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Bruno Bruni Moderne im Gewand der alten Meister


Sammler Journal - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 26.09.2019

Seine Liebe gilt bis heute den alten Meistern, vor allen denen seines Heimatlandes. Bruno Bruni ist Italiener durch und durch. Zu seinen großen Vorbildern zählen Michelangelo, Raffael da Urbino, Piero de la Francesca, Leonardo da Vinci. Seine Künstler -augen interessieren sich für das Figürliche, den menschlichen Körper, dessen genaue Anatomie. Und für sein Wesen, seine menschliche und atmosphärische Seite, sein politisches Weltbild.

Artikelbild für den Artikel "Bruno Bruni Moderne im Gewand der alten Meister" aus der Ausgabe 10/2019 von Sammler Journal. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sammler Journal, Ausgabe 10/2019

Oben: Bruno Bruni erklärt

Links: Blick in das Atelier von Bruno Bruni in Hamburg Altona

Fotos © Jochen Splett München, Courtesy Fotograf und Quittenbaum Kunstauktionen ...

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... München

Für die meisten Italiener ist ihre Heimat sehr prägend, so auch für Bruno Bruni. Er liebt die Landschaft des Bel Paese, die bildende Kunst und Musik, die Küche – dies alles ist ihm sehr wichtig. 1935 kam er in der kleinen, bei Pesaro gelegenen Ortschaft Gradara zur Welt. Die Familie lebte in einem kleinen Bahnwärterhaus, der Vater war Eisenbahner. Das bescheidene Heim mit zwei Zimmern, eines für die Eltern, eines für die Kinder, hielt Bruno Bruni später in einem Ge mälde fest. Bruno Bruni wuchs im Zeitalter des italienischen Faschis - mus auf. Man sprach damals nicht über Politik, dennoch vertrat sein Vater eine betont antifaschistische Haltung.

Als Kind war Bruno Bruni öfter etwas kränklich und dieser Umstand sollte auch Einfluss auf seinen Werdegang ha ben. Die Eltern sandten ihn, damit er keinen körperlich anstrengenden Be ruf ausüben musste, zum Istituto d’Arte di Pesaro, wo er 1953 bis 1959 als Keramiker ausgebildet wurde, in der Bildhauerei Giuliano Vangi folgend, einem Vertreter der figurativen Skulptur. Seine Begeisterung für die Kunst war schon damals sehr groß, wie sich Bruno Bruni selbst er - innert: „Wir standen jeden Sonntag früh um fünf Uhr auf, gingen zum Ha fen und haben dort mit einer Be - geisterung gezeichnet, die es heute nicht mehr gibt. (…) Damals war kein Ge danke daran, dass man von der Ma lerei leben könnte, Geld verdienen, ein Auto kaufen. Malerei war un sere Religion. Wir dienten ihr mit Liebe und Respekt. Wir verehrten die al ten Meister. Über Bilder, die wir in Kirchen oder Museen gesehen hatten, wurde bis in die Nacht diskutiert.”

Nach seinem Studium bewarb sich Bruni als Kunsterzieher in seiner Heimatregion rund um Urbino – erfolglos. Ein Freund bot ihm ein günstiges One-Way-Flugticket nach London an, wo er sich mit allerlei nicht ganz leichten Gelegenheitsjobs durchschlug, dafür aber mit einer Ausstellung in einer kleinen Galerie in der Baker Street belohnt wurde. In London lernte er eine Hamburgerin kennen, die ihm von der norddeutschen Kunstakademie berichtete und er folgte ihrer Empfehlung und zog von der Insel auf das Festland. Er wurde an der Hochschule für bildende Künste (HfbK) angenommen und studierte bei Georg Gresko und Paul Wunderlich, hatte zudem Umgang mit dem damals hoch im Kurs stehenden Horst Janssen. Um sein Studium zu finanzieren, arbeitete er auf der Veddel. In der Kunstakademie be gann er mit Aktzeichnen und lernte hier seine erste Liebe kennen, ebenfalls eine Kunststudentin. Dies war die Fotografin Sigrid Rothe, die nach einer großen internationalen Karriere mit einem 30-jährigen Aufenthalt in New York nun wieder in Berlin lebt. Im Jahr 1965 verließ er die Hochschule. Zwei Jahre später wurde er als junge norddeutsche künstlerische Hoffnung mit dem „Lichtwark Preis” ausgezeichnet, mit ihm sein Idol Otto Dix, sozusagen als al ter Meister, dazu der Bildhauer Ed - gar Augustin. Nachdem Bruno Bruni 1974 als Gast-Dozent für Grafik an die Akademie in Den Haag berufen worden war, zeichnete man ihn 1977 mit dem internationalen Senefelder- Preis für Lithografie aus, einer Technik, in der er wahre Meisterwerke zu schaffen wusste.

BRUNI-STILE

Seine frühen Lehrer Georg Gresko und Paul Wunderlich verfehlten nicht den Einfluss auf das Frühwerk von Bruno Bruni, dessen Radierungen aus dieser Zeit außerdem die Kenntnis des druckgrafischen Werkes von Horst Janssen abzulesen ist. Wichtig war Bruni außerdem der deutsche sozialkritische Realismus der 1920er-Jahre, allen voran lagen ihm Otto Dix und Georg Grosz, aber auch Rudolf Schlichter und Karl Hubbuch am Herzen. Seine Verehrung für diese vier Künstler ging so weit, dass er von ihnen, als er es sich finanziell erlauben konnte, auch Arbeiten ankaufte und für sich sammelte, mit ihnen in seinem Atelier und Studio lebte. Treffende Worte fand vor allem der Kunstkritiker Hanns Theodor Flemming im Jahr 1978 für Brunis Werk, das er unter dem Titel „Wiederkehr des Schönen” würdigte: „Alle Werke von Bruno Bruni werden von einem unverwechselbaren Zauber durchpulst. Sie entfalten sich zwischen Wunschtraum und Wirklichkeit, Wahrnehmung und Fantasie, Intuition und Formvollendung in einer grazilen Bildwelt voll erotischer Träumereien und künstlicher Paradiese. Fragilität ist mit Sensualismus, Zartheit mit Élan vital gepaart. Eine neue Wiederkehr des Schönen tritt in surrealem Ge wand faszinierend zu Tage.” Die Bandbreite der stilistischen Merkmale, die Flemming in dem komplexen Werk Brunis ausmacht, ist um - fangreich, umfasst Elemente von Surrealismus und Italianità, die auf ganz eigenständige Weise unlöslich in einander verwoben werden. Die Kunst des Quattrocento, des Manie- rismus, des Fin de Siècle und des italienischen Jugendstil, sie alle sind Bruni bekannt, von ihm studiert, verstanden, geliebt und finden in seinem Werk in seiner ganz eigenen Sprache Eingang. Sie erzählen dem Be trachter von seiner Freude an der Schönheit.

Von links oben nach unten: Bronzen von Bruno Bruni in seinem Atelier, darunter Venere Assoluta und Fortuna

„Fortuna”, Bronze von Bruno Bruni in seinem Atelier

Fotos © Fotograf und Jochen Splett München, Courtesy Quittenbaum Kunstauktionen München

„Venere Assoluta”, 2001, Bronze „Fortuna”, 2003, Bronze

Fotos © und Courtesy: Künstler und Edition Huber Offenbach

Von oben nach unten: Bronzen von Bruno Bruni in seinem Atelier, darunter zwei „Camaleonte” in farbig gefasster Bronze

Kandelaber und „Camaleonte”, beide Bronze, Tierplastik farbig gefasst

Kandelaber und „Camaleonte”, Bronze, farbig gefasst, von Bruno Bruni in seinem Atelier

Rechts oben: „Camaleonte”, 2015, grüner chinesischer Marmor

Fotos © Jochen Splett München, Courtesy Fotograf und Quittenbaum Kunstauktionen München

GANZ BRUNI

Die entscheidende Wende zum un - verkennbar eigenen Stil vollzog sich um 1965, als Bruni die Hamburger Kunsthochschule verließ und sich als Künstler selbständig machte. Von nun an schuf er eine Reihe höchst origineller Symbiosen aus Mädchenakten und Blumenbuketts, kombiniert mit Blüten und Knospen, die im Be wegungsmotiv die Geste des Ausziehens oder Überstreifens eines Ge - wandes zitieren. Diese Gesten und Be wegungen kehren auch in den späteren Schöpfungen wieder und finden schließlich in den Bronzefiguren, den aufrechtstehenden Mädchenakten mit den typisch überlangen Beinen, ihren finalen Ausdruck. Oftmals sind sie mit „Venus” und einem bestimmten Attribut betitelt.

DER MANTEL: FREI NACH GOGOL

Eine im Jahr 1842 erschienene No - velle von Nikolai Gogol mit dem Titel „Der Mantel” inspirierte Bruni zu ei - ner Reihe von Gemälden, auf denen ein Mantel oder ein Stillleben aus mehreren Mänteln zu sehen sind. In seinem Oeuvre sind sie ab 1969 unter dem italienischen Titel „Il Cappotto” zu finden. In der Erzählung von Gogol nimmt ein Mantel im Leben seines Protagonisten so viel Raum und Bedeutung ein, dass er zu der lebensbestimmenden Konstante für ihn wird. Dieser Mensch, ein ruhiger Beamter, wird nur durch seinen Mantel wahrgenommen und fühlt sich auch nur in ihm lebendig und bestätigt. Als ihm der Mantel gestohlen wird, zerbricht er geistig und seelisch daran und ist nicht mehr lebensfähig. Bei Bruni wird der Mantel zu einem autonomen Bildmotiv, dass nicht einmal mehr einen Träger oder Besitzer braucht. Der Mantel, immer surreal verfremdet und auratisch erhöht, wird nicht nur bildwürdig, sondern bildbestimmend, er wird zum Solisten, der zugleich einen Inhalt verbirgt oder einen verbergen könnte. Er wird „zu einem bewegten Symbol, das nicht nur die Handlung der Geschichte, sondern auch Seelenzustände wie Herzleid oder Melancholie verkörpert”, so bewertete ihn Hanns Theodor Flemming.

POLITISCHE IKONEN: ROSA LUXEMBURG UND CHE

Bruno Bruni ist nach seiner eigenen Aussage ein durch und durch politisch denkender Mensch. Dabei schlägt sein Herz links, er ist Kommunist. Als der marxistische Revolutionär, Guerillakämpfer, Arzt und Au tor Che Guevara dreißig Jahre nach seinem frühen Tod im Jahr 1967 endlich seine letzte Ruhestätte in Havanna finden kann, flog Bruno Bruni mit seinem Sohn Matteo nach Ku ba, um der Zeremonie beizuwohnen. Das Ereignis beschäftigte ihn und es entstanden etliche Zeichnungen, die den just verstorbenen Il Che als Motiv haben. Weitaus früher als 1997, nämlich schon im Jahr 1972, ar beitete er die Geschichte einer der einflussreichsten Vertreterinnen der eu ropäischen Arbeiterbewegung, des Marxismus, Antimilitarismus und des proletarischen Internationalismus auf. Es ist dies die Geschichte von Rosa Luxemburg. Er widmete ihr und ihrem brutalen Schicksal als Opfer der Militärs und Politik eine ganze Mappe mit sechs Lithografien, die heute vergriffen ist, aber zum Zeitpunkt ihrer Entstehung auf dem Kunstmarkt nicht reüssieren konnte. Bruni zeigte auf der Basis umfangreicher Recherchearbeit ihre Lebensstationen auf, beginnend mit einem Porträt von ihr als Zwölfjähriger, ge - folgt von einer Szene in der „Zitadelle zu Warschau” 1906. Sie ist bei ihm Mittelpunkt des „Sozialistenkongress 1907”, ein Motor der deutschen November-Revolution in Berlin 1918. Das letzte Blatt ist ihrer Er - mordung am „15. Januar 1919” ge - widmet. Einige der Szenen in dieser Mappe zeigen wieder nur Bekleidungsstücke wie Hüte und Mützen oh ne Gesichter, ohne Körper. Sie symbolisieren als Stellvertreter das Ge schehen, die Tragik. Textilien oh - ne Körper erscheinen auch in seinen Paaren, seien sie gemalt oder als Skulptur dreidimensional gestaltet, wieder. Sie sind dann nicht Stellvertreter tragischen Geschehens, sondern haben eine universellere Konnotation, so zum Beispiel im Fall der Zweifigurengruppen, die sich wie ein Liebespaar innig und zärtlich umarmen. Es können zwei von rückwärts ge sehene Regenmäntel oder auch der Bund eines schlanken nackten Mädchenkörpers mit einem Regenmantel und Hut sein, die eigentlich nicht von einem Körper getragen werden, sondern nur, wie ursprünglich in „Il Cappotto”, aus der Stofflichkeit der Bekleidungsstücke be - stehen. Dennoch wirken diese Figurengruppen wie Begegnungen voller Zärtlichkeit, wie eine Conditio Hu - mana stellen sie das Universelle von Liebe und Zuneigung dar.

Oben: „La Sorella”, 2002, Bronze

Fotos © und Courtesy: Künstler und Edition Huber Offenbach

Unten: „Drei Mäntel”, 2004, Öl auf Leinwand, 180 x 160 cm

Foto Bruno Bruni, Works 1962-2014, Ausstellungskatalog National Gallery of Armenia, Yerevan, 2014

Von links oben nach rechts unten: „Ercercises”, 1983, farbige Lithografie aus dem Mappenwerk Zürcher Ballett, Edition Volker Huber

„Movimento”, 1983, farbige Lithografie auf Bütten aus dem Mappenwerk Zürcher Ballett, Edition Volker Huber

Farbige Lithografie aus „Mafia”, 1979, Edition Volker Huber, Offenbach

Fotos © und Courtesy: Künstler und Edition Huber, Offenbach

„Con la mano al cuore”, 1984, farbige Lithografie

Foto Bruno Bruni, Works 1962-2014, Ausstellungskatalog National Gallery of Armenia, Yerevan, 2014

„IDEA”: DIE ZEICHNUNG

Neben Gemälden und Skulpturen nimmt die Zeichnung einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Oeuvres von Bruni ein. Eine Zeichnung ge - währt dem Betrachter immer einen ganz unmittelbaren Einblick in die Schaffensweise und Ideenwelt eines Künstlers, es ist gleichsam ein Blick hinter die Kulissen seiner persönlichen Fähig- und Ausdrucksmöglichkeiten. Nicht ohne Grund wurde in der italienischen Hochrenaissance die Zeichnung weitaus höher ge - schätzt als das ausgeführte Gemälde oder Fresko, denn in ihr spiegelte sich ganz unmittelbar die „idea” ihres Autors. Die Zeichnung ist es, die auf seine bildnerischen Gedanken weist, von der Genesis des Kunstwerkes berichtet. Der Betrach-ter schaut dem Künstler sozusagen über die Schulter, er nimmt daran teil, wie sehr die „idea” wahrnehmbare Formen annimmt. Bruno Bruni zeichnet noch heute jeden Tag, es ist die Basis seines Schaffens.

GLI ANIMALI

Seit rund 2014 gibt es einen neuen Aspekt im Werk von Bruno Bruni. Schon immer spielten Tiere für seine künstlerische Arbeit eine Rolle, doch aktuell stehen sie wahrlich im Vordergrund. Wie schon seine großen Vorbilder, denken wir an Al - brecht Dürers Hasen oder an das intensive Studium von Tieren durch Leonardo, der sich im Rahmen seiner Projekte für Reiterstandbilder im - merfort mit dem Thema Pferd auseinandersetzte. So studiert, zeichnet und malt auch Bruni gerne Tiere. Bei ihm sind sie meist allein auf der Bildfläche, in einer für die Spezies ganz ty pischen Haltung, so etwa ein brauner Sperling auf grauem Fond. Es kann aber auch ganz farbenprächtig werden wie im Falle „ Cameleonte”, den es als Zeichnung und Gemälde, als farbig gefasste Bronze oder als Marmorskulptur gibt. Bruni koppelt da bei gerne zurück. Seine Perspektive bedeutet nicht, wie sehen wir sein Chamäleon – obwohl dies in besonderem Maße eine Herausforderung für unserer Augen darstellt -, sondern er fragt sich: Wie sieht das Chamäleon uns? Martin Noffke versteht die neuerliche Hinwendung des Künstlers zur Welt der Tiere als eine Art Versuch zur Aufhebung unseres „an thropozentrischen” Weltbildes. Für ihn „zeigt uns” Bruni „das Wunder, das Wunder des Seins in seiner Ge samtheit auf diesem zarten blauen Planeten”.

Das Werk des Künstlers Bruno Bruni ist weitaus facettenreicher als auf ei - nigen Seiten darstellbar. Kontradiktorische Themen wie Mafia, Ballett, Bo xen, sie alle fanden in seiner Mo - tivwelt ihren Platz und ihre Würdigung. Für Boxkämpfe ist Bruno Bruni so gar nach New York geflogen, zu - hause hat er vor dem Fernseher keinen Kampf von Mohammed Ali verpasst – er liebt das ungeheuer Mutige an diesem Sport. „120 Boxer sind im Ring gestorben”, weiß er zu be - richten und wie Trophäen oder aus der Künstlerperspektive, wie ein Stillleben, hängen in seinem Hamburger Atelier ganze Sträuße von getragenen Boxhandschuhen. Er selbst hat natürlich auch geboxt. Als Künstler war Bruno Bruni auch in merkantiler Hinsicht sehr erfolgreich. 1972 entdeckte ihn Volker Hu - ber, der Gründer der gleichnamigen Edition in Offenbach. Daraus er - wuchs eine Zusammenarbeit, die ab da to bis zum heutigen Tag anhielt und auf sehr fruchtbaren Boden traf. Heute lebt Bruni Bruni überwiegend in Hamburg Altona, in einem umgebauten Hallenbad, das nach hundert Jahren Nutzung leer stand und ihm nach seinen Umbaumaßnahmen viel Platz für seine Arbeit und sein Leben einräumt. Dort zeichnet und malt er, entwirft und setzt seine Ideen um. Wie jeder Italiener, kann auch Bruno Bruni nicht ohne seine Wurzeln sein: Ist er nicht in Hamburg, so ist er sicher in Italien, ganz in der Nähe von Pesaro, fast dort, wo er 1935 zur Welt kam.

Literatur wie angegeben

Bezugsquellen:
www.edition-huber.de und
www.bruno-bruni-shop.de

Von oben nach unten: „Che morto”, 1996, Zeichnung und Aquarell

„Due Camaleonti”, 2014, Aquarell, 100 x 115 cm

„Solitudine”, 2004, Öl auf Leinwand, 120 x 140 cm

Fotos Bruno Bruni, Works 1962-2014, Ausstellungskatalog National Gallery of Armenia, Yerevan, 2014