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Branche: HINTER DEN KULISSEN


FFussball Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 28.01.2021

Anna Kraft ist die schnellste Moderatorin im deutschen Fernsehen. Seit 2018 geht die ehemalige Deutsche Meisterin im Sprint/Staffel für Eurosport an den Start.


DIE HEIMLICHEN MA CHER DES FRAUENFUSS BALLS

Artikelbild für den Artikel "Branche: HINTER DEN KULISSEN" aus der Ausgabe 1/2021 von FFussball Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: FFussball Magazin, Ausgabe 1/2021

Anna Kraft ist das Gesicht der FLYERALARM Frauen-Bundesliga auf Eurosport.


Anna Kraft (35) ist als Moderatorin bei Eurosport eines der Gesichter der FLYERALARM Frauen-Bundesliga. Die ehemalige Sprint-Leichtathletin arbeitete als Sportjournalistin unter anderem für Sat1, Sky und ZDF, bevor sie 2018 zu Eurosport wechselte. Privat ist sie mit dem Fußballkommentator Wolff-Christoph Fuss verheiratet und wurde ...

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... Ende November zum zweiten Mal Mutter. FFussball hat die Journalistin vor Weihnachten getroffen.

Hallo Anna, Du stehst wenige Wochen nach der Geburt Deiner zweiten Tochter wieder im Eurosport-Studio, wie geht es Euch? Der Zeitpunkt der Geburt war ja etwas kurios…
Uns geht es sehr gut! Ja, genau, ich habe noch den Vorlauf des 10. Spieltags von VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt donnerstags aufgezeichnet und lag dann pünktlich zum Anpfiff am Freitagabend im Kreissaal und habe meine Tochter bekommen. Und drei Wochen später, nach der Länderspielpause, war ich wieder fit und habe die Moderation bei Essen gegen Potsdam übernommen. Das hätte ich vorher nicht gedacht. Da muss ich meiner Mutter wegen der Gene danken (lacht). Ich merke zwar, dass die Koordination mit meinem Job und dem meines Mannes Wolff und unseren zwei Kindern schwieriger wird, aber da ist Organisation das A und O.

Dein Mann Wolff-Christoph Fuss arbeitet als Fußball-Kommentator ebenfalls in der TVBranche: Unterhaltet Ihr Euch auch zu Hause über Eure Arbeit?
Wir sind gegenseitig die größten Kritiker in einem fußballverrückten Haushalt, tauschen uns viel aus. Wolff kennt sich durch meine Arbeit mittlerweile so gut im Frauenfußball aus wie nie zuvor.

Du selbst kommst als ehemalige Leichtathletin aus dem aktiven Spitzensport: Wie kam es zur Umorientierung und wie leicht fiel sie Dir?
Ich hatte einige Knieprobleme, war bereits von der Kurz- zur Langdistanz gewechselt und musste mir eingestehen, dass der Zug für größere Turniere abgefahren war. Ich habe nebenher Sport studiert und dann über verschiedene Praktika die Seiten von der Interviewten zur Interviewerin gewechselt, auch wenn mir der Umstieg nicht ganz so einfach gefallen ist. Da hat mir mein Ehrgeiz aus dem Leistungssport geholfen.

Hilft Dir DeineSportlerinnenkarriere bei Interviews mit den Spielerinnen der FLYERALARM Frauen-Bundesliga?
Definitiv! Wenn man Leistungssportlerin war und diese dann interviewt, kann man die Leistung besser wertschätzen. Zudem glaube ich, ein gutes Fingerspitzengefühl zu haben: Ich würde Merle Frohms nie fragen, wie sie sich nach drei Gegentoren fühlt.

Was schätzt Du persönlich an der Frauen-Bundesliga?
Ich bin eher zufällig zum Frauenfußball gekommen. Eurosport hatte die TV-Rechte der Männer-Bundesliga gerade abgegeben und mir als Alternative die Moderation der Frauen-Bundesliga angeboten. Ich hatte zu dem Zeitpunkt ehrlicherweise nur wenig Bezug zum Frauenfußball gehabt, auch wenn ich durch meine Freundin Navina Omilade (ehemalige Nationalspielerin, Anm.) einige Einblicke bekommen habe. Nach etwas Bedenkzeit habe ich zugesagt, es war also Liebe auf den zweiten Blick, aber wenn man einmal Blut geleckt hat… Frauenfußball ist einfach eine geileSportart!

Was ist das Besondere an der Arbeit mit den Spielerinnen und Trainern im Frauenfußball, auch im Vergleich zum Männerfußball?
Die Nahbarkeit. Spielerinnen und Verantwortliche freuen sich über das Medieninteresse. Man hat nicht das Gefühl, dass sie genervt sind. Es zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, wenn sich ein Trainer eine halbe Stunde vor Trainingsbeginn die Zeit für ein Interview nimmt. Die Bereitschaft, detaillierte Einblicke zuzulassen gibt es im Männerfußball eher nicht.

Seit der Saison 2019/20 überträgt Eurosport freitagabends das Top-Spiel der FLYERALARM Frauen-Bundesliga: Warum ist der Sender die richtige Plattform dafür?
…weil Eurosport von tollem Livesport lebt. Die FLYERALARM Frauen-Bundesliga ist da richtig aufgehoben.

Wie wichtig ist dieser regelmäßiger Sendeplatz freitagabends um 19.15 Uhr für die Liga?
Der ist unabdingbar. Die Fußballverrückten, die das Flutlichtspiel der Mädels gucken wollen, wissen, welchen Knopf sie freitags um 19.15 Uhr auf der Fernbedienung drücken müssen.

Anfang Oktober gab es heftige Kritik, als Eurosport statt dem angekündigten Match zwischen Hoffenheim und Bremen ein Tennis-Spiel zeigte…
Das hat etwas mit den TV-Verträgen von Eurosport mit verschiedenen Sportarten und Verbänden zu tun, das ist leider auch in der Zukunft nicht gänzlich ausgeschlossen. Dass das für Unmut bei Fans sorgen kann, ist verständlich. Die Kommunikation könnte da von allen optimiert werden, damit man solche Situationen besser nachvollziehen kann. Vielleicht kann man dann auch über Alternativübertragungen, zum Beispiel online, nachdenken.

Was, außer mehr Kommunikation, muss noch getan werden, um die Präsenz der Liga zu erhöhen?
Wir brauchen mehr Gesichter und Storytelling. Wir müssen den Menschen die Spielerinnen und Protagonisten des Frauenfußballs näher bringen, indem wir all die coolen Geschichten erzählen, wenn der Duisburger Chefcoach Thomas Gerstner das Interview unterbrechen muss, um die Waschmaschine mit den Trikots auszustellen. Wir sind da alle gefragt: Die Medien, der Verband, die Vereine müssen da noch enger zusammenarbeiten, aber wir sind auf keinem schlechten Weg. Außerdem finde ich es klasse, wenn beim Media Day zu Saisonbeginn wie beim FC Chelsea beispielsweise Männer zusammen mit Melanie Leupolz oder Pernille Harder gemeinsam fotografiert werden. Es ist wichtig, dass Männerlizenzvereine Frauenteams nicht nur aufnehmen, weil es ein „Nice-to-have“ ist, sondern mit Aktionen vorleben, dass es im Verein sowohl Männer- als auch Frauenfußball gibt. Auch den Anstoß von Christian Seifert, die Frauen-Bundesliga zukünftig bei der DFL aufzunehmen, um deren Belange und Organisation auf eine andere Ebene zu heben, ist für mich der richtige Weg.


“Wenn man Leistungssportlerin war und diese dann interviewt, kann man die Leistung besser wertschätzen.


Die deutsche Nationalmannschaft hat bei den letzten Turnieren nicht ganz wie erwartet abgeschnitten, die Olympia-Teilnahme wurde verpasst und der Stellenwert der Liga ist noch nicht auf dem Niveau, das sich die Beteiligten wünschen: Wo steht der deutsche Frauenfußball Deiner Meinung nach?
Das ist mir zu negativ. Denn trotz der Ernüchterung bei EM oder WM finde ich, dass Martina Voss-Tecklenburg und ihr Team auf dem richtigen Weg sind: Die perfekte EM-Qualifikation hat gezeigt, dass der deutsche Frauenfußball wieder auf dem Vormarsch ist. Und die Liga ist für mich weiterhin die stärkste der Welt, weil sie so ausgeglichen ist – auch wenn sich in England oder Spanien einiges tut.

Corona hat uns alle, auch Deine Arbeit verändert, was wünschst Du Dir für 2021?
Ich erhoffe mir natürlich, dass alle gesund bleiben. Für meine Arbeit würde ich mir den Rasen zurückwünschen: Gerne würde ich die Mädels und Trainer – auch mit dem Mindestabstand – live vor mir sehen, um sie zu interviewen. Denn Fußballübertragungen vor Ort sind am schönsten.