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BULGARI – OCTO FINISSIMO CHRONOGRAPH GMT AUTOMATIC: Facettenreich


Uhren Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 25.10.2019

Der flachste jemals gebaute mechanische Zeitmesser mit Stoppfunktion ist bereits der fünfte Weltrekord von Bulgari. Dabei handelt es sich um einen Automatik-Chronographen mit peripherem Aufzugsrotor, Schaltradsteuerung, klassischer horizontaler Kupplung und praktischer Zeitzonenfunktion. Wir haben den Weltrekordler exklusiv getestet.


Preiskategorie bis 20 000 Euro

——— Nach dem flachsten Tourbillon mit Handaufzug 2014, der flachsten Minutenrepetition 2016, der flachsten Automatikuhr 2017 und dem flachsten Automatik-Tourbillon 2018, das seitdem zugleich die flachste Automatikuhr ist, zeigt der Bulgari Octo ...

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Bildquelle: Uhren Magazin, Ausgabe 6/2019

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... Finissimo Chronograph GMT Automatic noch einmal ganz neue Facetten des ultraflachen Uhrenbaus. Und das nicht nur mit mikromechanischer Komplexität und innovativer Uhrwerktechnik, sondern auch mit Hightech-Materialien und sportlichmodernem Design.

Fotos— Olaf Köster

BULGARI OCTO FINISSIMO CHRONOGRAPH GMT AUTOMATIC

Der flachste Chronograph der Welt ist keineswegs nur ein Talking Piece der Marke Bulgari, sondern ein gut gehender und funktionaler Zeitmesser, der als Kultobjekt aus Titan mit Leichtigkeit zu tragen ist.

BVL 318: Die horizontale Kupplung ist oberhalb der Unruh zu sehen, das Schaltrad unter der vorderen Brücke freigelegt, der Automatikrotor befindet sich an der Peripherie des 37,2 Millimeter großen Uhrwerks.


Es dockt mit festsitzenden und winkligen Anschlussstücken harmonisch an das Gehäuse an und kann somit jedem Handgelenksumfang folgen. Die ineinandergreifenden signifikant geformten Bandglieder verjüngen sich zur Doppelfaltschließe hin, wo man sie einzeln entnehmen und damit das Band auf die gewünschte Länge bringen kann. Der genaue Zuschnitt erweist sich jedoch als ein schwieriges Unterfangen, denn die Bandteile sind verstiftet, nicht verschraubt, weshalb man besser einen Fachmann bemüht. Auf den richtigen Umfang gebracht, schmiegt sich das Ensemble ausgesprochen geschmeidig ans Handgelenk, verbreitet angesichts des matten Materials aber auch einen sportlichen Look, der nicht zuletzt bis zum Zifferblatt reicht, das ebenfalls aus sandgestrahltem Titan besteht.

Gehäuse, Band, Zifferblatt – eintönig, aber nicht langweilig

Wie Gehäuse, Band und Schließe kommt auch das Zifferblatt aus eigener Manufaktur, weshalb der Farbabgleich des Materials kein Problem ist. Durchweg schwarz bedruckt, bleibt vom typischen Bulgari-Design an höchster Stelle die lang gestreckte Zwölf erhalten. Die Sechs musste dem 30-Minuten-Zähler des Chronographen weichen. Bei neun Uhr dreht sich, wie bei Chronographen weit verbreitet, die permanente Sekunde, bei drei Uhr befindet sich ein 24-Stunden-Counter. Die Skalen sind sehr sauber und deutlich aufgedruckt und machen nur an einer Stelle einen Fehler. Die Stoppsekunden-Teilung folgt mit vier Strichen nicht der Vier-Hertz-Frequenz des Kalibers BVL 318. In diesem Fall ist das aber kein Problem. Denn nicht nur dem extravaganten Design der Octo geschuldet, erreicht der Stoppsekundenzeiger an keiner Stelle die dazu gehörige Skalierung. Dafür ist er einfach zu kurz. Will man doch einmal eine ernst zu nehmende Messung starten, muss man die Stoppsekunden schätzen. Ansonsten erfreut man sich am Designerstück, dessen Ablesbarkeit zumindest am Tage gut gegeben ist. Denn die schwarz glänzenden Skalierungen und die teilweise facettierten Zeiger heben sich erstaunlich gut vom anthrazitfarbenen Hintergrund ab. Nur bei Dunkelheit ist es auch auf dem Zifferblatt des Chronographen finster.

Runde Sache: Die Flachheit des Kalibers BVL 318 wird unter anderem durch den peripheren Aufzugsrotor und die horizontale Kupplung erreicht.


Bedient wird die Stoppfunktion über die üblichen Drücker bei zwei und vier Uhr. Hier sind sie facettenreich und sehr gelungen in das Design des Octo-Gehäuses integriert. Die Druckpunkte erscheinen absolut sicher und erfordern genau den richtigen Kraftaufwand zum Starten, Stoppen und Rückstellen des Chronographen. Die Krone dazwischen erscheint winzig, lässt sich aber umso besser gebrauchen. Weil ihr Durchmesser dennoch größer ist als die Höhe der Drücker, rutscht man beim Handaufzug über letztere hinweg, dank seitlicher Rändelung aber auch nicht ab, will man die Krone zur Zeigerstellung herausziehen. So perfekt kann das nicht jeder, zumal das Bedienteil auch nicht unschön über die Gehäusehöhe hinausragt. Das muss man erst einmal hinbekommen bei 6,94 Millimetern Höhe. Ein echter Glanzpunkt, und das nicht nur wegen der glänzenden schwarzen Keramikeinlage in der Krone.

Praktische Zeitzonenfunktion im ultraflachen Chronographen

Gegenüber bei neun Uhr befindet sich der Drücker für die Zeitzonenschaltung, der mit seinen Kanten und Winkeln ebenfalls der Octo-Anmutung folgt. Er betätigt sich leichter als die Chronographendrücker, aber ebenfalls mit sicherem Rastpunkt, wobei der Stundenzeiger genauso korrekt eine Position weiterrückt.

Reist man in eine andere Zeitzone, lässt sich die neue Ortszeit auf diese Weise ganz leicht einstellen. Allerdings nur vorwärts, was angesichts fehlender Datumsanzeige aber kein Problem sein sollte. Auf dem 24-Stunden-Counter bei drei Uhr bleibt die Heimatzeit erhalten. Will man diese Anzeige für eine zweite Zeitzone benutzen, muss man sie über die Zeigerstellfunktion der Krone auswählen und anschließend den Stundenzeiger über den Drücker bei neun Uhr auf die Ortszeit einstellen.

Dass der flachste Chronograph der Welt über diese zeitgemäße und ausgesprochen praktische Zusatzfunktion verfügt, ist eine genauso bemerkenswerte Facette wie 55 Stunden Gangautonomie aus nur einem Federhaus, zusätzlich zur Zeitanzeige mit Kleiner Sekunde, Chronographenfunktion mit Schaltradsteuerung und horizontaler Kupplung so-wie einem automatischen Aufzug – und das alles bei nur 3,3 Millimetern Bauhöhe des Kalibers BVL 318. Der Insider weiß, dass letztere Ziffer für die Anzahl der Bauteile steht, die sich hier zu einer integrierten Chronographenkonstruktion zusammenfügen.

VERGLEICHBARE MODELLE

Blancpain L-Evolution Flyback-Chronograph, Manufakturwerk, ähnlicher Preis, 17220 Euro


Girard-Perregaux Laureato Chronograph 42 mm, Manufakturwerk, ähnliches Design, 15000 Euro


Design-Meisterstück: Der flachste Chronograph der Welt folgt bis ins Detail der Formsprache der Octo.


Nebenbei sei bemerkt, dass die Fertigung fast aller Komponenten bis auf die Zugfeder, Steine sowie Schwing- und Hemmungssystem in der eigenen Manufaktur erfolgt, ebenso Assemblage und Feinregulierung, die in einem Bereich zwischen minus zwei und plus zehn Sekunden am Tag vorgenommen wird.

BVL 318 – alltagstauglich und mit guten Gangwerten

Dass man die Prozesse beherrscht, zeigen die für ein flaches Uhrwerk ausgesprochen guten Gangwerte in unserem Test. Vor allem der annähernd gleiche Wert von etwa drei Sekunden Vorgang am Tag – sowohl im Tragetest am Handgelenk, als auch unter Vollaufzug auf der Zeitwaage – zeugt von guter Reglage. Diese erfolgt über ein Rückersystem an der Unruh, die mit vier Hertz unter einer schmalen Brücke oszilliert. Hinter einer großen Saphirglasscheibe in dem mit vier Schrauben fixierten Gehäuseboden inszeniert sich unmittelbar darüber die horizontale schwenkende Räderkupplung mit dem Übertragungsrad vom Sekunden-zum Stoppsekundenrad. Beeindruckend, sie zu beobachten, obwohl sie technisch nicht so interessant ist wie eine vertikale Reibungskupplung. Aber sie spart Platz in der Höhe, was für die gewünschte flache Bauweise des Uhrwerks wichtig war, ist allerdings ausladend in der Breite, was wiederum zu einem größeren Durchmesser des Werkes führt.

Alle anderen Bauteile der Stoppfunktion verbergen sich unter massiven Brücken, die einen Großteil des Uhrwerks überdecken und diesem damit Stabilität verleihen. Lediglich das Schaltrad zeigt sich in einer kleinen kreisrunden Öffnung einer der Brücken. Das BVL 381 ist mit seinen Finissagen und konstruktiven Besonderheiten dennoch schön anzusehen. Imposant kreist um die gesamte Kadratur der periphere Aufzugsrotor, der zum Teil aus einer leichten Aluminiumlegierung und zum Teil aus massivem Platin besteht. Unterschiedlich finissiert, changieren die Elemente im einfallenden Licht. Die Schwungmasse gleitet auf verschleißarmen Keramikkugeln. Ein Wechselgetriebe sorgt dafür, dass dabei in beide Drehrichtungen das Federhaus geladen wird. Nicht zuletzt wegen der Aufzugsmechanik bringt es das Uhrwerk auf einen Durchmesser von 37,2 Millimetern, was zur Folge hat, dass das Gehäuse des Octo Finissimo Chronograph GMT Automatic gegenüber bisherigen Ausführungen in seinen Dimensionen um zwei Millimeter gewachsen ist. In der Höhe misst das Werk dagegen nur 3,3 Millimeter. Im Vergleich zum aktuellen Chronographen-Kaliber 1160P von Piaget zum Beispiel, einer Marke, die auch für flachen Uhrwerkbau steht, sind das immerhin 2,42 Millimeter weniger.

Weltrekordler, Kultobjekt, Designerstück, Zeitmesser

Und genau darin besteht der beachtliche Weltrekord mit seinen zahlreichen Facetten: Für 17400 Euro bekommt man mit dem Octo Finissimo Chronograph GMT Automatic eine Kult-Uhr, die dank ihres Designs und des leichten Materials sehr gut am Handgelenk sitzt, hier auch souverän läuft und sich zudem gut bedienen lässt. Trotz fehlenden Datums ist der flachste Chronograph der Welt mit seiner zusätzlicher Zeitzonenfunktion absolut auf der Höhe der Zeit. [10117] ———