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Buchsbaumseminar in Bad Zwischenahn: Zukunftsperspektiven für „immergrünen Alleskönner“


Deutsche Baumschule - epaper ⋅ Ausgabe 10/2018 vom 12.10.2018

Deutschlands beliebtester Formschnittpflanze, dem Buchs, geht es bekanntlich seit Jahren schlecht. Zu schaffen macht ihm der Pilz Cylindrocladium buxicola, und auch der Buchsbaumzünsler mit seinem gefräßigen Nachwuchs ist auf dem Vormarsch. Doch die Forschung schläft nicht. Was aber effektiv tun gegen die Bedrohungen? Oder was für brauchbare Alternativen zu Buchs gibt es?


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Unsere dekorativen, ornamentalen Buchsbaumgärten sind in Gefahr.


Fotos: Dr. Thomas Brand

Einen ganzen Tag lang drehte sich in der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVA) in Bad Zwischenahn alles um den „immergrünen Alleskönner“. In ...

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... dieser Ausgabe stellen wir den Ist-Zustand und Sortenwahl sowie Befallsminimierungs- und Bekämpfungsmöglichkeiten vor. In der nächsten Ausgabe werfen wir einen Blick auf Ersatzpflanzen und ihre Stärken und Schwächen.

Was der Pilz nicht schafft, schafft der Falter

Ein Hoch auf den Klimawandel! Zumindest aus Sicht des Buchsbaums… In diesem warmen und trockenen Jahr 2018 gab es so gut wie keinen Befall mitCylindrocladium . Darauf aber dürfen sich Vermehrer, Produzenten, Anlagenpfleger, Händler und letztlich Hobbygärtner nicht ausruhen. Es gilt, den Umgang mit Buchsbaum besser und teilweise neu zu erlernen. Denn eine gute Kulturführung ist wieder einmal das A und O für die Gesunderhaltung dieser Pflanzen. Das machte Dr. Thomas Brand in seinem Vortrag sehr deutlich.

Nach einem fachlichen Exkurs zum ersten dokumentierten Auftreten im Jahr 1994 in England und dem Verbreitungsverlauf erläuterte der Pflanzenschutzfachmann der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erst einmal den „Namenskuddelmuddel“: Sieger ist schlicht der Erste! „Wer einen Erreger zuerst öffentlich benennt, macht das Namensrennen.“

Damit unterlag der eingängige und gebräuchliche NameCylindrocladium buxicola dem NamenCylindrocladium pseudonaviculatum . Wissenschaftlich korrekt ist allerdings, die Hauptfruchtform des Pilzes zu nennen:Calonectria . Darüber hinaus gebe es von diesem Erreger zwei Genotypen, die als zwei Arten aufgefasst werden. Diese könnten aber selbst Fachleute mit dem bloßen Auge nicht unterscheiden, das gehe nur molekularbiologisch oder anhand von physiologischen Merkmalen.

Die richtige Kulturführung ist das A und O

Brand umriss noch einmal die mittlerweile bekannten Symptome der Pilzerkrankung: „Die bekommen braune Blattflecken und dunkle Stellen an den Trieben, Blätter fallen, und es bildet sich ein weißer Pilzrasen auf den Blattunterseiten.“ Gesunde Buchsbaumbestände sind nur mit „astreiner“ Kulturführung zu bekommen und zu erhalten. Das erfordert ein ganzes Maßnahmenpaket.

● Sortenwahl

„Egal, was Ihnen Händler erzählen: Derzeit gibt es keine resistenten Sorten. Alle sind mehr oder weniger anfällig“, so Brand. Sehr anfällige Sorten gesund zu erhalten, sei fast unmöglich.Buxus sempervirens var. arborescens ,B. microphylla ‘ Faulkner’ undB. m. ‘Herrenhausen’ schneiden in den Resistenztests gut ab.

Cylindrocladium: Blattnässe begünstigt die Infektion.


Symptom: dunkle Stellen am Trieb.


Befallene Pflanzen roden
Während der Privatgärtner sich mit der Pflege seiner befallenen Pflanzen beschäftigt, sind befallene Pflanzen in der Baumschule nur noch zu roden.

Fungizid als Prophylaxe
Grundsätzlich funktioniert in der Baumschule nur die Prophylaxe, das heißt, der Befall muss verhindert werden. Vorbeugende Behandlungen während der gesamten Infektionszeit – normalerweise von Mai bis Oktober – sollten daher in Baumschulen Bestandteil des integrierten Pflanzenschutzes sein. „Das kann mit der Anwendungshäufigkeit pro Mittel zum Problem führen, wenn man alle zwei Wochen spritzen will“, weiß Thomas Brand. Und ein Akzeptanzproblem sei es auch.

Ernähren und stärken
Bei Buchsbaum ist eine gute, aber keine besondere Nährstoffversorgung wichtig. Der pH-Wert spielt keine Rolle, haben Tests bewiesen. Auch der Einsatz verschiedener Pflanzenstärkungsmittel brachte keinen nennenswerten Erfolg.

Darüber hinaus „poppt“ es in den Publikumsmedien aktuell immer wieder auf: „Algenkalk hilft gegen den Buchsbaumpilz. Ist das die Lösung?“ Dr. Brand: „Derzeit gibt es keine Untersuchungen dazu. Das sind Beobachtungen. Und selbst nach dem ersten Test in diesem Jahr müssen wir feststellen: Wir wissen es nicht. Denn dieses trockene, warme Jahr ohne Befall bringt keine sicheren Ergebnisse in den Tests.“

Blattnässedauer reduzieren
„Überkopf-Beregnungen sind Gift für den Buchsbaum“, so Brand. „Konidien vonCylindrocladium buxicola benötigen bei 20 °C nur etwa vier Stunden Blattnässe zur Keimung und Infektion.“ Er rät daher dringend zur Tröpfchen- oder Unterflurbewässerung bei ausreichend weitem Stand und guter Belüftung.

Hygiene: Falllaub beseitigen
Der Pilz überdauert notfalls viele Jahre auch in abgefallenen Blättern. Falllaub und Schnittgut sollten deshalb grundsätzlich gründlich Problem menschengemacht ist. „Dass sich dieser Pilz so ausbreiten konnte, haben Menschen ermöglicht, die kranke Pflanzen von hier nach da transportierten.“ Er empfiehlt, Buchsbaum nur von eigenen gesunden Pflanzen zu vermehren.

Wirtspflanzen im Auge behalten

Bislang spielen die anderen Wirtspflanzen für diesen Pilz in Deutschland noch keine Rolle. Man weiß aber, dassSarcococca undPachysandra in Gärten der USA den Pilz aufweisen.

Informationsblatt für den Endkunden

Für die Endkundenberatung gibt Dr. ThomasBrand den dringenden Rat mit, den Leuten „die abkühlende Dusche für den Buchs“ auszureden. „Auch hier gilt: wurzelnah gießen“.

Überhaupt sollte Buchsbaum nicht mehr ohne Beratung verkauft werden. Wer das nicht leisten könne, solle auf jeden Fall den Link zum Informationsblatt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen weiterreichen. Dort sind für den Hobbygärtner alle wichtigen Informationen rund den Buchsbaumpilz zusammengestellt:www.lwk-niedersachsen.de/index. cfm/portal/2/nav/510/article/ 8719.html