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Braucht man Hilfszügel und Hilfsmittel zum Reiten?


Piaffino - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 29.05.2019
Artikelbild für den Artikel "Braucht man Hilfszügel und Hilfsmittel zum Reiten?" aus der Ausgabe 1/2019 von Piaffino. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Piaffino, Ausgabe 1/2019

„Na sicher bleibt sie [das Pferd] in der Position. Denn sie hat ja keine Wahl. Aber wenn du sie fragst, wie sie sich fühlt, ist sie still. Denn sie hat keine Stimme.“

Liebes Tierarzt-Team, hier eine Frage die mir schon eine Weile durch den Kopf geht: Braucht man Hilfszügel und Hilfsmittel zum Reiten?
Lori, 10 Jahre, aus Berlin

Liebe Lori, das ist eine sehr gute Frage, da vor allem Hilfszügel in den meisten Reitschulen tagtäglich benutzt werden.

Hilfszügel sind alle Arten von Zügel, die zusätzlich zu den normalen Zügeln am Gebiss des Pferdes angebracht und am Sattel oder Voltigiergurt befestigt werden. ...

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... In den meisten Reitschulen werden vor allem Ausbindezügel verwendet, um den Kopf des Pferdes in einer bestimmten Position zu fixieren. Man nutzt sie auch häufig zum Longieren.

Nun kommt die Antwort auf Deine Frage: NEIN, man braucht KEINE Hilfszügel, bei keinem Pferd und in keiner Situation. Nicht zum Longieren und schon gar nicht zum Reiten. Warum?

Der Hilfszügel zwingt den Kopf des Pferdes in eine bestimme Haltung, ohne nachgiebig zu sein. Was die Leute damit bezwecken wollen, ist, dass das Pferd den Kopf „runter“ nimmt. Dadurch sieht es zum einen für die meisten Menschen „runder“ und „schöner“ aus. Zum anderen wollen sie dadurch das Pferd gefügig machen, vor allem für Kinder oder Reitanfänger. Dies ist eine unehrliche und gefährliche Methode, die zu schmerzhaften Verspannungen beim Pferd führt. Es kann nicht ausdrücken, wie es ihm gerade geht oder wie in Wahrheit sein Ausbildungsstand ist. Eigentlich sollte das Pferd sich runden, indem es in seiner Ausbildung voranschreitet und sich hinten mehr setzt, worauf es sich vorne aufrichtet und ’rund’ wird. Dieser Ausbildungsschritt wird übergangen. Die Kopf-Position wird erzwungen. Die Reitschüler lernen auf solchen Pferden nicht wirklich Reiten. Dadurch, dass die Pferde ausgebunden sind, können die Reiter nie erfahren, wie das Pferd sich anfühlt, wenn es den Kopf frei tragen

darf.

FRAG DEN TIERARZT

Deine Christina Wunderlich, geboren 1987, hat an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Tiermedizin studiert. Nach erfolgreichem Abschluss hat sie sich ihrer Leidenschaft, der Reitkunst, gewidmet und lebte einige Zeit in Portugal um direkt bei Reitmeister Manuel Jorge de Oliveira zu lernen. Mittlerweile leitet sie seinen Stall „Oliveira Stables“ in 86875 Waal in Deutschland.

Schick deine Fragen an Christina Wunderlich:
Wu Wei Welt e.K., Piaffino, Stichwort: Frag den Tierarzt, Alleeweg 1, D-86875 Waal Telefax: +49 (0) 81 92 / 93 42 57, E-Mail: info@wu-wei-welt.com

Der junge Lusitanohengst Heroi trägt Kopf und Hals für den Galopp völlig frei, um sich ausbalancieren zu können. Die Hand von Martina begleitet das Pferd nur.


Meistens werden die Pferde zudem in eine tiefe Position gezwungen, die gleich doppelt schlecht ist. Denn durch diese tiefe Kopfhaltung wirken extreme Kräfte auf seine Muskeln, Sehnen, Bänder und Knochen, die bei dauerhafter Anwendung nur schwer reparierbare Schäden und Verspannungen im Pferdekörper hervorrufen. Anders verhält es sich mit anderen Hilfsmitteln wie zum Beispiel Gerte und Sporen. Diese sind durchaus sinnvoll und erlaubt, natürlich nur, wenn sie korrekt eingesetzt werden. Beides sind Verstärker für die Beinhilfen. Die Gerte ist wie dein verlängerter Zeigefinger. Mit der Gerte kann man ein Pferd mal aufwecken, oder für die Piaffe-Arbeit touchieren (leicht berühren) oder auch den Spanischen Schritt üben. Mit den Sporen lässt sich die Beinhilfe sehr genau geben. Aber: Die Sporen muss man sich verdienen. Sie haben also nichts am Reitstiefel eines Reitanfängers verloren!

Deine Christina Wunderlich

Hier noch eine Anmerkung zum Thema Kandarenzügel oder: Warum Alessia auf dem Piaffino-Titelbild einen Kandarenzaum benutzt: Der Kandarenzügel ist kein Hilfszügel, sondern gehört zur Zäumung auf Kandare- Unterlegtrense dazu. Bei schon weiter ausgebildeten Pferden und Reitern ist diese Zäumung sehr sinnvoll, da man sowohl die hebende Wirkung der Wassertrense nutzen kann als auch die beizäumende Wirkung der Kandare, somit kann man noch mehr Feinheit bei seinem Pferd erreichen. Natürlich wie immer vorausgesetzt, der Reiter kann damit umgehen.

Fotos: Paulina Vogelgsang Zeichnung: Der Urheber ließ sich nicht ermitteln. Er möge sich gerne melden.