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BRANDUNGSANGELN: MIT DEM WELTMEISTER IN DER WELLE


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 120/2018 vom 09.11.2018

Der NiederländerFrank Peene wurde im vergangenen Jahr in Südafrika Weltmeister im Brandungsangeln. Er verrät seine wichtigsten Tipps und Tricks, die Ihnen auch am heimischen Strand zu tollen Fängen verhelfen.


Artikelbild für den Artikel "BRANDUNGSANGELN: MIT DEM WELTMEISTER IN DER WELLE" aus der Ausgabe 120/2018 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Blinker, Ausgabe 120/2018

„Da draußen stehen die Fische“ – wer das Wasser richtig deuten kann, fängt mehr als andere.


„BEI DER SPOTWAHL MUSS MAN AUF DIE KLEINSTEN DETAILS ACHTEN.“


In der Salzwasser-Wettkampfszene spielt Frank Peene schon seit Jahren an der Spitze mit, sowohl in den Niederlanden, als auch auf internationalem Niveau. Deshalb weiß der erfahrene Meeresangler aus Westkapelle (Zeeland) wie kein anderer, wie man ...

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... einen Brandungsansitz erfolgreich gestaltet. „Es sind manchmal nur die kleinen Details, die den Unterschied ausmachen. Besonders wenn es mal nicht so rund läuft, kann man mit ein paar kleinen Veränderungen die Fische doch noch zum Biss verleiten. Als Wettkampfangler versucht man immer das Maximum rauszuholen. Selbst wenn die Fische gut beißen, kann man noch etwas verbessern“, meint der 33-jährige. Dass diese Einstellung Früchte trägt, geht deutlich aus dem Wettkampf hervor, der dieser Reportage am Strand von Westkapelle vorausging. Peene entschied den letzten Wettkampf der Penn Korps Competition 2017 für sich – mit 54 Fischen – und ließ damit 169 andere Teilnehmer hinter sich. Hier stellt er seine wichtigsten Tips für Brandung vor.

Makrelenfetzen und Muscheln fangen auch an besonders schwierigen Tagen.


1 GUT VORBEREITEN

Ein erfolgreicher Brandungsansitz beginnt genau wie ein Wettkampf mit einer guten Vorbereitung. Man muss wissen, welche Fischart man beangeln möchte und sollte möglichst aktuelle Informationen einholen, wie die Angelei am gewählten Platz zuletzt lief. Ganz wichtig ist die Wettervorhersage (Windstärke und -richtung, Gezeiten und die Strömung). Beginnt man vielleicht bei Hochwasser? Dann angle ich zuerst ufernah. Mit ablaufendem Wasser muss man dann weiter werfen, um größere Tiefen zu erreichen. Auch wenn man beim Angeln einen Plan hat, sollte man nicht um jeden Preis daran festhalten. Sollte etwas nicht so funktionieren wie geplant, wechselt man besser auf eine andere Taktik.

Zeit ist Fisch! Frank hat seine Köder und sein Gerät so aufgebaut, dass er alles jederzeit griffbereit hat.


2 FRISCHE KÖDER

Nichts ist so wichtig wie der Köder,- mit dem man angelt. Je frischer, desto besser, ist meine Devise. Auch sollte man sich nicht auf einen Köder beschränken. Viele Brandungsangler benutzen ausschließlich Seeringel- und Wattwürmer. Weniger bekannte Ködersorten wie Schwert- oder Herzmuscheln und Fischstückchen zum Beispiel von der Makrele werden oft unterschätzt. Dabei bringen sie an Tagen den entscheidenden Fisch – besonders, wenn die Angelei sehr zäh ist und man alles aufbieten muss, um überhaupt einen Flossenträger zu fangen.

3 DREI OFFERTEN

Es gibt Tage an denen die Fische alles attackieren, was ihnen vors Maul kommt. Sie können aber auch sehr wählerisch sein. Um herauszufinden, was an einem Angeltag am besten läuft, befestige ich an den drei Haken meiner Paternostermontage drei verschiedene Köder (anstatt die drei Haken mit denselben Ködern zu bestücken). So entdeckt man schnell, welcher Köder an dem Tag am besten fängt.

Ein „Full House“ ist beim Brandungsangeln realistisch – aber nur, wenn der Köder stimmt.


Konzentriert erfühlt Frank nur mit dem ausgeworfenen Blei die Grundkonturen.


4 DEN ANGELPLATZ ERFORSCHEN

Geht es an einen neuen Strandabschnitt? Beobachten Sie dort das Wasser, bevor Sie anfangen zu angeln. Sieht man außerhalb der Brandung Wellen, die sich brechen? Dann liegt dort eine flachere Zone, zum Beispiel eine Sandbank. Um diese verlaufen oft tiefere Rinnen. Hat man dann einen Platz gewählt, sollte man erst ein paar Mal nur mit einem Blei auswerfen und dieses langsam zurück über den Grund einholen. Mit einer geflochtenen Schnur erfühlt man dann genau, wo die Untiefen, Kanten und Rinnen sich befinden.

Eine lange straffe Rute und eine kürzere Beachfeeder mit sensibler Spitze. Oft greift Frank zum leichteren Modell.


5 EHER NAH ANGELN

Jeder Brandungsansitz ist anders. Entsprechend sollte man sein Material auch immer der gewünschten Fischart und der Distanz, auf die man angeln möchte, anpassen. So sind zum Beispiel mit den leichten und straffen Brandungsruten von heute extrem weite Würfe möglich. Oft aber ist es besser, dicht unter Land zu angeln. Dazu benutze ich leichtere Ruten oder einen Beachfeeder. Diese Ruten sind viel weicher und die Köder bleiben beim Wurf intakt und am Haken. Man kann dann selbst mit einem Bündel Köder angeln, ohne dieses am Haken festbinden zu müssen. Außerdem zeigt die sensiblere Feederspitze Bisse deutlicher an und es schlitzen aufgrund der weicheren Aktion weniger Fische aus.

Mit einem Köder-Gummi („Bait Elastic“) wird der Wattwurm gesichert. So rutscht er auch bei Gewaltwürfen nicht vom Haken.


6 SICHERUNGSBAND

Bei einem weiten Wurf werden enorme Kräfte freigesetzt. Der Köder muss beim Wurf und der Landung aufs Wasser einiges aushalten. Da man mit einem blanken Haken nichts fängt, benutze ich einen dünnen Gummifaden, um den Köder am Haken zu fixieren. Er ermöglicht es auch, zwei verschiedene Ködersorten zu kombinieren, indem man sie einfach zusammen anbindet – wozu ich eine Ködernadel benutze. Darüber hinaus sorgt der elastische Bindfaden dafür, dass Krabben und vor allem Garnelen den Köder nicht so schnell abfressen können.

7 UNTERSCHIEDLICHE BISSE

Verschiedene Fischarten beißen auf unterschiedliche Art und Weise. Ein Wolfsbarsch kann zum Beispiel einen kräftigen Ruck an der Rutenspitze verursachen. Dann gilt es schnell anzuschlagen, sonst verliert man den Fisch. Eine Flunder nimmt den Köder eher träge auf und erzeugt oft ein paar Zupfer an der Rutenspitze. Dann gibt man etwas Schnur, so dass der Fisch die Chance bekommt, den Köder richtig zu packen.

Wittlinge verursachen meist recht deutliche Bisse und packen den Köder gierig.


Um den Wirbel zu stoppen, verwendet Frank zwei auf die Schnur geklebte Perlen. Dadurch muss er nicht knoten, das schont die Schnur.


8 EINFACH ANGELN

Vorfächer sind ein heiß diskutiertes Thema beim Brandungsangeln. Mein Rat ist es, alles so simpel wie möglich zu halten. Es ist vor allem wichtig, dass sich die Seitenarme mit den Haken nicht mit dem Vorfach verheddern. Darum verwende ich oft Kleber beim Vorfachbau. Dabei sitzt der Seitenarm an einem Wirbel mit Perle, der sich zwischen zwei auf das Vorfach geklebten Perlen befindet. So braucht man keinen Knoten in das Vorfach zu binden. Zudem benutze ich spezielle Clips zum Befestigen des Seitenarms am Vorfach. Diese sorgen dafür, dass sich Vorfach und Seitenarm nicht so leicht verwickeln.

Unterschiedliche Montagen transportiert Frank auf Schaumstoff-Rollen aufgewickelt mit ans Wasser.


9 VORFACH-VARIATIONEN

Man sollte immer eine ausreichend große Auswahl an fertig gebundenen Vorfächern dabeihaben. Die Länge und Dicke der Hakenschnur kann manchmal den Unterschied ausmachen, ob man gut, oder auch gar nicht fängt. Was an dem spezifischen Tag geht, muss man am jeweiligen Platz herausfinden. Dabei sollte man bedenken, dass eine lange und dicke (0,30-0,45mm) Hakenschnur viel Strömungswiderstand bietet, so dass der Köder in Bewegung gerät. Eine dünne (0,22 – 0,30mm) und kurze Hakenschnur sorgt ganz einfach dafür, dass der Köder sicher am Grund liegen bleibt. Um die fertigen Vorfächer schnell wechseln und transportieren zu können, benutze ich spezielle Montagen-Aufwickler aus Schaumstoff in einer Köderbox.

10 BEWEGTE KÖDER

Ein Köder, der sich bewegt, zieht Fische an. Die Bewegung kann man über die Seitenarmwahl beeinflussen. Strömt es heftig, nehme ich eine dünne (0,22er bis 0,30er) Leine. Ist die Strömung geringer, gebe ich einer dickeren (0,30er bis 0,45er) Schnur den Vorzug, oder verlängere den Seitenarm. Das mache ich, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass man an dickeren Hakenschnüren oft größere Fische fängt. Der Grund ist wahrscheinlich der Unterschied in der Art, wie sich der Köder in der Strömung bewegt. So kann man ziemlich selektiv angeln, wenn es an der Stelle viele kleine und untermaßige Fische gibt. Um den Köder in Bewegung zu halten, kann man auch ab und zu langsam etwas Schnur einholen. Neugierige Fische wie Flundern fassen dann oft noch nach.

Auch durch die Größe der Haken kann man bei unterschiedlichen Strömungen dafür sorgen, dass sich der Köder bewegt.


11 GEFLOCHTENE SCHLAGSCHNUR

Es gibt Tage, an denen man die Fische wirklich weit draußß - en suchen muss und an denen jeder Meter Wurfweite zählt. In diesem Fall knote ich immer eine geflochtene Schlagschnur (0,22 – 0,26mm) von etwa drei Rutenlängen an meine Hauptschnur. Im Vergleich zu einer monofilen Schlagschnur gewinne ich etliche Meter Wurfweite! Achtet beim Wurf darauf, einen Fingerschutz zu verwenden, sonst schneidet sich die Geflochtene beim Wurf in euren Finger.

Frank verwendet häufig eine geflochtene Schlagschnur. Unbedingt auf Fingerschutz achten!


SCHLÜSSEL ZU TOP-GEWÄSSERN

Meeresangeln in den Niederlanden ist richtig im Kommen! Viele Deutsche Angler schätzen die Artenvielfalt und das unbürokratische am Fischen in Holland: Das Angeln im Meer ist hier frei! Nur in Deltas ist der ZeeVISpas notwendig. Mit dem VISpas können sie fast alle Binnengewässer beangeln.
► Infos: www.fishinginholland.nl
► VISpas online: www.vispas.nl
► Infos: www.sportvisserijnederland.nl


FOTOS: S. BOER