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budapest: BUDAPEST IM DUNKELN


Divemaster - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 10.07.2020

Wer meint, dass Höhleneingänge nur gut versteckt im Wald zu entdecken sind, irrt. Reisefotograf Tobias Friedrich hat die perfekte Höhle mitten in einer Großstadt entdeckt. Folgen Sie ihm ins Dunkel unter Budapest.


Artikelbild für den Artikel "budapest: BUDAPEST IM DUNKELN" aus der Ausgabe 3/2020 von Divemaster. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Divemaster, Ausgabe 3/2020

In der Molnár János Höhle liegt feines Sediment auf Wänden und Boden, die sofort jeden taucherischen Fehler aufzeigen. Eine perfekte Tarierung ist für gute Fotos Voraussetzung - noch besser ist der Einsatz eines Kreislaufgeräts.


Subtropische Hitze herrscht in den Gängen, die zum Einstieg führen. Das Wasser hat angenehme 28 Grad Celsius an der Oberfläche und ab zehn Metern etwa 20 Grad Celsius.

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Lubtropische Hitze. Jedem, der den Zugang zur Molnár János Höhle betritt, fällt sie sofort auf. Mit jedem Schritt in dem langen Gang, der zur Basis des Tauchbetriebs führt, nimmt sie ein Stückchen mehr zu. Bis schließlich der Schweiß langsam am Rücken hinunter rinnt und die Besucher Schicht für Schicht ihrer Kleidung ablegen. Eigentlich wären hier Flip-Flops und Badehose angesagt, um dem Klima gerecht zu werden.

HÖHLENTAUCHEN IN DER STADT

Budapest hat eines der größten Höhlensysteme - und das mitten in der Stadt. Die vielen Thermalbäder der Stadt beziehen ihr Wasser aus vielen natürlich Quellen, wie das der Molnár János Höhle. Diesem besonderen Umstand verdanken es die Taucher in tropischen 28 Grad Celsius warmen Wasser abtauchen zu können und ein kilometerlanges, spektakuläres Höhlensystem erkunden zu dürfen.
So imposant schon die ersten Schritte in die Höhle sind, so unspektakulär ist doch ihr Äußeres: In direkter Nachbarschaft zum Lukáz- Thermalbad befindet sich der Eingang zur Höhle. Kein Schild, keine Werbung, nur ein altes Schiebetor, hinter dem sich ein kleiner Schotterparkplatz befindet, weist auf eines der unglaublichsten Tauchgebiete Europas hin. Um einen alten Speicher herum führt ein Holzgang hinein in den Schacht zur Höhle, deren Eingang etwa 100 Meter weit im Inneren der Buda’er Berger liegt. Auf langen Metalltischen stapeln sich Doppeltanks und Kreislaufgeräte. Dutzende Stage-Tankflaschen stehen zur Nutzung bereit. Hunderte Trockentauchanzüge hängen gegenüber zum Trocknen bereit. Hier ist Tauchbetrieb angesagt.
Mit der Höhle ist aber nicht zu spaßen: Bis zu hundert Meter tief gehen die Gänge in vielen Richtungen vom Einstieg ab. Manche Gänge kommen wieder zusammen, andere enden nach hunderten von Metern in Sackgassen. Wehe dem, der die Höhle nicht gut genug kennt und den Tauchgang nicht exakt geplant hat. Bis zu sieben Kilometer Leinen haben Attila Hosszú und seine Helfer schon verlegen können - dahinter ist noch viel Unentdecktes.

MEINE FOTOAUSRÜSTUNG

Bei der Wahl der Fotoausrüstung ist vor allem das Objektiv entscheidend: Es sollte mindestens ein Super-Weitwinkelobjektiv sein oder noch besser eine Fisheye-Optik, damit die Größe der Höhle in ihrer Gesamtheit zur Geltung kommt. Um eine Tiefe des Bildes zu schaffen ist es in Höhlen, wie in der Molnár János, ideal, mehrere externe Lichtquellen gezielt zu nutzen. Das sind zum einen die Handlampen der Taucher, die nicht direkt in die Kamera, sondern auf eine Wand, eine Fläche oder ein anderes, interessantes Objekt in der Höhle zeigen sollten. Wichtiger als die Handlampen sind aber die Blitze, die mit ihren weiten Abstrahlwinkeln im wahrsten Sinne viel Licht ins Dunkel bringen. Dabei ist es wichtig, die Blitze immer indirekt zu positionieren, also immer von der Kamera weg und niemals der Kamera zugeneigt. Außer, man positioniert zum Beispiel einen Taucher vor einen Blitz, damit dahinter eine schöne Korona (nicht das Virus!) entsteht. Ideal ist dabei nicht nur einen Tauchpartner mitzunehmen, sondern mindestens zwei. So kann sich einer der beiden hinter dem anderen positionieren und den Blitz halten. Zusätzlich kann der hintere Taucher auch noch einen Blitz auf der Tauchflasche installieren und diesen nach hinten zeigen lassen. So entsteht auch hinter dem letzten Taucher noch viel Licht und Tiefe für das Bild. Die Blitze lassen sich ideal mit einem Blitzsensor steuern, etwa von Seacam, der auf das normale S6-Kabel montiert wird.

Sich Budapest auch über Wasser anzusehen ist mehr als lohnenswert.


Der alte Holzspeicher steht vor dem eigentlichen Eingang zur Molnar Janos Höhle.


Tobias Friedrich war für den divemaster auf der „Dunklen Seite der Nacht“ unterwegs und hat spannende Bilder von seinem Tauchgang unterhalb von Budapest mitgebracht.