traveller kentern sehen? »Na klar«, sagt er und lacht. Zu Flusspferden, die lauthals stotternde Grunzlaute von sich geben, hält Daniel im Wasser Abstand. Bei Wanderungen durch die Wildnis des Okavango führt er dagegen so nah wie möglich ran an Gnus, Warzenschweine, Flusspferde. Oder erklärt Termitenhügel, Heilpflanzen, Feuerlilien, eine Hyänenfährte, Bodenlochverstecke von Schakalen und Schlangen, umherliegende Tierkadaver. Zebras und Büffel sind Opfer von Löwen geworden. Ein Flusspferdbulle ist von einem Artgenossen beim Revierduell getroffen worden, in seiner linken Flanke steckt das tödliche Hauerloch. Der Verwesungsgestank ist bestialisch. In einem Feuchtgebiet steigt ein Rötelpelikan auf. Auf einem abgestorbenen Baum sitzt ein Rotschnabeltoko. Paviane streunen durch die Savanne. Impalas legen kapitale Sprünge hin. Voraus galoppiert eine Zebraherde, der Boden vibriert. Welch ein Tiergarten Eden!

Die Menschen sind nicht reich, aber zufrieden

Der Abschied vom Okavangodelta fällt schwer. Im Ort Daunara, nahe der Anlegestelle der Mokoros, leben die meisten der Schiffer - doch derzeit nicht nur die. Wegen ausgebliebener Regenfälle sind die Bewohner von zwei anderen Dörfern vorübergehend hierher gezogen. So wie der Bäcker Daniel. »Mein Dorf ist ausgetrocknet«, erzählt er, »hier haben sie uns aufgenommen.« Für diese Solidarität in der Not ist er dankbar. Wie lange wird er bleiben? »Drei Monate«, schätzt er. So lange lebt er am Dorfrand im Zelt, backt winzige Brote in einer Feuerstelle, verkauft sie für zwei Pula. Daunaras Fußballfeld ist ein Acker. Die Tore bestehen aus jeweils drei Stangen. Ein paar Männer spielen unter einem Strohdach ein Brettspiel. Kronkorken ersetzen die Steine. Ein Fischer, der tatsächlich Alaska heißt, kommt mit einem Fang Tilapias entgegen und lächelt zufrieden. Im Dorfshop verkauft die freundliche Oli, die nur ein paar Brocken Englisch spricht, Seife, Corned- Beef-Dosen, Milch, Kekse, Ketchup. Daunara ist weitflächig umzäunt - vor allem aus Angst vor Elefanten. Dass Botswana, wie unlängst durch die Presse ging, die Jagd auf die Dickhäuter wieder erlaubt und Jagdrechte auf Auktionen meistbietend verhökert, stößt nicht nur bei Tierschützern auf Entsetzen. Das Grundgebot für zehn Elefanten liegt bei 200.000 Pula (€ 16.600). In Afrika gehen auch heute noch jährlich 18.000 Ausländer auf Großwildjagd, berichtet die Tierschutzorganisation Pro Wildlife e.V. Offiziell geht es bei den Abschussgenehmigungen um den Schutz der Dörfer, nicht ums Business.

Botswana ist das elefanten - reichste Land Afrikas

Ab Maun geht die Reise ostwärts durch dünn besiedelte Weiten. Die Schnittlinie der Nationalparks Nxai Pan und Makgadikgadi Pans ist Elefantenterrain. Dickhäuter stehen direkt an der Straße. Safari zum Nulltarif. Hinter dem Städtchen Nata liegt das Nata Bird Sanctuary, ein Naturschutzprojekt von vier Gemeinden. »Da gehen die Eintrittsgelder hin, auch in den Ausbau von Schulen und an ärmere Leute«, bekräftigt Safarifahrer Joy, der Flamingoseen ansteuert, ein Gelege von Straußeneiern, die Lebensräume von Kronenkranichen. Und Salzpfannen, in denen sich Himmel und Horizont kreuzen, das Gefühl für Zeit und Raum in der Endlosigkeit verliert. Da darf man sich beim Halt am Rand einen Sundowner genehmigen.

Zu Elefanten kehrt man im Nationalpark Chobe zurück - und zwar in solchen Massen wie nirgendwo sonst. Hier, so besagt die Tafel an der Zufahrt, findet sich die Heimat der weltgrößten Elefantenpopulation mit etwa 50.000 Exemplaren. Dagegen sind die Bestände der Gnus besorgniserregend gesunken. Wasserböcke, Marabus, Kudus, eine riesige Eule zählen zur Fotobeute. Von irgendwoher erklingt Löwengebrüll. Doch die Raubtiere haben sich zurückgezogen. Natur ist Natur. Im Eintrittspreis zum Park ist keine Sichtungsgarantie enthalten.

Zum Abschluss geht’s am Spätnachmittag ab Kasane auf eine Flusstour über den Chobe River. Namibia liegt gegenüber in Sicht. Bedächtig steuert Käpitän Shaa sein Boot an Grasinseln und den Böschungen des Chobe- Nationalparks entlang, stellt den Motor länger aus. Nun herrscht der »Sound of Silence«, in den sich der Ruf eines Fischadlers mischt. Krokodile liegen in urzeitlicher Eleganz an den Ufern. Und wer glaubt, Felsblöcke hätten Ohren, ist der grandiosen Täuschung von Flusspferden aufgegessen. Im Abendlicht verfärbt sich die zerrissene Wolkenwatte orange, und der Chobe River wird zu flüssigem Gold.

Die Landschaften des Okavangodeltas mit ihren vielen Wasserläufen sind für Flusspferde ideal


Straußenfamilie im Nxai-Pan-Nationalpark


Immer hungrig: Krokodil im Chobe-N.-P.


Ob es hier wohl sicher ist? Ein kleiner Pavian schaut sich, auf einem Baumstumpf stehend, um


Kleine Entdecker auf Ausguck auf der Motorhaube eines Gelände - wagens bei einer Flussüber querung im Nxai-Pan-Nationalpark


INFO Botswana

Fläche: 581.730 qkm. Einwohner: 2,3 Millionen. Hauptstadt: Gaborone (269.000 Einw.). Religion: 80 % Netzspannung: 230 V, 50 Hz, Adapter (mit drei runden Stiften) nötig.

EINREISE

Für Deutsche, Schweizer und Österreicher ist die touristische Einreise visumfrei, der Aufenthalt auf 90 Tage begrenzt. Der Pass muss noch mindestens sechs Monate lang gültig sein und sollte noch mindestens vier freie Seiten haben.

GELD

Währung ist der Pula (€ 1 = 12 Pula, Stand: 3/2020). Bargeld (US$ oder Euro) lässt sich in Wechselstuben tauschen, von Geldautomaten mit Kreditkarte Bares abheben; besonders verbreitet ist Visa. Im Notfall geht auch die EC-Karte bzw. Girocard, aber nur mit Maestro- Symbol, nicht mit V-Pay (Gebühr € 5-10 pro Abhebung).

GESUNDHEIT

Keine Impfpflicht. Empfehlenswert ist Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie und Hepatitis. Im Norden (z. B. Okavango, Chobe) ist das Malariarisiko besonders von November bis Mai hoch, Prophylaxe ratsam. Mückenschutz besorgen!

BESTE REISEZEIT

Man unterscheidet zwischen milderer Trockenzeit (Mai/Juni bis Okt./Nov.) und schwülerer Regenzeit (Nov.-Mai). In der Trockenzeit mit kühlen Nächten ist der Busch lichter, dann lassen sich einfacher Tiere ausmachen. Doch auch die Regenzeit mit dem intensiveren Grün hat ihren Reiz.

SPRACHE

Englisch ist Amtssprache, damit kommt man überall im Land durch. Daneben wird die Bantusprache Setswana gesprochen.

GEOGRAFIE

Der dünn besiedelte Binnenstaat wird durch weite Hochebenen um 900-1.100 Meter geprägt, die Kalahari-Wüste im Süden und das Okavangodelta im Norden. Höchste Berge sind die knapp 1.500 Meter hohen Monalanong Hill und Otse Hill im Süden.

Die besten Hotels in allen Preisklassen

Die Palette reicht vom schlichten Backpacker-Hostel (DZ ab € 20 mit Gemeinschaftsbad) über Gasthäuser und Home Stays (ab € 35) bis hin zu feudalen Safari-Lodges in den Nationalparks und Game Reserves von € 500 und mehr. Außerhalb der Parks sind die Unterkünfte deutlich günstiger. Die preisgünstigste Alternative sind Campingplätze (staatliche Plätze € 2,50/Pers., private Plätze ab € 8,50/Pers.).

Maun: Das »Sitatunga Camp« liegt 11 km außerhalb von Maun (00267-6800380, www.deltarain. com). Es bietet Camping (€ 9,50/ Pers.), Zelte mit festen Betten (€ 60) und Chalets (€ 64) und organisiert diverse Aktivitäten (z. B. Tagesausflug ins Delta US$ 125/Pers.)

Außerhalb vom Zentrum liegt die etwas von der Straße zurückgesetzte »Dolar Lodge« (Along Sedie Road, Wenela Ward, 00267- 6865509, www.dolarlodge.co.bw; EZ/DZ ab € 48 ÜF).

Noch weiter weg von der City liegt das komfortable »Sedia Riverside Hotel« (Sir Seretse Khama Road, Sedie Ward, 00267-6860177, http://sedia-hotel.com; EZ/DZ ab € 97/106 ÜF). Sparfüchse nutzen den dazugehörigen Zeltplatz für € 8,50/Pers. und können sich wie die Hotelgäste im Pool erfrischen. Okavangodelta: Im Delta gibt es viele nur über den Luftweg erreichbare Luxus-Lodges. Das Moremi Game Reserve lässt sich auch mit dem Geländewagen befahren.

Eine gute Lage haben die kleinen Bungalows des »Khwai Guest House« in Khwai Village am North Gate des Moremi Game Reserve, das Selbstfahrer mit dem Allradfahrzeug erreichen (00267- 6863763, www.khwaiguesthouse. com). Hier stehen zur Wahl: Unterkunft mit Halbpension und Transfers vom/zum Khwai Airstrip für US$ 140/Pers., mit VP, Transfers und zwei Ausflügen für US$ 275/Pers. Eine 3-stündige Safari kostet US$ 60, eine ganztägige US$ 135, eine Nachtsafari US$ 60. Der Überlandtransfer ab Maun (3,5 Std.) kostet US$ 165, der Flug ab Maun US$ 230, jeweils pro Person und Strecke.

Erlesene Oasen sind private Safari-Lodges und Camps, die für Unterkunft, Verpflegung und Game Drives teilweise über € 1.000 pro Person und Nacht kosten. Zu den renommiertesten Unternehmen gehört u. a. Desert & Delta Safaris (http://desertdelta.com), das z. B. die »Xugana Island Lodge« und das »Camp Okavango« (beide US$ 590-1.030/Pers.) betreibt. Zu Wilderness Safaris (http://wildernesssafaris. com) gehören z. B. das in die Bäume gebaute »Tubu Tree« (US$ 1.195-1.349/Pers.) und die »Xigera Safari Lodge« (Eröffnung Juni 2020, US$ 2.550-3.950/Pers.).

Nata: Auf dem Weg zum Nata Bird Sanctuary liegt die »Nata Lodge« (00267-6200070, www.natalodge.com; EZ/DZ ab US$ 114); Pluspunkte sind Pool, Bar, Restaurant und Safaris ab € 25.

Kasane/Chobe: Zweckmäßig und preisgünstig ist die »Tlou Safari Lodge« (00267-75222272, www.tlousafari.co.bw; EZ/DZ ab € 100). Mit Pool; Angebote für Game Drives und Aktivitäten.

46 stilvolle »Safari-Zimmer« hat die »Chobe Safari Lodge« direkt am Parkrand (00267-6250383, http://underonebotswanasky.com; EZ/DZ ab US$ 180). Pool, Game Drives, Tourangebote. Khama Rhino Sanctuary: Zelten in Afrika ist ein Erlebnis. Auf dem Campground des Naturparks kostet Camping € 10 pro Person. Wer ein festes Dach über dem Kopf bevorzugt, nimmt sich ein »Chalet«, d. h. eine Hütte (€ 64-85, www.khama rhinosanctuary.org.bw).

In Botswana unterwegs

Bus: Zwischen den größeren Städten fahren Linienbusse, z. B. von Gaborone nach Maun (850 km, 11 Std., € 25), aber nicht in die interessantesten Ecken des Landes.

Mietwagen: Ein Kleinwagen mit Premiumschutz, Freikilometern und ohne Selbstbeteiligung ist ab Gaborone Airport ab € 200/Woche erhältlich, ein Geländewagen ab € 700/Woche (Metapreisvergleich www.REISE-PREISE.de/mietwagen). In Johannesburg sind die Preise niedriger (Kleinwagen ab € 95, Geländewagen ab € 370/Woche)

4x4-Camper: In Maun kostet ein Toyota Hilux mit Campingausstattung, Satelliten-Telefon und GPS in der Nebensaison bei 3-10 Miettagen pro Tag US$ 159, ohne Campingausstattung US$ 137 (Travel Adventures Botswana, 00267- 6840351, https://traveladventures botswana.com). Maun Self Drive 4x4 00267-6861875, www.maunself drive4x4.com) vermietet einen Nissan Hardbody mit Campingausstattung für € 167 und übernimmt auf Wunsch auch die Reservierung von Campsites und Lodges.

Selbstfahrer sollten ihr Fahrzeug in abgelegenen Gebieten bei jeder Gelegenheit auftanken (€ 0,80/l). Abstecher nach Victoria Falls: Selbstfahrer fahren hinter Kasane über den Grenzübergang Kazungula. Individualisten ohne Auto können über eine Agentur wie Iswiza Travel Agency (www.iswizatravel agency.com) einen Tranfer arrangieren (Kasane -Vic Falls € 31 oneway) oder einen Tagesausflug buchen (z. B. bei United Safari Travel, http://ust-vicfalls.com, ab US$ 40/Pers. plus US$ 30 Eintritt; oder im Hotel, z. B. bei »Tlou Safari Lodge « € 116 inkl. Lunch und Eintritt).

Essen & Trinken

Die Luxuslodges bieten ihrem Publikum entsprechend internationale Küche und Wildgerichte, in den Städten wird viel Fast Food angeboten. Die ursprüngliche Küche ist sehr einfach. Zu Pap, einem Brei auf Mais-Basis, kommen Gemüse, Hühnchen oder Rindfleisch. Im Okavangodelta werden Tilapia-Fische gefangen, als Beilage dazu gibt’s z. B. gekochten Kürbis.

In mittelpreisigen Restaurants kostet ein gemischter Salat € 7, eine Portion Pasta € 8,50, ein Steak ab € 9. Ein Flasche heimisches CastleBier kostet ab € 1,70, Wasser (0,5 l) und ein Softdrink je € 1,30, ein Glas Wein € 2,50, ein Cocktail ab € 3 und eine Tasse Kaffee € 1,20-1,70. Ein besseres Lunchbuffet kann durchaus ab US$ 30, ein Abendbuffet ab US$ 40 kosten. Selbstversorger decken sich in Supermärkten wie Choppiesein; man zahlt etwa gleich viel wie in Mitteleuropa. Essenziell ist Wasser: Ein 5-l-Kanister kostet € 1,50-1,70. Alkoholika gibt es in Bottle Stores(Sixpack Bier € 5)

FLÜGE BUCHEN

Mit Lufthansaoder South African Airwaysnach Johannesburg, weiter mit Air Botswana nach Maun (ab € 1.008), British Airwaysüber London/Johannesburg ab € 908. Eine Variante ist ein Gabelflug Maun//Victoria Falls (ab € 1.050).

FLUG ab € 908

Preise ermittelt über World-of-Flights.de

Gut informiert von A bis Z

DIE HIGHLIGHTS ##@@Botswanas Schätze sind die Naturparks. Der Eintritt in einen Nationalpark wie Chobe beträgt € 10 pro Person und Tag, dazu kommt ggf. die Gebühr fürs Fahrzeug (€ 4/Tag für ausländische Fahrzeuge). Eine Bootstour auf dem Chobe River kostet € 23.

TOUREN UND SAFARIS

Wer seine Botswana-Tour individuell planen will, der sollte eine Kombination aus Mietwagen und organisierten Touren ins Auge fassen. Wer sparen will, bucht einen günstigen Flug nach Johannesburg oder Windhoek, übernimmt am Airport einen Pkw, fährt damit auf Asphaltstraßen bis Maun und bucht vor Ort Ausflüge oder Mehrtagetouren. Angeboten werden mehrstündige Safaritouren in Naturparks (€ 20-40/Pers.) und Pauschalpakete (z. B. 3-Tage Okavango ab Maun mit Übernachtungen im Zelt bei Go Bold Adventure ToursUS$ 250/Pers. bei mind. 6 Teilnehmern; 00267-6840352, www.goboldadventure tours.com). Selbstfahrer können die meisten Parks mit dem Geländewagen befahren. Die Parkeintrittsgebühren (für Auto und Personen) können an den Gates bezahlt werden. Bei einigen Parks muss man eine Buchung für eine Unterkunft bzw. Campingplatz vorweisen. Die staatlichen Camps sind beim DWNPzu reservieren (Department of Wildlife and National Parks, 00267-3180774, www.mewt.gov.bw/DWNP), die privaten Camps bei verschiedenen Agenturen. Reserviert werden sollte grundsätzlich frühzeitig! Unterm Strich kann es günstiger sein, an einer organisierten Reise teilzunehmen oder sich ein Programm von Spezialisten maßschneidern zu lassen.

SICHERHEIT

Die Kriminalitätsrate ist niedrig. Botswana ist ein sicheres Reise- land mit freundlichen Menschen; es gelten nur die üblichen Vorsichtsmaßnahmen.

AUSKÜNFTE

Botswana Tourism:www.botswana tourism.co.bw.

REISEFÜHRER

»Botswana«, Ilona Hupe Verlag 2019, € 24,90; »Botswana, Oka -vango & Victoriafälle«, Iwanowski’s Reisebuchverlag2019, € 22,95; »Reise-Handbuch Botswana«, DuMont Reiseverlag2019, € 24,95.

PAUSCHALANBIETER

Elefant-Tours(0761-6116670, www.elefant-tours.de); Karibu Safaris (08152-3956390, www.karibubotswana-safaris.de); Outback Afrika (037437-53880, www.outbackafrica.de); Travel Team Africa (05323-93710, www.travel team.de); Umfulana(02268-922980, www.umfulana.de).

PREISNIVEAU

Mindestausgaben bei einfachen bis mittleren Ansprüchen inkl. ½ Doppelzimmer.

DAS KLIMA IN BOTSWANA (Maun)


Fotos: kavram/iStock.com, Lucian Coman/ Ondrej Prosicky (3)/Shutterstock

Fotos: mbrand85/Ondrej Prosicky/Shutterstock, Blaine Harrington III/Anne and Steve Toon/National Geographic Image Collection/Cultura Creative (RF)/Alamy Stock Photo