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BUDDHISMUS AKTULL MAGAZIN


Buddhismus aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 24.09.2019

Bagan in Myanmar ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen siehe Seite 79


Artikelbild für den Artikel "BUDDHISMUS AKTULL MAGAZIN" aus der Ausgabe 4/2019 von Buddhismus aktuell. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Buddhismus aktuell, Ausgabe 4/2019

© Sanchai Loongroong | 123rf.com

Interreligiös-monastischer Weltkloster-Dialog in der Abtei Münsterschwarzach

Der Schwerpunkt des pluralistisch ausgerichteten Weltkloster-Trägervereins liegt in der Ermöglichung von regelmäßigen Begegnungen zwischen Ordensleuten und Geistlichen verschiedener Religionen auf Augenhöhe. So waren kürzlich im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung mit der Benediktinerabtei Münsterschwarzach geistliche Vertreter unterschiedlicher Religionen dort für mehrere Tage zu Gast, um sich im gemeinsamen Austausch mit ...

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AUS DER WELT DER MEDIEN
aus dieser Ausgabe

... ihren jeweiligen traditionellen Wurzeln und Wegen auseinanderzusetzen. Die Teilnehmenden, die aus dem Benediktinerorden, der tibetisch buddhistischen Gelug-Tradition, der islamisch-sufistischen Linie Hazrath Inayat Khans, des hinduistischen Gaudiya-Vaishnavatums sowie der christlich-protestantischen Tradition kamen, teilten Stundengebete und Essenszeiten, gestalteten Meditations-, Kontemplations/ Stille-Einheiten und setzten sich zweimal täglich in Form von begleitend moderierten Dialogrunden mit ihren traditionellen Wurzeln und Wegen auseinander.

Alexandra Mann M.A., Hüseyin Haybat, Br. Jakobus Geiger OSB, Krishna Premarupa Das, Pfr. Dr. Markus Beile, Bhikshu Tenzin Peljor


© Weltkloster

Führung durch die Unterkirche: Br. Jakobus Geiger OSB, Hüseyin Haybat, Krishna Premarupa Das, Bhikshu Tenzin Peljor


© Weltkloster

Welches Menschen- und Personenbild steht beispielsweise hinter dem Umgang mit negativen Aspekten der menschlichen Psyche, und wie lernt man mit diesen Anteilen konstruktiv umzugehen? Hierbei wurde unter anderem die These formuliert, dass Menschen im westlichen Kulturkreis oft eine andere Ausgangsbasis für den Umgang mit nicht heilsamen Emotionen besäßen als in östlichen Traditionen üblich und eher dazu neigten, diese zu verdrängen. Wege des Umgangs mit dieser Problematik finde man jedoch nicht nur im buddhistischen, hinduistischen und islamisch-sufistischen Kontext, sondern auch bereits bei der monastischen Schulung christlicher Kontemplation. Diskutiert wurden darüber hinaus die Bedeutung des Verwurzeltseins, des dazugehörigen Vertrauens und des Stellenwerts eines geistigen Lehrers, dem man sich verbunden fühlt, sowie damit eventuell einhergehende Schwierigkeiten. Stets wurde die Wichtigkeit der Verankerung in einer authentisch vermittelten und praktizierten Tradition betont. Die Beschäftigung mit Begriffen wie Seele und höchstes Sein sowie mit einer personalen Vorstellung des Allerhöchsten oder eher einer jenseits aller Begrifflichkeiten befindlichen Wirklichkeit boten aufgrund der unterschiedlichen religiösen Deutungssysteme Raum für viel Reflexion und behutsame Erörterungen eigener Zugänge. Dies erfolgte vor allem durch aufrichtiges Interesse an den Wegen der anderen. Insbesondere die Freude, Gemeinsamkeiten beim Erleben einer spirituell empfundenen Innerlichkeit zu entdecken, verband die Teilnehmenden täglich in Dankbarkeit und tiefer Wertschätzung.

Alexandra Mann Geschäftsführerin und 1.Vorsitzende Trägerverein Weltkloster e.V.

Der Angst den Schrecken nehmen und mit BamBu meditieren

Die App bietet exklusiv eine Meditationsserie zum Umgang mit Ängsten von und mit Doris Iding an

Angst ist hierzulande das am häufigsten diagnostizierte psychische Leiden. Über Ängste wird kaum gesprochen und für die meisten Betroffenen ist das Leben mit der Angst ein Tabuthema. Dabei ist Angst grundsätzlich ein wichtiges Signal, um Menschen vor Gefahren zu schützen und zu warnen. Doch wenn die Angst unverhältnismäßig stark ist, wenn sie das Leben der Betroffenen beeinträchtigt oder einschränkt, wird sie zum Leiden. Dass regelmäßige Achtsamkeitsmeditation bei allen Formen von Angst und Panik hilft, ist mittlerweile eine medizinisch-wissenschaftliche Erkenntnis. Ihre Wirksamkeit wurde in zahlreichen medizinischen und neurowissenschaftlichen Studien so gut belegt, dass Schulmediziner heute bei verschiedensten Erkrankungen auf die positiven Wirkungen setzen.

Auf diesem Wissen basiert auch die Achtsamkeits- und Meditations-App BamBu. Gemeinsam mit Doris Iding, Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin, wurde die Meditationsserie „Der Angst lächelnd begegnen“ zum Umgang mit Ängsten entwickelt. Die insgesamt zehn Meditationen dauern jeweils zwischen elf und 16 Minuten.

„Smartphones sind inzwischen unser ständiger Begleiter. Mit der BamBu-App kann man meditieren, wann immer Bedarf ist und egal, wo man sich zu diesem Zeitpunkt befindet. Das kann gerade für Menschen, die noch keine Erfahrung mit Meditation haben, aber unter Ängsten leiden, eine Hilfestellung sein“, so Iding. Dabei geht es nicht darum, die Angst abzuschütteln, sondern darum, den Umgang mit aufkommenden Gefühlen und Symptomen zu erleichtern, indem Abstand dazu geschaffen wird. So lernen Betroffene, dass sie der Angst nicht hilflos ausgeliefert sind, wodurch sie bereits weniger bedrohlich wird. So verliert auch die Angst vor der Angst ihre Macht.

red

Pressekontakt: Cognito Public Relations www.cognito-pr.de | www.bambu.de

App zur Entwicklung von innerem Frieden

Die von den beiden Schweden Albin Hagberg Medin und Ebba Svensson gegründete Initiative Ways to World Peace hat eine App zur Entwicklung von innerem Frieden veröffentlicht. Mithilfe unterschiedlicher Techniken und vieler Übungen lernen die Nutzer, innere Ruhe, Frieden und Entspannung zu entfalten und somit auch Frieden im Außen zu fördern, denn dieser beginnt mit Frieden im Inneren jedes Einzelnen. Mit effektiven Methoden kann man sich auch sinnvolle Gewohnheiten aneignen. Die App orientiert sich an den globalen UN-Nachhaltigkeitszielen und trägt auch damit zum weltweiten Frieden bei.

red

Link: www.ways2worldpeace.org/changemaker

Ebba Svensson


Albin Hagberg Medin


Tibeter wegen Ruf nach Freiheit für „verschwundenen“ Panchen Lama zu Gefängnisstrafe verurteilt

Der 11. Panchen Lama Gedhun Choekyi Nyima


Ein junger Tibeter wurde in der osttibetischen Präfektur Kardze zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er öffentlich für den vor mehr als 20 Jahren „verschwundenen“ 11. Panchen Lama Gedhun Choekyi Nyima gebetet und „Freiheit für den Panchen Lama!“ gerufen hatte. Der 20-jährige Wangchen war am 29. April im Landkreis Sershul festgenommen worden. Die chinesischen Behörden hatten auch seine Tante verhaftet, einem Bericht von Radio Free Asia zufolge wurde auch sie später zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt, weil sie Informationen über den Fall weitergegeben hatte. Zwei weitere Tibeter namens Lobsang und Yonten seien zu Geldstrafen in Höhe von 15 000 Yuan (ca. 2 000 Euro) sowie zur Teilnahme an „politischen Umerziehungsmaßnahmen“ über einen Zeitraum von sechs Monaten verurteilt worden. Während des Prozesses sei den Quellen von RFA zufolge Wangchens unsicherer Gang aufgefallen, möglicherweise ein Hinweis auf Folter oder Misshandlung.

Die Festnahmen erfolgten vier Tage nach Gedhun Choekyi Nyimas 30. Geburtstag. Der als kleiner Junge vom Dalai Lama anerkannte 11. Panchen Lama war im Jahr 1995 von den chinesischen Behörden entführt worden. Bis heute wurde er nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Wenige Monate nach seinem „Verschwindenlassen“ installierte die chinesische Führung einen eigenen Panchen Lama namens Gyaltsen Norbu, der zwar von den meisten Tibetern nicht anerkannt wird, dem jedoch die Machthaber in Peking eine zunehmend wichtige Rolle in ihrem Bemühen um die Kontrolle des tibetischen Buddhismus zugedacht haben.

Kurze Zeit nach Wangchens Protestaktion stattete einer der wichtigsten Politiker Chinas, Vizepremier Wang Yang, der Präfektur Kardze einen Besuch ab. Wang Yang gehört dem siebenköpfigen Ständigen Ausschuss des Politbüros der chinesischen KP an, dem innersten Zirkel der Macht in China. Der Besuch diente dem Zweck, die zentrale Botschaft der chinesischen KP zu unterstreichen, der zufolge der tibetische Buddhismus „sinisiert“ werden solle. Hinter dieser Chiffre verbirgt sich der Versuch, die authentische religiöse und kulturelle Praxis in Tibet zu unterminieren und stattdessen der totalen Kontrolle durch die chinesische Politik zu unterwerfen. Passenderweise hatte sich Wang Yang kurz vor seiner Reise nach Tibet in Peking mit Gyaltsen Norbu getroffen. Den Staatsmedien zufolge unterstrich Wang bei dieser Gelegenheit, dieser werde „eine klare politische Position einnehmen und die religiösen Führungspersönlichkeiten wie auch die Gläubigen im Kampf gegen alle separatistischen Elemente anführen“.

International Campaign for Tibet

Pressekontakt: Kai Müller, Geschäftsführer von ICTWeitere Informationen unter: www.savetibet.de

Verschlechterung der Lage der Menschenrechte in Tibet: Jahresbericht des TCHRD 2018

© savetibet

Die Lage der Menschenrechte in Tibet hat sich letztes Jahr noch weiter verschlechtert – mit verschärften Einschränkungen für Reisende und einer neuen Kampagne der chinesischen Regierung gegen „organisiertes Verbrechen“, die sich gegen die tibetische Zivilgesellschaft und kulturelle Gepflogenheiten richtet. Das stellt der Jahresbericht 2018 des Tibetischen Zentrums für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) fest. Er wurde am 16. Mai 2019 veröffentlicht. Das TCHRD bezeichnet 2018 als ein „folgenschweres Jahr“ für die Menschenrechte in der Autonomen Region Tibet und anderen tibetischen Gebieten in China. Außerdem betont es, dass neue politische Praktiken und Bestimmungen „zu immer heftigeren Beschränkungen der Menschenrechte und des Lebens der Tibeter führten“.

Eine zu Beginn des Jahres in Gang gesetzte landesweite Kampagne gegen „Verbrechen und böse Kräfte“ hatte die Festnahme, Verhaftung und Folterung von Menschenrechts- und Umweltaktivisten und Tibetern, die sich für eine größere Verwendung der tibetischen Sprache einsetzten, zur Folge, heißt es in dem Bericht. „Jeglicher friedliche Ausdruck von abweichenden Meinungen zog harte Strafen nach sich.“ Ebenso wurde das Recht auf Bewegungsfreiheit das ganze Jahr über stark eingeschränkt. Tibeter, die von außerhalb der Autonomen Region Tibet kamen, brauchten temporäre Passierscheine, wenn sie einreisen und die Hauptstadt Lhasa besuchen wollten, während andere, die im Besitz von Reisepässen waren, diese abgeben mussten, womit die Behörden verhindern wollten, dass sie Pilgerfahrten nach Indien und Nepal unternahmen.

Die Teilnahme an öffentlichen religiösen Feierlichkeiten sowie der Besuch von Klöstern waren tibetischen Schulkindern und staatlichen Angestellten verboten. Junge Mönche wurden aus ihren religiösen Gemeinschaften herausgenommen und zum Besuch staatlicher chinesischer Schulen gezwungen. Über 200 Novizen wurden im Juli im Bezirk Sershul der Tibetisch-Autonomen Präfektur Kardze auf diese Weise zum Verlassen ihrer Klöster gezwungen. „Viele der ausgewiesenen Mönche hatten Kurse in buddhistischer Logik und Philosophie belegt und einige waren hervorragende Schüler“, fügt das TCHRD hinzu. „Ebenso nahmen die Behörden tibetische religiöse Institutionen wegen ihrer Rolle bei der Förderung von Tibetisch in der Erziehung ins Visier“, berichtet das TCHRD und zitiert regionale Anordnungen, die den Klöstern verbieten, während der Schulferien Sprachseminare für tibetische Schüler abzuhalten.

Indessen „ging die willkürliche Verhaftung von Tibetern, die friedlich protestierten, und anderen Menschenrechtsaktivisten unvermindert weiter“, erklärt das TCHRD, wobei es „ernsthafte“ Restriktionen friedlicher Zusammenkünfte von Tibetern gab. Besonders hart unterdrückt wurden Proteste, sei es von Einzelpersonen oder Gruppen, die die Rückkehr des spirituellen Oberhaupts der Tibeter, des Dalai Lama, aus dem Exil forderten.

Im Dezember 2018 legten zwei junge Tibeter im Bezirk Ngaba in der Provinz Sichuan Feuer an sich, um sich der chinesischen Herrschaft zu widersetzen. Sie protestierten auch gegen die politische und religiöse Unterdrückung in der Autonomen Region Tibet und anderen tibetischen Gebieten. Damit stieg die Zahl der Selbstverbrennungen von Tibetern, seit die Welle der Feuerproteste gegen fast 70 Jahre chinesischer Besetzung ihrer Heimat 2009 begann, auf 157. China allerdings behauptet weiterhin, dass es Tibet friedlich aus der Feudalherrschaft befreit habe und die Tibeter von der wirtschaftlichen Entwicklung, die es der Region gebracht habe, ungeheuer profitiert hätten.

Übersetzung: Adelheid Dönges Revision: Angelika Oppenheimer

www.igfm-muenchen.de
Bericht: tchrd.org/2018-annual-report-on-humanrights-situation-in-tibet/annual-report-2018-englishfinal-min

Dagri Rinpoche wurde vorübergehend von seiner Lehrtätigkeit suspendiert

Dagri Rinpoche, ein angesehener tibetischer Lama bei der FPMT (Foundation for the Preservation of the Mahayana Tradition), wurde wegen der Anschuldigung sexueller Belästigung vorübergehend von seiner Lehrtätigkeit suspendiert. Eine Gruppe prominenter buddhistischer Nonnen, zu denen auch Jetsunma Tenzin Palmo, Bhikshuni Karma Lekshe Tsomo und Bhikshuni Thubten Chodron gehören, setzt sich dafür ein, dass eine unabhängige Organisation mit der Untersuchung beauftragt wird.

Begonnen hatte die Angelegenheit am 3. Mai 2019 auf einem Flug von Delhi nach Himachal Pradesh. Eine Inderin, die sich von Dagri Rinpoche belästigt fühlte, erstattete Anzeige. Der Lama wurde daraufhin festgenommen und verhört. Die Untersuchungen der Polizei sind aktuell noch nicht abgeschlossen, Dagri Rinpoche wurde aber vorläufig gegen eine Kaution freigelassen.

Die FPMT hat Dagri Rinpoche bis zur endgültigen Klärung der Anschuldigung vorläufig suspendiert und von der Liste der tibetischen Lehrer gestrichen (Stellungnahme vom 14. Mai). In einem Brief vom Vortag bestreitet Dagri Rinpoche die Vorwürfe. Der Leiter der FPMT, Lama Zopa Rinpoche, hat – ebenfalls am 14. Mai – einen Rat an die Schüler Dagri Rinpoches veröffentlicht. Darin bezeichnet er Dagri Rinpoche als ein „sehr positives, heiliges Wesen – ganz bestimmt kein gewöhnlicher Mensch.“

Allerdings hat es weitere Anschuldigungen gegeben. Jakaira Perez Valdivia veröffentlichte am 7. Mai ein Video auf YouTube, in dem sie berichtet, dass Dagri Rinpoche sie vor zehn Jahren, als sie als Nonne in Dharmasala lebte, ebenfalls belästigt habe. Damals habe sie sich an die FPMT und das Büro des Dalai Lama gewandt. In einem vom Büro des Dalai Lama vermittelten Gespräch habe sich Dagri Rinpoche entschuldigt. Während dieser danach weiter unterrichtete, wurde ihre Glaubwürdigkeit von der Gemeinschaft infrage gestellt. Es gibt Hinweise darauf, dass es weitere Belästigungen gegeben hat. Eine Koreanerin hatte sich auf Facebook zu Wort gemeldet. Der Beitrag ist allerdings jetzt nicht mehr zugänglich.

Eine Gruppe von Praktizierenden und Lehrerinnen hat eine Petition gestartet, in der die FPMT aufgefordert wird, eine Untersuchung durch eine unabhängige Partei einzuleiten. An diese sollen sich weitere Opfer wenden können, die anonym bleiben wollen. Zur Petition gibt es ein Anschreiben, in dem ihr Anliegen erläutert wird.

red

Berichte in der Tibet Sun, in Tricycle und Lionsroar: www.tibetsun.comtricycle.org www.lionsroar.com

Stellungnahmen und Veröffentlichungen der FPMT und von Dagri Rinpoche: bit.ly/2PosgPJ bit.ly/30Mf3Bs bit.ly/32bWvLm

Petition und Erläuterung dazu: chng.it/L8BGfrf7Bs bit.ly/2zwvMwP

Bagan in Myanmar ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen

© Bidouze Stephane | 123rf.com

Dieses Jahr hat die UNESCO 29 Stätten ins Weltkulturerbe aufgenommen, darunter Bagan in Myanmar. Diese Kultstätte ist für ihre Tausende Stupas berühmt. „Heute feiern wir den erfreulichen Anlass, dass Bagan in die Liste des Weltkulturerbes erfolgreich aufgenommen worden ist“, sagte Kyaw Zeya, ein myanmarischer Diplomat, der auf dem Treffen des Komitees des Weltkulturerbes für die Delegation aus Myanmar gesprochen hatte. „Wir werden uns auch in Zukunft weiterhin bemühen, Bagan zu erhalten, damit dieses wertvolle Erbe weitere tausend Jahre bestehen bleibt.“ Bagan war die Hauptstadt des Königreichs Pagan, in dem das heutige Myanmar erstmals vereint war. Die erhaltenen Tempel mit mehr als 3 500 Stupas sind nur ein Bruchteil dessen, was zur Blütezeit der Zivilisation von Bagan im 11. bis 13. Jahrhundert gebaut worden war. Der UNESCO zufolge „spiegelt die Architektur von Bagan die Intensität der religiösen Hingabe eines frühen buddhistischen Reiches wider.“

red

Quelle: bit.ly/2L8fT6d

Auszeichnung der buddhistischen Lehrer Ajahn Brahm und Lama Geshe Tashi Tsering

Der buddhistische Mönch Ajahn Brahm wurde auf der „Queen’s Birthday 2019 Honours List“ aufgeführt und für seine „wichtigen Verdienste für den Buddhismus und die Gleichberechtigung“ als „Member of the Order of Australia“ ernannt. Ajahn Brahm führte die erste volle Ordination für Nonnen in Australien sowie in der thailändischen Waldtradition durch, als er 2009 vier australische Frauen zur Bhikkhuni ordinierte. In Thailand war diese Ordination sehr umstritten, und die Linienhalter waren aufgebracht, weil sie nicht befragt worden waren. Daraufhin wurde Ajahn Brahm aus der Linie der Ajahn-Chah- Waldkloster-Sangha ausgeschlossen.

Lama Geshe Tashi Tsering


© jamyangleeds.co.uk

Ajahn Brahm


© buddhistdoor.net

Der tibetisch-buddhistische Lama Geshe Tashi Tsering wurde ebenfalls auf der „Queen’s Birthday 2019 Honours List“ aufgeführt und erhielt für seine Verdienste für den Buddhismus im Vereinigten Königreich das Ehrenabzeichen British Empire Medal. Lama Tsering lebte und lehrte von 1984 bis 2018 in London im Jamyang Buddhist Center. 2018 wurde er vom Dalai Lama gebeten, an der Sera Mey Monastic University in Indien die Position des Abtes zu übernehmen. Dort hatte er nach 16 Jahren Studium 1987 den Grad eines Geshe Lharampa erhalten, was einem Doktorgrad entspricht. Geshe Tsering war einer der ersten tibetischen Lamas, die den Buddhismus nach Europa brachten, und lehrte zuerst in Frankreich, bevor er nach London ging. 2017 erlangte er einen Master in Sozialanthropologie an der London University’s School of Oriental and African Studies. Er ist Autor des sechsbändigen Werkes „The Foundation of Buddhist Thought“.

Die „Queen’s Birthday Honours“ anlässlich des 93. Geburtstages von Königin Elizabeth II. zeichnet ausgewählte Einzelpersonen aus, indem diese in einen „national or dynastic order“ berufen werden oder Ehrenabzeichen erhalten. Neben der „New Year Honours“ sind sie die zweite jährliche „Honours List“.

red

Quellen: bit.ly/2zuZ1Af bit.ly/2NHZvv0

Thich Nhat Hanh mit Friedenspreis ausgezeichnet

© EIAB

Das Weltfriedensforum der Schengen Peace Foundation verlieh dem Zen-Meister und Friedensaktivisten Thich Nhat Hanh 2019 den Luxembourg Peace Prize für seine außergewöhnlichen Aktivitäten für die Entwicklung des inneren Friedens. Die Organisation erklärt, dass die Hauptlehren Thich Nhat Hanhs darin bestünden, „dass wir durch Achtsamkeit lernen können, glücklich im gegenwärtigen Moment zu leben – die einzige Art, Frieden zu entfalten, sowohl in einem selbst als auch in der Welt“. Für diese Auszeichnung werden von einer globalen Jury hoch angesehene und außergewöhnliche Menschen, die einen besonderen Beitrag zum Erhalt des globalen Friedens geleistet haben, ausgewählt. Andere Empfänger waren 2019 die Verhaltensforscherin Jane Goodall und Rotary International für außergewöhnliche Aktivitäten in der Erziehung zum Frieden.

red

Quelle: bit.ly/2zxUNYm

Nachruf auf Sasaki Genso Roshi

© Willy Decker

Sasaki Genso Roshi begegnete 1967 dem Zen-Meister Sogen Omori Roshi und wurde sein Schüler. Vier Jahre später trat er als Laie der Zen-Gemeinschaft seines Lehrers bei und wurde von ihm 1983 als Zen-Meister bestätigt. 1984 gründete Sasaki Genso Roshi in Tokio das Ryuun-Zendo (Drachen Wolke Zen- Weg). Dort praktizierte und unterrichtete er Zazen, Koan-Schulung, Teisho, Hitsuzendo (Kalligrafie), Hojo (Schwertkampf), Samu (Arbeiten) und Betteln.

Im Frühjahr 1990 flog er im Alter von 42 Jahren zum ersten Mal nach Europa, um im Tannenhof bei München ein Sesshin zu leiten. Danach versprach er, bis zu seinem Tod immer wiederzukommen. Im Jahr 1991 gründete Sasaki Genso Roshi in München das erste Waldhaus stattfanden. Das letzte Sesshin leitete er im Februar 2018 in Scheibbs. Im Februar 2019 ging Sasaki Genso Roshi in die Verwandlung ein.

Ryuun-Zendo in Europa. Er kam dann jedes Jahr zu mehreren Sesshins nach Europa, die vor allem im Tannenhof, in Scheibbs und im


© Willy Decker

In einem Teisho sagte er: „Wie können wir in Zukunft miteinander in Europa praktizieren? Fundamental ist der Kern der Lehre, ein wahrer Meister und die Begegnung von Mensch zu Mensch zwischen Meister und Schüler. Die reiche europäische Geschichte, die vielfältigen Kulturen und Traditionen können ganz andere Formen hervorbringen und bestehende verwandeln. Der gleiche Baum wird in Europa und in Japan aufgrund des Klimas und des Bodens anders wachsen und gedeihen. Er wird sich ganz natürlich mit den Bedingungen verwandeln. Ihr seid da ganz frei. Das ist wunderbar. Eure Gemeinschaft ist der Weg selbst und der aller Seienden. Schon zwei Wegfreunde gründen eine Gemeinschaft. Nicht die Anzahl ist entscheidend, sondern euer unermüdlicher Einsatz und eure vollkommene Hingabe. (…) Entscheidend ist euer Brennen für die Übungspraxis, das Brennen des einen entzündet den anderen, ihr Brennen entzündet ihn, sein Brennen entzündet dich. (…) In einer wahren Gemeinschaft gibt es keinen Neid, keinen Streit, kein Konkurrenzdenken. Übergebt euch der Flamme der Hingabe und verbrennt euer Verbrennen.“

In einem anderen Vortrag sagte er: „Ich hoffe, dass die Zeit kommen wird, in der die verschiedenen Religionen unserer kleinen Weltkugel einander auf dem gemeinsamen Grund begegnen. Wenn wir den Grund entdecken, von dem die Religionen entsprungen sind, werden wir uns vor der Vielfalt des Lebens verneigen. (…) Ich glaube, dass die wichtigste Aufgabe, die sich uns als Menschen stellt, darin besteht, die Orte, an denen wir leben, aus unserer tiefsten religiösen Gesinnung zu gestalten. Diese Übung schließt alle Menschen ein, aber nicht nur Menschen, auch Schweine und Hühner, Berge und Wolken, alle Welten. Unser Leben ist weit, unermesslich weit – ganz offen. Ich hoffe und bete, dass wir ein freies, strömendes Leben zum Wohl alles Seienden führen werden.“

Seine Schülerinnen und Schüler in Europa

Siehe auch: ryu-un-zendo.org

Religion und Medien

Vor rund einem Jahr berichtete ich über die Konferenz „Verantwortung der Religionen für den Frieden“ im Auswärtigen Amt in Berlin (siehe BUDDHISMUS aktuell 3/2018). Eine der Arbeitsgruppen dieser Konferenz widmete sich dem Thema „Religion in den Medien und im öffentlichen Raum“. Eine Empfehlung und ein Wunsch dieser Arbeitsgruppe war, ein Medientraining speziell für Religionsvertreterinnen und -vertreter zu entwickeln. Die für Religion und Außenpolitik zuständige Abteilung des Auswärtigen Amtes hat deshalb nach Wegen und Mitteln gesucht, ein solches Medientraining zu ermöglichen.

In Zusammenarbeit und unter der erfahrenen Leitung der Deutschen Welle Akademie, dem führenden Anbieter für internationale Medientrainings, wurde diese spezielle und sehr hilfreiche Schulung entwickelt. Vom 1. bis 5. Juli erhielten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionen aus dem asiatischen Raum sowie ich als Vertreterin der Europäischen Buddhistischen Union die Einladung zu diesem einwöchigen Seminar. Das Programm richtete sich an diejenigen, die innerhalb ihrer religiösen Organisation oder Religionsgemeinschaft in der Öffentlichkeit stehen und/oder mit Medien zu tun haben. Der Workshop war auf eine Gruppe von rund 14 Teilnehmenden zugeschnitten und fand drei Tage in Bonn und abschließend zwei Tage in Berlin statt. Der Unterricht erfolgte in englischer Sprache mit unter anderem folgenden Schwerpunkten:

• Wie geht man mit Fernsehen und Radio um und was ist sinnvoll im Umgang mit „sozialen Medien“?
• Wie präsentiert man sich authentisch und professionell in der Öffentlichkeit und wie lautet die Kernaussage?
• Wie platziert man Themen in den Medien? Wie weckt man das Interesse der Medien an religiösen Themen?

Erfahrene Redakteure, Journalistinnen und Experten in Kommunikation und anderen relevanten Bereichen zeigten den Teilnehmenden unterschiedliche Techniken auf und trainierten mit ihnen Strategien, um mehr Professionalität und Souveränität im Umgang mit der Presse sowie im öffentlichen Auftritt zu erlangen. Eine gute Mischung aus Theorie, Praxis, Diskussionen und Analysen führte nicht zuletzt bei allen Beteiligten zu einem bereichernden Erfahrungsaustausch. Neben praktischen Übungen standen vorbildliche Beispiele, strategische Tipps und gezielte Einführungen auf dem Programm.

Für mich war dieser Workshop ein echter Herz-, Gedanken- und Augenöffner, und ich habe gelernt, dass man eine gute Ausbildung in und Kenntnis von Medien und Kommunikation nicht unterschätzen darf. Dabei wurde mir auch bewusst, wie notwendig es ist, in allen relevanten Medien, insbesondere den sozialen Medien von heute, geschult zu werden. Zunächst ist eine gute Kommunikation innerhalb der eigenen Organisation erforderlich, um dann eine integre Außenvertretung zu gewährleisten. Dies ist eine wichtige Grundlage und trägt dazu bei, viele interne Probleme und Konflikte zu lösen, und sie kann dann zu einer zusammenhängenden und stimmigen Kommunikation nach außen führen.

Gabriela Frey

Weitere Informationen unter: www.dw.com/de/dw-akademie/medientraining/s-11813

Wahlen zum Rat der DBU 2020

Auf der Mitgliederversammlung der DBU 2020 stehen turnusgemäß wieder Ratswahlen an. Gesucht werden geeignete Kandidatinnen und Kandidaten, die die vielfältigen Aufgaben dieses Gremiums kompetent bewältigen können und motiviert sind, die Ziele der DBU voranzutreiben und weiterzuentwickeln. Neben Fachkenntnissen, zum Beispiel in Unternehmensführung, Rechtsfragen, Projektmanagement und Moderation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Fundraising, sollten auch ein profundes Verständnis des Dharma sowie Offenheit gegenüber anderen buddhistischen Traditionen vorhanden sein. Um die Zusammensetzung des nächsten Rates repräsentativer und vielseitiger zu machen, möchte der gegenwärtige Rat insbesondere Frauen und Vertreter und Vertreterinnen des Theravada sowie asiatischer Vereine zu einer Kandidatur ermutigen.

Voraussetzung für eine Kandidatur ist eine Mitgliedschaft entweder in einer der Mitgliedsgemeinschaften oder direkt in der DBU. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle der DBU (siehe Impressum Seite 98).

red

Neues zum Studienprogramm der DBU und der AG Unterricht

Mit „Die Entwicklung von Weisheit und Mitgefühl im Alltag“ war das Thema des DBUSeminars im Juni 2019 in Bonn sowohl für Praktizierende als auch für allgemein Interessierte attraktiv. Bernd Bender war – mit klarer, empfindsamer Sprache – Referent für die Zen-Tradition. Yesche Udo Regel, eingesprungen für die erkrankte Dorothea Nett, war nicht nur Gastgeber, sondern nun auch Referent für die tibetische Tradition. Leerheit und Bedingtes Entstehen wurden behandelt, die Fünf Skandhas, das Herz-Sutra und Lodjong, die tibetische Übung im Geist des Erwachens. Große Themen, die eigentlich jedes für sich ein eigenes Seminar füllen können und doch auch hier an diesem Wochenende ihren Platz fanden, in Vorträgen, Fragerunden, Rezitationen und Gruppenübungen.

© dw

Das Konzept des Studienprogramms, ein Thema jeweils aus zwei unterschiedlichen Traditionen heraus zu erschließen, wirkt jedes Mal bereichernd und eröffnet neue Perspektiven. Auch die Meditation beziehungsweise das Sitzen wird in der Art der jeweiligen Tradition durchgeführt: eine Kostprobe der jeweiligen Praxis. So wie mir als Zen-Übender die Praxis des Tonglen unbekannt ist, ergeht es umgekehrt den Übenden aus der tibetischen Richtung beim Einfach-nur-Sitzen des Zen. Gelegenheit zum Austausch und zum Finden von Gemeinsamkeiten bietet sich in den Pausen, erfrischend sind Wasser, Tee und Obst, und insgesamt wird die eigene Sicht erweitert. Ein Dank an die DBU und alle Beteiligten für dieses abwechslungsreiche Studienprogramm.

Andrea Schäfer

Info: Eine Meditationssitzung mit Bernd Bender von diesem Wochenende wurde auf der Website für Unterrichtsmaterialien verfügbar gemacht unter: www.buddhismus-unterricht.org/2019/07/11/angeleitete-meditationdirekt-in-die-unmittelbare-erfahrung/

Das Studienprogramm 2019/2020 im Überblick:
Modul Bedingtes Entstehen und Leerheit – Ehrw. Miao Shiang und Arne Schelling:Das Herzsutra heute 15.–17. November Dharma Mati Zentrum, Berlin
Modul Gewalt, Krieg und Frieden – Bhante Nyanabodhi und Heinz-Jürgen Metzger:Leid bezeugen – Frieden entfalten (Buddhistische Fragen und Antworten zur Gewalt an Mutter Erde) 3.–5. April 2020 Kerpen-Horrem (nahe Hambacher Forst)
Modul Buddha – Dharma – Sangha – Bhante Devananda Rambukwelle Thero und Sylvia Wetzel:Die Drei Juwelen 19.–21. Juni 2020, Lotos Vihara, Berlin
Modul Sterben, Tod und Wiedergeburt – Yesche Udo Regel und Wolfgang Smith:Ethische Herausforderungen in der buddhistischen Sterbebegleitung (Arbeitstitel) 2.–4. Oktober 2020 Kamalashila Institut, Eifel
In Planung: Veranstaltung im November 2020:Buddhismus an deutschen Schulen? Bestandsaufnahme und Perspektiven – Prof. Dr. Carola Roloff, Dr. Michael Gerhard, Thorsten Knauth und andere; in Kooperation mit der Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg und anderen Bildungsinstitutionen
Modul Schriften, Sprache, Übersetzungen – Christoph Klonk und Hans-Günter Wagner:Die Grenzen der Sprache Neuer Termin noch offen, voraussichtlich Kassel

Weitere Informationen über Veranstaltungen im Rahmen des Studienprogramms der DBU unter: www.buddhismus-studium.de

dw

Buddhismus an den Schulen

In den letzten Wochen wurden etliche neue traditionsübergreifende Unterrichtseinheiten auf unserer Website eingestellt, so für die OberstufeBuddhismus und Staat, Buddhismus und soziales und ökologisches Handeln, Buddhismus und Glück und für die Mittelstufe einige neue Unterrichtseinheiten zum Thema buddhistische Kunst, und zwarDer japanische Weg undBuddhistische Symbole . Siehe auch unter: www.buddhismus-unterricht.org. Es werden weiterhin Pädagoginnen und Pädagogen gesucht, die eigene Unterrichtseinheiten entwickeln.

dw

SAVE THE DATE – Vorankündigung

Heinz-Jürgen Metzger


Bhante Nyanabodhi


Im Rahmen des Studienprogramms veranstaltet die DBU ein Wochenendseminar mit dem Thema „Leid bezeugen – Frieden entfalten: Buddhistische Fragen und Antworten zur Gewalt an Mutter Erde und ihren Kindern“ vom 3. bis 5. April 2020 in Kerpen-Horrem. Die beiden Referenten, der Theravada-Mönch Bhante Nyanabodhi und der Zen-Mönch Heinz-Jürgen Metzger, schreiben dazu: „In unmittelbarer Nähe des Hambacher Forstes werden wir uns mit gewalttätigem, Leid auslösendem Verhalten von Menschen der Natur und anderen Menschen gegenüber befassen. Wir sind nicht getrennt von allem, was existiert. Jede Form von Gewalt richtet sich auch gegen unsere eigenen materiellen und geistigen Existenzgrundlagen.“

red

Weitere Informationen unter: www.buddhismus-studium.de

Überregionales Einzelmitgliedertreffen

vom 21. bis 23. Februar 2020 in Berlin

„Es ist sehr spannend, einmal mit Buddhisten zusammenzukommen, die eine ganz andere Praxis haben als man selbst. Sonst ist man immer in seiner eigenen Blase. Ich bin ganz inspiriert“, so eine Teilnehmerin des diesjährigen überregionalen Einzelmitgliedertreffens in Mannheim. Wir sitzen an einem Sonntag im Februar bei Tee und Kaffee direkt am Rhein. Die Sonne scheint. Das Gefiepse kleiner bunter Papageien, die hier frei in den Bäumen der Umgebung leben, begleitet unsere Gespräche. Sie sind Nachfahren von ausgebüxten Hauspapageien. Es ist perfekt. Das Treffen neigt sich dem Ende zu. Wir planen bereits das nächste für das kommende Jahr, diesmal in Berlin.

In den vergangenen Monaten hat sich in der DBU einiges verändert. Ein langer Konflikt zwischen der DBU und einer Mitgliedsgemeinschaft wurde schließlich durch Austritt dieser Gemeinschaft gelöst. Das war ein langer und auch schmerzhafter Prozess. Aber nun kann man das Aufatmen förmlich spüren. Aufbruchstimmung macht sich breit. Wir wollen bei unserem überregionalen Einzelmitgliedertreffen 2020 in Berlin das fortsetzen, was sich in den letzten Jahren bei den Treffen der Einzelmitglieder, regional wie überregional, so lebendig entwickelt hat. Dabei werden wir, wie immer bei unseren Treffen, über die Themen sprechen, die den Teilnehmenden auf den Nägeln brennen. Es gibt keine vorher festgelegte Agenda. Alles ist im Fluss. Die Interessen der Teilnehmenden haben Priorität.

Wir umarmen alte Bekannte. Auch neue Gesichter werden wieder dabei sein. Wir wollen uns begegnen, Gespräche führen – zu zweit, zu dritt und in der Gruppe. Buddhistische Laien und Ordinierte sprechen über ihre unterschiedlichen Erfahrungen. Wir, die Delegierten der Einzelmitglieder Anna Brychcy, Klaus Rüther und Hendrik Hortz, sind genauso vor Ort wie sicher auch wieder das eine oder andere Ratsmitglied. Hier kann man fragen, was man immer schon mal fragen, und sagen, was man immer schon mal sagen wollte. Wie sonst auch, geht es am Freitagabend mit einem gemeinsamen Essen los. Am Samstag hören wir Impulsvorträge, sammeln Ideen, worüber wir sprechen möchten, bilden Arbeitsgruppen und tauschen uns im Plenum aus. Sonntagmittag trennen sich unsere Wege dann. Jede und jeder nimmt von so einem Treffen etwas mit und ist danach ein wenig verwandelt.

Anna Brychcy Klaus Rüther Hendrik Hortz

Anmeldungen bitte bis zum 20.2.2020 über die Geschäftsstelle der DBU per E-Mail an Bettina Hilpert: info@dbu-brg.org

Tagung der Deutschen Buddhistischen Ordensgemeinschaft (DBO) im Wat Dhammavihara

V. l. n. r.: Die Ehrwürdigen Kheminda, Dhammamuninda, Kantapanno, Thubten Choedroen, Lobsang Chökyi, Sucinta, Shifu Simplicity, Doko Waskönig, Shi Yan Xiu, Tsunma Jinpa, Lobsang, Choedroen, Tenzin Metok


© DBO

Vom 30. Mai bis 2. Juni trafen sich zwölf westliche Ordinierte verschiedener Traditionen im Wat Dhammavihara, einem Thai-Tempel in Hannover. Vertreten waren Nonnen und Mönche der Theravada-Tradition, des chinesischen und japanischen Zen, des Shaolin- Ordens und des tibetischen Buddhismus. Neben interessanten Vorträgen schilderten zwei Nonnen ihre Erfahrungen aus jahrelangen Aufenthalten in einem Kloster in Taiwan (chinesischer Zen) beziehungsweise Thailand (Theravada). Zum Dhamma wurden Vinaya- Themen aus dem Buch von Kevali und die „Fine Manners“ aus der Chan-Tradition vorgestellt. Sehr lebhafte Diskussionen ergaben sich beim Thema „Lebensumstände für westliche Ordinierte“. Hier zeigten sich große Unterschiede zwischen den Traditionen, sowohl hinsichtlich der tatsächlichen Umstände als auch hinsichtlich der Auffassung, wie das Leben von Ordinierten hier im Westen idealerweise aussehen könnte oder sollte. So gibt es beispielsweise in der Theravada-Tradition Klöster, die von einer asiatischen Gemeinde betreut und versorgt werden und der man sich unter Umständen als westliche Ordinierte oder westlicher Ordinierter anschließen kann – zumindest für begrenzte Zeit. Aber das ist aufgrund kultureller und traditioneller Unterschiede nicht immer einfach. In den anderen Traditionen sind Nonnen und Mönche jedoch oft auf sich alleine gestellt, müssen selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen und haben daher weniger Möglichkeiten für ihre eigentliche Praxis – und weniger Möglichkeiten, an Belehrungen teilzunehmen, wenn für die Veranstaltung ein Entgelt verlangt wird.

Für die Zeit der Tagung hat die thailändische Gemeinde aufs Großzügigste für die Teilnehmenden gesorgt. Unser Dank gilt dem Abt des Dhammavihara und den Mönchen ebenso wie allen Laienanhängerinnen und -anhängern dieser Gemeinde. Möge sich die Lehre des Buddha weiter im Westen verbreiten und mögen westliche Ordinierte zu einem selbstverständlichen Bestandteil der westlichen Gesellschaft werden – im Sinne der Vierfältigen Gemeinschaft, die von Buddha selbst als notwendig erachtet wurde, damit von einem zentralen Land des Buddhismus gesprochen werden kann. Das nächste Treffen der DBO wird im Oktober in Ravensburg in der Vien Duc Pagode stattfinden.

Tenzin Metok

Tara Rokpa Sommercamp 2019

Tara Rokpa ist eine zeitgemäße Form für buddhistische Übung – ein Weg zur inneren Reifung, der Inhalte des Buddhismus mit Elementen westlicher Psychotherapie verbindet. Der tibetische Lehrer und Arzt Akong Rinpoche entwickelte seine Tara Rokpa „therapy“ in den 1980er-Jahren in Schottland als Antwort auf die Ausgangssituation westlicher Schülerinnen und Schüler. Sie reicht von Selbsterkenntnis durch schreibendes Erinnern über Entspannung, Visualisation sowie kunst- und körpertherapeutische Elemente bis zur meditativen Praxis des Mahayana-Buddhismus vor dem Hintergrund von Weisheit und Mitgefühl.

Sie erfüllt insbesondere das wachsende Bedürfnis im westlichen Buddhismus nach lebendigen, langfristigen Gemeinschaften außerhalb des traditionellen Rahmens. Bei Tara Rokpa wird der eigene Prozess gefördert und gehalten durch lokale Kleingruppen, regelmäßige überregionale Gruppenseminare unter Anleitung und Zusatzangebote wie Retreats und Kursleiterausbildungen. Ausdruck dieser lebendigen Gemeinschaft ist das jährliche Tara Rokpa Sommercamp, welches vom 14. bis 21. Juli bereits zum 21. Mal auf dem Hof Oberlethe stattfand. Es stand unter dem Motto „Koordination: der Mittlere Weg“.

Ulrich Küstner

Nach fast 40 Jahren buddhistischer Meditationspraxis und ebenso vielen Jahren mit östlicher und westlicher Körperarbeit sowie Erfahrung mit verschiedenen Therapierichtungen machte ich mich auf den Weg zum Sommercamp – offen für alles, was da kommen mochte: Ich fand viel Anregung und Inspiration, hatte Raum, angehäufte Theorien und Erfahrungen zu den „Anfängen“ zurückfließen zu lassen; ich fand Menschen verschiedenen Alters, verschiedener Ausrichtung und Erfahrung, die offen für Gespräche waren; ich fand eine wertschätzende Anfängergruppe; und ich fand einfühlsame und kompetente Therapeuten und Therapeutinnen. Nach der Morgenmeditation und dem Frühstück begannen wir „Anfängerinnen“ mit heilsamer Entspannung, einfachen Massageübungen, gingen über zum Malen, der Arbeit mit Ton und einer Einführung in den Schreibprozess. Den Abend gestalteten langjährige Therapeutinnen aus verschiedenen Ländern zum Thema „Koordination – auf verschiedenen Ebenen“. Im Sinne von unterstützender Koordination sei das Essen gelobt, dem Küchenteam herzlichen Dank! Das Sommercamp kann ich von ganzem Herzen empfehlen. Für diejenigen, die sich tiefer einlassen wollen, gibt es Angebote an Wochenenden sowie einen zweijährigen Basiskurs unter dem Titel „Zurück zu den Anfängen“.

Angelika Stemmer

© Bea Nothnagel/Cornelia Suhan

Bea Nothnagel/Cornelia Suhan

Bücher zu Tara Rokpa in der edition steinrich: Akong Rinpoche: „Den Tiger zähmen; In Harmonie mit der Erde“ Ulrich Küstner: „Tara Rokpa: Weg zu Freiheit und Mitgefühl“

Kontakt: Tara-Rokpa-Büro, Petra Niehaus, Tel. 0241-87 24 53, E-Mail: info@tararokpa.deWeitere Informationen unter: tararokpa.de

Karmapa-Stiftung Möhra

Gemeinschaftliches Wohnen im Herzen Thüringens

Das Wohnprojekt


© Dharmazentrum Möhra

Seit ihrer Gründung 2009 war es der Karmapa- Stiftung Möhra ein zentrales Anliegen, Lebens- und Wohnraum entsprechend der buddhistischen Lehre und Ethik und gemäß den Wünschen und Visionen von Lama Jigme Rinpoche zu schaffen. Hier sollen Menschen unterstützt werden, ihr Potenzial unabhängig vom Alter und von der sozialen Herkunft zu entfalten und die Werte Achtsamkeit, Gewahrsein, Mitgefühl und Freude zu üben und zu leben. Unter der Leitung von Karmapa Thaye Dorje, Jigme Rinpoche und Gendün Rinchen sowie von Lama Yeshe Sangmo, was die praktische Umsetzung vor Ort angeht, wurde seitdem in fußläufiger Entfernung zum Dharmazentrum Möhra ein Wohnquartier geschaffen, das gemeinschaftliches Zusammenleben ermöglicht. Zurzeit leben 25 Menschen im Alter von 0 bis 70 Jahren in den insgesamt 22 Wohneinheiten, aufgeteilt auf sechs Häuser. Nonnen und Laienpraktizierende, Teenager und ältere Menschen, eine junge Familie und Alleinstehende haben sich in Möhra angesiedelt, um gemeinsam ein Leben im Sinne der buddhistischen Werte zu führen.

Im Herzen des Quartiers steht das Stiftungs- und Gästehaus der Karmapa-Stiftung Möhra, das neben einem Meditations- und Veranstaltungsraum für gemeinschaftliche Aktivitäten auch über zwei Wohnungen verfügt, die aktuellen Standards zur Pflege Hilfsbedürftiger und Sterbender entsprechen. Im nach Süden ausgerichteten Meditationsraum kann man durch großzügige Glasfronten einen herrlichen Weitblick in die Thüringische Rhön genießen. Die angrenzenden Wohnungen sind jeweils im Erdgeschoss behindertenfreundlich ausgebaut und mit einer Wohneinheit im ersten Stock verbunden und kombinierbar. Es besteht die Möglichkeit, zwischen den Stockwerken akustische Verbindung und Blickkontakt herzustellen, was im Falle einer Betreuung sensible und achtsame Kommunikation unterstützt. Die Verantwortlichen der Karmapa- Stiftung Möhra kooperieren mit den lokalen Netzwerken und Strukturen der ambulanten Hospiz- und Palliativmedizin.

Lama Yeshe Sangmo sagt dazu: „Wir möchten mit dem Stiftungs- und Gästehaus Menschen in Übergangsphasen – zu Beginn des Lebens, als Teenager, in der Mitte des Lebens …all die Phasen, in denen wir Hilfe und Gemeinschaft brauchen, unterstützen und begleiten. Das betrifft besonders die Phase am Ende des Lebens, wenn es Richtung Sterben geht und wir merken, dass wir ganz alleine sind und sich die uns vertraute Umgebung aufzulösen beginnt. Spirituelle Begleitung kann uns durch diese schwierige Phase führen und dafür bietet das Stiftungs- und Gästehaus sehr angenehmen Wohnraum.“

Gemeinsam leben – das bedeutet nicht nur, mit anderen Menschen unter einem Dach oder in Nachbarschaft zu leben, sondern Lebensraum zu schaffen, in dem Gemeinschaft gelebt und erlebt werden kann. Unser Generalplaner und Architekt, Dr. Oskar Laser, hat in Möhra eine Wohnanlage geschaffen, die sowohl moderne Aspekte für gemeinschaftliches, spirituelles Zusammenleben als auch aktuelle Standards zur Energieversorgung berücksichtigt. Die Häuser sind nach Süden ausgerichtet und alle Wohnungen mit einer Terrasse oder einem Balkon ausgestattet. Die Häuser verfügen über private Grünflächen, die das Eigentum umschließt und an die gemeinschaftlichen Grün- und Nutzflächen anschließen. Die gesamte Wohnanlage ist verkehrsberuhigt gestaltet und frei von Durchgangsverkehr.

Dharmazentrum Möhra


© Dharmazentrum Möhra

Für die Verwaltung des Projektes in der zehnjährigen Bauphase und Koordination aller Beteiligten war ich, Beate Göbel, zuständig, die seit zwölf Jahren im Dharmazentrum Möhra lebt. Hier liefen entsprechend dem Mandala- Prinzip alle Fäden zusammen und viele Menschen konnten sich an dem Projekt beteiligen. Wir danken allen für die Inspiration, den Austausch und die finanzielle Unterstützung, besonders unseren Lehrern, die mit ihren Wünschen und Visionen das Projekt ermöglicht und unsere Motivation gestärkt haben.

Mögen auch die zukünftigen Aktivitäten der Karmapa-Stiftung Möhra zum Nutzen und Wohle aller Wesen sein und den Wünschen und Visionen unserer Lehrer entsprechend sich entfalten.

Beate Göbel

www.karmapa-stiftung-moehra.de www.dharmazentrum-moehra.de

Worte von einst, Entscheidungen heute, Visionen für morgen

Klausur mit Bhante Sujato 29.12.2019–8.1.2020 in Huy, Belgien

© privat

„Buddhisten sprechen gerne davon, im Augenblick zu leben. In Wahrheit sind wir aber Erben einer gewaltigen Tradition, zu der auch alte Texte gehören, die auf den Buddha selbst zurückgehen. Jedes bedeutsame Handeln aus buddhistischer Sicht muss das Erbe der Vergangenheit in Betracht ziehen, um Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Ebenso wie die Menschen in der Vergangenheit – die Schöpfer unserer Tradition, mit dem Buddha am Anfang – Entscheidungen trafen, die sich für uns bis heute auswirken, so werden die Entscheidungen, die wir heute treffen, sich auf die Zukunft anderer Menschen auswirken, die nach uns auf diesem Planeten leben werden. Ist es möglich, von der Weisheit des buddhistischen Erbes zu lernen und unser Leben heute so zu leben, dass es angesichts der sich abzeichnenden Bedrohungen sinnvoll sein kann?“ (Bhante Sujato)

Diese Klausur ist dazu gedacht, auf der Basis der bisherigen Praxis zusätzliche praktische Techniken zu erlernen und tiefere Einsichten zu entdecken. Erfahrung ist nicht nötig, jedoch wird vorherige Übung sehr empfohlen. Es wird täglich viele Stunden Sitz- und Gehmeditation geben, lediglich unterbrochen von Unterweisungen, persönlichen Gesprächen mit dem Lehrer und (vegetarischen) Mahlzeiten. Der Großteil der Zeit wird in Zurückgezogenheit und Stille verbracht.

Bhante Sujato stammt aus Australien, ist buddhistischer Mönch der thailändischen Waldtradition und angesehener Pali-Kenner und Meditationslehrer. Er vermittelt die Buddhalehre mit einer einzigartigen Mischung aus Humor, Mitgefühl und fundiertem Wissen. Die Klausur findet im Tibetischen Zentrum Yeunten Ling in Huy (zwischen Lüttich und Namur in Belgien) statt. Es ist ein altes Schloss, dessen Ursprünge ins 7. Jahrhundert zurückgehen. Die Klausur wird auf Englisch gehalten und je nach Bedarf übersetzt.

red

Weitere Informationen und Anmeldung unter: samita.be/de/ancient-words-present-choices-futurevisions-retreat-with-bhante-sujato

„Meditation und die Zukunft der Bildung 2019: Spiritualität und Wissenschaft“

Kongress am 25. Oktober 2019 an der Frankfurt University of Applied Sciences | Nibelungenplatz 1 60318 Frankfurt am Main

© Westend61 | Fotolia.com

Im Fokus des Kongresses steht die Frage nach dem Verhältnis von Spiritualität, Meditation und Wissenschaft. Sind Wissenschaft und Spiritualität Gegensätze oder sich ergänzende, komplementäre Erkenntnisweisen? Kann die Perspektive von Meditation und Spiritualität so rational sein wie die der Wissenschaft? Sind Fakten und Werte unterschiedliche Welten? Kann sich der Mensch selbst verändern? Kann Mystik rational sein? Namhafte Expertinnen und Experten konnten für Vorträge und eine Podiumsdiskussion gewonnen werden: Michael von Brück, Gert Scobel, Peter Gottwald, Johannes Hoff, Nicole Baden (Mitglied des Rates der DBU), Gerd Döben-Henisch und Reiner Frey (Mitglied des Rates der DBU). Zwischen den theoretischen Beiträgen finden Praxisangebote unter dem Motto „Stille und Bewegung“ mit Meditation und Tai Chi statt.

red

Weitere Informationen unter: www.frankfurt-university.de/de/aktuelles/veranstaltungskalender/meditationskongress-2019

Zen und Sensory Awareness – Form und Bewegung

Seit nunmehr drei Jahren greift das Bonner San Bo Dojo gemeinsam mit Stefan Laeng eine alte Verbindung wieder auf, welche zwischen Shunryu Suzuki Roshi und Charlotte Selver seit Ende der 1960er-Jahre bestanden hat. Die wunderbare Verwandtschaft von Zen und Sensory Awareness kann in Form klassischer Zen-Praxis mit Workshop-Anteilen von Sensory Awareness erfahren werden. Während Zen uns eine ausgereifte Form vorgibt, in der wir uns erforschen und die wir mit Leben füllen, lässt Sensory Awareness vorgegebene Formen und gesicherte Erkenntnisse erst mal hinter sich und fordert uns auf, durch tastendes Probieren der Welt in ihrem Sosein zu begegnen. Die immer wieder neuen Erfahrungen durch die Sinne eröffnen uns den Weg zu einem lebendigen Lernen und können uns von Mustern des „Einrastens“ oder „Einfrierens“ im Zazen lösen.

© Stefan Laeng

Zuletzt konnte diese Kombination aus Zen- Sesshin und Workshop im Mai 2019 im Zen-Zentrum Johanneshof im Schwarzwald erforscht werden. Weitere Termine sind der 11. bis 13.10.2019 in der Dorfschule Hesseln/ Leubsdorf (bei Bonn) und der 28. bis 31.10.2019 im Waldhaus am Laacher See. Zen-Praktizierende aller Traditionen, Sensory- Awareness-Praktiker sowie interessierte Menschen aus den Bereichen Meditation, Yoga, Tanz und Körperarbeit sind herzlich eingeladen.

Stefan Laeng, Sensory-Awareness-Lehrer, lebt in Peterborough, New Hampshire, USA und arbeitet regelmäßig in Europa. Er ist Executive Director der Sensory Awareness Foundation. Gegenwärtig arbeitet er an einer ausführlichen Biografie über Charlotte Selver. Seit den frühen 1980er-Jahren sind Sensory Awareness und Buddhismus richtungsweisend in seinem Leben und seiner Arbeit.

Patrick Damschen

Weitere Informationen zu Sensory Awareness: www.zen-sensoryawareness.dezu Stefan Laeng: www.mindfulnessinmotion.net Siehe auch den Artikel von Stefan Laeng in BUDDHISMUS aktuell, Ausgabe 3/2018.

Altes Wissen und moderne Erkundung des Phänomens des heiligen Berges Kailash

Der Berg Kailash im Westen Tibets ist einer der heiligsten Berge der Welt, verehrt von Hindus, Buddhisten, den Anhängern der Jain- Religion und der in Tibet noch aus vorbuddhistischer Zeit stammenden Bön-Religion. Während der letzten zwei Jahrzehnte haben sich auch Menschen aus dem Westen in diese sehr abgelegene Region aufgemacht. Eine verbesserte Infrastruktur und die liberalere Ausgabe von Genehmigungen ließen die Zahl der Besucher, insbesondere die indischer Pilger, stark ansteigen. Neben den traditionellen Regeln für tibetische und indische Pilger erforderte dies neue Vorschriften, die in den letzten Jahren zum Erhalt der Landschaft des Kailash und benachbarter Pilgerziele in Kraft gesetzt worden sind. In jüngeren Veröffentlichungen wurde über neue Beobachtungen und Erkundungen am Berg Kailash sowie in der Landschaft und den Pilgerzielen der Umgebung berichtet und seit 2014 auf internationalen Konferenzen über das Phänomen dieses heiligen Berges diskutiert.

Wolfgang Wöllmer übergibt Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama sein Buch „The Inner and Outer Paths of Mt. Kailash“


© Manuel Bauer

© Balalaev

Eine weitere internationale Kailash- Konferenz, die 5th International Conference on the Phenomenon of the Holy Mt. Kailash mit dem Untertitel „Compilation of Traditional and New Aspects of Mt. Kailash and Surrounding Pilgrimage Sites“ wird vom 21. bis 22. März 2020 an der Universität Hamburg stattfinden. Ziel dieser Konferenz ist es, sowohl traditionelle als auch neue Aspekte im Wissen um den heiligen Berg Kailash und in der Umgebung liegende Pilgerziele zusammenzustellen und zu interpretieren, im Vergleich mit alten Schriften und tantrischer Sichtweise. Anhand vieler systematischer Informationen zum Kailash und den heiligen Seen wird das Wissen über diese tibetische Region vermittelt und die Zusammenarbeit in weiterer wissenschaftlicher Forschung diskutiert. Es wird Vorträge zu folgenden Themen geben: History and Geography of the Mt. Kailash Region; Mt. Kailash in Scriptures and Legends; The Parikrama (tibetisch:Kora ) of Mt. Kailash; The Stations of the Barkor; Energetic Considerations; Inner Kora Paths; Tantric Aspects of Mt. Kailash; außerdem gibt es die Gelegenheit, Fragen zu stellen, und zu Gesprächen am runden Tisch. Die Konferenzsprache ist Englisch.

Wolfgang Wöllmer

Detaillierte Informationen und alle Angaben für die Teilnahme unter: uhh.de/aai-kailash

Auf der Suche nach neuen Wegen – im Betrieb und in der Wirtschaft insgesamt

Das Freiburger Forum „Wirtschaft und Spiritualität“ | 3.–6. Oktober 2019 im Kurhaus in Kirchzarten bei Freiburg

Der Kongress des Freiburger Forums „Wirtschaft und Spiritualität“ findet diesen Herbst zum ersten Mal statt. Drei Dutzend hochkarätige Referentinnen und Referenten befassen sich gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vier Tage lang mit neuen Wegen für die menschliche Zusammenarbeit, den Umgang mit Ressourcen und die Ökonomie im Großen. Unter den Sprechern sind zum Beispiel der Publizist Franz Alt, der Philosoph und Ethiker Claus Eurich, der Ökonom und Kreativitätsforscher Karl-Heinz Brodbeck, der Psychotherapeut Sylvester Walch sowie der Systemdenker Thomas Hübl. Aber auch zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer werden auf dem Podium von ihren Erfahrungen und Konzepten berichten.

Das Kurhaus in Kirchzarten bei Freiburg


© Sabine Ronge

„Uns ist wichtig, dass es zu einem Austausch von Ideen und Gedanken unter den Teilnehmern kommt – anders als bei klassischen Kongressen mit reiner Frontal-Ausrichtung“, erklärt Kongress-Initiator Hans-Jürgen Lenz, im Hauptberuf Unternehmensberater und Coach. Daher seien auch immer wieder Runden in kleinen Gruppen eingeplant, bei denen man die Impulse aus den Vorträgen im Gespräch weiterspinnen und vertiefen könne. Es gehe auch um die gegenseitige Ermutigung, um anschließend Veränderungen anzugehen und umzusetzen.

Freiburger Forum

Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.freiburger-forum.com

Mind & Life Conference Europe in Fürstenfeldbruck

Unter dem Titel „Beyond Confines – Integrating Science, Consciousness, and Society“ findet vom 25. bis 27. Oktober eine internationale Konferenz im Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck statt. Das Contemplative Science Symposium von Mind & Life Europe vereint verschiedene Disziplinen aus westlicher Forschung und östlichen Weisheitstraditionen. Mit renommierten Sprecherinnen und Sprechern wie Dan Siegel, Wolf Singer, Joan Halifax, Tania Singer, David Steindl-Rast und vielen weiteren gibt es kurze Vorträge, Workshops, Podiumsdiskussionen und angeleitete Übungen. Die Konferenzsprache ist Englisch.

red

Weitere Informationen unter: europeansymposium.org

LESERBRIEFE

Zum Artikel „Buddhismus – Ethik – Projektionen“ von Florian Preußger in Ausgabe 3/2019
Angesichts der aktuellen Ethik-Debatte (ausgelöst durch die erschreckenden Missbrauchsvorwürfe gegen Lamas im Vajrayana- Buddhismus) mahnt Florian Preußger zur Vorsicht wegen der „Sedimentschichten“ unserer abendländischen Tradition, die in unserer Sprache zum Ausdruck gelangen, und er schreibt über „Verstrickungen“ in unserer abendländischen Tradition, die wir bedenken sollten. Ich frage mich, ob es nicht besser gewesen wäre für die Frauen und Männer, die jahrelang sexuelles und aggressives Fehlverhalten von Lamas hinnahmen, zu dieser Prägung durch die moralischen Prinzipen und Normen unserer abendländischen Tradition -selbstbewusst zu stehen, sie also zunächst nicht zu relativieren und umzudeuten als „geschickte Mittel“ ihres erleuchteten Meisters. In der christlich geprägten Ethik unserer abendländischen Tradition kam es zu fatalen Verirrungen, aber auch die psychologisch fundierte, freiere Ethik Asiens war nicht gefeit dagegen, obwohl es ihr primär um die Befreiung vom Leiden geht und nicht um die Ausrichtung nach bestimmten Normen und Gesetzen. Vielleicht wäre es nun an der Zeit, dass wir Buddhisten im Westen eine Integration dieser beiden Ethiken anstreben? Zum Beispiel wirken sich Schuldgefühle im Falle gesunder Persönlichkeitsentwicklung (in der letzten BA wurden diese von einem Zen-Priester als grundsätzlich neurotisierende Einengung abgelehnt) keineswegs nur negativ aus, sie sind wichtige Warnsignale dafür, dass wir anderen durch unser Verhalten Schaden zufügten, sensibilisieren uns also für die Wirkung unseres Verhaltens auf andere und wecken das Bedürfnis, den Schaden wieder gut zu machen und um Verzeihung zu bitten.

Christel Weynerowski

Zum Artikel „Young People: Wir möchten uns selbst und die Welt verändern“ – im Gespräch mit Tobias Thamm und Mirko Meyer in Ausgabe 3/2019
In dem Gespräch mit Mirko und Tobias ist mir deren Überheblichkeit sauer aufgestoßen. Nicht jeder hat das Privileg, zig Jahre lang abwechselnd an verschiedenen Unis nach Lust und Laune zu studieren und zusätzlich Reisen nach Japan, Neuseeland, Südostasien und Bangladesch zu unternehmen. Die Mehrzahl der Bürger hat Ende zwanzig schon etliche Berufsjahre hinter sich und ihre Arbeit verrichtet. Und dann liest man die despektierliche Bemerkung: „Es kann doch nicht sein, dachte ich, dass ich mich nach dem Studium für den Rest meines Lebens in ein Büro setze.“ Was ist an einer solchen Arbeit verwerflich? So war auch ich mein Leben lang im Büro und habe von dort aus etliche Ortssanierungsprojekte und Infrastrukturmaßnahmen zum Nutzen der Allgemeinheit abgewickelt. Und es hat mir Freude gemacht. Daher, meine jungen Herren, etwas mehr Achtung bitte vor all den Menschen, die in Büros ihren Platz gefunden haben.

Robert Höpfner

Dankesbrief eines Gefangenen an die Leserinnen und Leser von BUDDHISMUS aktuell
Als Inhaftierter einer niedersächsischen Haftanstalt möchte ich stellvertretend für alle Gefangenen den zahlreichen Spendern meinen herzlichsten Dank aussprechen, die dem Aufruf in BUDDHUSMUS aktuell nach Medienspenden gefolgt sind. Alle Spender haben dazu mitgeholfen, dass die Haft einen konstruktiven Sinn bekommt und dass die Zeit hier für die weitere Lebensgestaltung genutzt werden kann. Schon ein Buch kann das Leben verändern, wenn man Zugang erhält. Haben Sie herzlichen Dank!

Ron aus Niedersachsen

Bitte der Geschäftsstelle:
Bitte schicken Sie bis auf Weiteres keine Bücher mehr in die Geschäftsstelle der DBU, da unser Platz begrenzt ist und die Weiterleitung nicht so schnell erfolgen kann. Bitte spenden Sie stattdessen direkt lokal bei Ihrer nächstgelegenen Justizvollzugsanstalt (JVA) Bücher oder Meditations-CDs.