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BUNDESLIGA: Dardai: „Grujic ist der neue Effenberg”


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 06.03.2019

Herthas Trainer adelt den Mittelfeld-Mann, verliert ihn aber wohl im Sommer


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Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 10/2019

Pal Dardai war früher selbst zentraler Mittelfeldspieler


Bei der Frage nach den besten Spielern, die Pal Dardai (42) bisher trainiert hat, muss der Coach von Hertha BSC nicht lange überlegen: „Wir leben seit Jahren von der Torgefahr von Vedad Ibisevic und Salomon Kalou. Auch wenn ihre Karrieren sich langsam dem Ende neigen, sieht man, dass es große Fußballer sind.“ Aber: „Einen Mittelfeldspieler wie Marko Grujic hatte ich noch nie“, sagt Dardai. „Für mich ist er der neue Stefan Effenberg.“

Ex-Nationalspieler Effenberg zählt für ...

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... Dardai zu den besten Spielern aller Zeiten. Was hat „Effe“ mit Grujic gemeinsam? Dardai: „Er war auch groß, trotzdem ballsicher, und er hat immer gewusst: Wann muss ich die Mannschaft beruhigen, wann in den Zweikampf gehen und wann nach vorn treiben? Das ist eine Fähigkeit, die hat man oder nicht.“

Ein Mega-Kompliment! Der sonst so coole Grujic (22) schaut verlegen, als SPORT BILD ihn darauf anspricht. „Das sind große Worte für mich, ein großer Name“, sagt der Serbe über das Lob, obwohl er Effe kaum kennt. „Ich kenne natürlich den Namen, aber ich weiß nicht so genau, wie er als Spieler war.“ So wie Grujic. Schlau und souverän. „Ich habe, denke ich, ein gutes Auge, bringe körperlich einiges mit. Ich mag es, den Ball am Fuß zu haben, und suche auch den Weg in den gegnerischen Strafraum“, sagt er.


Von Klopp lernte Grujic Mentalität, von Dardai taktische Cleverness


Da er Effenberg kaum kennt, hat Grujic ein anderes Vorbild: „Paul Pogba zu seiner Zeit bei Juventus hat mich sehr beeindruckt. Er ist groß, körperlich sehr stark und hat Offensivdrang.“ Pogba, der mit Frankreich im Sommer Weltmeister wurde und bei Manchester United spielt, hat das erreicht, was Grujic noch vorschwebt: eine große Karriere. Hertha ist dabei nur ein Zwischenschritt, das macht der Mann, der bis zum Saisonende vom FC Liverpool nach Berlin ausgeliehen ist, ganz deutlich: „Vom ersten Tag an, da ich in Liverpool unterschrieben habe, war es mein Ziel, für den Klub zu spielen. Ich möchte zukünftig gerne ein Teil des Liverpooler Kaders sein und am liebsten jedes Spiel machen.“

Dass das schwierig werden könnte, weiß Grujic. Auf seiner Position im zentralen Mittelfeld spielen mit James Milner (33), Naby Keïta (24), Fabinho (25), Jordan Henderson (28) und Georginio Wijnaldum (28) echte Stars. „Ich glaube, dass ich anders bin als diese Spieler. Ich habe vielleicht einige Qualitäten, die sie nicht haben“, sagt Grujic. „Was sie mir voraushaben, ist in jedem Fall Erfahrung. Die bekomme ich jetzt bei Hertha. Und dann schauen wir, was im Sommer passiert.“

Klingt nach Abschied aus Berlin. Doch der Serbe lässt den Fans ein Fünkchen Hoffnung: „Vielleicht will Liverpool, dass ich in der Premier League spiele, um mich an die Liga zu gewöhnen. Wenn nicht, ist es möglich, noch ein Jahr bei Hertha zu spielen. Ich weiß, dass sie den Spielstil von Hertha als richtig für mich erachten. Sie sind mit meiner Einsatzzeit zufrieden. Und ihnen gefällt, dass ich in einer starken Liga spiele.“

Über Dardai sagt Grujic: „Er ist ein sehr guter Trainer und hat mir einige sehr gute Tipps gegeben. Ich habe defensiv und taktisch viel von Pal gelernt. Er sagt immer, dass ich darauf achten muss, wo meine Mitspieler stehen, damit es keine Lücken gibt. Und wenn wir in den letzten Minuten eines Spiels müde werden, soll ich einfach spielen. Je mehr Kontakte man hat, desto müder wird man zusätzlich.“

Dardai vor Augen, Jürgen Klopp (51) auf dem Handy! Der deutsche Trainer des FC Liverpool hält stetig Kontakt zu seinem verliehenen Mittelfeld-Juwel. „Wenn ich Tore erziele, gratuliert er mir. Als ich verletzt war, schrieb er mir, dass ich stark bleiben und mich auf meine Reha konzentrieren soll“, erzählt Grujic, der in England auch vom direkten Kontakt zu Klopp profitierte: „Jürgen ist einer der berühmtesten Menschen im Fußball. Junge Spieler lernen sehr viel von ihm, vor allem mental. Er sagte mir einmal: ‚Technik und Taktik machen ein Team besser, aber ohne Kopf und Herz erreichst du keine großen Siege.’ Das habe ich nie vergessen und lebe danach.“

Auch weil sich Klopp und Dardai nicht viel nehmen. „Ich arbeite gern mit beiden. Sie sind sich ähnlich“, sagt Grujic. „Man merkt ihnen an, dass sie selbst Spieler waren und in der Defensive mit Leidenschaft spielen mussten. Sie kommen als Trainer beide über die Motivation, sie können eine Mannschaft heißmachen. Sie stehen beide auf junge Spieler und geben ihnen die Möglichkeit zu spielen. Zudem wissen sie, wie man auf Sieg spielt und Partien kontrolliert.“

Auch wenn das Kapitel Hertha bald abgeschlossen sein sollte, zu Dardai wird Grujic immer eine enge Bindung haben. „Ich wusste nicht viel über Pal, bevor ich nach Berlin kam. Er ist toll“, sagt er.

3 MAL war Grujic seit seinem Wechsel nach Liverpool (2016) schon ausgeliehen. Zunächst an seinen Heimat-Klub Roter Stern Belgrad, dann zu Cardiff City, nun ist er bei Hertha

2,0 PUNKTE pro Spiel holt Hertha im Schnitt, wenn Grujic auf dem Platz steht. Wenn der Serbe fehlt, sind es durchschnittlich nur 0,7 Zähler pro Partie

FOTOS: Getty Images, DPA/Picture Alliance, Witters